Die vor dem 22.08. gesäten Rapsbestände haben bereits das 6-, teils schon das 8-Blattstadium erreicht und müssen dringend gestaucht werden, um sich nicht zu überwachsen. Ein Teil der Rapsbestände musste dagegen nachbestellt werden bzw. wurde erst in der vergangenen Woche gesät. Deshalb ist in diesem Jahr ein differenzierter Einsatz der Wachstumsregler erforderlich. Aufmerksamkeit ist in Beständen, in denen bei der Herbizidstrategie auf Belkar gesetzt wurde, geboten. In diesen darf dann kein Metconazol eingesetzt werden.
Infolge der sich abzeichnenden regnerischen Witterung muss auch mit Phoma gerechnet werden, auch wenn die Rapssorten inzwischen deutlich weniger anfällig sind, solange Tagestemperaturen über 10 °C + Regen + Wind herrschen. Kontrollieren Sie deshalb auch Ausfallrapspflanzen auf dem Nachbarschlag auf den Befall mit Phoma.
Raps im 6-Blattstadium gegen Ende des Langtages
Hat der Raps gegen Ende des Langtages (um den 20.09.) bereits 6 oder mehr Blätter gebildet und die Blätter berühren sich, beginnt er ab dem 8-Blattstadium den Stängel zu bilden. Das muss unterbunden werden, um den Schotenansatz an den unteren Verzweigungen sicher zu stellen und das Auswinterungsrisiko nicht zu erhöhen.
Die Kürzung im 6-Blattstadium darf nicht zu massiv erfolgen, um die Pfahlwurzelbildung nicht zu stoppen. Das Abheben des Stängels in diesen Beständen wird durch 150 g/ha Tebuconazol bzw. 40 g/ha Metconazol oder 20 g/ha Metconazol + 140 l/ha Mepiquat unterbunden. Die Wirkung hält bis zum 10-Blattstadium an. Herrscht dann noch Wachstum, muss nachgekürzt werden. Für die Nachkürzung bietet sich das Toprex (Difenoconazol + Paclobutrazol) an: Das Paclobutrazol wird über den Boden aufgenommen, dadurch hält dessen Wirkung länger an, zudem ist die Wirkung gegen Wurzelhalsphoma und Wurzelhals-Sklerotinia besser. Wird Toprex auf trockenen Boden gespritzt, ist die Wirkung schlecht zu kalkulieren. Als Alternative kommen dann 0,8 l/ha Tilmor oder 0,7 l/ha Efilor (kein Belkar!) in Betracht.
Ungleichmäßige Rapsbestände
In einigen Beständen sind die ersten Rapspflanzen schon vor 3 Wochen aufgelaufen. Diese erreichen bis Ende September das 4-Blattstadium, während ein Großteil erst mit dem Regen auflief: Mit 0,3 l/ha Carax oder 0,4 Folicur kann die Entwicklung der zuerst aufgelaufenen Pflanzen gebremst werden, ohne die Entwicklung der kleinen Pflanzen zu stark zu behindern. In diesem Fall ist eine spätere Nachspritzung im 6- bis 8-Blattstadium (voraussichtlich zwischen dem 15. bis 20.10.) angebracht. Diese erfolgt dann am besten mit 0,6 l/ha Folicur oder bei starker Phomabelastung mit 0,8 l/ha Tilmor. Die späten Bestände sind durch Phoma stärker gefährdet, wenn die befallenen Blätter über Winter nicht abfrieren.
In den erst in der letzten Woche (um den 10.09.) gesäten Rapsbeständen können Azole (z.B. 0,6 l/ha Folicur mit besserer Phomawirkung oder 0,5 l/ha Carax ) ab dem 4-Blattstadium zusammen mit 150 g/ha Bor (+ 2 kg/ha Mangansulfat) gespritzt werden, um den Verzweigungsansatz zu fördern und den Ausfall von Rapspflanzen zu unterbinden.
Die Zumischung von Bor (Na-Borate, Bor-Ethanolamin) führt zu einem Anstieg des pH-Wertes der Spritzbrühe, in diesem Fall muss die Spritzbrühe angesäuert werden, bevor Pyrethroide zugesetzt werden. Bei Karate Zeon und vergleichbar formulierten lambda-Cyhalothrinen ist das nicht notwendig.
Reihenfolge:
- Bor
- Ansäuerungsmittel
- Pyrethroid
- Azol/Wachstumsregler
- Blattdünger







