Die nass-kalte Witterung verzögert die Maisaussaat. Das wird sich auch auf die Herbizidmaßnahmen auswirken. Unkräuter mit geringen Temperaturansprüchen (Ausfallraps, Kamille, Stiefmütterchen, Ehrenpreis, Vogelknöterich) und aus tieferen Schichten keimende Unkräuter wie Windenknöterich oder Klettenlabkraut werden vor dem Mais auflaufen und sich bei Temperaturen unter 18 °C schneller entwickeln als der Mais. Diese Unkräuter konkurrieren mit den jungen Maispflanzen um Wasser und Nährstoffe. Vor allem versucht die Maiswurzel den Unkrautwurzeln und deren Ausscheidungen auszuweichen. Dadurch wird der Wurzelraum der Einzelpflanze eingeschränkt. Die Wurzelkonkurrenz beeinträchtigt die Ertragsfähigkeit der Maispflanzen stärker als die oberirdische Konkurrenz.
Früh keimende Unkräuter mit geringem Temperaturanspruch, vor allem Unkräuter mit starken Wurzelausscheidungen, z.B. Kreuzblütler (Senf, Hederich, Raps) oder Korbblütler (Kamille), müssen deshalb frühzeitig bis spätestens zum beginnendem 2-Blattstadium des Maises (EC 12) bekämpft werden.
Herbizid-Splitting
Anwendungstermine bis zum 3-Blatt-Stadium sind für den Mais verträglicher. Ab dem 4-Blattstadium ändert sich die Oberfläche der Maisblätter. Anstelle der bis dahin kristallischen, schlecht benetzbaren Struktur der Wachsschicht, bildet sich ein dünner Wachsfilm, durch den die Herbizid-Wirkstoffe leichter in die Maispflanzen eindringen.
Bei einem Kälteeinbruch in der 2. Mai-Dekade ist zudem die Spritzung mit Triketone-Mitteln (Mesotrione, Tembotrione) und Sulfonylharnstoffen kritisch für den Mais, der diese Herbizidwirkstoffe bei kühler Witterung nur langsam abbauen kann. Erfolgt die erste Spritzung erst, nachdem die Kälteperiode vorbei ist, wird der Mais nicht selten durch den Raps und andere Unkräuter mit geringem Wärmeanspruch unterdrückt.
Ein Herbizid-Splitting ist im Mais angeraten
- gegen Ausfallraps, Senf, Hederich, Rauken bei massivem Besatz,
- früh auflaufenden Windenknöterich (und Klettenlabkraut),
- wenn Unkräuter wie Hirsen in mehreren Wellen auflaufen,
- wenn Tiefwurzler oder Ackerwinden einer späteren, gesonderten Behandlung bedürfen,
- wenn der Mais bis Mitte Mai das 3-Blattstadium erreichen kann.

Hinweise zur Folgespritzung bzw. zum einmaligen Herbizideinsatz im Mais im nächsten Info (9/2023).
Adengo – Alternative zum Terbuthylazin
Seit Dezember 2021 gilt die Anwendungsbestimmung NG362 für Terbuthylazin-Mittel: Innerhalb von 3 Jahren (rückwirkend bis 2020) dürfen maximal 850 g/ha Terbuthylazin gespritzt werden. Zudem ist nur noch eine einmalige Anwendung ohne Berücksichtigung der Aufwandmenge im Jahr gestattet. Als Alternative für das Terbuthylazin ist seit 2018 das Adengo auf dem Markt.






