Loading...

Raps – Bodenbearbeitung im nassen Boden: Ansprüche an die Bestellung

Aug. 6, 2023 | Aussaat, Bodenbearbeitung, Grünes Info 2023, Herbst, Nässe, Raps

Die Böden sind mit Ausnahme der Bördestandorte im Osten inzwischen bis unter die Krume durchnässt. Auf den weniger wasserhaltefähigen Böden im Nordwesten beginnen die Drainagen zu laufen. Dadurch erfordert die Bodenbearbeitung zu Raps viel Fingerspitzengefühl.

Wenn die Böden im vorigen September nicht zu früh angefasst wurden, ist die Bodenstruktur unterhalb der Krume weitgehend intakt, so dass eine intensive tiefe Lockerung nicht notwendig zu sein scheint. Am besten ist es, wenn abgeerntete, idealerweise einmal gestriegelte Böden ohne tiefe Spuren liegen bleiben. Direkt vor der Aussaat kann der Boden nur so tief bearbeitet werden, dass im Saathorizont genug Feinerde vorliegt.

Mit einer tiefen Bearbeitung wird unter der Bearbeitungsgrenze nur ein Verdichtungshorizont geschaffen, den die Pfahlwurzel des Raps durchstoßen muss.

Die Strohmassen erfordern eventuell, dass etwas tiefer gearbeitet werden muss: Pro 10 dt/ha Strohmenge müssen 1,5 – 2 cm Einarbeitungstiefe kalkuliert werden, um das Stroh und die Stoppeln so tief einzumischen, dass es zu keinen Auflaufproblemen kommt. Es spricht nichts dagegen, diese Einmischung in einem Arbeitsgang durchzuführen, wenn die Zeit knapp wird.

Voraussetzung sind möglichst kurze Stoppeln (max. 10 cm, besser 5 bis 7 cm), kurze Strohhäcksel (max. 5 cm) und gute Verteilung der Spreu. Langes Stroh und Stoppeln schwimmen durch die Bearbeitung obenauf und liegen im späteren Saathorizont.

Dieser Effekt wird durch mehrmalige Bearbeitung noch verstärkt, vor allem auf schluffig-sandigen Böden. Bei starkem Lager des Getreides mit langen Stoppeln ist eine Pflugfurche oft unumgänglich.

Wenn die Ernte noch ansteht und der Boden übernass ist, gilt: Je tiefer gedroschen bzw. kürzer gehäckselt wird, umso besser lässt sich das Stroh auf die gewünschte Bearbeitungstiefe einmischen, umso flacher kann gearbeitet bzw. gelockert werden und umso besser wirkt auch die Rückverfestigung im Saathorizont:

Auf vernässten Böden mit noch intakter Struktur sollte man hinterfragen, ob der aktuelle Bodenzustand durch schwere Güllefässer unbedingt kaputt gemacht werden soll, oder ob die Gülle nicht anderweitig weniger schädlich ausgebracht werden kann.

Wo Mähdrescher und Abfuhrfahrzeuge Spuren hinterlassen haben, muss die Bearbeitungstiefe etwa das Doppelte der Spurtiefe betragen, um Nachteile für die Wurzelbildung des Rapses auch in einem nassen Herbst auszuschließen. Die Frage ist, ob der Boden flächendeckend so tief bearbeitet werden muss oder ob es nicht sinnvoller ist mit einem schmalen Gerät nur die Spuren zu unterfahren und die Bearbeitungstiefe zu variieren.

Es ist zu hoffen, dass sich der Feuchtezustand der Krume bis zur Rapsbestellung soweit gebessert hat, dass keine Gewaltaktionen anstehen.

Für die Beurteilung, ob die Bodenstruktur trotz intensiver Niederschläge noch intakt ist, heben Sie den Boden mit einem Spaten auf 20-25 cm aus und lassen Sie die ausgegrabene Erde 3-4 Stunden in der Sonne liegen. Ist ein schnelles Ab- und auch Durchtrocknen des Erdhaufens festzustellen, dann wird es keine Probleme mit der Krümelfähigkeit geben, auch wenn Sie feucht bearbeiten (müssen).

Trocknet der ausgehobene Erdhaufen kaum bzw. nur an der Oberfläche ab bzw. lassen sich nach 4-5 Stunden noch stabile Knödel oder Würste formen, die nicht zerfallen oder zumindest aufreißen, dann wird es schwieriger, den für das Auflaufen des Rapses notwendigen hohen Feinerdeanteil zu erreichen. Also noch Zeit lassen.

Dann müssen die notwendigen Zeiträume, in denen die Nachbearbeitung durchgeführt wird, nach den Bearbeitungsgängen eingehalten werden. Erfolgt die Nachbearbeitung zu früh, krümelt der feuchte Boden schlecht und lässt sich nicht zerkleinern, erfolgt sie zu spät, trocknen die feuchten Kluten oberflächlich u.U. so stark an, dass sie ebenfalls nicht mehr krümeln und später auch nicht mehr durchwurzelbar sind. Folge: Der Raps bleibt dann im 4- bis 6-Blatt-Stadium trotz guter Nährstoffversorgung stehen.

Ansprüche des Winterraps an die Bestellung

  1. Als Pfahlwurzler braucht Raps eine ungestörte Bodenstruktur in der Krume für den Wurzeltiefgang. Verdichtungen lassen die Pfahlwurzel um die Ecke wachsen und kosten unnötig Energie. Außerdem entstehen durch die Biegungen Spannungen im Rindengewebe, die dieses leichter einreißen lassen. In diesen Rissen setzen sich Krankheiten wie Phoma oder Verticillium leichter fest.
  2. Der feine Rapssamen benötigt Feinerde, um genügend Bodenkontakt zu haben und auch im scheinbar trockenen Boden keimen zu können. Etwa 50 % der Krümel im Saathorizont sollten dem Durchmesser des Samenkorns entsprechen.
  3. Flache Saatbettbereitung: Das feine Rapssaatgut sollte für einen sicheren Feldaufgang, ohne dass es nach der Saat regnet, in den restfeuchten Boden gedrückt werden, aber mit nicht mehr als 1,5 bis 3 cm Boden bedeckt sein, um ein langes Hypokotyl zu vermeiden. Der „lange Kragen“ wird nach dem Auflaufen durch Wind hin und her gedreht. Dadurch schürft die Epidermis auf. Die Folge ist dann häufig Wurzelhalsphoma.
  4. Eine gute Rückverfestigung ist das A und O um den Boden-Samenkontakt sicherzustellen, Diese erfolgt durch Andruckrollen oder Walze nach der Saat. Aber Vorsicht auf schluffigen Böden. Die gleichmäßigsten Feldaufgänge werden mit Einzelkornaggregaten erreicht. Ziel: Vertikale Homogenität!
  5. Die Rapspflanzen brauchen einen Abstand in der Reihe von 10 – 15 cmStehen die Pflanzen zu eng, leidet die Leistungsfähigkeit der Einzelpflanze und das Auswinterungs- und Lagerrisiko steigt. Stehen die Pflanzen zu weit, reifen sie ungleichmäßig ab, bilden ein geringeres TKG und haben geringere Ölgehalte. Ziel sind 6 – 8 Rapspflanzen pro Meter Drillreihe. Ziel: Horizontale Homogenität

Link zur kompletten PDF

Neueste Infobeiträge

Test Kostenlose Infos

Test Kostenlose Infos

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis,

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.