Zuckerrüben schließen im Idealfall möglichst schnell den Bestand und erreichen einen BFI von 4,5 (bei knapper Wasserversorgung) bis 5,5 (ausreichende Wasserversorgung). Mit den bis zum sekundären Dickenwachstum gebildeten Blättern sollen die Rüben möglichst bis zur Ernte durchkommen. Diese Blätter müssen deshalb „gepäppelt“ werden.
Mit den ersten Blättern produzieren die Zuckerrüben in erster Linie die Assimilate für den Aufbau von Blättern und für die Wurzelbildung. Die ersten Blattpaare sterben infolge der Herbizidbelastung i.d.R. ab, sobald das sekundäre Dickenwachstum des Rübenkörpers einsetzt. Nährstoffe und Assimilate werden aus den absterbenden ersten 8 Blättern in die neu zuwachsenden Blätter verlagert.
Die Hauptlast der Assimilation und Ertragsbildung tragen dann die weiteren 10 bis 12 Blätter, die ab dem 10-Blattstadium gebildet werden. Fallen diese Blätter durch Krankheiten, Trockenheit oder auch Nährstoffmangel vorzeitig aus, werden neue Blätter aus den im Rübenkörper eingelagerten Assimilaten gebildet. Vier neue Blätter bedeuten aber einen Rückgang des Zuckergehaltes von 18 auf 16,8 %. Deshalb sollten die Rüben ab dem 10-Blattstadium mit möglichst wenige Blattverlusten durchkommen.
Hohe Nettoassimilationsraten entscheiden über den Zuckerertrag. Diese werden erreicht
- mit einem BFI von 4,5 bis 5,5 (35 bis 45 t/ha Blattfrischmasse),
- mit hoher Chlorophylldichte,
- bei guter Strahlung,
- bei nicht zu hohen Tagestemperaturen (unter 30 °C),
- aber niedrigen Nachttemperaturen, also großen Tag-/Nachtunterschieden.
Wenn die Tagestemperaturen um 20 °C und nachts unter 5 °C liegen, ist der Zuckerzuwachs höher als bei 30 °C am Tag und 15 °C in der Nacht. Das sind die Vorzüge eines „Goldenen Oktobers“.
Die Assimilationsleistung der Blätter wird gefördert und erhalten durch
- ausreichende Versorgung mit Nährstoffen,
- den Greening-Effekt der Strobilurine, (in Kombination mit Azolen), mit denen die vorzeitige Seneszenz der Blätter verhindert und der Primärbefall mit Krankheiten (Cercospora, Ramularia) vermieden wird.
- Am effektivsten ist die Spritzung im (10- bis) 12-Blattstadium der Zuckerrüben, weil
- Die fungizide Wirkung hält mit den angeführten Aufwandmengen zwischen etwa zwei Wochen an.

P-Blattdünger nicht mit zwei- oder höherwertigen Kationen (Ca++, Mg++, Mn++ bis 4+) als Salz (Sulfat, Nitrat, Karbonat) mischen, die mit P wasserunlösliche Verbindungen bilden, die sich im Spritzgestänge bzw. in den Düsen festsetzen. Deshalb auch keine Mischung mit Cu-Spritzmittel. Die Mischung von P-Blattdüngern mit Chelaten ist dagegen möglich.







