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Raps – Einsatz von Wachstumsreglern – Herbst 2023

Sep. 19, 2023 | Blattdüngung, Fungizide, Grünes Info 2023, Raps, Rapskrankheiten, Wachstumsregler

Die vor dem 22.08. gesäten Rapsbestände haben bereits das 6-, teils schon das 8-Blattstadium erreicht und müssen dringend gestaucht werden, um sich nicht zu überwachsen. Ein Teil der Rapsbestände musste dagegen nachbestellt werden bzw. wurde erst in der vergangenen Woche gesät. Deshalb ist in diesem Jahr ein differenzierter Einsatz der Wachstumsregler erforderlich. Aufmerksamkeit ist in Beständen, in denen bei der Herbizidstrategie auf Belkar gesetzt wurde, geboten. In diesen darf dann kein Metconazol eingesetzt werden.

Infolge der sich abzeichnenden regnerischen Witterung muss auch mit Phoma gerechnet werden, auch wenn die Rapssorten inzwischen deutlich weniger anfällig sind, solange Tagestemperaturen über 10 °C + Regen + Wind herrschen. Kontrollieren Sie deshalb auch Ausfallrapspflanzen auf dem Nachbarschlag auf den Befall mit Phoma.

Raps im 6-Blattstadium gegen Ende des Langtages

Hat der Raps gegen Ende des Langtages (um den 20.09.) bereits 6 oder mehr Blätter gebildet und die Blätter berühren sich, beginnt er ab dem 8-Blattstadium den Stängel zu bilden. Das muss unterbunden werden, um den Schotenansatz an den unteren Verzweigungen sicher zu stellen und das Auswinterungsrisiko nicht zu erhöhen.

Die Kürzung im 6-Blattstadium darf nicht zu massiv erfolgen, um die Pfahlwurzelbildung nicht zu stoppen. Das Abheben des Stängels in diesen Beständen wird durch 150 g/ha Tebuconazol bzw. 40 g/ha Metconazol oder 20 g/ha Metconazol + 140 l/ha Mepiquat unterbunden. Die Wirkung hält bis zum 10-Blattstadium an. Herrscht dann noch Wachstum, muss nachgekürzt werden. Für die Nachkürzung bietet sich das Toprex (Difenoconazol + Paclobutrazol) an: Das Paclobutrazol wird über den Boden aufgenommen, dadurch hält dessen Wirkung länger an, zudem ist die Wirkung gegen Wurzelhalsphoma und Wurzelhals-Sklerotinia besser. Wird Toprex auf trockenen Boden gespritzt, ist die Wirkung schlecht zu kalkulieren. Als Alternative kommen dann 0,8 l/ha Tilmor oder 0,7 l/ha Efilor (kein Belkar!) in Betracht.

Ungleichmäßige Rapsbestände

In einigen Beständen sind die ersten Rapspflanzen schon vor 3 Wochen aufgelaufen. Diese erreichen bis Ende September das 4-Blattstadium, während ein Großteil erst mit dem Regen auflief: Mit 0,3 l/ha Carax oder 0,4 Folicur kann die Entwicklung der zuerst aufgelaufenen Pflanzen gebremst werden, ohne die Entwicklung der kleinen Pflanzen zu stark zu behindern. In diesem Fall ist eine spätere Nachspritzung im 6- bis 8-Blattstadium (voraussichtlich zwischen dem 15. bis 20.10.) angebracht. Diese erfolgt dann am besten mit 0,6 l/ha Folicur oder bei starker Phomabelastung mit 0,8 l/ha Tilmor. Die späten Bestände sind durch Phoma stärker gefährdet, wenn die befallenen Blätter über Winter nicht abfrieren.

In den erst in der letzten Woche (um den 10.09.) gesäten Rapsbeständen können Azole (z.B. 0,6 l/ha Folicur mit besserer Phomawirkung oder 0,5 l/ha Carax ) ab dem 4-Blattstadium zusammen mit 150 g/ha Bor (+ 2 kg/ha Mangansulfat) gespritzt werden, um den Verzweigungsansatz zu fördern und den Ausfall von Rapspflanzen zu unterbinden.

Die Zumischung von Bor (Na-Borate, Bor-Ethanolamin) führt zu einem Anstieg des pH-Wertes der Spritzbrühe, in diesem Fall muss die Spritzbrühe angesäuert werden, bevor Pyrethroide zugesetzt werden. Bei Karate Zeon und vergleichbar formulierten lambda-Cyhalothrinen ist das nicht notwendig. 

Reihenfolge:

  1. Bor
  2. Ansäuerungsmittel
  3. Pyrethroid
  4. Azol/Wachstumsregler
  5. Blattdünger

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.