Loading...

Mais – Nässe begünstigt das Erdmandelgras (Cyperus esculentus)

Mai 5, 2023 | Anbautelegramme, Erdmandelgras, Grünes Info 2023, Herbizide, Mechanische Unkrautbekämpfung, Nässe, Wetter und Entwicklung

  • Erdmandelgras ist ein Sauergras
  • anfangs mit Hirsen zu verwechseln
  • tritt vor allem auf Standorten mit regelmäßiger Überschwemmung auf
  • weltweit gesehen eines der am schwersten zu bekämpfenden Unkräutern.
  • Graminizide (FOP-Mittel) haben keine Wirkung gegen das Erdmandelgras.
  • Konkurrenzstark, verbreitet sich insbesondere in Reihenkulturen (Mais, Zuckerrüben)
  • Hohe Vermehrungsraten, in Mitteleuropa vegetative Vermehrung durch Knollen. 
  • Samen des Erdmandelgrases bilden bei uns bisher keine Keime
  • Eine Mutterknolle legt bis zu 120 Tochterknollen an.
  • Verbreitung durch Bodenabtrag (Erosion) oder Überschwemmung.
  • Die Knöllchen haben die Größe eines Maiskorn und werden auch durch Fahrzeuge und Maschinen auf dem Feld und von Feld zu Feld verbreitet. Sie haften an Erntegut und Ernterückständen. 
  • Auch Feldmäuse verschleppen die Knöllchen.
  • Verbreitung mit (Kartoffel-) Saatgut möglich.

Biologie

  • Einkeimblättriges, ausdauerndes Sauergras aus den Subtropen.
  • Das Erdmandelgras hat eine Vielzahl länglicher, grasähnlicher Blätter.
  • Die meist gelb-grünen Blätter heben sich in Zuckerrüben oder im Mais deutlich ab.
  • Der Stängel ist dreikantig, wird zwischen 30 bis 70 cm hoch, hat weder Knoten noch Blätter.
  • Der endständige Blütenstand besteht aus gelben Blütenährchen
  • Knöllchen können auf der Bodenoberfläche Temperaturen bis 0 °C überstehen.
  • Austrieb im Frühjahr etwa zeitgleich mit der Maiskeimung, sobald Bodentemperaturen über 9 °C Grad herrschen.
  • Vermehrung in Mitteleuropa ausschließlich über die Knöllchen.
  • 1 Mutterknolle (Durchmesser 0,5 bis 15 mm) bildet 10 bis 120 Knöllchen.
  • Überlebensdauer im Boden beträgt 5 bis 7 Jahre.
  • Eine Knolle bildet einen Klon mit einer Länge bis zu zwei Metern.

Bekämpfung:

  • der Bekämpfungserfolg hängt vom Behandlungszeitpunkt ab:
    • Erdmandelgras im späten Frühjahr bekämpfen, sobald die Knöllchen austreiben. Wenn neue Knöllchen gebildet werden, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich.
  • Mit dem Pflug gelangen die Knöllchen in tiefere Bodenschichten, treiben danach über eine lange Zeitspanne aus. Deshalb wird das Erdmandelgras durch nur einmal eingesetzte Herbizide nicht ausreichend erfasst.
  • Tief eingearbeitete Knöllchen werden konserviert und können Jahre überdauern.
  • Durch Bodenbearbeitung gelangen die Knöllchen an die Oberfläche und keimen dort aus.
  • Ohne Pflug treiben die Knöllchen aus den oberen Bodenschichten im Frühjahr in kurzer Zeit aus und werden durch Herbizide oder Hacken erfasst.

Mechanische Bekämpfung:

  • Boden möglichst im Herbst weitgehend saatfertig herrichten.
  • Knöllchen sind nicht frosthart, sterben durch Bodenfrost ab.
  • Wiederholte Bearbeitung mit Striegel oder Scheibenegge bringt Knöllchen zum Keimen. Durch einen weiteren Arbeitsgang wird die Entwicklung und Knöllchenbildung gestört und die Konkurrenzkraft herabgesetzt.
  • Wiederholtes Hacken in Reihenkulturen dezimiert das Zyperngras (Erdmandelgras) zwischen den Reihen sehr gut.
  • Kombination von Hacken + Herbizid-Anwendung ist am effektivsten.

Chemische Bekämpfung:

  • Erdmandelgras gehört nicht zu den Gramineen/Poaceen (Süßgräser), sondern zu den Sauergräsern (Cyperaceae) wie Binsen oder Simsen.
  • Graminizide (FOP-Mittel) wirken deshalb nicht gegen das Erdmandelgras.
  • Auf Brachen ist mit 3000 g/ha Glyphosat eine Teilwirkung zu erzielen, Knöllchen treiben trotzdem wieder aus, weil der basipetale Transport des Wirkstoffes nicht ausreicht.
  • Herbizide wirken nur auf oberirdische Triebe. Knollen überleben den Herbizideinsatz.
  • Knollen verhungern aber ohne Assimilate aus den Blättern.

Herbizide mit Teilwirkung gegen Erdmandelgras

  • Bodenherbizide wirken am besten vor dem Auflaufen des Erdmandelgrases (ev. Einarbeiten)
    • S-Metolachlor (1,0 l/ha Dual Gold)
    • Dimethenamid (1,2 l/ha Spectrum)
    • Terbuthylazin + Pethoxamid (3,0 l/ha Successor T)

Blattherbizide

  • bis unmittelbar nach dem Auflaufen bis zum Keimblattstadium des Erdmandelgrases spritzen:
    • 120 g/ha Mesotrione (1,2 l/ha Callisto)
    • 40 g/ha Foramsulfuron + 12 g/ha Thiencarbazone (1,25 l/ha MaisTer)
    • 14 g/ha Pyroxsulam (200 g/ha Broadway + FHS )
    • 30 g/ha Thiencarbazone (+ 75 g/ha Isoxaflutole in 0,33 l/ha Adengo)
  • Die Aufnahme von Blattherbiziden ist wegen der aufrechten Blattstellung und der schmalen Blätter eingeschränkt. Deshalb unbedingt Netzmittel mit Haftwirkung zusetzen.
  • im Getreide in EC 29/30 behandelnwenn das Gros des Erdmandelgrases gerade aufgelaufen ist:
    • 60 g/ha Concert SX + 0,8 l/ha Starane XL

Link zur kompletten PDF

Neueste Infobeiträge

Test Kostenlose Infos

Test Kostenlose Infos

Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Donec quam felis, ultricies nec, pellentesque eu, pretium quis,

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.