Die Mehrzahl der aktuell zugelassenen Wintergerstensorten ist resistent gegen das Gersten-Mosaik-Virus (Typ 1). Das Auftreten des Typ 2 beschränkte sich bislang vor allem auf Standorte in Westfalen und Niedersachsen.
Nachdem Gerstenbestände wieder durchgrünen, sind verbreitet gelbe Bereiche auf dem Acker zu erkennen (s. Übersicht S. 41 – 42). Zeichnen die Gerstenpflanzen mosaikvirus-resistenter Wintergerstensorten in Teilbereichen, meist streifig in Bearbeitungsrichtung vom Vorgewände ausgehend, muss auch der Befall mit Gelbmosaikvirus Typ 2 in Betracht gezogen werden.
Deutliche Hinweise auf das Mosaikvirus sind aufgehellte Strichelchen in den Blattadern vergilbter Wintergerstenpflanzen. Diese beginnen meist im oberen Drittel des Blattes. Später gehen die Strichelchen in Nekrosen über, die auf das gesamte Blatt übergreifen. Die betroffenen Pflanzen bleiben im Wachstum zurück und bilden schlechte Wurzeln aus. Teils sind diese bereits verbräunt.
Auf unter Nässe leidenden Standorten treten die Symptome verstärkt auf.
Bei milder, trockener Witterung kann die Gerste das Virus „abschütteln“, wenn die Wurzelneubildung zügig in Gang kommt. Nass-kaltes Wetter macht dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung.
Das Gelbmosaikvirus wird über den bodenbürtigen Pilz (Polymyxa graminis) übertragen. Die Fernausbreitung erfolgt durch Wind und Staub mit den anhaftenden Pilzsporen. Im Schlag wird der Pilz und damit das Virus über die Bodenbearbeitung verbreitet. Dadurch kann binnen weniger Jahre die gesamte Fläche befallen sein. Befallsintensive Jahre kennzeichnen sich durch eine langanhaltende kühle Witterung mit hoher Wassersättigung der Böden im Frühjahr aus.
Eine direkte Bekämpfung des Mosaikvirus ist nicht möglich. Es gibt aber Sorten, die gegen beide Virusstämme (Typ 1 + 2) resistent sind. Dazu zählen die mehrzeiligen Sorten Avantasia, Julia, KWS Keeper, KWS Memphis, SU Ellen, SU Hetti, SU Midnight, Picasso und die zweizeilige Valerie.
Bei nachgewiesenem Befall sollten Sie diese Sorten bevorzugen.
Wie kann man der Gerste kurzfristig helfen?
Um die Regeneration der Gerste zu beschleunigen, sollten bei großflächigem Befall 1. + 2. N-Gabe zusammengefasst werden. Zusätzlich bietet sich eine Blattdüngung mit P + Zn-Chelat an, um die um die Regeneration der Wurzeln zu unterstützen. Z.B. Fertigo Mais Zn, Rosasol 10/50/10 oder siehe Tab. 30.
Auf den Einsatz von Wachstumsreglern muss verzichtet werden, bis die Gerste voll durchgegrünt ist, da das Virus auch die Gibberellin-Synthese hemmt.
Auf eine frühe Spritzung mit Wuchsstoffen (EC 27/27) reagierte die mit Mosaikvirus befallene Gerste dagegen positiv. Um die Regeneration zu unterstützen, müssen vorhandene Blatt- und Halmbasiskrankheiten früh bekämpft werden.
- Maßnahmen zur Verringerung von Ertragsausfällen durch das BaYMV-2 der Wintergerste
- Termin: Temperaturen in der Nacht über 5 °C, am Tag über 12 °C.
- N1 + N2 zusammenfassen = 80 – 100 kg/ha N, davon wenigstens 20 bis 35 kg/ha NO3-N
Fungizidmaßnahmen haben keine Wirkung gegen das Virus. Die Bekämpfung von Krankheiten wie Mehltau, Netzflecken oder Schneeschimmel fördert aber die Fitness.

Wird die Entwicklung der befallenen Pflanzen bis zur Schossphase nicht unterstützt, leidet die Ährenausbildung. Die Pflanzen reifen ungleichmäßig und verspätet ab bzw. Ähren können ganz absterben.






