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Zuckerrüben – Ab sofort auf Blattläuse und Erdflöhe kontrollieren!

Mai 5, 2023 | Blattläuse, Grünes Info 2023, Insektizide, Zuckerrüben, Zuckerrübenschädlinge

Nach dem Wegfall der Neonicotinoid-Beizen müssen die Zuckerrüben vom Auflaufen an auf Blattlausbefall kontrolliert werden. Ab der kommenden Woche ist verstärkt mit der Schwarzen Bohnenlaus zu rechnen. Wirtschaftlicher Schaden kann durch die Saugtätigkeit sowie durch die Virusübertragung entstehen. Als Virusüberträger ist die Schwarze Bohnenlaus weniger gefährlich als die Grüne Pfirsichblattlaus, die über einen größeren Aktionsradius verfügt, und Viren effektiver übertragen kann. Bei der Schwarzen Bohnenlaus geht es in erster Linie darum, Saugschäden zu vermeiden, die naturgemäß an kleinen Pflanzen stärker sind.

Die Schwarze Bohnenlaus überwintert im Eistadium auf ihrem Winterwirt (Pfaffenhüttchen, Schneeball). Im Gegensatz zur Grünen Pfirsichblattlaus überwintern sie nur im Eistadium. Die Läuse müssen sich erst an Wirtspflanzen (z.B. Wildrüben) mit dem Vergilbungsvirus beladen. Diese können dann an die Nachkommen weitergegeben werden. Warmes, überwiegend trockenes Wetter begünstigt die Nahrungsaufnahme und führt zu einem raschen Anstieg der Population. Ab 10% mit Schwarzer Bohnenlaus befallener Pflanzen lohnt sich eine Insektizidbehandlung.

Indikatorpflanzen für einen Befall mit der Schwarzen Bohnenlaus im Bestand sind Disteln oder Melden. Kontrollieren Sie die Zuckerrüben an mehreren Stellen im Schlag auf Befall mit Blattläusen.

Die Grüne Pfirsichblattlaus sitzt dagegen versteckt in den Herzblättern des Rübenkopfes. Für die Grüne Pfirsichblattlaus, die als Hauptüberträger des Rübenvergilbungsvirus fungiert, werden Schadschwellen wie folgt angegeben:

Bekämpfungsschwelle Grüne Pfirsichblattlaus

  • im 6-Blattstadium: jede 20. Rübenpflanze mit Läusen 
  • im 8-Blattstadium (vor Reihenschluss): jede 10. Rübenpflanze befallen 
  • im 12-Blattstadium (nach Reihenschluss): jede 2. Rübenpflanze befallen
    • oder jede 5. Rübenpflanze mit Kolonien

Müssen nur Blattläuse bekämpft werden, bietet sich für die 1. Spritzung das Pirimicarb (Pirimor G mit Notfallzulassung in Zuckerrüben) an. Das Pirimor wirkt nur über eine kurze Dampfphase und ist nicht systemisch. Die Wirkung hält bestenfalls 2 Tage an. Der Einsatz erfolgt (ohne Partner) mit 300 g/ha. Der Zusatz von 10 l AHL je 100 l Wasser vermindert Dampfverluste. Warme Witterung verstärkt die Wirkung, die Aufwandmenge kann auf 200 g/ha Pirimor verringert werden, Zusatz von 5 bis 10 l/100 l AHL.

Auf Pyrethroide sollten Sie verzichten, wenn keine anderen Schädlinge bekämpft werden müssen, da Pyrethroide versteckt sitzende Läuse nicht erfassen, aber natürliche Gegenspieler der Blattläuse ausschalten. Die Grüne Pfirsichblattlaus reagiert sowieso kaum mehr auf Pyrethroide.

Die Blattlausbekämpfung sollte mit wenigstens 200 l/ha Wasser + 0,2 l/ha Break thru oder 0,12 l/ha Silwet (Spreitmittel) erfolgen, damit die Spritzbrühe bis zum Rübenkopf gelangen kann.

300 g/ha Pirimor +  5 l AHL je 100 l (unter 18 °C)

200 g/ha Pirimor + 10 l AHL je 100 l (über 23 °C)

Bei weiterem Blattlauszuflug und Überschreiten der Schadschwelle kommen in Betracht:

250 g/ha Mospilan (einmalige Anwendung, Notfallzulassung 2023) 

0,25 l/haCarnadine (zweimalige Anwendung, Notfallzulassung 2023) 

140 g/haTeppeki (wirkt nur gegen Blattläuse)

Erdfloh in Zuckerrüben

Im Leipziger Umland gefährden Erdflöhe die auflaufenden Rübenbestände. Bei Fraßspuren auf mehr als 20 % der Keimblätter oder, wenn mehr als 40 % der Rübenpflanzen im 2 bis 4- Blattstadium Fraßspuren aufweisen, ist die Bekämpfungsschwelle erreicht. Zur Bekämpfung des Erdflohs sind nur Pyrethroide (gegen beißende Insekten) zugelassen.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.