Wann ist der optimale Saatzeitpunkt für den Mais?
Die derzeit nassen Böden werden sich nur langsam erwärmen. Deshalb ist eine (zu) frühe Maisaussaat nicht angeraten. Mais sollte erst gesät werden, wenn zu erwarten ist, dass die Bodentemperaturen dauerhaft die 8 °C Marke überschreiten und nach der Saat mit Bodentemperaturen von über 13 °C zu rechnen ist. Damit sind die Voraussetzungen für schnellen Feldaufgang und zügige Jugendentwicklung gegeben. Bei Bodentemperaturen über 13 °C läuft der Mais bei ausreichender Bodenfeuchte innerhalb von einer Woche bis 10 Tagen gleichmäßig auf.
Der zügig auflaufende Mais ist später robuster, falls eine erneute Kältewelle im Mai drohen sollte.
Das Saatgut muss zwingend mit dem feuchten Boden Kontakt haben, damit ein sicheres Auflaufen auch ohne nachfolgenden Regen gewährleistet ist. Deshalb muss die Saatbettbereitung flach erfolgen und vor allem kurz vor der Aussaat erfolgen.
Kontrollieren Sie beim Säen mehrmals am Tag die Ablagetiefe und passen Sie diese den unterschiedlichen Bedingungen an. Oft kann morgens flacher gesät werden als am Nachmittag. Die Mindestablagetiefe von 5 cm sollte für eine gute Wurzelentwicklung nicht unterschritten werden.
Doppel- und Fehlstellen werden durch die richtige Abstreifer-Einstellung vermieden.
Langsamer Feldaufgang schwächt die Vitalität
Lange Auflaufphasen von mehr als 18 Tagen infolge zu früher Saat in den noch kalten Boden schwächen die Vitalität der jungen Pflanzen. Auch die Insektizidbeize verliert dadurch schneller ihre Schutzwirkung. Die Folge sind Fehlstellen bzw. ungleichmäßige Feldaufgänge.
Der Mais sollte innerhalb von 48 Stunden nach dem Legen vollständig auflaufen. Beschattungseffekte auf die Nachzügler reduzieren deren Ertragspotenzial bis hin zum Totalausfall. Auch der Herbizideinsatz gestaltet sich schwierig, wenn der Mais verzettelt aufläuft.
Warum Unterfußdüngung?
Der Mais reagiert selbst auf gut mit Phosphor versorgten Böden positiv auf die P-Unterfußdüngung. Allerdings ist zu beachten, dass Phosphor in hoher Konzentration die Maiswurzel dazu verleitet, nicht in die Tiefe zu wachsen. Das wirkt sich unter trockenen Bedingungen limitierend auf die Ertragsleistung aus.
In den meisten Fällen empfiehlt sich eine Unterfußdüngung mit 50 bis 80 kg/ha DAP, auf Güllestandorten mit hoher N-Versorgung kann auf 50 bis 80 kg/ha MAP zurückgegriffen werden. Bei pH-Werten über 7,2 bietet es sich an, DAP oder MAP mit SSA zu kombinieren, um einen versauernden Effekt zu erzielen und somit die Verfügbarkeit von Phosphor (und Mikronährstoffen) zu verbessern.
Auch die Spurenelemente Mangan, Zink und Bor, z.B. im Excello 3+1+1, fördern die Entwicklung der Maispflanzen.
Saatstärke an Sorte, Standort und Saattermin anpassen
Die Saatstärke muss auf Sorte, Standort und Saattermin ausgerichtet sein. Je früher eine Sorte ist (FAO 180 – 220), umso höher sollte die Bestandesdichte (je nach Wasserhaushalt 7 bis 11 Pflanzen je m²) gewählt werden, da der Kolbenertrag der frühen Sorten begrenzt ist. Um eine sichere Belichtung der Einzelpflanze zu gewährleisten, sollten aber nicht mehr als 11 Pflanzen pro m2 angebaut werden. Auf eine ausreichende Belichtung ist insbesondere bei großrahmigen Typen mit breitem Blatt zu achten (maximal 7 bis 8 Pflanzen).
Später reife Sorten (FAO 250 bis 280) kommen mit niedrigeren Saatstärken aus, da diese Sorten den Standraum der Einzelpflanze durch ein höheres Kolbengewicht ausnutzen. Niedrige Pflanzenzahlen von 5 bis 6,5 Pflanzen pro m2 eignen sich für Standorte mit knapper Wasserversorgung und dadurch begrenztem Ertragspotenzial in Süd- (z.B. Unterfranken, Pfalz) und Ostdeutschland (z.B. Süd-Brandenburg, Nordsachsen).
Weniger als 7 Pflanzen je m² sind auf Standorten in West- und Norddeutschland mit ausreichender Wasserversorgung aufgrund der dort geringeren Einstrahlung mit einem stärkeren Ertragsrückgang verbunden als im Süden.
Eine Maispflanze benötigt je nach Sättigungsdefizit der Luft zwischen 40 und 50 l Wasser vom Auflaufen bis zur Reife. In Abhängigkeit von der Wasserversorgung und dem Ertragspotenzial des Standortes lässt sich die notwendige Pflanzzahl je Hektar errechnen.

Aussaat – Saatbettbedingungen gehen vor Saatzeit
Sichere, homogene Feldaufgänge setzen neben steigenden Bodentemperaturen folgende Punkte voraus:
- Grundsätzlich: Mais muss ohne Regen nach der Saat auflaufen!
- hoher Feinerdeanteil im Saathorizont und darunter bis 15 cm
- gleichmäßige Saatgutablage in den feuchten Boden, andrücken
- Boden soll unter dem Saatkorn leicht durchwurzelbar bleiben
- gute Saatgutbedeckung, kein Licht auf das Saatkorn, 5 cm Ablagetiefe einhalten
Das Saatgut wird in eine V-förmige Saatrille abgelegt und anschließend angedrückt. Dadurch wird ein ausreichender Bodenkontakt mit dem Saatkorn hergestellt, der bei ausbleibenden Regen für einen sicheren Feldaufgang notwendig ist.
Optimaler Auflauf erfordert einen optimalen Schardruck. Automatische Anpassung des Schardrucks bewirkte eine gleichmäßige Einbettung. Bei mechanisch eingestelltem Schardruck muss im Laufe des Tages mehrmals Ablagetiefe und Ausbildung des Saatfurche kontrolliert werden.
Im nassen Boden verdichtet ein zu hoher Schardruck wiederum die Saatfurchenwände. Das wirkt sich negativ auf die Wurzelentwicklung aus.
Bei Trockenheit und damit einhergehend tieferer Saatgutablage muss unbedingt auf optimal eingestellte Furchenräume geachtet werden, damit das Saatkorn nicht auf die lose Erde abgelegt wird.
Eine tiefere Saatgutablage (tiefer als 5 cm) verzögert den Auflauf und somit die Entwicklung der Maispflanzen. Bei zu flacher Ablage von weniger als 5 cm nimmt das Risiko von Vogelfraß zu. Gegen Vogelfraß gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeit mehr außer eine ausreichend tiefe Saatgutablage.
Mais: Ertragsfaktor Wurzel
Ab der Keimung bis zum 3-Blatt-Stadium wachsen aus dem Maiskorn die Primär- und Seminalwurzeln, die bereits im Embryo angelegt werden. Unter optimalen Bedingungen sind die Primärwurzeln einem ausgeprägten Geotropismus (Wachstum in die Tiefe) unterworfen: Die Wurzel wächst in den kühleren Boden nach unten. Kühlt dagegen die Bodenoberfläche aus, kann es passieren, dass die Primärwurzel sich nach oben dreht (siehe Foto Abb. 1).
Primär- und Seminalwurzeln sind in der frühen Jugendphase bis zur Bestandesetablierung im 6 bis 8-Blatt Stadium entscheidend für die Nährstoffaufnahme und für die frühen generativen Anlageprozessen von Fahne und Kolben.
Ab dem 4-Blattstadium (300 Gradtage) beginnt die Bildung von Kronen- oder Adventivwurzeln aus den unterirdischen gebildeten Knoten. An den oberirdischen Knoten werden Stützwurzelkränze ausgebildet.
Sorten, die mit Stressbedingungen wie Stickstoff- oder Wassermangel besser zurechtkommen, scheinen in puncto Wurzelleistung und damit auch Nährstoffaneignung besser zu sein:
z.B.: DKC 3414 (S250/K240), DKC 3418 (S250/K250), DKC 3450 (S250/K250), DKC 4109 (K270), KWS Johaninio (S210/K230), Benedicto KWS (S230/K230), KWS Gustavius (S240/K230), KWS Shako (S280), LG 31238 (K220), P 8604 (K210), P 8834 (K250), P9610 (K280), P9757 (K290), SY Glorius (S260/K250)
Intakte Bodenstruktur – intaktes Wurzelwachstum
Maiswurzeln reagieren auf Bodenverdichtungen und Sauerstoffmangel im Krumenbereich äußerst empfindlich. Deshalb sollte auf schweren Böden die Grundbodenbearbeitung im Herbst abgeschlossen sein.
Im Frühjahr darf auf tonigen Böden sowohl die Einarbeitung organischer Dünger und von Zwischenfrüchten als auch die Saatbettbereitung nur so tief erfolgen, dass genug Feinerde im Saatbett erzeugt ist. Keinesfalls dürfen nasse Kluten hochgeholt werden, die steinhart werden, wenn sie danach austrocknen. Für schwere Böden eignen sich deshalb vor allem Feingrubber mit engem Strichabstand oder auch Kreiselgrubber/egge.
Sandige oder schluffige Böden, die zum Dichtlagern neigen, benötigen dagegen eine krumentiefe Bearbeitung im Frühjahr. Zur Gülleeinarbeitung (mit Zwischenfrucht) sollte im Anschluss eine tiefe Bodenbearbeitung mit einem mehrbalkigen Grubber vorgenommen werden.
Der bearbeitete Boden braucht bis zur Aussaat Zeit, damit sich das Gefüge stabilisiert.
Deshalb sollten nach Möglichkeit alle Anbaumaßnahmen im Frühjahr einschließlich der Aussaat zu Beginn einer Schönwetterphase bis spätestens einen Tag vor einem Wetterumsturz durchgeführt werden.
Die Saatbettbereitung erfolgt dann unmittelbar vor der Saat mit Feingrubber oder Saatbettkombination, zur Not auch mit der Scheibenegge.
Bei intakter Bodenstruktur findet eine schnelle Wurzeletablierung der unterschiedlichen Wurzeltypen statt. Außerdem wird der effektive Wurzelraum optimal erschlossen, was bei Wasserknappheit ein entscheidender Faktor ist.
Mit der Bodenbearbeitung wird auch der Wärmehaushalt des Bodens beeinflusst. Vor allem in kalten Jahren ist die Entwicklung des Maises auf intensiv bearbeiteten Böden besser im Vergleich zu extensiven Verfahren. Nicht nur das Wurzelwachstum, auch die Blattbildung profitiert von höheren Bodentemperaturen, solange sich der Vegetationskegel des Sprosses unter der Erdoberfläche befindet.







