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Raps – Sklerotinia mit Contans WG bekämpfen

Juli 27, 2023 | Bodenbearbeitung, Grünes Info 2023, Nässe, Raps, Rapskrankheiten

Der Befall mit Sklerotinia trat in stärkerem Umfang auf, wo zu Beginn der Rapsblüten Regen fiel. Durch den verstärkten Anbau von Körnerleguminosen in der Rapsfruchtfolge nimmt das Sklerotinia-Risiko zu. Auch Sonnenblumen werden durch Sklerotinia befallen. Sonnenblumen und Soja haben deshalb in Rapsfruchtfolgen nichts zu suchen. Zwischen Raps und Sonnenblumen sollte ein Anbauabstand von wenigstens 4 Jahren eingehalten werden.

Achtung: Auch Unkräuter aus der Gruppe der Kreuz- und Korbblütler werden von Sklerotinia befallen und müssen deshalb konsequent bekämpft werden (Hirtentäschel, Rauke, Hellerkraut, Kamille u.a.).

Nach einem Kälteeinbruch im Oktober kann in einem milden Herbst Myzel aus den Sklerotien auskeimen und Wurzel- bzw. Wurzelhalsinfektionen mit Sklerotinia bereits im Herbst verursachen. Diese Infektionen sind durch die Blütenspritzung im Frühjahr nicht zu verhindern.

Unterscheidung Sklerotinia-Wurzelhalsinfektionen vom Phoma- oder Verticillium-Befall

Wenn sich Stoppeln mitsamt der Wurzel leicht aus dem Boden ziehen lassen, weil die Feinwurzeln abgefault und verschwärzt sind, ist Verticillium als Ursache zu sehen.

Reißen die Stoppeln am Wurzelhals ab, kommen Phoma oder Sklerotinia für die Vermorschung in Betracht. Wenn im Inneren des Wurzelhalses, teils auch an der Außenseite die schwarzen „Mäuseköttel“ zu finden sind, haben wir es mit Wurzelhalsinfektionen durch Sklerotinia zu tun.

Myzel-Infektionen werden durch Kalkstickstoff, der mit der Saat eingearbeitet wurde, weitgehend unterbunden. Die DüV veranlasst aber nicht wenige, die bislang Kalkstickstoff eingesetzt haben, davon Abstand zu nehmen. Abgesehen davon, dass dadurch die Schneckenproblematik in Waldschattenlagen einen neuen Stellenwert bekommen wird, rückt die Sklerotinia-Problematik im Herbst wieder stärker ins Visier.

Um das Schädigungsrisiko einzugrenzen, muss die Sklerotien-Dichte im Boden herabgesetzt werden. Das ist abgesehen vom Kalkstickstoff auch mit dem biologischen Fungizid Contans WG zu erreichen. Das Contans enthält den Bodenpilz Coniothyrium minitans, der neben den Sklerotien von Sklerotinia sclerotiorum auch andere Sklerotinia-Arten parasitiert.

Im Rapsanbau sind grundsätzlich zwei Verfahren für den Einsatz von Contans WG möglich:

• Ausbringung vor der Raps-Aussaat

• Ausbringung nach der Raps-Ernte

Als ausgesprochen effektiv hat sich die Stoppelbehandlung des Rapses in Jahren mit Starkbefall herausgestellt, da auf diese Weise ein hoher Prozentsatz der neu gebildeten Sklerotien direkt mit den Mykoparasiten in Kontakt gebracht wird und der Zeitraum für die Parasitierung und Zerstörung der Sklerotien bis zum nächsten Anbau einer anfälligen Kultur (Raps, Ackerbohne, Erbse, Sonnenblume u.a.) lang genug ist.

Alternativ zur Stoppelbehandlung kann Contans mit 2,0 kg/ha auch im Vorsaatverfahren vor der Rapsaussaat gespritzt und mit der Aussaat eingearbeitet werden. Die Einarbeitung soll nicht tiefer als 5 cm erfolgen. Die nachfolgend eingesetzten Rapsherbizide beeinträchtigen die Wirkung des Contans WG nicht.

Vorgehensweise für die Contans-Anwendung auf die Rapsstoppel

Stängel spleißen, um Sklerotien freizulegen

Die Sklerotien in den Stängeln sollten durch die Zerkleinerung des Stängels freigelegt werden. Dazu eignen sich am besten Mulchgeräte oder Messerwalzen. Striegel und Walzen sind zwar auch möglich, aber in dieser Hinsicht weniger effektiv.

Beseitigung von Stroh und Kaffhaufen mit dem Striegel

Stroh- und Kaffhaufen durch lagernde Rapspflanzen oder Störungen während des Druschvorganges mit dem Striegel oder einem mehrbalkiger Grubber auseinanderziehen und gleichmäßig verteilen. Maßnahmen (mehrmals) wiederholen, auch um Altrapsbesatz zu vermeiden.

Ausbringung von Contans WG

Außer in Jahren mit Starkbefall (wie 2016) reichen 1 kg/ha Contans WG in 200 l/ha Wasser. Als Trägerstoff wird im Contans Glucose verwendet. Warmes Wasser verbessert das Auflösen des Präparates in der Spritzbrühe. Wassertemperaturen von 30 °C dürfen jedoch nicht überschritten werden.

Um das Absetzen des Contans im Spritzfass zu vermeiden, muss das Rührwerk während der Ausbringung eingeschaltet bleiben. Die Anwendung auf staubtrockenen Boden ist zu vermeiden. Spritzungen während eines leichten Nieselregens sind möglich und sogar zu empfehlen.

Zur Ausbringung von AHL, Kalkstickstoff oder Gülle sollte ein Abstand von 14 Tagen eingehalten werden. Die Kombination mit glyphosathaltigen Produkten ist aufgrund der erforderlichen sofortigen Einarbeitung des Contans nicht sinnvoll.

Einarbeitung

Die unmittelbare Einarbeitung (direkt hinter der Spritze) ist zweckmäßig und sichert die Wirkung des Contans ab. Die Einarbeitungstiefe soll auch in diesem Fall 5 cm nicht überschreiten, um eine hohe Sporen-Konzentration in der oberen Bodenschicht zu gewährleisten und keine Rapssamen zu vergraben.

Wegen der begrenzten Überlebensfähigkeit der Pilzsporen muss Contans WG zügig ausgebracht werden. Kurzzeitige Lagerung in dunklen, kühlen und trockenen Räumen ist möglich. Bei Temperaturen unter 4 °C beträgt die mögliche Lagerdauer von Contans WG etwa ein halbes Jahr, bei Temperaturen von 20 °C und darüber maximal noch 2 Wochen. Von einer „Überlagerung“ ist abzusehen. Die Kosten des Präparates belaufen sich auf 35 €/kg.

Die Anwendung von Contans WG vermindert die Sklerotien-Dichte im Boden um 70 bis 90 %, entbindet jedoch nicht vom Einsatz eines potenten Blütenfungizids im Raps, wenn günstige Bedingungen für den Ascosporen-Flug vorherrschen. Bereits 2 Apothezien, die aus den Sklerotien auskeimen, reichen aus, um den Raps auf einer Fläche von etwa 10 m² mit Ascosporen zu verseuchen.

Für die Myzelinfektion im Herbst ist eine höhere Sklerotien-Dichte notwendig. Das aus einem Sklerotium auskeimende Myzel breitet sich etwa im Umkreis von 5 bis 10 cm um das Sklerotium aus und kann zwischen 2 und 4 benachbarte Rapspflanzen besiedeln.

Das Contans WG hat eine Lieferzeit von 3 bis 5 Tagen. Laut Hersteller steht ausreichend Contans WG zur Verfügung. Bei großer Nachfrage kann jedoch nicht kurzfristig nachproduziert werden. Bei einem vorgesehenen Einsatz ist deshalb eine rechtzeitige Bestellung angeraten.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.