Vor gut 3 Wochen wurden massenhafter Erdfloh-Zuflug und Fraßlöcher im Durchwuchsraps in Leguminosen beobachtet. Mit einem verstärkten Auftreten des Erdfloh ist nach der Sommerruhe ab Anfang September zu rechnen. Die zugelassenen Pyrethroide haben verbreitet keine ausreichende Wirkung. Am 23. Juli hat der Wirkstoff Cyantraniliprole im Exirel bzw. Minecto Gold eine Notfallzulassung für die Anwendung im Raps gegen Erdfloh erhalten.
Integrierte Maßnahmen gegen Rapserdfloh
- Großen Abstand zwischen letztjährigen und diesjährigen Rapsschlägen einhalten.
- Ausfallraps auf benachbarten Schlägen spätestens im 4-Blattstadium bekämpfen mit dem Ziel, dass noch nicht gekeimter Altraps aufläuft und von Erdflöhen angeflogen wird, bevor der frisch gesäte Raps auf dem Nachbarschlag keimt.
- Gute Rückverfestigung (eventuell walzen vor oder auch nach der Saat), damit der Raps zügig und gleichmäßig aufläuft.
- Testflächen mit KWS Alessandro, der weniger Probleme mit Erdflohlarven haben soll.
- Saatzeit der Witterung anpassen:
- Kühler Juli/August: später Erdflohzuflug = früher säen Beizung mit Lumiposa (gegen Kohlfliegen, wegen höherem Risiko)
- Milder Juli/August: früher Erdflohzuflug = später säen Beizung mit Buteo Start (gegen Erdfloh, geringeres Kohlfliegenrisiko)
- Keine höhere Aussaatstärke, weil dann die Einzelpflanze schwächer ist. Das Schadrisiko durch den Larvenfraß ist höher. Bei hoher Gefährdung besser 10 bis 15 Rapssamen je m² mit Schneckenkorn-Streuer vor der Saat ausbringen und mit der Saatbettbereitung einarbeiten.
- Cyanamid (200 kg/ha Kalkstickstoff breitflächig vor der Saat oder 5 bis 8 kg/ha Kalkstickstoff mit dem Saatgut mischen und in der Drillreihe ausbringen, DüV beachten) hemmt den Schlupf von Larven (60 % Wirkung), hat aber keine Wirkung auf adulte Käfer (Fraßschäden)
- Tägliche Bestandeskontrolle im Auflaufen bis EC 12:
- über 10 % Lochfraß: Bekämpfung mit Insektiziden
- Wirkung von Pyrethroiden hält 4 bis 6 Tage an.
- EC 14 bis 16 (nach Notfallzulassung: Exirel oder Minecto Gold)
- Insektizid-Einsatz, wenn mehr als 50 Käfer innerhalb von 3 Wochen in die Gelbschale eingeflogen sind, um die Eiablage zu verhindern
- Später Kontrolle der Blattstiele vornehmen
- Bekämpfung, wenn Larven in mehr als 30 % der Blattstiele gefunden werden
- Bekämpfung ist mit Pyrethroiden zulässig
- Wenn (Notfall-) Zulassung vorliegt, in Resistenzgebieten
- Acetamiprid (Mospilan mit Wirkung gegen Blattläuse, Kohlmotten,Wespen) oder Cyantraniliprole (Exirel, Minecto Gold):
- Wirkstoff Cyantraniliprole darf nur einmal gespritzt werden. Keine Einschränkung nach Beizung mit Lumiposa






