Fragen für die Einarbeitung
- Welche Zwischenfruchtarten haben den Winter überlebt und erscheinen noch grün?
- Ist Ausfallgetreide ein Problem?
- Stehen bestockte Ungräser wie AFU auf der Fläche?
- Wie viel Aufwuchs muss eingearbeitet werden, wie lange sind die Zwischenfruchtstängel?
- Welche Sätechnik wird verwendet?
- Wie ist die derzeitige Bodenstruktur ?
- Lässt die Bodenfeuchte eine Bearbeitung überhaupt schon zu?
Vorgehensweise
- Im Gegensatz zu Mais steht für die Einarbeitung der Zwischenfrucht vor Zuckerrüben deutlich weniger Zeit zur Verfügung. Das muss bereits bei der Auswahl der Zwischenfrucht berücksichtigt werden. Gräser sind deshalb vor Zuckerrüben weniger gut geeignet.
- Durch das Niederwalzen der Zwischenfrucht bei Frost frieren die Zwischenfrüchte recht gut ab.
- Darf kein Glyphosat mehr eingesetzt werden (z.B. im Wasserschutzgebiet), kann als Erstes ein zeitiger flacher Arbeitsgang bei Frost nötig sein, vor allem wenn zu weit entwickelter Ölrettich mit Rettichbildung oder stark bestockte Gräser ein Problem darstellen.
- Bestockte Gräser (z.B. AFU) werden besser durch Glyphosat bekämpft als durch einen mechanischen Arbeitsgang.
- Müssen noch grüne Zwischenfrüchte oder Unkräuter ohne Glyphosat beseitigt werden, müssen mindestens zwei Überfahrten mit einem Bodenbearbeitungsgerät eingeplant werden. Am besten eignen sich flach arbeitende, schneidende Arbeitsgeräte mit geringem Strichabstand. Die Vorarbeit mit einer Walze oder Messerwalze erleichtert die Bearbeitung.
- Ziel Nr. 1 muss sein, die Zwischenfrüchte zu entwurzeln und an der Oberfläche austrocknen zu lassen. Dazu muss zuerst sehr flach und nach etwa einer Woche etwas tiefer gearbeitet werden. An den Wurzelballen darf möglichst wenig Erde hängen bleiben. Eine flache Bearbeitung reduziert zudem die Wasserverluste. Die Rückverfestigung spielt bei sehr flacher Bearbeitung eine untergeordnete Rolle. Weniger Rückverfestigung hilft eher in diesem Fall beim Austrocknen der Pflanzenreste. Prüfen Sie den Bekämpfungserfolg auf dem Feld.
- Bevor aber eine Bearbeitung überhaupt erfolgen kann, muss der Feuchtezustand des Bodens überprüft werden. Zu nasse Bearbeitung ist in jedem Fall zu vermeiden. Entstehen durch die feuchte Bearbeitung Kluten, ist das kontraproduktiv für den Bekämpfungserfolg und die anschließende Aussaat. Auch die Struktur auf der Bearbeitungsschicht und darunter muss nach einer Probebahn erneut überprüft werden. Im Zweifel muss auf trockenere Bedingungen gewartet werden.
- Sind auf der Fläche weder grüne Zwischenfrüchte, Ausfallgetreide noch Unkräuter oder Ungräser vorhanden und bildet die Masse der Zwischenfrüchte kein Hindernis für die Aussaattechnik, reicht ein flacher wassersparender Arbeitsgang mit einer Gareegge oder der Kreiselegge auf Sätiefe, um optimalen Anschluss an die Kapillarität für den Zuckerrübensamen zu gewähren. Weniger ist in diesem Fall immer mehr. Voraussetzung ist, dass die Bodenstruktur in Ordnung ist. Auf schweren, tonigen Böden ist eine Reparatur der Struktur im zeitigen Frühjahr kaum mehr möglich.
Beispiele für die Einarbeitung von Zwischenfrüchten zu Zuckerrüben
Die Intensität der Einarbeitung von Zwischenfrüchten zu Zuckerrüben ist von den Standortgegebenheiten sowie Art und Zustand der Zwischenfrucht abhängig.
Im Osten bleibt die Minimalstrategie im Frühjahr mit dem Ziel, Wasser zu sparen und den Feldaufgang zu sichern, Mittel der Wahl. Im Westen ist entscheidend, ob die Bodenstruktur nach der Bearbeitung im Sommer / Herbst durch eine gut etablierte Zwischenfrucht stabilisiert werden konnte. Ist das der Fall, kommt die „Ost“- Strategie in Betracht, andernfalls kann eine krumentiefe Lockerung erforderlich sein. Das lässt sich nur mit dem Spaten beantworten.
In Schutzgebieten ohne Möglichkeit einer Glyphosatbehandlung hält der Pflug (fast unabhängig vom Standort) wieder Einzug. Mehrmalige flache Grubberstriche mit breiten, schneidenden Werkzeugen führten im letzten Jahr nur in Ausnahmefällen zu zufriedenstellenden Ergebnissen.







