Vor diesem Zeitraum sind lediglich Maßnahmen ohne Eingriff in den Boden wie das Walzen zulässig. Nachdem der Schnee weggetaut ist, kann auf gefrorenem Boden gewalzt werden, ohne die Bodenstruktur zu gefährden. Durch das Walzen werden die Stängel geknickt, dadurch der Wasserstrom und die Nährstoffaufnahme unterbunden.
Walzen setzt den Abbau der Zwischenfrüchte in Gang
Der Walzgang hilft somit den Abbau der Zwischenfrüchte in Gang zu bringen und gleichzeitig gasförmige Stickstoffverluste zu reduzieren. Die in der Zwischenfrucht stehenden kleinkörnigen Leguminosen wie der Alexandriner Klee profitieren durch den besseren Lichteinfall und können über Winter weiterwachsen.
Ein gutes Arbeitsergebnis wird mit Prismenwalzen erreicht. Ziel ist die Pflanzenstängel zu brechen und die Blätter anzureißen, um durch die größere Oberfläche bzw. die kleinen Pflanzenteile die Verrottung zu fördern. Dabei wird der Aufwuchs aber nicht ganzflächig auf den Boden gedrückt, sodass nach wie vor ein Luftaustausch stattfinden kann. Das ist wichtig, um Lachgasverluste zu vermeiden. Werden die Zwischenfrüchte beispielsweise intensiv mit dem Mulcher zerkleinert, bildet sich eine dichte Matte aus kleinen Pflanzenteilen, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Sauerstoffabschluss und Lachgasemissionen zunimmt.
Auch Cambridgewalzen sind für den Walzvorgang nicht so gut geeignet, da sie die Zwischenfrüchte nicht verletzen, sondern nur platt auf den Boden drücken, das reduziert den Gasaustausch ebenfalls.
Nicht zu schnell walzen
Für eine ausreichende Wirkung des Walzvorgangs gilt, dass pro 10 cm Walzendurchmesser nicht schneller als 1 km/h gefahren werden sollte. Hat die Walze also einen Durchmesser von 55 cm, bedeutet das eine Maximalgeschwindigkeit von 5,5 km/h. Aktuell ist es für den Walzgang zu feucht, sodass nur bei Frost gefahren werden kann. Damit der Boden auch unter der Zwischenfrucht ausreichend gefroren ist, sind mindestens – 6 °C erforderlich. Es ist dennoch angeraten, den Frostzustand des Bodens vor Arbeitsbeginn nochmals zu überprüfen. Reicht die Schädigung der Zwischenfrucht nach einem einmaligen Walzgang nicht aus, muss eventuell ein zweiter Walzgang eingeplant werden.
Das Walzen bei Frost bewahrt die Bodenstruktur unter der Zwischenfrucht und erleichtert die Bodenbearbeitung im Frühjahr. Gewalzte Zwischenfruchtbestände trocknen schneller ab, die noch vorhandene Mulchschicht schützt den Boden vor Verschlämmung und Erosion.






