Fortsetzung aus Info 05/2023
Im Info zuvor Beschriebenes gilt, wenn die klassische Frühjahrs- und Frühsommertrockenheit der ertragsbegrenzende Faktor ist, sodass die Rübe auf den Wasservorrat aus dem Boden angewiesen ist. Im Sommer (Monate: Juli & August) darf in dieser Kalkulation das Rübenwachstum aber nicht durch übermäßige Hitze und Trockenheit so stark eingeschränkt werden, dass die Rüben über lange Zeiträume schlafen.
Langanhaltend schlafende Rüben waren vermehrt im letzten Jahr zu beobachten. Dann fehlen am Ende des Jahres lange Phasen, in denen „praktisch keine Vegetation“ stattfand, weshalb auch bei einer Spätrodung anhand der Vegetationstage von einer Frührodung ausgegangen und folglich die Saatstärke nach oben korrigiert werden muss.
Dies zeigte ein Versuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in einer sandigen Trockenregion Sachsen-Anhalts sehr deutlich. Hier fand aufgrund von Hitze und Trockenheit kaum Wachstum von Mitte Juni bis Ende August statt.
Lediglich kleine, regelmäßig wiederkehrende Regenmengen um die 10 mm hielten die Rüben am Leben. In dieser Situation fiel bei den niedrigen Saatstärken im Vergleich zu den hohen Saatstärken vor allem der Zuckergehalt und der Zuckerertrag geringer aus, da für den Zuckerertrag am Ende offensichtlich auch die Anzahl der Kambiumringe pro Hektar entscheidend sind. Die Kambiumringe erkennt man, wenn man einer Rübe den Kopf abschneidet. Zwischen diesen Ringen lagert die Zuckerrübe ihren Zucker ein. Je höher die Rübenanzahl, desto mehr Kambiumringe können pro Hektar angelegt werden.
Ist das Risiko von langanhaltend schlafenden Rüben am Standort hoch, ist, wie in folgender Tabelle dargestellt, eine höhere Bestandesdichte von Vorteil.
Die Schwierigkeit besteht nun darin, das Hauptproblem des Standortes richtig einzuschätzen, was die Saatstärkenplanung sehr risikoreich macht. Vor allem, wenn wir die hohen jährlichen Schwankungen berücksichtigen.
Wir werden uns auf jeden Fall auch in diesem Jahr mit dem Thema beschäftigen und weitere Versuche anstellen, um dem Thema auf den Grund zu gehen.
Begrenzt wird die Bestandesdichte der Zuckerrüben allerdings von der Reihenweite von 45 bzw. 50 cm. Bei mehr als 110.000 Rüben je Hektar bzw. über 5,5 Rüben pro Meter Drillreihe graben sich die Rüben gegenseitig das Wasser und/oder die Luft ab.







