Wurzelunkräuter, wie Acker- und Zaunwinde, Ackerkratzdistel, Ackerschachtelhalm, Landwasserknöterich und vor allem Quecken haben infolge des Anbaus von Zwischenfrüchten und der reduzierten Bodenbearbeitung (Verzicht auf den Pflug) stark zugenommen. Wo möglich, sollte die Zeit für einen mehrmaligen, schrittweise tiefer greifenden Grubber-Einsatz genutzt werden, um Queckenrhizome abzuschneiden oder abzureißen und an die Oberflächen zu holen, damit sie dort vertrocknen. Die Erfolgsaussichten bei ausschließlich mechanischer Bekämpfung wird aber durch nachfolgenden Regen eingeschränkt, der die Rhizome wieder austreiben lässt.
Eine effektive Bekämpfung von Wurzelunkräutern ist nur mit chemischen Mittel zu erwarten. Zur Auswahl stehen für die Stoppelbehandlung das Totalherbizid Glyphosat sowie Wuchsstoffe (2,4 D) bzw. wuchsstoffartige (Fluroxypyr) Herbizide, die in der Pflanze basipetal (im Phloem nach unten) in die Wurzel transportiert werden können.
Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf der Stoppel
- Möglichst kurze Getreidestoppel, Stroh abfahren oder kurz häckseln.
- Samenunkräuter sollten nach der Ernte mit flacher Bodenbearbeitung (mehrfaches Striegeln, flach eingestellte Kreiselegge) zum Keimen gebracht werden.
- Ohne Stoppelbearbeitung ist der Anreiz zum Augenaustrieb der Rhizome gering.
- Unkräuter müssen für die Behandlung ausreichend Blattgrün aufweisen, d.h. bei der Spritzung müssen Quecken mindestens 4 besser 5 Blätter haben, Winden sollten 15 bis 20 cm lang sein.
- Gute Benetzung: Spritzung mit Haftmittel bei wüchsigem Wetter nach Regen oder frühmorgens nach intensiver Taubildung bei schwacher Wachsschicht.
- Keine Staubschicht auf den Blättern.
- Je länger die Rhizome der Quecken sind und je stärker die Feinwurzeln der Winden verästelt sind, umso länger muss die Einwirkdauer sein. Deshalb sollten Quecken mit der Scheibenegge zerteilt werden bevor Glyphosat gespritzt wird.
Queckenbekämpfung ohne Glyphosat
Queckenbekämpfung ohne Glyphosat erfordert Geduld. In aller Regel ist es mit einer einmaligen Queckenbekämpfung nicht getan, viel mehr muss sich jede bietende Gelegenheit ergriffen werden, um das Wurzelunkraut auszuhungern. Nach zweimaligem flachen Bearbeitungsgang, um Stroh zu verteilen, Kaffhaufen auseinander zu ziehen und Ausfallsamen zum Keimen zu bringen, erfolgt eine etwa 15 cm tiefe, ganzflächig schneidende Bearbeitung mit einem Flachgrubber mit Gänsefußscharen oder mit dem Scheibenpflug. Damit werden die flach wachsenden Rhizome von den nach unten wachsenden Rhizomen abgeschnitten.
Anschließend müssen die Rhizome mit einem Federzahngrubber mit weitem Strichabstand an die Oberfläche gezogen werden, damit sie dort vertrocknen. Dieser Arbeitsgang muss öfter erfolgen.
Später auflaufende Queckentriebe können im Raps mit Hilfe von FOP-Mitteln (z.B. 2,0 l/ha Fusilade Max oder Targa super) ausgeschaltet werden. Kerb hat keine Queckenwirkung.
Die mechanische Queckenbekämpfung ist vor Sommerungen auch über Winter vor bzw. bei Frost möglich. Die Rhizome erfrieren bei – 7 °C. Allerdings ist diese Vorgehensweise aufgrund von politischen Rahmenbedingungen nicht überall möglich.






