Loading...

Winterraps – Knospen- und Blütenspritzung

Apr. 13, 2023 | Frühjahr, Grünes Info 2023, Insektizide, Raps, Rapskrankheiten, Rapsschädlinge

Nach dem anfänglich starken Zuflug von Stängelschädlingen hielt sich der weitere Zuflug auch von Rapsglanzkäfern in Grenzen. Sollte in den kommenden Tagen noch nennenswerter Zuflug von Rapsglanzkäfern eintreten, ist bei der Mittelwahl zu unterscheiden: Wenn nur der Blütenstand des Haupttriebes nicht mehr von Blättern umhüllt ist, sind 0,2 l/ha Trebon Mittel der Wahl gegen Rapsglanzkäfer und Stängelschädlinge. Die Bekämpfungsschwelle liegt im Knospen-Stadium bei 4 Käfer je Haupttriebblütenstand.

Liegen bereits die Blütenstände der Seitenäste frei, hat das Acetamiprid (im Mospilan) eine längere Dauerwirkung gegen Rapsglanzkäfer und Rüsslerarten. Die länger anhaltende Wirkung des teilsystemischen Acetamiprid kommt für den Knospenschutz nicht zum Tragen, wenn der Wirkstoff auf die Blätter gespritzt wird und auf den Knospen nicht ankommt.

Im Knospenstadium (EC 51 bis 59) können 0,2 l/ha Mospilan gegen Rapsglanzkäfer gespritzt werden. Die Wirkung des Mospilan hält auf den getroffenen Knospen zwischen 8 und 10 Tagen an, auch gegen Kohlschotenrüssler. Nach 8 Tagen reicht auf größeren Schlägen meist eine Randbehandlung mit 0,2 l/ha Mavrik, um Schäden durch Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke zu vermeiden.

Bei massiven Stängelrissen kann die Mospilanspritzung mit 0,75 l/ha Tilmor kombiniert werden, insbesondere wenn auf älteren Blättern Blattphoma und Cylindrosporium zu erkennen sind.

Blütenspritzung gegen Sklerotinia

Mit dem Keimen der Apothezien von Sklerotinia ist zu rechnen, wenn Unkräuter (Klettenlabkraut oder Windenknöterich) in benachbarten Sommerungen auflaufen. Die bisherigen Niederschläge reichen auch in den Trockengebieten aus, um den Keimwasserbedarf der Sklerotien zu decken. Auch dort sind inzwischen mindestens 10 bis 15 mm Regen gefallen und der Boden gut durchfeuchtet (Voraussetzung mind. 5 cm tiefe Durchfeuchtung). Die Apothezien können also auflaufen.

Konnten Apothezien schon keimen, verhindern Tau und einzelne Regenschauer ein Vertrocknen. Vier bis fünf Tage nach dem Auflaufen sind die Apothezien sporulationsfähig.

Sklerotinia-Infektionen erfordern, dass Blütenstaub auf sporulationsfähige Apothezien fällt. Keimen die Pollen auf den Apothezien aus, wird dadurch zusammen mit Tau- bzw. Regentropfen die Sporulation ausgelöst.

Infolge des Frostes der vergangenen Woche werden viele Rapsbestände verzögert blühen. Die Rapsblüten sind zwar geöffnet, schütten aber keinen Pollen aus, solange der Raps nicht nach Raps riecht.

Nach der Vorlage von 100 g/ha Azoxystrobin kann der Mittelaufwand an Fungiziden zur Bekämpfung von Sklerotinia um 20 % reduziert werden.

Blütenspritzungen sollten mit wenigstens 200 l/ha, besser 250 l/ha Spritzbrühe durchgeführt werden.

10 bis 15 % AHL (in der Düngerbedarfsrechnung anrechnen) verzögern das Austrocken des Spritztropfens und verbessern das Eindringen des Wirkstoffes in die Epidermis. Die Zugabe eines Spriters (z.B. 0,2 l/ha Break thru oder Silwet Gold) ermöglicht einen gleichmäßigen Belag auf dem Stängel. Die Spritzung muss am Abend nach dem Bienenflug durchgeführt werden.

Bekämpfung von Blütenschädlingen im Raps

Der Zuflug vom Rapsglanzkäfer hält sich in diesem Jahr in Grenzen. Gravierenden Schaden können in der Blüte noch Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke anrichten.

Kohlschotenrüssler (Ceutorhynchus assimilis) überwintern als Käfer in Hecken und Waldrändern unter der Streuschicht in einer Tiefe von 0,5 bis 5 cm. Nach dem Übergang in den Langtag (Ende März/Anfang April) wird der Käfer ab 12 °C im Boden aktiv. Über 26 °C wird die Aktivität der Schotenrüssler durch eine Art Wärmestarre eingeschränkt.

Mit dem Zuflug und dem Reifefraß der Kohlschotenrüssler ist ab der Osterwoche mit Beginn der Rapsblüte zu rechnen.

Der direkte Fraßschaden durch den grau behaarten Kohlschotenrüssler ist gering. Der Hauptschaden wird angerichtet, wenn Nässe                  durch die Ausbohrlöcher eindringt und zu Sekundärinfektionen bzw. Auswuchs führt. Zudem bewirken die Löcher, dass die Schoten infolge der unterschiedlichen Spannung vor der Ernte aufplatzen und Samen verlieren.

Die Einbohrlöcher des Kohlschotenrüsslers nutzt die Kohlschotenmücke (Dasineura brassicae) zur Eiablage. Die Kohlschotenmücke besitzt keinen Rüssel und kann ihre Eier nur in frisch gebildete Schoten mit schwach ausgebildeter Naht oder durch die Bohrlöcher des Schotenrüsslers ablegen.

Ab 13 °C Bodentemperatur schlüpft die Kohlschotenmücke aus vor- aber auch vorvorjährigen Rapsschlägen. Sie fliegt ab Blühbeginn in den Winterraps. Der Zuflug erreicht meist erst nach dem Abfallen der ersten Blütenblätter den Höhepunkt. Die Mücke ist ein schlechter Flieger mit einem geringen Flugradius von weniger als 25 m. Sie ist ein ortstreuer Schädling, der vorwiegend mit dem Wind weiterverbreitet wird und auf diese Weise wenige hundert Meter Entfernung zurücklegen kann. Deshalb ist der Befall meist auf den Schlagrand konzentriert.

Das Weibchen legt bis zu 60 Eier in kleineren Gruppen in die Schoten ab. Die Larven saugen an der Innenwand der Schoten und Samen. Dadurch beginnen die Schoten zu vergilben, schwellen an und verkümmern. Später reifen sie vorzeitig ab und platzen auf, dadurch fallen die restlichen Samen aus. Ertragsverluste bis zu 30 Prozent sind dadurch möglich.

Die Kohlschotenmücke kann bis zu drei Generationen im Jahr bilden, davon nur eine im Winterraps. Auf diese Weise ist eine hohe Besatzdichte möglich, auch wenn im Raps kaum Befall festzustellen war.

Die Befallsabschätzung ist deshalb schwierig. Gelbschalen sind während der Blüte für die Kohlschotenmücke nicht attraktiv. In gefährdeten Lagen ist meist eine Randbehandlung angebracht, wenn auf benachbarten Schlägen in Vorjahren Befall mit Kohlschotenmücken aufgetreten ist. Auf Schlägen mit früherem Befall durch Kohlschotenmücken ist eine Insektizidspritzung in der Blüte mit dazu zugelassenen Insektiziden nicht zu vermeiden.

Insektizide in der Rapsblüte

Wenn irgendwie möglich, sollte auf den Einsatz von Insektiziden in der Rapsblüte verzichtet werden. Ist dieser nicht zu umgehen, raten wir dringend, die Behandlung erst in den frühen Abendstunden vorzunehmen, wenn keine Bienen mehr fliegen. Dann sind auch die Verluste in der Fahrgasse geringer.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schadinsekten im Raps

  • größeren Abstand (über 1 km) zu vorjährigen Rapsschlägen einhalten.
  • Ausfallraps zügig bekämpfen
  • Wunschgedanken:
    • natürliche Gegenspieler fördern, z.B. durch pfluglose Bestellung
    • vielfältige Saumstruktur schaffen.

Link zur kompletten PDF

Neueste Infobeiträge

Test Kostenlose Infos

Test Kostenlose Infos

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis,

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.