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Rüben – Geschädigte Zuckerrüben zuerst roden

Sep. 27, 2023 | Grünes Info 2023, Herbst, Zikade, Zuckerrüben, Zuckerrübenkrankheiten, Zuckerrübenschädlinge

Der Regen im Juli und im August führte nach der verhaltenen Jugendentwicklung in vielen Beständen zu ordentlichen Zuwächsen, sodass mit einer guten Rübenernte gerechnet werden darf.

Nicht so in Regionen in denen Rübenmotten, SBR und Stolbur in größerem Umfang auftraten, wodurch das Wachstum der Rüben erheblich beeinträchtigt wurde. Hier führte der Regen nicht zu den erhofften Zuwächsen, stattdessen hatte der Regen in den lichten Beständen eine massive Spätverunkrautung mit Gänsefuß, Melden und Hirsen zur Folge. Trotz ausreichender Regenmengen legten die Rüben ihre Blätter schnell flach auf den Boden und erholten sich nicht mehr. Mittlerweile sterben viele Rüben komplett ab. Besonders davon betroffen ist der Südwesten in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg.

In anderen Regionen mit gut entwickelten Rüben, tritt mittlerweile verstärkt Cercospora auf, sofern keine intensive und gezielte Fungizidstrategie gefahren wurde. Auch Hagel hat lokal den Blattapparat massiv zerstört.

Zum Teil sind zwischen den Schlägen innerhalb der Betriebe große Unterschiede in der Rübengesundheit zu beobachten. Wie gehen wir mit der unterschiedlichen Situation um und wie sollte dementsprechend die Rode-Reihenfolge geplant werden?

Zunächst ist dazu eine genaue Bonitur der Rübenschläge notwendig.

Schläge mit Rüben, die mit Rübenmotten, Cercospora, SBR oder der Mischinfektion aus SBR und Stolbur befallen sind, müssen zuerst gerodet werden. Wie man die Symptome erkennt, warum eine frühe Rodung im Einzelnen sinnvoll ist und welche Schlüsse daraus gezogen werden können, wird im Folgenden dargestellt.

Rübenmotten

Während Rübenmotten in Osteuropa schon lange bekannt sind, hat sich der Schädling in Deutschland in den letzten fünf Jahren vor allem in den Trockenregionen stark ausgebreitet. Ein Befall mit Rübenmotten führt zu großen Ertrags- und Qualitätsverlusten. Das Problem sind nicht die Motten selbst, sondern die Larven, die nach der Eiablage im Rübenherz, in Blattstielen und im Rübenkopf zu fressen beginnen. Dadurch bildet die Rübe keine neuen Herzblätter. Die Fraßgänge bilden zudem Eintrittspforten für Sekundärinfektionen, wodurch die Rübe von oben her zu faulen beginnt. Im Raum Heilbronn wurden deshalb im vorherigen Jahr geringere Erträge und Qualitätsminderungen von bis zu 40 % verzeichnet.

In den mit Rübenmotten befallenen Beständen sind derzeit Larven zu finden. Dazu müssen Sie die Blattstiele abknicken oder aufschneiden. Auch im Rübenkopf sind Larven zu finden. Darüber hinaus sind schwarze Kotspuren im Rübenherz ein Indiz für Rübenmotten.

Befallene Rübenschläge müssen früh gerodet werden und dürfen nicht lange am Feldrand gelagert werden, da die Fäulnis auf die komplette Rübenmiete übergreifen kann. Außerdem sollten betroffene Rübenschläge nach der Ernte mit Vorschäler gepflügt werden, um die Larven tief zu vergraben, dadurch wird der Neuausflug der Motten im nächsten Jahr deutlich reduziert.

Für die kommende Vegetationsperiode ist es in aktuellen Befallsgebieten angebracht, mit Rübenmotten-Pheromonfallen den Zuflug zu beobachten. Fliegen innerhalb einer Woche zehn Motten zu, muss entweder direkt mit Pyrethroiden und/oder nach zwei Wochen mit 120 ml Coragen reagiert werden, wenn dieses wieder eine Notfallzulassung oder eine reguläre Zulassung erhält. Abhilfe leistet auch Starkregen, der die Eier aus dem Rübenherz herunter wäscht.

Aufgepasst: Es sind mehrere Zuflugwellen der Rübenmotten bis Ende August möglich.

Abbildung 11: Mit Rübenmotten befallene Zuckerrüben

SBR (Syndrom Basses Richesses)

Die Krankheit SBR, die durch das Bakterium (Phytoplasma) Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus entsteht, wird durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragen und verursachte in der Vergangenheit schon im Südwesten und Osten Deutschlands größere Probleme. SBR ist an vergilbten Blättern mit eingeschnürten und gelblich bzw. bräunlich verfärbten Leitbündeln zu erkennen. Als Folge sind um bis zu 5 % niedrigere Zuckergehalte (basses Richesses) und um bis zu 25 % geringere Erträge möglich (Gatineau etal. 2002; Métey et al. 2007a; Bressan et al. 2008).

Die Sorten Fitis, Kakadu, Chevrolet, Hibou und Josephina KWS kommen mit SBR besser zurecht. Auch die Lunella KWS besitzt eine erkennbare SBR Toleranz, welche bei Starkbefall aber weniger ausgeprägt ist. Vielversprechend ist auch die neue Sorte Brabanter, die zudem ein höheres Ertragspotential im Vergleich zu Fitis oder Kakadu hat.

Die Bekämpfung des Vektors, der in die Blattunterseite der Rüben einsticht und das Bakterium überträgt, ist aufgrund der langen Zuflugphase von Juni bis August und der unter- und oberirdischen, hemi-metabolen (unvollständigen) Entwicklung mit Insektiziden kaum möglich. Insektizide Beizen hätten vermutlich einen größeren Bekämpfungserfolg. Dafür fehlt die Zulassung.

Nach der Paarung und dem Zuflug legt das Zikaden-Weibchen die Eier neben den Rüben ab, woraus ab September die Nymphen (Junglarven) schlüpfen. Die Nymphen sind in der Lage SBR zu übertragen. Aus den Nymphen bilden sich im nächsten Jahr die adulten Zikaden, die, bereits mit dem Erreger infiziert, wieder in die neuen Rübenbestände einfliegen (Behrmann, 2023).

Bodenbearbeitungsversuche nach der Rübenernte zeigten, dass die Bodenbearbeitung kaum einen Einfluss auf die Anzahl der adulten Zikaden im nächsten Jahr hat. Lediglich in zwei von sieben Versuchen konnte mit dem Pflug der Ausflug signifikant reduziert werden (Pfitzer et al., 2022).

Anders sieht es beim Vergleich der Folgekulturen aus. Winterweizen nach Rübe bietet die besten Überlebenschancen für die Zikaden. Sommergerste scheint in einigen Versuchen offensichtlich weniger attraktiv für die Zikaden zu sein, sodass die Anzahl der adulten ausfliegenden Zikaden in der Sommergerste auf gut die Hälfte im Vergleich zu Winterweizen als Nachfrucht reduziert wurden. Die effektivste Folgekultur zur Reduktion der Zikaden ist Mais, da in diesem Fall der Boden am längsten unbewachsen ist (Pfitzer et al., 2022).

Vitale Rüben in Böden mit guter Struktur kommen mit SBR besser zurecht, wobei auch diese vor der Krankheit nicht schützt.

Es bleibt zu untersuchen, ob mit ausreichendem Nährstoffangebot und / oder Blattdüngungsmaßnahmen mit Calcium und Bor die Symptome der Krankheit reduziert werden können.

Beunruhigend ist, dass SBR mittlerweile in allen Zuckerfabriken Süddeutschlands nachgewiesen wird.

Abbildung 12: SBR in Zuckerrüben

Stolbur

2022 wurde im Rheintal das erste Mal sowohl das Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus und Candidatus Phytoplasmasolani in Rüben nachgewiesen. Also eine Mischinfektion aus SBR und Stolbur, die in der Kartoffel unter anderem zu Gummiknollen führt. Auch Zuckerrüben, die SBR und Stolbur aufweisen, haben einen gummiartigen Rübenkörper. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Schilf-Glasflügelzikade und die Winden-Glasflügelzikade (Wirt von Stolbur der Kartoffel) beide das SBR- und Stolbur-Phytoplasmen in sich tragen und übertragen können. Von 2020 auf 2021 wurde eine deutliche Zunahme von Stolbur in Zuckerrüben festgestellt. Das Auftreten beider Erreger führt zu einer Verstärkung von SBR (Behrmann, 2023).

Dieses Jahr sind vor allem der Landkreis Heilbronn und der Landkreis Ludwigsburg von den Mischinfektionen betroffen. Treten SBR und Stolbur zusammen auf, haben auch SBR-tolerante Sorten wie Fitis massive Probleme. Die Rüben schlafen trotz ausreichender Wasserversorgung, bilden kaum Blattmasse und sterben teilweise sogar ab. Die Rübenkörper sind gummiartig und lassen sich leicht verbiegen.

Abbildung 13: Mit SBR und Stolbur erkrankter Rübenschlag

In unseren Beratungsbetrieben scheint Lunella KWS mit Doppelinfektion besser zurecht zu kommen als die weiter verbreitete SBR-tolerante Sorte Fitis, was in den Sortenversuchen allerdings nicht bestätigt wurde. In den Sortenversuchen stehen aber Stämme, die mit der Doppelinfektion aus SBR und Stolbur augenscheinlich besser zurechtkommen. Es bleibt aber abzuwarten, ob diese neuen Sorten weniger attraktiv als Nachbarsorten für die Zikaden sind oder ob sie bei großflächigem, alleinigen Anbau trotzdem stark angeflogen und infiziert werden.

Einzelne gesunde Rüben, die auf allen Schlägen immer wieder zu finden sind und nachweislich Phytoplasmen für SBR und Stolbur in sich tragen, sehen gesund aus und weisen eine unveränderte Morphologie auf, was Hoffnung auf Unterschiede in der Genetik und damit auf eine zukünftige Problemlösung über den Genotyp macht.

Bis dahin steht der Rübenanbau in den betroffenen Regionen vor großen Herausforderungen.

Abbildung 14: Gesunde Rübe trotz SBR + Stolbur

Cercospora

Die warmen Regen haben, wenn auch spät, teilweise noch zu einem Starkbefall mit Cercospora geführt, wenn nicht gezielt zur Infektion behandelt wurde bzw. der Spritzabstand zu groß war.

Stark mit Cercospora befallene Bestände müssen ebenfalls früh gerodet werden, um einen Blattneuaustrieb und den damit verbundenen Zuckerverlust zu verhindern.

Versuchen Sie auf befallenen Schlägen zudem den Infektionsverlauf nachzuvollziehen, um mögliche Fehler in der Fungizidstrategie zu erkennen und den Fungizideinsatz fürs nächste Jahr optimieren zu können.

Hagel

Wurden Rübenblätter durch Hagel im Sommer so stark zerstört, dass es zu einem Blattneuaustrieb kam, ist es hingegen sinnvoll die Rüben noch lange stehen zulassen. Die Zuckergehalte wurden durch den Blattverlust ohnehin negativ beeinflusst, sodass in diesen Rüben ein möglichst hoher Massenertrag das Ziel sein sollte.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.