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Raps – Beisaat zu Winterraps

Aug. 16, 2023 | Grünes Info 2023, Herbst, Raps, Rapsschädlinge

Der Mischanbau (oder das Gemenge) verschiedener Kulturen wurde früher häufiger praktiziert, um z.B. das Lagerrisiko der Erbsen durch die Standfestigkeit der Sommergerste zu verringern und gleichzeitig die N-Bindung durch die Leguminosen durch die Gerste zusätzlich zu verwerten. Im Ökolandbau hat der Gemengeanbau, z.B. Ackerbohnen mit Hafer, Wicken mit Roggen oder Stangenbohnen mit Körnermais eine Bedeutung. Infolge des züchterischen Fortschritts, durch den gezielt möglichen Einsatz von Stickstoffdüngern und von Pflanzenschutzmitteln und letztlich des Ertragsvorteils hat sich die Reinsaat der in der Landwirtschaft genutzten Kulturen durchgesetzt.

Nach dem Wegfall der Neonicotinoid-Beizen im Raps wurde in Frankreich mit Beisaaten zum Raps experimentiert, um dem Schädlingsdruck (Erdfloh) zu begegnen, Unkräuter zu unterdrücken oder durch die Beimischung von Leguminosen zusätzlich Stickstoff zur Verfügung zu stellen. Die Beisaat wird in Direktsaat-Betrieben vereinzelt immer noch praktiziert, hat sich aber insgesamt in Frankreich nicht durchsetzen können.

Bei uns kommt aktuell die Beisaat ins Gespräch, um zusätzlich die Biodiversität bzw. Artenvielfalt zu fördern, aber auch als Beitrag zur Erosionsminderung, insbesondere wenn Raps als Reihenkultur angebaut wird.

Welche Pflanzenarten kommen für die Beisaat in Betracht?

Beispiele:

  • Ackerbohnen
    • N-Fixierung ca. 20 – 40 kg/ha
  • Körnererbsen
    • N-Fixierung ca. 20 – 40 kg/ha
  • Alexandrinerklee + Saatwicke
    • N-Fixierung + Unkrautunterdrückung
  • Bockshornklee + Alexandrinerklee + Perserklee
    • N-Fixierung + Schädlingsdruck reduzieren

Beisaat zur Reduktion des Schädlingsrisiko

Ziel der Beisaat ist es, den Herbstschädlingen eine attraktive Alternative zum Raps anzubieten, sodass der Schädlingsdruck im Raps abnimmt. In Frankreich werden deshalb Rapssorten mit geringer Attraktivität für den Rapserdfloh (z.B. KWS Alessandro) mit 20 % von Rapssorten mit hoher Erdflohattraktivität (z.B. Architect) gemischt. Die Zumischung von Arten mit vergrämender Wirkung (z.B. Bockshornklee) verursachte keine Auswanderung des Schädlings aus dem Schlag, vielmehr sucht der Schädling dann die attraktivere Rapspflanze auf.

Die in manchen Fällen durch Beisaaten herbeigeführte Reduktion des Erdfloh-Larvenbefalls reichte nicht aus, um auf die Bekämpfung mit Insektiziden verzichten zu können.

Beisaat zur Reduktion des Unkrautdruckes

Die Reduktion des Unkrautdruckes erfordert, dass die ausgesäten Beisaatpflanzen früher auflaufen und sich schneller entwickeln als die Unkräuter. Wenn das der Fall ist, kann die Beisaat zu einer Verminderung der Unkrautbelastung beitragen. Allerdings ist die Wirkung schlecht vorherzusagen, so dass auf eine chemische und/oder mechanische Unkrautregulierung in den seltensten Fällen verzichtet werden kann.

Beisaat zur N-Fixierung

In unseren Versuchen wurden durch Ackerbohnen (20 Körner/m²) bzw. durch die Mischung von Alexandrinerklee + Saatwicke (10 kg/ha Rapspro) zwischen 20 und 40 kg/ha N im Frühjahr zusätzlich mineralisiert.

Unkrautspritzung in Raps mit Beisaat

Als vergleichsweise verträglich für Raps und Ackerbohnen bzw. für das Leguminosen-Gemisch als Beisaat erwiesen sich im Vorauflauf:

  • 0,3 l/ha Centium + 1,0 l/ha Fuego
  • 1,8 l/ha Quantum
  • 1,5 l/ha Quantum + 0,6 l/haStomp

Beste Variante im Versuch:

  • 0,3 l/ha Centium
  • + 1,0 l/ha Fuego im Vorauflauf
  • 0,8 l/ha Korvetto (im Frühjahr)

Wo kommt eine Beisaat in Betracht?

  • Standorte auf denen der Raps in Reinsaat regelmäßig Probleme mit dem Feldaufgang hat und/oder die Herbst- plus Winterniederschläge schon im Normaljahr nicht ausreichen, um den Wasservorrat im Boden aufzufüllen, sollte man von einer Beisaat Abstand nehmen.
  • Auch auf Standorten mit hohem Unkrautdruck, insbesondere mit Vogelmiere oder Kamille sind Beisaaten nicht zu empfehlen.
  • Die Beisaat kann dagegen helfen, den Boden auf Standorten mit temporärer Übernässe trocken zu legen.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.