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Weizen – Fahnenblattbehandlung 2023

Mai 5, 2023 | Frühjahr, Fungizide, Grünes Info 2023, Qualität und Ertrag absichern, Winterweizen

Über die Jahre gesehen ist die Fahnenblattspritzung die ertragswirksamste Fungizidmaßnahme im Weizen. Mit dieser Maßnahme wird nicht nur die Assimilationsleistung der oberen beiden Blätter abgesichert, sondern auch verhindert, dass sich die Ähre beim Durchschieben durch die Ligula mit dem dort akkumulierten Erregermaterial „ansteckt“. Auf diese Weise erfolgt ein Großteil der Ähreninfektionen.

Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, dass die Spritzung erfolgt, wenn das Fahnenblatt in EC 39/49 voll geschoben ist, um ausreichend Wirkstoff im Bereich der Ligula anzulagern.

Die Hauptlast der Wirkung tragen Azole, die auf den getroffenen Blättern aber nur akropetal, in Richtung Blattspitzen, transportiert werden.

Etwas anders verhalten sich die Carboxamide, die auf der Blattoberfläche auch nach unten diffundieren können, bevor sie ins Blatt eindringen und dann im Xylem akropetal verteilt werden.

Das gilt auch für die Ährenbehandlung: Erfolgt diese, bevor die Ähren voll geschoben sind, wird der untere Ährenbereich nicht benetzt.

Deshalb ist eine Fungizidspritzung in EC 51 nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wirkung der Azole

Aktuell stehen uns im Getreide als Azole nur noch die Wirkstoffe Tebuconazol, Metconazol, Bromoconazol mit guter Wirkung gegen Roste sowie das Prothioconazol und das Mefentrifluconazol zur Verfügung.

Die breiteste Wirkung hat das Prothioconazol, mit dem S. tritici, S. nodorum, DTR, Netzflecken, Rhynchosporium, Fusarien und bei frühzeitiger Anwendung von 150 bis 200 g/ha Prothioconazol auch Halmbasiskrankheiten bekämpft werden. Die Wirkung des Prothioconazol gegen Ramularia hat in den vergangenen Jahren etwas nachgelassen. Allerdings scheint der Wirkungsabfall aktuell gestoppt zu sein.

Gegen Mehltau und akuten Rostbefall ist die Wirkung des Prothioconazol zu schwach. Gegen Mehltau muss Spiroxamine, gegen Rost Tebuconazol, Metconazol oder auch Bromoconazol zugemischt werden.

Ramularia wird am besten mit Mefentrifluconazol + Prothioconazol in Kombination mit Folpan bekämpft. Die Spritzung muss aber unmittelbar nach der Infektion erfolgen, bevor Symptome auf den ertragsrelevanten Blättern (F bis F-3) zu erkennen sind. Carboxamide und Strobilurine wirken kaum mehr gegen Ramularia, der Greening-Effekt verzögert aber den Chorophyll-abbau infolge des durch den Ramularia-Befall induzierten Ethylen- Anstieges.

Gegen S. tritici ist die Wirkung des Mefentrifluconazol (Revysol) stärker einzuschätzen als das Prothioconazol, auch gegen Ramularia. Gegen Roste wirkt Revysol etwas besser als Prothioconazol. Gegen Netzflecken und Rhynchosporium ist dagegen die Wirkung des Revysol als schwächer einzuschätzen. Revysol hat keine Wirkung gegen Fusarien-Arten.

Das Fenpicoxamid (Picolinamid, kein Azol, im Univoq) hat gegen Rhynchosporium, Schneeschimmel und gegen Septoria tritici eine gute (Stopp-) und vor allem Dauerwirkung, ist aber erst ab EC 41 zugelassen.

Roste (Gelbrost, Braunrost, Zwergrost (in Gerste) oder auch Schwarzrost (im Roggen) – werden mit Metconazol, Tebuconazol bzw. auch mit Bromoconazol gut erfasst. Das trifft auch für das Benzovindiflupyr (Solatenol) im Elatus Era zu.

Fusarien können nur mit Prothioconazol, Tebuconazol und Metconazol bekämpft werden.

Mischung von Fungiziden

Bei der Mischung von Wirkstoffen mit gleicher Wirkungsweise (z.B. Azol + Azol, Caboxamid + Carboxamid, Strobilurin + Strobilurin) addiert sich die Wirkung der Partner.

Beispiel: Um S. tritici zu unterbinden, sind 125 g/ha Prothioconazol (innerhalb von 1 Woche nach der Infektion) oder 200 g/ha Tebuconazol (innerhalb von 4 Tagen n.d.I.) notwendig. Wenn Prothioconazol gegen Roste durch 100 g/ha Tebuconazol (= 40 % der gegen S. tritici notwendigen Menge) ergänzt werden soll, kann das Prothioconazol um 40 % (= 50 g) reduziert werden. In diesem Fall ist von 75 g/ha Prothioconazol + 100 g/ha Tebuconazol die gleiche Wirkung gegen S. tritici zu erwarten wie von 125 g/ha Prothioconazol.

Azole werden im Xylem apikal, d.h. zur Spitze hin, transportiert. Der Transport erfolgt umso schneller, je wasserlöslicher der Wirkstoff ist. Aus diesem Grund wirken Tebuconazol oder Metconazol schneller als Prothioconazol bzw. Revysol oder Fenpicoxamid. Dafür ist die Wirkungsdauer von Tebuconazol oder Metconazol kürzer, vor allem im unteren Blattbereich aus denen die Wirkstoffe in Richtung Blattspitzen verlagert werden.

Die Protektivwirkung von Prothioconazol und Revysol hängt von der Aufwandmenge ab. Mit den angegebenen Mengen ist auf den getroffenen Blättern ein Schutz von 10 bis 12 Tagen gewährleistet.

Bei massivem Befallsdruck mit S. tritici, DTR, Rosten und Fusarien bietet sich die Kombination von 100 g Prothioconazol

+ 50 g Mefentrifluconazol

+ 75 g Tebuconazol

an. Damit wird eine Kurativleistung von wenigstens 6 Tagen und eine Protektivwirkung von mindestens 12 Tagen, also ein Befallszeitraum von 18 Tagen abgedeckt.

Wirkung von Mehltaumitteln

Mit dem Anstieg der Temperaturen ist aufgrund der Bodennässe in anfälligen Sorten mit massivem Mehltaubefall zu rechnen. Mit einer epidemischen Ausbreitung des Mehltaus ist ab Mitte der 2. Maiwoche zu rechnen. Gegen Mehltau wirken die derzeit noch zugelassenen Azole nur schwach. Eine Ergänzung durch Spiroxamine (150 bis 180 g/ha Stoppwirkung) ist notwendig, um einen vorhandenen Mehltaubefall zu stoppen.

Vorbeugend gegen Mehltau wirken:

  • 40 g/ha Proquinazid (0,2 l/ha Talius)
  • 10 g/ha Cyflufenamid (0,2 l/ha Vegas bzw. 15 g/ha (0,3 l/ha) bei angehendem Befall)
  • 75 g/ha Metrafenone (0,25 l/ha Flexity, 120 g/ha bei angehendem Befall mit ersten Pusteln)
  • 75 g/ha Pyriofenone (0,4 l/ha Property)
  • 350 g/ha Cyprodinil in weniger Mehltau anfälligen Sorten
  • 75 g/ha Fenpicoxamid in weniger anfälligen Sorten
  • Ist Mehltau bereits ausgebrochen, ist die Zumischung von 180 g/ha Spiroxamine bzw. 150 g/ha Fenpropidin (Leander) angebracht.

Wirkung der Carboxamide

Für die Kombination von Carboxamiden gilt das Gleiche wie für Azole: Bei gleiche Wirkungsweise addiert sich die Wirkung der verschiedenen Carboxamide:

Für die Präventivwirkung von 20 Tagen gegen Septoria tritici und Roste sind 60 g/ha Solatenol (bzw. Benzovindiflupyr) notwendig oder 75 g/ha Bixafen bzw. 100 g/ha Fluxapyroxad. Mit den maximal zugelassenen Aufwandmengen wird eine um 4 bis 8 Tage längere Dauerwirkung erreicht.

Die Stoppwirkung der Carboxamide reicht ohne Azolpartner (Prothioconazol, Revysol) nicht aus, um einen angegangenen Befall aufzuhalten.

Vorteil der Carboxamide: Aufgrund der Depotbildung in der Blattachsel nimmt auch das nachfolgende Blatt den Wirkstoff auf und ist damit geschützt.

Werden Azole und Carboxamide gemischt, können die Aufwandmengen aufgrund der unterschiedlichen Wirkungsweise nicht voll addiert werden. Die Mindestmenge (besser Mindestkonzentration) der jeweiligen Wirkstoffe sollte eingehalten werden (z.B. 125 g Prothioconazol + 60 g/ha Solatenol) gegen Septoria tritici.

Die Wirkung der Carboxamide gegen Mehltau, DTR, Netzflecken oder Rhynchosporium ist schwach. Fusarien werden durch Carboxamide nicht erfasst.

Wirkung der Strobilurine

Strobilurine, die auf die Außenseite der um den Stängel eingerollten Blätter gespritzt werden, „durchsuppen“ das Gewebe, um auf der Blattinnenseite wieder aus- und in das nächste Blatt einzudringen (translaminarer Transport).

Im Blatt werden Strobilurine im Xylem akropetal in Richtung Blattspitze verteilt. Aufgrund der Aufnahme und Verteilung besitzen die Strobilurine eine sehr lange protektive Wirkung. Mit vollen Aufwandmengen kann diese 28 bis 35 Tage anhalten. Mit 60 % der Aufwandmengen werden 20 bis 24 Tage abgedeckt. Die Kurativleistung der Strobilurine ist schwach.

Werden Strobilurine miteinander gemischt (z.B. Azoxystrobin + Pyraclostrobin), addiert sich die Wirkung der Partner. Auch wenn Strobilurine mit Carboxamiden zusammen ausgebracht werden, ist von einer additiven Wirkung auszugehen, 60 % eines Strobilurins + 60 % eines Carboxamids haben zusammen eine 100 %ige (Dauer-) Wirkung, z.B. 125 g Azoxystrobin + 50 g Bixafen.

Aufgrund der Resistenzentwicklung ist die Bandbreite der Erreger, die mit Strobilurinen noch bekämpft werden können, stark eingeschränkt. Ramularia, S. tritici und Mehltau werden durch Strobilurine nicht (mehr) erfasst (target site-Resistenz). Eine gute Wirkung haben die Strobilurine noch gegen DTR, Netzflecken und Roste.

Durch die Ethylen-hemmende Wirkung wird die Schadwirkung von Ramularia auf dem Blatt hinausgezögert. Aus diesem Grund bieten sich die Strobilurine für die Grannenspritzung in der Gerste an. In der früher reifen Gerste wirkt sich unabhängig von der Fungizidwirkung der Greening-Effekt der spät gespritzten Strobilurine positiv auf den Ertrag aus, während die Abreife verzögernde Wirkung der Strobilurine für die später reifen Weizenbestände eher von Nachteil ist, wenn Hitze die Bestände im Juli vorzeitig abreifen lässt.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.