Die warme Witterung im September und Oktober führte vor allem in den im August gesäten Rapsbeständen zu einer sehr guten Entwicklung. Diese Bestände befinden sich bereits im 12 Blattstadium. Je nach Bestandesdichte (20 bis 40 Pflanzen) hat der Raps bis zu diesem Stadium etwa 60 bis 120 kg N aufgenommen. Oftmals ist dann der gesamte verfügbare Stickstoff aus dem Boden (Düngung, Humus, Vorfrucht) von der Pflanze aufgebraucht worden.
In Beständen, in denen Stickstoff knapp ist, fangen die Rapspflanzen an, sich von den alten Blättern beginnend gelb bis lila zu verfärben und diese Blätter abzuschmeißen. Dieses Symptom tritt als erstes auf Sandlinsen, Tonkuppen oder Stellen mit Verdichtungen oder Nässe auf, wo im Allgemeinen die N-Verfügbarkeit schlechter ist.
Des Weiteren haben befallene Pflanzen zu der oberirdischen Biomasse verglichen einen verhältnismäßig dünnen Wurzelhalsdurchmesser von 1 bis 1,5 cm. Die Stickstoffverlagerung in der Pflanze führt nicht nur zum Abwurf der Blätter, sondern auch zur Reduktion der späteren Verzweigungen und Knospen welche in jeder Blattachsel zu finden sind und das Kompensationsvermögen einer Pflanze ausmachen.
Stark zeichnende Rapse müssen deshalb im Frühjahr höher angedüngt werden und je nach Winterverlauf auch mit einem Nitrat-haltigen Dünger gefördert werden.
Eine Verfärbung der älteren Blätter kann neben dem Stickstoff-Mangel auch noch weitere Ursachen haben wie:
- starker Läusebefall
- geschädigte Wurzel durch Kohlfliegenlarven
- Magnesium-Mangel
- Sauerstoff-Mangel
- Frost






