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Körnermais – Strohmanagement und Bodenbearbeitung nach der Ernte

Okt. 24, 2023 | Bodenbearbeitung, Grünes Info 2023, Herbst, Körnermais

Soll nach der in diesem Jahr späten Körnermaisernte noch Weizen bestellt werden, bleibt nur ein enges Zeitfenster für die Zerkleinerung und Einarbeitung des Maisstrohs. Das unterschiedliche Strohaufkommen erfordert eine angepasste Intensität. Bei hohem Körnermaisertrag mit entsprechend hoher Biomasse der Restpflanze müssen bis zu 15 t Stroh pro Hektar eingearbeitet werden. Diese Zahl ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass man bei 100 dt/ha Winterweizen mit 8 t/ha Stroh kalkuliert.

Unabhängig von der Strohmenge sind gut gewartete Maispflücker notwendig, um Stroh und Stoppeln bereits bei der Ernte zu zerkleinern und aufzuspalten. Das hat den großen Vorteil, dass die Maisstängel zerkleinert werden, bevor sie überfahren werden. Platt gefahrene Maisstängel werden in anschließenden Bearbeitungsgängen mit Mulcher oder Messerwalze nicht sauber erfasst und sind aus phytosanitärer Sicht problematisch.

Schlegelmulcher effektiver als Messerwalze

Aber auch bei guter Erntetechnik ist anschließend ein Arbeitsgang mit dem Schlegelmulcher sinnvoll. Dadurch wird das Körnermaisstroh für eine schnelle Rotte weiter zerkleinert und aufgetrennt. Die zügige Strohrotte bildet die Grundlage für die vorbeugende Maiszünsler- und Fusarienbekämpfung und ist ein Baustein des integrierten Pflanzenschutzes. Obwohl das Mulchen mit dem Schlegelmulcher teuer ist, ist dieser aufgrund der intensiveren Zerkleinerung der Messerwalze vorzuziehen.

Nach der Maisernte ist auch mit den großen Wurzelballen des Maises zu kämpfen. Ein erster Bodenbearbeitungsgang mit einer aggressiv schneidenden Scheibenegge liefert hier Abhilfe und vereinfacht damit alle weiteren Bearbeitungsgänge. Im noch festen Boden können die Wurzelballen nicht ausweichen und werden zerschnitten. Dabei sollte schräg zu den Maisreihen gefahren werden.

Je nach Strohaufkommen ist vor dem Pflügen Grubbern auf halbe Pflugtiefe (15 cm) mit mischenden Scharen angebracht. Strohmatten behindern das Wurzelwachstum der Folgekultur und müssen deshalb in Anbetracht der Wetterextreme (zu nass oder zu trocken) unbedingt vermieden werden.

Verzicht auf den Pflug nach Körnermais?

Bei wenig Stroh und geringem Fusariumdruck kann auf den Pflug verzichtet werden. Dies gilt auch, wenn dem Mais eine Sommerung folgt, z.B. Sojabohnen oder Sommergerste. In diesem Fall ist die Mulchschicht auf der Bodenoberfläche über Winter sogar erforderlich, um Erosion zu vermeiden. Auf biologisch aktiven Böden wird das Stroh bis zu Sojaaussaat weitgehend umgesetzt. Allerdings muss dafür die GLÖZ 6-Regel zur Mindestbodenbedeckung nach GAP eingehalten werden. GLÖZ 6 erfordert den Bewuchs oder eine Mulchschicht vom 15. November bis zum 15. Januar. Das wird durch den Verzicht auf die Bodenbearbeitung nach der Maisernte oder durch eine Zwischenfrucht erreicht.

Die Etablierung einer deckenden Zwischenfrucht nach der Maisernte bis zum 15. November ist in vielen Regionen kaum möglich. Komplett auf die Bodenbearbeitung zu verzichten, um die Anforderungen für die Bodenbedeckung der GAP nach Mais einzuhalten, ist aus phytosanitärer Sicht aber ebenfalls nicht zu empfehlen. Nach (spätem) Körnermais sollte man deshalb von der 20 %-Regelung Gebrauch zu machen, wenn eine Sommerung folgt. Diese besagt, dass die Mindestbodenbedeckung nur auf 80 % der Ackerfläche eingehalten werden muss. Darauf kann man auch nach späten Rüben zurückgreifen, wenn kein Weizen oder keine „Wechselgerste“ mehr angebaut wird, da ein übernasser, verdichteter Boden im Winter zu unkontrollierten Lachgas-Emissionen führt. Betriebe mit einem hohen Anteil an Sommerungen werden deshalb vor einigen Problemen stehen und Kompromisse eingehen müssen.

Bodenbearbeitung nach Körnermais

  1. Mulchen mit dem Schlegelmulcher
  2. Wurzelballen mit der Scheibenegge durchschneiden
  3. Körnermaisstroh auf halbe Tiefe (15 cm) mit Grubber einmischen
  4. Pflügen ohne Vorschäler oder Scheibenseche oder Tiefgrubbern
  5. Aussaat von Weizen oder Herbstaussaat von Sommergerste bis zum 26.10. (Vorpommern) bzw. 02.11. (Rhein-Main-Gebiet) erfolgen, um bis zum 15.11. aufzulaufen (Anforderungen an die Bodenbedeckung)

Bodenbearbeitung nach Körnermais mit nachfolgendem Anbau einer Sommerung

  1. Mulchen mit dem Schlegelmulcher
  2. Wurzelballen mit der Scheibenegge durchschneiden
  3. Boden 15 cm tief mit schmalen Scharen bearbeiten, damit Maisstroh auf der Bodenoberfläche bleibt
  4. Stroh bis 15. Januar an der Oberfläche belassen
  5. Ab 15.01. kann das Maisstroh eingepflügt oder tief eingegrubbert werden

Was bedeutet 80 % – Regelung?

80 % der Ackerfläche eines Betriebes muss vom 15.11.2023 bis 15.1.2024 eine Bodenbedeckung aufweisen. Auf maximal 20 % ist keine Bodenbedeckung erforderlich.

Als Bodenbedeckung gelten

  • mehrjährige Kulturen (z.B. Kleegras, Luzerne)
  • Winterkulturen, die bis zum 15.11. aufgelaufen sein müssen
  • Zwischenfrüchte
  • Stoppelbrachen (Körnerleguminosen, Getreide, Mais)
  • Mulchflächen (z.B. mit Grubber oder Scheibenegge)
  • Mulchauflagen (Erntereste)
  • Vlies / Folie (z.B. im Kartoffel- oder Gemüseanbau)

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.