Die aktuellen Bodentemperaturen liegen zwischen 6 und 9 °C, im Rhein-Main-Gebiet noch um 11 °C und damit gegenüber dem Vorjahr um 2 °C niedriger. Unterhalb von 20 cm sind die Böden noch um 5 °C wärmer. Nordwestlich der Linie Trier – Wismar sind die Böden mit Ausnahme der Ostküste Schleswig-Holsteins und der Küste Mecklenburgs zum Großteil wassergesättigt. Auch südöstlich der Linie Ulm – Passau haben die Böden überwiegend genug Wasser. Im Bereich dazwischen ist es vom Rhein bis zur Oder bis auf Staulagen der Mittelgebirge immer noch zu trocken. Das könnte sich mit den angekündigten Niederschlägen ändern.
Deshalb ist auch mit einem stärkeren Anstieg der Bodentemperaturen nicht mehr zu rechnen, vielmehr steuern die Bodentemperaturen auf ein frühes Vegetationsende zu. Wird jetzt noch Getreide gesät, wird es voraussichtlich im 1-3-Blattstadium überwintern müssen.
Damit ist das Doppelringstadium des Weizens in diesen Beständen selbst im Rheinland nicht vor Mitte März zu erwarten und auf späten Standorten erst ab dem 25. März.
- Ist das bereits gesäte Getreide auf tonigen, klutigen Böden noch nicht aufgelaufen, kann noch gewalzt werden, um den Feldaufgang und die Herbizidwirkung zu sichern. Bereits aufgelaufenes Getreide erst ab dem 3-Blattstadium walzen.
- Wurden bereits Bodenherbizide gespritzt, kann auch nach der Anwendung von FFA, Pendimethalin, Prosulfocarb oder CTU gewalzt werden, nicht aber, wenn die Filmbildner DFF, Aclonifen oder Picolinafen gespritzt wurden, die auf der Bodenoberfläche einen Film bilden. Bei diesen Wirkstoffen bzw. bei Kombinationen ist das Walzen nur vor der Herbizidspritzung möglich.
Was ist bei der Weizenspätsaat zu beachten
- Maisstroh und lange Stoppeln unbedingt mulchen, Wurzelballen erst mit der Scheibenegge zerkleinern, bevor das Stroh mit Grubber oder Pflug eingearbeitet wird. Auch in diesem Fall rückverfestigen! Körnermaisstroh erst mit dem Grubber auf halbe Tiefe einmischen, bevor auf volle Tiefe gegrubbert bzw. gepflügt wird.
- Den durch die Rübenernte gelockerten Boden wieder rückverfestigen, um das Einschlämmen von Feinerde aus dem Bearbeitungshorizont und eine Sohlenverdichtung zu unterbinden. Das Saatbett nicht zu fein herrichten, um die Verschlämmung des Bodens zu vermeiden. Möglichst flach säen.
- Für die Spätsaat kommen spät schossende Weizensorten in Betracht, die mehr Zeit zum Bestocken und für die Ährenanlage im Frühjahr haben. Einzelähren-Typen (z.B.: Opal, Informer, RGT Depot, SU Willem) bzw. Kompensationstypen mit hohem EÄE (z.B. Kamerad, KWS Donovan, Moschus, Ponticus, Spectral, SU Jonte) haben den Vorteil, dass sie eine geringere Bestandesdichte über die Kornzahl je Ähre und das TKG kompensieren können.
- Großkörnige Sorten haben mehr Reserven im Saatkorn und entwickeln sich meist zügiger.
- Um die Anfangsentwicklung der Winterweizenbestände zu sichern, sollte darauf geachtet werden, dass auf Standorten mit Mangel an Mangan und Kupfer und Saatgut unbekannter Herkunft mit Mn + Cu (Frosthärte) gebeizt wird (wenn möglich, keine fungizide Beize).
- Läuft der Weizen vor Vegetationsschluss noch auf und überwintert im 1- (bis 2-) Blattstadium, ist eine Aussaat im Spätherbst noch möglich. Zu beachten ist aber, dass der Weizen im Herbst nicht mehr bestocken kann und die Saatstärke vor allem bei spätem Vegetationsbeginn im Frühjahr erhöht werden muss.
- Der durchschnittliche Abstand zwischen den Körnern sollte nicht enger als 2 (- 3) cm betragen. Daraus resultiert eine maximale Aussaatstärke von 333 Körner/m² (6,6 m Drillreihen pro m² bei 15 cm Reihenabstand) bzw. 400 Körner/m² (8 m Drillreihen pro m² bei 12,5 cm Reihenabstand). In diesem Fall ist es auf Standorten mit spätem Vegetationsbeginn sinnvoll, um die Bestandesdichte abzusichern, vor der Saat ca. 100 bis 150 Körner je m² bzw. 50 mit 75 kg/ha Saatgut mit dem Düngerstreuer auszubringen und mit der Aussaat einzuarbeiten.
- Herbizidmaßnahmen im Herbst stören die Entwicklung und sollten bei Spätsaaten ins Frühjahr geschoben werden. Damit ist auch ein uneingeschränkter Nachbau im Falle eines Umbruchs möglich. Auf Standorten mit massivem Gräserdruck nur 240 g/ha FFA unmittelbar nach der Saat spritzen.
Kann der Haupttrieb des Weizens bis Anfang April nicht wenigstens 6 Blätter bilden, ist es zu spät für die Weizenaussaat. Dann ist der Anbau von Wechselweizen oder von Sommerungen ins Auge zu fassen.

Weizen nach (Körner-) Mais
Ein Spezialfall ist der Weizen nach Körnermais. Um das Fusarien-Risiko zu verringern, sollten Sorten angebaut werden, die wenig anfällig für Ährenfusarien sind. Zum Beispiel Akteur (E), Moschus (E), Findus (A), LG Imposanto (A), Opal (E), Toras (A).
Weniger fusarienanfällig sind auch KWS Emerick (E), Asory (A), SU Selke (B) und Elixer (C).
Beizung Spätsaatweizen
- Ist das Saatgut nicht mit Krankheiten belastet, kann ab Ende Oktober nach Zuckerrüben auf Standorten mit geringem Schneeschimmel-Befall auf eine Beizung verzichtet werden.
- Beizung je 100 kg Saatgut gegen M. nivale + Fusarien (nach Körnermais dringend angeraten):
- 200 ml Celest (5 g Fludioxonil) je 100 kg Saatgut,
- 160 ml Toledo (6 g Fluoxastrobin + 6 g Prothioconazol)
Höhere Anteile an Tebuconazol in der Beize können zur Auflaufverzögerung führen.
Wer selbst beizen kann, sollte auf Standorten mit höherem Auswinterungsrisiko und/oder knapper P-Versorgung das Saatgut mit 100 ml Wuxal P (5 + 20 + 5) je 100 kg beizen. Das gilt auch für Standorte mit hohen pH-Werten (P- Festlegung).
Zudem bietet sich gerade für die Spätsaat die Beizung mit Spurenelementen an:
20 ml Cu-Chelat + 50 ml Mn-Chelat
Die Chelate und das Wuxal P können mit den Standard-Beizen + Wasser (auf 500 ml auffüllen) zusammen ausgebracht werden. Wenn das Saatgut unzureichend versorgt ist, startet die mit Phosphor und Spurenelementen gebeizte Saat im Frühjahr schneller und beginnt früher zu bestocken.








