Loading...

Zuckerrüben – Herbizide 2023

Apr. 13, 2023 | Grünes Info 2023, Herbizide, Wetter und Entwicklung, Zuckerrüben

Ganz anders als in den Vorjahren dominiert im Frühjahr 2023 Nässe das Geschehen. Ab dieser Woche dürfte es den Vorhersagen zu Folge damit vorbei sein. In der Osterwoche sollen dann die Temperaturen nur langsam ansteigen. Damit ist mit einer zügigen Erwärmung der z. T. übernassen Böden erst einmal nicht zu rechnen. Sie sollten deshalb mit der Rübenaussaat noch warten, bis im Boden wenigstens 7 °C herrschen und nachfolgend die Temperaturen tagsüber auf mindestens 12 °C steigen, damit die Rüben zügig auflaufen können.

Vorauflaufspritzungen nur, wenn der Anschluss an das Kapillarwasser gewährleistet ist

Hundspetersilie, Windenknöterich oder Dreigeteilter Zweizahn lassen sich bei ausreichender Bodenfeuchte mit Quinmerac-Mitteln im Vorauflauf leichter bekämpfen als später im Nachauflauf. Voraussetzung ist die ausreichende Durchfeuchtung des Bodens mit Anschluss an das Kapillarwasser, das eine kontinuierliche Aufnahme der Wirkstoffe über Wurzel und Hypokotyl der Unkräuter gewährleistet. Nach der Saat bzw. vor der Spritzung müssen dazu wenigstens 4 mm Regen auf sandigen Böden und bis 7 mm auf tonigen Böden gefallen sein. Bodenherbizide können unmittelbar nach der Saat bis spätestens zum Auflaufen der Leitunkräuter gespritzt werden.

Sobald die Bodenoberfläche tiefer als 2 cm ausgetrocknet ist, ist der Anschluss der auf den Bodengespritzten Herbizide an die Kapillarität des Bodens nicht mehr gewährleistet. In diesem Fall muss auf die blattaktiven Herbizide zurückgegriffen werden.

Trockene Bodenoberfläche – Wirkungsweise von Herbiziden mit Blattwirkung 

Metamitron

Der Wirkstoff Metamitron (z.B. 700 g/l im Goltix Gold) wirkt vorwiegend über den Boden, z.T. auch über das Blatt. Aufgrund der hohen Wasserlöslichkeit des Wirkstoffes reichen 60 % der nutzbaren Feldkapazität, wenn die Bodenoberfläche über Nacht noch dunkel wird, für eine Wirkung gegen flachkeimende Unkräuter (Kamille, Stiefmütterchen, Vogelmiere) sowie gegen Amarant, Melden und Weißen Gänsefuß. Die Behandlung muss im Keimen dieser Unkräuter erfolgen.

UV-Licht beschleunigt den Abbau von Metamitron (Halbwertszeit 11 d). Die Splittinganwendung mit reduzierten Aufwandmengen in kürzeren Abständen ist deshalb wirksamer als das Zusammenfassen von Spritzterminen mit hohen Aufwandmengen. Die Metamitron-Aufnahme aus dem Boden sowie die Verteilung in der Pflanze und damit die Wirkung gegen die Unkräuter werden durch Ethofumesat (EFS) verstärkt.

Mit 1200 – 1400 g/ha Metamitron und dem Zusatz von Öl wird auch keimender Raps erfasst. Bereits aufgelaufener Raps wird dadurch nicht sicher bekämpft. Läuft der Raps in mehreren Wellen auf, ist die Metamitron-Wirkung unzureichend.

Für die reine Blattwirkung reichen 350 g/ha Metamitron in Kombination mit einem Additiv wie Trend, Mero oder Karibu, um die Wirkung von Phenmedipham insbesondere gegen Melden und Weißen Gänsefuß, zusammen mit Triflusulfuron (Debut, Kaskad, Shiro) und Lenacil (Venzar) auch gegen Windenknöterich zu verstärken.

Aufwandmengen bei der Splitting-Anwendung von Metamitron

  • 350 g/ha Metamitron Blattwirkung in Kombination mit PMP/DMP z.B. gegen Melden
  • 500 g/ha Metamitron: Bodenwirkung gegen Amarant, Kamille, Stiefmütterchen
  • 700 g/ha Metamitron: Melden, Gänsefuß, Nachtschatten, Taubnessel
  • 1.200 g/ha Metamitron: + Access gegen Raps (Kreuzblütler) im Keimen
  • 1.400 g/ha Metamitron: (bis 1.750 g) Versiegelung ab 6-Blattstadium der Rüben

Quinmerac

Quinmerac-haltige Mittel (Goltix Titan, Kezuro) wirken gegen Hundspetersilie, Gefleckten Schierling, Wiesenkerbel oder Wilde Möhre, die sonst nur durch hohe Debut-Mengen eventuell in Kombination mit Clopyralid (Lontrel, Vivendi) erfasst werden.

Quinmerac wirkt über Boden und Blatt. Eine sichere Bodenwirkung erfordert eine kontinuierliche Wirkstoffaufnahme. Diese ist nicht mehr gewährleistet, wenn also die Bodenoberfläche 2 cm tief abgetrocknet und der Kontakt zum Kapillarwasser unterbunden ist.

Vorlage von 80 (- 100) g Quinmerac gegen Hundspetersilie

Die Bodenwirkung von Quinmerac ist im trockenem Boden unsicher: In diesem Fall ist es besser, auf die Vorlage von Quinmerac-haltigen Mitteln zu verzichten und 20 g Debut (Triflusulfuron) zu spritzen, sobald die erste Hundspetersilie aufläuft.

Wenn die Bodenoberfläche so weit abgetrocknet ist, dass der Boden durch das Ankratzen mit der Schuhspitze nicht mehr dunkel wird, ist eine sichere Wirkung der Herbizide über den Boden nicht gewährleistet. Im Zweifel steigen Sie dann auf reine NA -Spritzfolgen um.

Im Nachauflauf Triflusulfuron (Debut).

Das Triflusulfuron wirkt am besten gegen kleine Unkräuter im Keimblattstadium. Weiter entwickelte Unkräuter erfordern deutlich höhere Aufwandmengen. Metamitron vermindert in höheren Mengen (über 350 g) die Wirkung von Triflusulfuron.

Die Zumischung von 0,05 l/ha Venzar (= 25 g/ha Lenacil, entspricht dem Lenacil-Anteil in 1,0 l Betanal Maxxpro), verstärkt die Wirkung des Triflusulfuron gegen Raps, Bingelkraut und Windenknöterich.

Aufwandmengen Triflusulfuron

  • 12 – 15 g/ha Debut*: Kamille, Raps im Keimblatt (+ 0,05 l/ha Venzar)
  • 15 – 20 g/ha Debut*: Raps im Keimblatt, aufgelaufenes Bingelkraut, Hundspetersilie im KB, Vogelknöterich im KB
  • 20 – 25 g/ha Debut*: Raps im 2-LB, kleines Klettenlabkraut, Bingelkraut im Laubblatt
  • 25 – 30 g/ha Debut*: Raps im 4-LB, Klettenlabkraut, Hundspetersilie, Zweizahn, Vogelknöterich

Die Wirkung von Triflusulfuron (*Debut oder anderes Triflusulfuron-Mittel) gegen große Unkräuter kann durch ein Splitting innerhalb von 7 Tagen verbessert werden.

Phenmedipham (PMP) – das Rübenherbizid für den Nachauflauf

Zuckerrüben können das Phenmedipham über Nacht abbauen. Deshalb ist der Wirkstoff in den Zuckerrüben selbst mit hohen Aufwandmengen hochverträglich. Dadurch können die Aufwandmengen an die Entwicklung der Unkräuter angepasst werden, ohne die Rüben zu belasten. Hohe Strahlung verstärkt die Wirkung des PMP. Die Wirkung des PMP wird durch Ethofumesat (EFS) verstärkt. Ebenso unterstützt hohe Strahlung die Wirkung des PMP.

  • 200 g/ha PMP: Melden, Gänsefuß im Keimen
  • 250 g/ha PMP: größere Melde (+ 350 g/ha Metemitron) + 75 g/ha EFS
  • 350 g/ha PMP: (bis 400 g/ha ) → Windenknöterich + 75 g/ha EFS

Dimethenamid (Spectrum)

wird in erster Linie gegen Hirsen und jährige Rispe in der NAK3 bzw. NAV eingesetzt, hat aber auch eine Wirkung gegen dikotyle Unkräuter, vor allem gegen Kamille, Ehrenpreis, Erdrauch, Klatschmohn, Storchschnabel, Hundspetersilie und Vergissmeinnicht.

Das Splitting ist verträglicher und wirksamer als die volle Menge auf einmal zu spritzen. Dimethenamid sollte erst ab dem 6-Blattstadium der Rüben eingesetzt werden. Früher eingesetzt, kann es zu stärkeren Herbizidstress der Rüben kommen, vor allem wenn es an die Wurzel gewaschen wird. Dimethenamid mit maximal 20 g Debut/Kaskad/Shiro bzw. mit höchstens 100 g Ethofumesat zusammen ausbringen.

Link zur kompletten PDF

Neueste Infobeiträge

Test Kostenlose Infos

Test Kostenlose Infos

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis,

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.