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Wintergerste – Warum schwankten die Erträge so stark?

Aug. 6, 2023 | Anbautelegramme, Ernterückblick, Grünes Info 2023, Wintergerste

Die Wintergerstenerträge schwanken in diesem Jahr zwischen 30 und über 130 dt/ha. 130 dt/ha bedeutet: Die Wintergerste fand in der abgelaufenen Vegetation nahezu ideale Voraussetzungen:

  • Die Niederschläge Ende August und im September fielen verbreitet als „Landregen“ und füllten die ausgetrockneten Böden z.T. wieder auf. Bis zur Gerstenbestellung trockneten sie so weit ab, dass eine nahezu optimale tiefe Bodenbearbeitung und eine ideale Bestellung möglich waren, wenn man sich mit der Bearbeitung Zeit ließ. In einigen Fällen erfolgte die tiefe Bearbeitung zu früh im noch zu feuchten Boden.
  • Die Gerste lief danach fast überall zügig und gleichmäßig auf. Ab der 2. Oktober-Dekade bis zur 3. November-Dekade war es überwiegend trocken.
  • Die Temperaturen fielen im September stark ab, um sich im Oktober bis Mitte November auf einer Bandbreite zwischen 8 und 15 °C zu etablieren. Ab Mitte November kam die Vegetation in fast ganz Deutschland zum Stillstand. Teilweise herrschte Dauerfrost, bis sich das Weihnachtstauwetter durchsetzte. Frostschäden traten infolge der Schneelage nicht ein.
  • Die milden Temperaturen hielten bis Mitte Januar an. Danach herrschte außer im Rheinland Vegetationsruhe bis Mitte Februar. Bis in den April hinein traten immer wieder Nachtfröste auf. Tagsüber stiegen die Temperaturen nur langsam auf Werte um 8 bis 16 °C mit geringen Unterschieden zwischen den Anbaugebieten.
  • Insgesamt fielen von Dezember bis Februar nördlich der A4 mehr Niederschläge als normal, im Süden und vor allem im Südwesten deutlich weniger. Mit Ausnahme des Nordwestens konnten die Böden auch im Norden die Niederschläge gut aufnehmen, so dass die Drainagen kaum liefen. Im Nordosten und in den Bördenlagen Mitteldeutschlands im Großraum zwischen A2 und A4, B4 und Elbe reichten die Niederschläge aber nicht aus, um die guten Böden unterhalb von 60 cm aufzufüllen. Im März und April fiel dann mehr Regen als normal, trotzdem waren die Böden nie wassergesättigt.
  • Die Trockenheit im Mai wirkte sich auf Böden mit mehr als 150 mm nFK kaum nachteilig aus. Ab Ende Mai begannen Gerstenbestände auf den schwachen Böden zu zeichnen und reiften innerhalb weniger Tage ab.
  • Die erst Ende Juni einsetzende Hitze wirkte sich auf die Gerste nicht mehr ertragsmindernd aus.

Wie wirkte sich das Wetter auf die Ertragsbildung der Wintergerste aus?

Die Gerste profitierte im Herbst durch die verhaltenen Temperaturen, konnte gute Wurzeln bilden und bestocken, d.h. stabile Nebentriebe 1. Ordnung bilden. Die Gerste wurde dank der über lange Zeit herrschenden Temperaturen zwischen 0 und 10 °C so gut vernalisiert, dass sie zügig in die generative Phase hineinwachsen konnte. Die Haupttriebe der Mehrzahl der Gerstenbestände erreichten Anfang Januar, die kräftigen Seitentriebe bis Mitte Februar das Doppelringstadium.

Der kühle März ermöglichte der Wintergerste eine lange Ährchendifferenzierung auch in den Nebentrieben, dadurch waren die Voraussetzungen für eine hohe Kornzahl je Ähre gegeben. Der Übergang in das Schossen setzte verhalten ein, so dass die Gerste auch ausreichend hohe, eher zu hohe Bestandesdichten erreichte.

In den Hauttrieben wurden 28 Spindelstufen, in den älteren Seitentrieben 24 Spindelstufen gezählt, 4 mehr als in den Vorjahren. Bei 3 Körnern je Spindelstufe ergeben sich im Schnitt 74 Kornanlage (Karyopsen) pro Ähre. Bei 600 Ähren je m² sind das 44.400 Karyopsen je m².

Spätfröste im Mai, die Schartigkeit in der Ähre verursachen und die Korndichte dezimieren können, blieben aus. Die Gerste kam also mit einem Übermaß an Kornanlagen in die Maitrockenheit.

Wenn man von einem mittleren TKG von nur 45 g ausgeht, stand in diesem Beispiel ein Ertragspotential von 175 dt/ha im Feld.

Warum wurde dieses Ertragspotential nicht erreicht?

Einen Hinweis gibt die Ertragsstruktur. Zum Verständnis:

Der Ertrag der Wintergerste setzt sich zusammen aus der Ährenzahl (Anzahl der Pflanzen je m² x Ähren je Pflanze), der Kornzahl je Ähre und dem TKG. Allerdings gibt es gegenüber dem Weizen einen gravierenden Unterschied: Der Weizen bildet 20 bis 24 Spindelstufen, auf denen jeweils 1 Ährchen mit mehreren Blüten sitzt, also maximal 24 Ährchen mit wenigstens 2 Körnern in den äußeren Blüten und zusätzlichen Körnern, wenn die mittleren Blüten bekörnt werden. Das TKG der Außenkörner ist immer deutlich höher als das TKG der Innenkörner. Damit kann der Weizen über die Kornzahl je Ähre und vor allem auch über die Bekörnung der Ährchen geringe Ährenzahlen auch nach dem Schossen kompensieren.

Die Wintergerste bildet zwischen 24 und 32 Spindelstufen. Bei mehrzeiligen Sorten sitzen auf jeder Spindelstufe immer 3 fertile Blüten, die jeweils direkt mit dem Leitbahnsystem verbunden sind. Die Blüten bilden immer ein Korn, also 3 Körner je Spindelstufe.

Bei den zweizeiligen Gersten bleiben die äußeren Blüten einer Spindelstufe steril. Da diese links und rechts von der Spindel abstehen, ist die Ähre zweizeilig.

Im Gegensatz zum Weizen kann die Gerste zu geringe Ährenzahlen nach dem Schossen nicht mehr kompensieren.

Das TKG nimmt in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Befruchtung von der Basis ausgehend zur Spitze hin ab. Für das TKG entscheidend ist die Zahl der Speicherzellen und wie gut diese Speicherzellen vollgepackt werden. Ab der Befruchtung wird der Keimling gebildet. Daran schließt sich die Ausdifferenzierung des Endosperms (der Speicherzellen) und die Kornfüllung an. Je mehr Speicherzellen gebildet werden, umso höher ist das Speichervermögen des Korns. Die Kornfüllung hängt von den zur Verfügung stehenden Assimilaten und der Intensität der Einlagerung ab.

Die ältesten Körner haben mehr Zeit für die Endospermbildung und für die Einlagerung von Assimilaten, sie bilden deshalb größere und schwerere Körner. Die nächstälteren Körner (10 %) bilden weniger Speicherzellen und deshalb ein schmaleres Korn und lagern auch weniger Assimilate ein.

Die späten Karyopsen können noch einen Keimling bilden, differenzieren aber keine oder nur wenige Speicherzellen aus. Die letzten Karyopsen werden vielleicht noch befruchtet, bilden aber kein Endosperm mehr aus. In der Regel stirbt der Keimling ab.

In Derenburg wurden im Gerstenversuch noch 108 dt/ha mit 600 Ähren je m² und einem TKG von 50 (!) g geerntet, bei einer Korndichte von 21.600 Körner je m² und 36 Körner je Ähre.

In Friedrichsthal (Ostholstein) ermöglichte die hohe nutzbare Feldkapazität bzw. der Wasservorrat im Boden, die Körner im oberen Mittelbereich der Gerstenähren besser auszubilden. Dadurch konnte dort ein Ertragsniveau von 135 dt/ha erreicht werden. Auf der Tonkuppe fiel der Ertrag aufgrund der geringeren Ährenzahl und der ab der Ährenmitte nicht voll ausgebildeten Körner auf 90 dt/ha ab.

Der hauptsächliche Unterschied bestand in der besseren Ausbildung der Körner im oberen Mittelbereich der Ähren in Friedrichsthal, die zu einer höheren Anzahl geernteter Körner führte.

Bei vergleichbarer Bestandesdichte und optisch nahezu gleich aussehenden Ähren können doch durch die unterschiedliche Kornausbildung in den einzelnen Ährenabschnitten gravierende Ertragsunterschiede eintreten.

Im Fläming stand die Wintergerste mit 400 Ähren je m². Diese konnten nur die basalen Körner voll ausbilden. Die Körner im unteren Mittelbereich blieben kleiner. Dadurch konnten 56 dt/ha bei einem deutlich geringeren TKG geerntet werden.

Trotz knapper Wasserversorgung waren auf den besseren Standorten hohe Erträge der Wintergerste möglich, da die Hitze erst sehr spät kam. Allerdings lag der Anteil der Marktware vielfach unter der Norm.

Ertragsmindernd wirkten sich aus:

  • zu frühe tiefe Bodenbearbeitung nach den Niederschlägen Anfang September,
  • ungenügende Rückverfestigung nach tiefer Bearbeitung,
  • zeitweise wassergesättigte Böden im (Nord-) Westen, Mittelgebirgslagen und Teilen Baden- Württembergs, die zum Abbau von Feinwurzeln führten,
  • ausbleibende Niederschläge im Osten, die vor allem auf sandigen Böden die Bestände vorzeitig abreifen ließen,
  • zu üppige Bestände mit vielen Kornanlagen bei knapper Wasserversorgung. Oft wurde die Frühjahrsdüngung aus Angst vor Trockenheit zu hoch angesetzt bzw. die Anschlussdüngung zu früh, d.h. vor dem Schossen gegeben.
  • Der Befall mit Rhynchosporium wirkte sich in anfälligen Sorten ertragsmindernd aus, wenn nicht rechtzeitig gespritzt wurde. Insgesamt war die Krankheitsbelastung in der Wintergerste gering mit Ausnahme von Mehltau und Rhynchosporium in anfälligen Sorten. Der Zwergrost kam ab Mitte Juni zu spät, um noch gravierenden Schaden anzurichten. Ähnliches war auch bei Ramularia, inbesondere im Norden, zu beobachten.

Wintergerste – Schwerpunkte Produktionstechnik

  1. Wintergerste reagiert empfindlich auf Verdichtungen im Krumenbereich
  2. Wintergerstenpflanzen mit 3 bis 4 Ähren können sich auf Witterungsschwankungen am besten einstellen. Triebe mit wenigstens 3 – 4 Blättern vor Winter können ertragsstabile Ähren bilden.
  3. Dazu muss die Wintergerste zwischen 45 und 55 Tage im Herbst nach dem Feldaufgang wachsen können. Durch ein späteres Vegetationsende verschiebt sich auch der Saattermin.
  4. Je höher die Konkurrenz zwischen den Wurzeln, je geringer der Abstand zwischen den Einzelpflanzen, umso schwächer ist der Haupttrieb und umso labiler sind die Seitentriebe. Saatstärke dem Standort und Saattermin anpassen
  5. Bei zu weitem Pflanzenabstand (über 5 cm) werden Nebentriebe 2. Ordnung gebildet, die kein eigenes Kronenwurzelsystem bilden und somit „Mitesser“ für die Nebentriebe 1. Ordnung darstellen.
  6. Die Wintergerste darf ab dem 4-Blattstadium nicht unter Nährstoffmangel leiden. Das gilt nicht nur für Stickstoff, sondern für alle Nährstoffe.
  7. Zweizeilige Sorten eignen sich vor allem für Standorte mit unsicherer Kornausbildung.

Welche Sorten schnitten 2023 überdurchschnittlich gut ab?

  • Esprit ist nach wie vor der Maßstab, nicht zuletzt wegen der geringeren Ramularia-Anfälligkeit. Sie schnitt aufgrund der späteren Entwicklung auf Standorten mit Trockenstress schlechter ab.
  • Vor allem auf den Trockenstandorten konnte Julia aufgrund des frühen Ährenschiebens punkten, wenn der Bestand nicht zu dicht war. Insgesamt erwies sich Julia als recht ertragsstabil. Resistent gegen GMV Typ 1 + 2.
  • Avantasia schnitt im Westen ähnlich gut wie Julia ab. Resistenz gegen GMV Typ 1 + 2
  • Teuto lag auf den trockeneren Standorten im Osten im Vorderfeld.
  • Resistent gegen das durch Blattläuse übertragene Gelbverzwergungsvirus der Gerste sind KWS Exquis, Sensation und SU Virtuosa. KWS Exquis und SU Virtuosa erreichen knapp mittlere Erträge.
  • Im zweizeiligen Sortiment: Goldmarie, Almut, SU Laubella

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.