Die unten angegebenen Mengen orientieren sich am Netto-Entzug (Abfuhr im Erntegut) von 40 bis 50 dt/ha Raps und 80 bis 100 dt/ha Getreide. Je 10 dt Mehr-/Minderertrag werden mit Raps 1 kg K2O (0,8 kg K) bzw. 0,6 kg/ha K2O (0,5 kg K) mit dem Getreide mehr/weniger abgefahren.

Ist im Spätsommer und Frühherbst mit Trockenheit zu rechnen, muss die Kalium-Düngung auf Böden mit Tongehalten über 10 % zu Raps und zu Stoppelgetreide unbedingt vor der Aussaat ausgebracht und in den Boden eingearbeitet werden. Dabei ist das tiefere Einarbeiten effektiver als den Dünger nur flach einzumischen, weil die oberen 2 bis 5 cm des Bodens auch im Herbst trockenfallen können.
K-Düngung zum Fahnenblattschieben des Getreides
Das Vorziehen der K-Düngung vor Raps (oder Zuckerrüben) in den stehenden Getreidebestand während des Schossens hat sich als effektive Maßnahme erwiesen, auch um den Arbeitsdruck nach der Ernte zu verringern. Vor der N-Spätdüngung ausgebracht, steigt dadurch auch die Verwertung der N-Düngung, weil durch die Sättigung der Austauscher durch das Kalium weniger Ammonium aus dem Dünger fixiert wird.
Welche mineralischen K-Dünger?
Für die Wahl des K-Düngers muss die Zusammensetzung des Düngers berücksichtigt werden.
Im Handel sind folgende K-Dünger zu beziehen:
Standardmineraldünger ist das Kornkali, mit dem gleichzeitig auch Magnesium und Schwefel ausgebracht werden. Der Mg-Bedarf des Rapses (15 kg/ha MgO) wird im Herbst mit 300 kg/ha Kornkali weitgehend gedeckt, mit 400 kg/ha Kornkali wird die S-Aufnahme von 16 kg/ha S gedeckt, die notwendig sind, damit 100 kg/ha N in Eiweiß eingebaut werden können.
Bei sehr hohen Mg-Gehalten im Boden (über 20 mg/ha Mg) und im Vergleich dazu geringen K-Gehalten (K/Mg-Verhältnis enger als 1,5:1) bietet sich das 60er Kali ohne Mg + S an. Aufgrund der höheren K-Konzentration muss auch weniger Dünger transportiert werden. Der S-Bedarf kann durch SSA gedeckt werden.
Patentkali ist relativ teuer. Wenn dadurch ein zusätzlicher Arbeitsgang eingespart wird, relativiert sich der Preis. Mit 100 kg/ha Patentkali werden 30 kg/ha K2O, 10 kg/ha Magnesium und 17 kg/ha S ausgebracht. Damit bietet sich das Patentkali für die Unterfuß-Düngung mit K+Mg+S auf (Schweine-) Güllestandorten mit niedrigen pH-Werten an, um die Versorgung mit Kali, Magnesium und Schwefel abzusichern.
In Norddeutschland wird der NPK 6 + 20 + 30 mit Mg + S verwendet. Mit 300 kg/ha werden 18 kg/ha N gedüngt und mit 60 kg/ha P2O5 und 90 kg/ha K2O der P-Nettoentzug bzw. die K-Aufnahme des Rapses im Herbst abgedeckt.
Für die Kontaktdüngung in der Drillreihe kommen außer MAP (30 kg/ha) und DAP (20 kg/ha) auch 40 kg/ha NPK 6 + 20 + 30 in Betracht. Damit werden weniger als 5 kg/ha N mit der Saat ausgebracht.
Höhere Düngerkonzentrationen, insbesondere mit K-Salzen, können bei der Kontaktdüngung zu Auflaufproblemen führen. Deshalb sollten nicht mehr als 10 kg/ha K mit der Kontaktdüngung ausgebracht werden.
Zu hohe Kalium-Düngergaben (über 700 kg/ha K-Dünger bzw. über 100 kg/ha K-Dünger in der Unterfußdüngung) können durch den Chlorid-Anteil zu Salzschäden und Keimhemmung führen. Durch die Konkurrenz mit anderen Kationen kann ein Kaliumüberschuss einen Calcium- und vor allem Magnesium-Mangel auf Standorten mit niedrigen pH-Werten induzieren. Die Ausbringung hoher Kaliummengen auf die Bodenoberfläche beeinträchtigt die Krümelstruktur und erhöht die Verschlämmungsneigung des Bodens, vor allem auf schluffigenBöden bei geringer Ca-Sättigung.







