In einigen Regionen Norddeutschlands, v.a. in der Nähe größerer Seen nimmt der Befall mit dem Schwächeparasit Botrytis aufgrund anhaltend kühl-feuchter Witterung und diffusem Licht deutlich zu. Befallene Pflanzen fallen i.d.R. komplett aus. Die sich rasch ausbreitenden Infektionen der Nachbarpflanzen erfolgen durch direkten Kontakt der Pflanzenteile, sodass regelrechte Nester entstehen. Sortenunterschiede konnten nicht beobachtet werden.
Symptome


An Blättern und Stängeln sind ab Vegetationsbeginn bei hoher Luftfeuchte Zonen mit einem dichten grau bläulichen, oft staubenden Pilzrasen sichtbar. Nach Regen erscheinen die Befallsstellen beige gräulich und sind am Stängel mit der Weißstängeligkeit verwechselbar.
Biologie
Der Pilz ist luftbürtig. Seine Überdauerung erfolgt an Pflanzenteilen als kleine schwärzliche Dauerkörper (Sklerotien), z.B. in Stängelresten. Feucht kühle Witterung und Temperaturen um 10-15 °C (Optimum) begünstigen den Befall. Dies trifft vor allem in windgeschützten Lagen, nach Frost oder bei Schwächung der Pflanzen auf. Auffallend: Raps, der im Herbst latent (oder akut) unter N-Mangel litt, ist besonders betroffen.
Bekämpfung (hohe Menge Prothioconazol)
Zur protektiven chemischen Bekämpfung sind in Deutschland in der Blüte nur die azoxystrobinhaltigen Fungizide Azarius, Baltazar, Laiba und Philon (alle 250 g AS/ha) zugelassen.






