Der Anbau von Sommergetreide beschränkte sich bislang auf Mittelgebirgsstandorte bzw. als Alternative zum späten Weizen oder Stoppelgetreide. Die zunehmende Herbizidresistenz des Ackerfuchsschwanzes zwingt immer mehr Betriebe, sich mit Sommerungen auseinander zu setzen, deren Anbau eine deutliche Verringerung des Ackerfuchsschwanzbesatzes bewirkt.
Sommerungen in Winterungsfruchtfolgen einplanen
Mais bietet sich als Alternative an, allerdings kommt der Anbau von Körnermais nur dann in Betracht, wenn ab Anfang Mai wenigstens 1.600 °C-Tage (über 6 °) erreicht werden.
Silomais erfordert 1.450 °C-Tage. Allerdings muss vor dem Anbau die Verwertung geklärt werden (Fütterung, Biogasanlage).
Ackerfuchsschwanz kann im Mais zum einen mechanisch oder mit Glyphosat vor der Saat und im Nachauflauf mit den stärksten ALS-Hemmern (Foramsulfuron, Nicosulfuron) bekämpft werden. Auch das Tembotrione (Laudis) hat eine Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz.
In Leguminosen wie Ackerbohnen und Körnererbsen kann gegen Ackerfuchsschwanz mit Aclonifen (Bandur, Novitron) evtl. + Prosulfocarb (Boxer) bzw. im Nachauflauf mit Clethodim (Select 240) vorgegangen werden. Hauptproblem der Leguminosen ist die Vermarktung.
Der Anbau von Kartoffeln bzw. Zuckerrüben wird meist durch Anbauverträge reguliert und erfordert eine Umstellung in der Logistik des Betriebes bzw. eine Erweiterung der maschinellen Ausstattung (ohne geeigneten Lohnunternehmer).
In vielen Fällen bleibt nur der Anbau von Sommergetreide als Alternative.
Aus Fruchtfolgegründen kommt vor allem Hafer in Betracht. Auch beim Anbau von Hafer sollte vorher die Vermarktung geklärt sein. Die Bekämpfung des Ackerfuchsschwanz beschränkt sich auf die mechanische Bekämpfung bzw. den Glyphosateinsatz vor der Saat.
Nach der Saat bzw. nach dem Auflaufen kann nur noch gestriegelt oder bei weitem Reihenabstand gehackt werden.
In der Sommergerste kann im Nachlauf Pinoxaden (Axial) bzw. im Sommerweizen auch Clodinafop + Pinoxaden (Topik) gespritzt werden.
Das Flufenazet (FFA) hat bei uns keine Zulassung im Sommergetreide. In Österreich ist Flufenazet + Metribuzin (0,8 l/ha Artist) in Sommergetreide und Sommerweichweizen gegen Windhalm, Rispengräser + Dikotyle zugelassen. Anwendung zwischen EC 13 und EC 29. Kein Einsatz im Hafer und Sommerdurum.
Wovon hängt ab, welche Sommerung Sie im Frühjahr anbauen können?
- von der Vermarktung,
- der Bodenstruktur,
- dem frühestmöglichen Saattermin,
- der Frühjahrstrockenheit,
- den Abreifeverhältnissen,
- der Folgefrucht.

Kurzbeschreibung neuer Sommergerstensorten im Vergleich zu RGT Planet
Sorten mit höherer Anfälligkeit für Ramularia (z.B. Amidala, KWS Jessi) sollten nur auf Standorten angebaut werden, die bislang noch wenig Probleme mit Ramularia hatten.
RGT Planet
- durchschnittliche Kornerträge und ein
- hohes Hektolitergewicht.
- früher im Ährenschieben
- weniger standfest und strohstabil
- mäßig blattgesund
- Braugerste und Futtergerste
Kimberly
- Ertragsniveau wie RGT Planet,
- schwächer im HLG
- bessere Standfestigkeit + Strohstabilität
- weniger anfällig für Netzflecken und Zwergrost.
- Futtergerste
LG Belcanto
- Ertrag über RGT Planet
- etwas später reif
- standfester als RGT Planet
- Futtergerste
Lexy
- Ertrag auf RGT Planet-Niveau
- Brau- und Futtergerste
- Standfestigkeit + Strohstabilität etwas besser als Planet
- weniger anfällig für Netzflecken
LG Rumba
- höheres Ertragspotential als LG Belcanto
- auch über RGT Planet
- HLG wie RGT Planet
- Ertragsbildung über Ährenzahl und hohes TKG
- spätreif
- standfest und strohstabil.
- weniger anfällig Zwergrost
- anfälliger für Netzflecken und Rhynchosporium.
Die Sommerungen müssen auch ohne nachfolgenden Regen zügig auflaufen können. Deshalb darf zwischen der Saatbettvorbereitung und der Aussaat nicht unnötig Zeit verstreichen. Die Samenkörner sollten auf den feuchten Boden abgelegt werden und angedrückt bzw. angewalzt werden, wenn nachfolgend mit Trockenheit zu rechnen ist. Je knapper die Wasserversorgung, umso weiter sollte der Abstand zwischen benachbarten Pflanzen sein.







