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Zuckerrüben – Sortenempfehlung für 2024

Dez. 19, 2023 | Grünes Info 2023, Sorten, Standortwahl, Zuckerrüben, Zuckerrübenkrankheiten, Zuckerrübenschädlinge

Die regional sehr unterschiedlichen Bedingungen für den Rübenanbau erfordern auch eine angepasste Sortenwahl. Vor allem auf Standorten mit Besonderheiten wie Nematoden- Rhizoctonia- oder SBR/Stolbur-Befall muss der Sortenwahl vermehrt Bedeutung geschenkt werden. In der Tabelle werden aktuelle Sorten für die besonderen Gegebenheiten eingestuft. Neue Sorten wurden in den Wertprüfungen wenigstens drei Jahre getestet. Diese müssen ihr Potential in der Praxis aber erst noch beweisen.

Die nematodentoleranten Sorten BTS 5715, Lunella KWS und Caprianna KWS erwiesen sich in den letzten drei Jahren auch auf nematodenfreien Standorten als sehr gut. Bei starkem Cercosporabefall erfordern diese Sorten aber eine intensive Fungizidstrategie. Die Sorte Blandina KWS schnitt in der Cercospora-Toleranz unter den Nematoden-Sorten am besten ab.

Sind Nematoden auf Ihrem Standort kein Problem, ist aber eine hohe Blattgesundheit gegen Cercospora erforderlich, sind Sie mit Sorten wie BTS 2030 und Ludovica KWS gut aufgestellt.

In den SBR-Problemgebieten muss die Sortenwahl konsequent auf diesen Krankheitskomplex ausgerichtet werden. Die SBR-Spezialsorten Fitis und Kakadu schnitten in den letzten Jahren am besten ab. Obwohl beide Sorten in diesem Jahr augenscheinlich schwächelten, wenn SBR mit Stolbur gemeinsam auftraten, bestätigten sie die Leistung der letzten Jahre auch in diesem Jahr mit hohen Relativerträgen. Dennoch reicht die geringere Anfälligkeit dieser Sorten nicht aus, um SBR und Stolbur vollständig in den Griff zu bekommen.

Auch Josephina KWS, Chevrolet und Kauz erzielten verhältnismäßig gute Ergebnisse. Die Sorte Brabanter, die letztes Jahr noch vielversprechend aussah, fiel durch das vermehrte Auftreten von Stolbur dagegen deutlich ab. In den Befallsrandlagen konnten mit Hibou und Lunella KWS noch hohe Erträge erzielt werden. Kauz ist ebenfalls eher für die Befallsrandlagen geeignet, da sie außer Lunella KWS zu den wenigen SBR-toleranten Sorten gehört, die auch ohne SBR-Befall im bereinigten Zuckerertrag mit an der Spitze liegt. Leider ist Kauz nicht Nematoden-tolerant.

Mittlerweile sind auch Spezialsorten mit Virus- Toleranz wie ST Yellowstone oder Maruscha KWS auf dem Markt.

Bei starkem Ditylenchusbefall kommen die Sorten Kakadu, Lomosa und Josephina KWS in Betracht.

Conviso Smart Rüben

Conviso Smart Rüben vertragen ALS-Hemmer wie Foramsulfuron und Thiencarbazone (Wirkstoffe aus MaisTer Power). Für die Conviso-Rüben wird das Conviso One (50 g/l Foramsulfuron; 30 g/l Thiencarbazone) vermarktet.

Conviso Smart Rüben sind eine Option, wenn Problemunkräuter wie Wildrüben, Hundspetersilie, Samtpappel, Ambrosia, Bingelkraut, Knöterich und Stechapfel mit Standardmaßnahmen anders nicht mehr in den Griff zu bekommen sind. Eine weitere Berechtigung hat Conviso Smart in trockenen Regionen, in denen die klassischen Herbizidmaßnahmen häufig nicht sicher wirken.

Wer in den Anbau von Conviso Smart Rüben einsteigen möchte, gleichzeitig aber auch konventionelle Sorten anbaut, muss beide Zuchtrichtungen streng trennen. Bei der Aussaat darf es zu keiner Vermischung des Saatgutes kommen bzw. müssen die Säkästen komplett entleert sein, bevor Sie Conviso-Smart Saatgut einfüllen. Konventionelle Rüben vertragen das Conviso One Herbizid nicht und würden durch das Conviso absterben. Auch nach der Herbizidanwendung muss die Spritze gründlich gereinigt werden, wenn Sie nach einer Conviso One-Spritzung konventionelle Rüben behandeln möchten.

Einen entscheidenden Vorteil haben Conviso Rüben beim „Spotspraying“ (punktuelle Bekämpfung auftretender Unkräuter). Durch den Einsatz der ALS-Hemmer verschiebt sich die Herbizidbehandlung in den Nachauflauf, weshalb nur direkt auf die Unkräuter gespritzt werden kann. Unter diesen Umständen sind Herbizid-Einsparungen von bis zu 70 % möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit ein bis zwei Herbizidmaßnahmen recht einfach auch relativ große Unkräuter sicher bekämpft werden.

Man muss sich allerdings auch dessen bewusst sein, dass mit Conviso-Rüben gegen ALS-Hemmer resistente Arten in die Fruchtfolge gelangen, die als Durchwuchsrüben schwer zu bekämpfen sein werden. Auf Standorten mit ALS-resistentem Ackerfuchsschwanz ist das System nicht zu empfehlen.

Conviso Smart-Sorten

Conviso Rüben haben genetisch noch nicht das Ertragspotenzial ihrer „konventionellen“ Geschwister erreicht. Deshalb werden sie in der nachfolgenden Tabelle im Vergleich zu den konventionellen Sorten als ertragsschwach eingestuft. Man muss dazu aber wissen, dass in den Sortenversuchen auch die Conviso Smart Rüben mit klassischen Herbizidstrategien behandelt werden und Phytotox infolge von Herbizidstress durchaus zu Ertragseinbußen führen kann. Aus diesem Grund sehen wir den Ertragsnachteil in der Praxis weniger problematisch. Nach Rückmeldung unserer Beratungsbetriebe lagen die Conviso Smart Rüben bei der Spätrodung mit den konventionellen Sorten ertraglich oft gleich auf, in der Frührodung nur geringfügig darunter.

Bei starkem Cercospora-Druck stehen im konventionellen Sortiment gesündere Sorten zur Verfügung.

In den SBR-Befallsregionen raten wir von Conviso Smart-Rüben ab, da die aktuell verfügbaren Sorten mit starken Ertrags- und Zuckergehaltsdepressionen auf SBR und Stolbur reagieren.

Die Einstufung der drei verfügbaren Conviso-Sorten können Sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Link zur kompletten PDF

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.