Der Mischanbau (oder das Gemenge) verschiedener Kulturen wurde früher häufiger praktiziert, um z.B. das Lagerrisiko der Erbsen durch die Standfestigkeit der Sommergerste zu verringern und gleichzeitig die N-Bindung durch die Leguminosen durch die Gerste zusätzlich zu verwerten. Im Ökolandbau hat der Gemengeanbau, z.B. Ackerbohnen mit Hafer, Wicken mit Roggen oder Stangenbohnen mit Körnermais eine Bedeutung. Infolge des züchterischen Fortschritts, durch den gezielt möglichen Einsatz von Stickstoffdüngern und von Pflanzenschutzmitteln und letztlich des Ertragsvorteils hat sich die Reinsaat der in der Landwirtschaft genutzten Kulturen durchgesetzt.
Nach dem Wegfall der Neonicotinoid-Beizen im Raps wurde in Frankreich mit Beisaaten zum Raps experimentiert, um dem Schädlingsdruck (Erdfloh) zu begegnen, Unkräuter zu unterdrücken oder durch die Beimischung von Leguminosen zusätzlich Stickstoff zur Verfügung zu stellen. Die Beisaat wird in Direktsaat-Betrieben vereinzelt immer noch praktiziert, hat sich aber insgesamt in Frankreich nicht durchsetzen können.
Bei uns kommt aktuell die Beisaat ins Gespräch, um zusätzlich die Biodiversität bzw. Artenvielfalt zu fördern, aber auch als Beitrag zur Erosionsminderung, insbesondere wenn Raps als Reihenkultur angebaut wird.
Welche Pflanzenarten kommen für die Beisaat in Betracht?
Beispiele:
- Ackerbohnen
- N-Fixierung ca. 20 – 40 kg/ha
- Körnererbsen
- N-Fixierung ca. 20 – 40 kg/ha
- Alexandrinerklee + Saatwicke
- N-Fixierung + Unkrautunterdrückung
- Bockshornklee + Alexandrinerklee + Perserklee
- N-Fixierung + Schädlingsdruck reduzieren
Beisaat zur Reduktion des Schädlingsrisiko
Ziel der Beisaat ist es, den Herbstschädlingen eine attraktive Alternative zum Raps anzubieten, sodass der Schädlingsdruck im Raps abnimmt. In Frankreich werden deshalb Rapssorten mit geringer Attraktivität für den Rapserdfloh (z.B. KWS Alessandro) mit 20 % von Rapssorten mit hoher Erdflohattraktivität (z.B. Architect) gemischt. Die Zumischung von Arten mit vergrämender Wirkung (z.B. Bockshornklee) verursachte keine Auswanderung des Schädlings aus dem Schlag, vielmehr sucht der Schädling dann die attraktivere Rapspflanze auf.
Die in manchen Fällen durch Beisaaten herbeigeführte Reduktion des Erdfloh-Larvenbefalls reichte nicht aus, um auf die Bekämpfung mit Insektiziden verzichten zu können.
Beisaat zur Reduktion des Unkrautdruckes
Die Reduktion des Unkrautdruckes erfordert, dass die ausgesäten Beisaatpflanzen früher auflaufen und sich schneller entwickeln als die Unkräuter. Wenn das der Fall ist, kann die Beisaat zu einer Verminderung der Unkrautbelastung beitragen. Allerdings ist die Wirkung schlecht vorherzusagen, so dass auf eine chemische und/oder mechanische Unkrautregulierung in den seltensten Fällen verzichtet werden kann.
Beisaat zur N-Fixierung
In unseren Versuchen wurden durch Ackerbohnen (20 Körner/m²) bzw. durch die Mischung von Alexandrinerklee + Saatwicke (10 kg/ha Rapspro) zwischen 20 und 40 kg/ha N im Frühjahr zusätzlich mineralisiert.
Unkrautspritzung in Raps mit Beisaat
Als vergleichsweise verträglich für Raps und Ackerbohnen bzw. für das Leguminosen-Gemisch als Beisaat erwiesen sich im Vorauflauf:
- 0,3 l/ha Centium + 1,0 l/ha Fuego
- 1,8 l/ha Quantum
- 1,5 l/ha Quantum + 0,6 l/haStomp
Beste Variante im Versuch:
- 0,3 l/ha Centium
- + 1,0 l/ha Fuego im Vorauflauf
- 0,8 l/ha Korvetto (im Frühjahr)
Wo kommt eine Beisaat in Betracht?
- Standorte auf denen der Raps in Reinsaat regelmäßig Probleme mit dem Feldaufgang hat und/oder die Herbst- plus Winterniederschläge schon im Normaljahr nicht ausreichen, um den Wasservorrat im Boden aufzufüllen, sollte man von einer Beisaat Abstand nehmen.
- Auch auf Standorten mit hohem Unkrautdruck, insbesondere mit Vogelmiere oder Kamille sind Beisaaten nicht zu empfehlen.
- Die Beisaat kann dagegen helfen, den Boden auf Standorten mit temporärer Übernässe trocken zu legen.






