In einigen Getreidebeständen zeichnet sich derzeit akuter Manganmangel ab. Wird der Mangel nicht behoben, können erhebliche Ertragseinbußen entstehen. Besonders betroffen sind Standorte mit starker Manganfestlegung, z.B. durch Trockenheit, lockeren Boden, hohe pH-Werte, Verzicht auf SSA-Düngung bzw. absolut geringer Mn-Versorgung (unter 50 ppm Mn im Boden).
Symptome für akuten Manganmangel zeigen sich als aufhellende chlorotische Flecken und Streifen an jungen bis mittelalten Blättern, die sich im weiteren Verlauf hellgrau bis hellbraun verfärben. Hellt der Bestand im nicht verfestigten Bereich auf, während er im Bereich verdichteter Fahrspuren grün bleibt, ist von Manganmangel auszugehen.

Bei absolut geringen Mn-Gehalten treten Mangelsymptome auch im festen Boden auf.
Wurde Manganmangel festgestellt, empfiehlt sich Mn-Chelat zu Schossbeginn zu düngen. Mn-Chelat ist in der Spritze einfacher zu handhaben als Mn-Sulfat oder Mn-Nitrat und kann auch mit einer P-Blattdüngung kom- biniert werden. Bei akuten Mangelsymptomen sollte eher auf das besser lösliche und dadurch schneller wirk- same Mn-Nitrat als auf Mn-Sulfat zurückgegriffen werden. Mangan-Carbonat eignet sich aufgrund der gerin- gen Wasserlöslichkeit nicht zur schnellen Abhilfe einerakuten Mangelsituation.
Durch Walzen erfolgt eine Rückverfestigung, wodurch die Mn-Mangelsymptome infolge zu starker Durchlüftung im Boden verringert wird. Gerade bei Sommerungen, die häufiger in zu lockeren Boden gesät werden, hilft das Walzen, um einem Mangel vorzubeugen.
Walzen lohnt sich, wenn Sie mit der Hacke den Boden tiefer als 5 cm eindrücken können bzw. die Pflanzen herausziehen können, ohne die Triebe abzureissen. Auf das Walzen können Sie verzichten, wenn die Getreidepflanzen fest angewurzelt sind und den Boden bedecken, so dass auch der Anteil der Evaporation (= Verdunstung der Bodenoberfläche) gering ist.
Bei akutem Mangel ist oft eine zweimalige Mn-Blattspritzung notwendig. Bei knapper Magnesium-Versorgung sollte die Mn-Blattdüngung mit Bittersalz zusammen ausgebracht werden, um die negativen Bindungsstellen auf dem Blatt abzudecken und damit die Mn-Aufnahme sicherzustellen.









