- Erdmandelgras ist ein Sauergras
- anfangs mit Hirsen zu verwechseln
- tritt vor allem auf Standorten mit regelmäßiger Überschwemmung auf
- weltweit gesehen eines der am schwersten zu bekämpfenden Unkräutern.
- Graminizide (FOP-Mittel) haben keine Wirkung gegen das Erdmandelgras.
- Konkurrenzstark, verbreitet sich insbesondere in Reihenkulturen (Mais, Zuckerrüben)
- Hohe Vermehrungsraten, in Mitteleuropa vegetative Vermehrung durch Knollen.
- Samen des Erdmandelgrases bilden bei uns bisher keine Keime
- Eine Mutterknolle legt bis zu 120 Tochterknollen an.
- Verbreitung durch Bodenabtrag (Erosion) oder Überschwemmung.
- Die Knöllchen haben die Größe eines Maiskorn und werden auch durch Fahrzeuge und Maschinen auf dem Feld und von Feld zu Feld verbreitet. Sie haften an Erntegut und Ernterückständen.
- Auch Feldmäuse verschleppen die Knöllchen.
- Verbreitung mit (Kartoffel-) Saatgut möglich.
Biologie
- Einkeimblättriges, ausdauerndes Sauergras aus den Subtropen.
- Das Erdmandelgras hat eine Vielzahl länglicher, grasähnlicher Blätter.
- Die meist gelb-grünen Blätter heben sich in Zuckerrüben oder im Mais deutlich ab.
- Der Stängel ist dreikantig, wird zwischen 30 bis 70 cm hoch, hat weder Knoten noch Blätter.
- Der endständige Blütenstand besteht aus gelben Blütenährchen
- Knöllchen können auf der Bodenoberfläche Temperaturen bis 0 °C überstehen.
- Austrieb im Frühjahr etwa zeitgleich mit der Maiskeimung, sobald Bodentemperaturen über 9 °C Grad herrschen.
- Vermehrung in Mitteleuropa ausschließlich über die Knöllchen.
- 1 Mutterknolle (Durchmesser 0,5 bis 15 mm) bildet 10 bis 120 Knöllchen.
- Überlebensdauer im Boden beträgt 5 bis 7 Jahre.
- Eine Knolle bildet einen Klon mit einer Länge bis zu zwei Metern.
Bekämpfung:
- der Bekämpfungserfolg hängt vom Behandlungszeitpunkt ab:
- Erdmandelgras im späten Frühjahr bekämpfen, sobald die Knöllchen austreiben. Wenn neue Knöllchen gebildet werden, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich.
- Mit dem Pflug gelangen die Knöllchen in tiefere Bodenschichten, treiben danach über eine lange Zeitspanne aus. Deshalb wird das Erdmandelgras durch nur einmal eingesetzte Herbizide nicht ausreichend erfasst.
- Tief eingearbeitete Knöllchen werden konserviert und können Jahre überdauern.
- Durch Bodenbearbeitung gelangen die Knöllchen an die Oberfläche und keimen dort aus.
- Ohne Pflug treiben die Knöllchen aus den oberen Bodenschichten im Frühjahr in kurzer Zeit aus und werden durch Herbizide oder Hacken erfasst.
Mechanische Bekämpfung:
- Boden möglichst im Herbst weitgehend saatfertig herrichten.
- Knöllchen sind nicht frosthart, sterben durch Bodenfrost ab.
- Wiederholte Bearbeitung mit Striegel oder Scheibenegge bringt Knöllchen zum Keimen. Durch einen weiteren Arbeitsgang wird die Entwicklung und Knöllchenbildung gestört und die Konkurrenzkraft herabgesetzt.
- Wiederholtes Hacken in Reihenkulturen dezimiert das Zyperngras (Erdmandelgras) zwischen den Reihen sehr gut.
- Kombination von Hacken + Herbizid-Anwendung ist am effektivsten.
Chemische Bekämpfung:
- Erdmandelgras gehört nicht zu den Gramineen/Poaceen (Süßgräser), sondern zu den Sauergräsern (Cyperaceae) wie Binsen oder Simsen.
- Graminizide (FOP-Mittel) wirken deshalb nicht gegen das Erdmandelgras.
- Auf Brachen ist mit 3000 g/ha Glyphosat eine Teilwirkung zu erzielen, Knöllchen treiben trotzdem wieder aus, weil der basipetale Transport des Wirkstoffes nicht ausreicht.
- Herbizide wirken nur auf oberirdische Triebe. Knollen überleben den Herbizideinsatz.
- Knollen verhungern aber ohne Assimilate aus den Blättern.
Herbizide mit Teilwirkung gegen Erdmandelgras
- Bodenherbizide wirken am besten vor dem Auflaufen des Erdmandelgrases (ev. Einarbeiten)
- S-Metolachlor (1,0 l/ha Dual Gold)
- Dimethenamid (1,2 l/ha Spectrum)
- Terbuthylazin + Pethoxamid (3,0 l/ha Successor T)
Blattherbizide
- bis unmittelbar nach dem Auflaufen bis zum Keimblattstadium des Erdmandelgrases spritzen:
- 120 g/ha Mesotrione (1,2 l/ha Callisto)
- 40 g/ha Foramsulfuron + 12 g/ha Thiencarbazone (1,25 l/ha MaisTer)
- 14 g/ha Pyroxsulam (200 g/ha Broadway + FHS )
- 30 g/ha Thiencarbazone (+ 75 g/ha Isoxaflutole in 0,33 l/ha Adengo)
- Die Aufnahme von Blattherbiziden ist wegen der aufrechten Blattstellung und der schmalen Blätter eingeschränkt. Deshalb unbedingt Netzmittel mit Haftwirkung zusetzen.
- im Getreide in EC 29/30 behandeln, wenn das Gros des Erdmandelgrases gerade aufgelaufen ist:
- 60 g/ha Concert SX + 0,8 l/ha Starane XL







