Der Primärbefall mit Ramularia erfolgte bereits im Herbst. Der Pilz wächst aus dem Saatgut oder ausgehend von Ernterückständen (Gerste nach Gerste) zunächst als Myzel symptomlos im Leitbahnsystem einzelner Pflanzen. Sobald nach einer kalten Regenphase die Temperaturen über 20 °C steigen, produziert der Pilz Phototoxine (Rubelline). Angeregt durch nachfolgend hohe Strahlung bricht der Pilz aus dem Leitbahnsystem aus und bildet dunkelbraune, gelbumrandete Blattflecken. In diesen erscheinen weiße Konidienträger, die wie ein Schwanenhals gekrümmt sind, daher der Name R. collo-cygni. Durch die Konidien werden die umgebenden Blätter und Pflanzen infiziert.
Phototoxine führen unter Lichteinwirkung zur Zerstörung von Zellen. Die Pflanze versucht sich durch verstärkte Ethylen-Produktion dagegen zu wehren, mit der Folge, dass das Blattgewebe innerhalb kürzester Zeit zerstört wird.
Die Ramularia-Bekämpfung muss erfolgen, wenn das vorletzte Blatt der Wintergerste (F-1) geschoben wurde, bevor sich das massenhaft gebildete Sporenmaterial darauf festsetzen kann (meist zu Beginn der 3. Aprildekade). Eine. . .
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