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Bestände aufpeppen

Bestände aufpeppen

Durch die hohe Temperatursumme sind viele Bestände – hauptsächlich früh gepflanzte Bestände – aktuell schon sehr weit in der Entwicklung. In einigen Fällen geht der Blattapparat schon stark in die Abreife, wobei die Knollen potenziell noch 4 Wochen oder länger wachsen sollten. In dieser Situation muss, wie schon die gesamte Vegetation über, versucht werden, den Bestand möglichst jung und somit am Wachsen zu halten, mit der Hoffnung auf einen späten Zuwachs unter niedrigeren Temperaturen und Niederschlägen.
Damit der Blattapparat am Wachsen gehalten wird, müssen Cytokinine gefördert werden. Der Bestand muss möglichst grün gehalten werden. Dies gelingt am effektivsten durch die fungizide Wirkstoffklasse der Strobilurine. Dabei ist das Azoxystrobin im Ortiva mit einer stärkeren Cyt-Wirkung zu bewerten als das F500 im Signum. Auch ein P-haltiger Blattdünger fördert und hält den Energiestoffwechsel in der Pflanze aufrecht. Ebenso unterstützt ein Mangan indirekt die Cytokinine im Blatt.

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Entwicklung der Kartoffeln

Die Kartoffelbestände haben in den letzten Wochen sehr viel Temperatursumme erlebt. Aufgrund dessen sind viele Bestände jetzt deutlich weiter entwickelt als in anderen Jahren. Durch die hohen Temperaturen altert der Blattapparat schneller, dies führt zur früheren Abreife der Bestände.
Als Folge der höheren Temperaturen seit Anfang der Vegetation leidet in vielen Fällen die Wurzelentwicklung. Auch die Trockenheit reduziert das Wurzelwachstum, vor allem im unteren Bereich des Kartoffeldamms, der teilweise seit der Pflanzung nicht mehr durchfeuchtet war. Mit einer verringerten Wurzelleistung reduziert sich auch die Nährstoffaufnahme.
Warum werden viele Bestände aktuell hell?
Mit einer schwachen Wurzel wird weniger Phosphor und Zink aufgenommen. Phosphor wird für den Energiestoffwechsel der Pflanze benötigt, Zink wiederum zur Umverlagerung von Assimilaten aus dem Blatt in die Wurzeln/Knollen.
Aktuell fallen viele Bestände auf, die in den oberen Blattetagen hell werden. Dies ist aber kein Stickstoffmangel, dieser würde sich zuerst auf den unteren Blättern zeigen. Bei einem Farbvergleich der Blattetagen wird deutlich, dass die unteren Blätter deutlich dunkler sind.

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Aktuelle Situation – Phosphat- und Kaliummangel bereiten 2026 große Probleme

Hohe Temperaturen lassen Bestände und Wurzeln schnell altern

Die deutschlandweit hohen Temperaturen Ende Juni haben zu einer enormen Alterung der Kartoffelbestände geführt. Vor allem Bestände, die in ihrer Entwicklung Mitte bis Ende der Blüte waren, haben stark unter der Hitze gelitten. Jüngere Bestände, die gerade im Reihenschluss waren, konnten die Hitze besser vertragen. Durch die hohen Bodentemperaturen haben auch die Wurzeln stark abgebaut. In den Beständen kann dies aktuell an einem reduzierten Anteil an Feinwurzeln beobachtet werden. In der Folge ist die Phosphataufnahme stark eingeschränkt. Dies fällt bei der Betrachtung aktueller Nährstoffanalysen auf.

Phosphor – Nachlieferungsprobleme unter trockenen Bedingungen

Die P-Versorgung in den Pflanzenanalysen war zu Beginn der Saison in den meisten Fällen in Ordnung. Die P-Versorgung korreliert stark mit der Jugendentwicklung und der Vitalität der Bestände. Mit einsetzender Trockenheit und steigenden Temperaturen fiel die P-Versorgung vieler Bestände schnell ab.

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Einsatz von Maleinsäure

Auch die Maleinsäure hat wie die cymoxanilhaltigen Fungizide einen negativen log Pow-Wert, heißt die Wasserlöslichkeit ist deutlich höher als die Fettlöslichkeit. Dadurch, dass sich diese Wirkstoffe nicht in Fett lösen, dringen sie auch nicht in eine intakte Wachsschicht ein. Erst mit nachfolgend hoher Luftfeuchtigkeit kann die Wachsschicht aufquellen und diese nicht fettlöslichen Wirkstoffe können aufgenommen werden. Somit haben Applikationen auf eine starke Wachsschicht keine Wirkungsgrade, da der Wirkstoff auf der Wachsschicht bleibt und durch einen nachfolgenden Niederschlag abgewaschen werden kann.

Vor diesem Hintergrund sind die Anwendungsbedingungen der Hersteller nachvollziehbar: keine Anwendung über 25°C, keine Bewässerung innerhalb der nächsten 12-24 Stunden.

Die eingeschränkte Zellteilung durch die Maleinsäure hat nicht nur einen möglichen Minderertrag zur Folge. Durch die eingeschränkte Zellzahl können die angelegten Zellen auch soweit gestreckt werden, dass diese platzen und in der Folge Wachstumsrisse oder hohlherzige Kartoffeln entstehen können.

Kommt es nach der vielerorts ausgeprägten Trockenheit und Hitze aktuell zu besseren Wachstumsbedingungen, müssen diese zuerst ausgenutzt werden, damit sich der Bestand regenerieren kann.

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Sikkation abhängig vom Stärkegehalt

In nahezu allen Blattnährstoffanalysen in diesem Jahr war Stickstoff gut bis zu hoch versorgt. Vor allem für eine frühe Verwertung reduziert eine hohe N-Konzentration die Stärkeeinlagerung und verzögert somit die Abreife.

Die Stärkegehalte variieren sehr stark in Abhängigkeit der Bestandesentwicklung und des Nachlieferungsvermögens. Deshalb sollte eine Stärkemessung unbedingt vor der geplanten Sikkation durchgeführt werden. Wurde mit der Stickstoffversorgung über das Ziel hinausgeschossen, sind die Bestände noch zu stark im Wuchs oder die Ansätze zu knapp. In diesen Fällen bietet es sich an, die Umverlagerung und somit die Stärkeeinlagerung zu beschleunigen. Damit die Assimilate aus dem Blattapparat in die Knollen verlagert werden, müssen in der Pflanze Auxine gefördert werden. Die Bildung von Auxinen im Blattapparat wird durch die Nährstoffe Bor und Zink unterstützt.

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Aktuelle Situation

Die Krautfäule-Situation ist regional sehr unterschiedlich: von höchstem Infektionsdruck, aufgrund hoher Regenmengen mit übernassen Bedingungen, bis zu sehr trockenen Regionen mit sehr wenigen Niederschlägen imMai. Dennoch darf die Gefahr einer Primärinfektion in dieser Saison nicht unterschätzt werden. Oftmals ist Stängelphytophthora unter ungünstigen Bedingungen bereits ausgebrochen. Daher muss vor allem in spätgepflanzten Beständen die Erstbehandlung ab dem Berühren in der eigenen Reihe gesetzt werden. Spätestens zum Reihenschluss sollte dann ein systemischer Wirkstoff eingesetzt werden, denn die spät gepflanzten Bestände, die innerhalb weniger Tage ihre Jugendentwicklung durchlaufen, sind besonders gefährdet.

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Blattapparat schon früh fördern und somit vital halten

Die gesamte Produktionstechnik muss, unabhängig von der Verwertungsrichtung, auf eine hohe Knollenanzahl ausgelegt sein. Neben der begrenzten Größe zur Vermarktungsfähigkeit im Speisekartoffelanbau muss in Zukunftauch in der Verarbeitung die Knollenanzahl größte Bedeutung zukommen.

Neben der Knollenanzahl war vor allem in den vergangenen Jahren die Vitalität und das physiologische Alter des Blattapparates ertragsbegrenzender Faktor.

In einigen Regionen blühen früh gepflanzte Bestände schon weit vor Reihenschluss. Die hohen Temperaturen Ende Mai haben das physiologische Alter dieser Bestände zusätzlich gefördert.

Hier müssen schon früh Maßnahmen ergriffen werden, um das physiologische Alter der Bestände zu reduzieren.

Maßnahmen zur Reduktion des physiologischen Alters

Eine Verringerung des physiologischen Alters wird durch alle Maßnahmen erreicht, die den Blattapparat grünenlassen. Dieser Greening-Effekt kann durch diverse Maßnahmen erreicht werden.

Die fungiziden Wirkstoffklassen der Strobilurine und Azole reduzieren die Synthese des Reifehormons Ethylen. Infolge dessen bleibt der Bestand jünger.

P-Blattdünger unterstützen den Energiestoffwechsel einer Pflanze.

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Zunehmender Phytophthora-Druck – Wirkungsdauer nicht überschätzen

Zunehmender Phytophthora-Druck – Wirkungsdauer nicht überschätzen

Mit lokal intensiven Niederschlägen kann es auch in der aktuellen Phase noch zum Ausbruch einer Primärinfektion aus dem Pflanzgut kommen. Daher muss nach hohen Niederschlagsmengen (> 30 – 40 mm) und kurzzeitig zu nassen Bedingungen mit systemischen Produkten (Propamocarb/Cymoxanil) eine mögliche systemische Ausbreitung unterbunden werden.
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Zunehmender Phytophthora-Druck – Wirkungsdauer nicht überschätzen

Alternaria-Bekämpfung nicht vernachlässigen

Mit steigenden Temperaturen und hoher Einstrahlung darf die Bekämpfung der Alternaria nicht außer Augen gelassen werden. Vor allem auf beschädigtem Gewebe, aufgrund von Nährstoffmangel, gestoppten KF-Infektionen oder auf vom Propamocarb oder Ranmann verbranntem Gewebe kann sich in der Folge Alternaria setzen.
Das Problem der (teil-)systemischen Wirkstoffe ist, dass sie nicht in verbranntes oder beschädigtes Gewebe gelangen. Setzt sich die Alternaria auf ein Blatt mit ausgetrockneter Krautfäule, kann sie trotz Spezialpräparat immer weiter sporulieren und beschädigte Stellen auch infizieren.
Die Wirkstoffe Fluxapyroxad und Fluopyram gehören wie auch das Boscalid zur Wirkstoffklasse der Carboxamide. Als (teil-)systemischer Wirkstoff liegt dessen Stärke vor allem in der Dauerwirkung. Da sich der Wirkstoff sehr langsam in der Pflanze verteilt, muss er früh in der Alternaria-Strategie eingesetzt werden.

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Zunehmender Phytophthora-Druck – Wirkungsdauer nicht überschätzen

Kartoffelkäfer-Bekämpfung

Neben den Pyrethroiden mit überwiegender Kontaktwirkung auf Kartoffelkäfer bleiben aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide nur noch der Wirkstoff Acetamiprid im Mospilan oder Danjiri zur systemischen Bekämpfung von Kartoffelkäfern. Gleichzeitig werden mit der höheren Aufwandmenge von 250 g/ha auch Blattläuse miterfasst. Acetamiprid hat eine gute Dauerwirkung, aber einen schwachen Knock-Down Effekt. Daher sollte es nur zum Einsatz kommen, wenn Eigelege oder erste geschlüpfte Larven im L1- und L2-Stadium zu sehen sind.

Sind bereits größere Käfer im Bestand (L3- und L4-Stadium), reicht die Wirkung oft nicht mehr aus. Dann muss auf Coragen oder Benevia umgestellt werden. Diese Produkte bewirken einen schnelleren Fraß-Stopp, weisen aber eine geringere Dauerwirkung und keine Wirkung gegen Blattläuse auf.
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Aktuelle Situation – Überregionale Ausbreitung der Krautfäule

Aktuelle Situation – Überregionale Ausbreitung der Krautfäule

Deutlich verspätet sind nun die meisten Kartoffeln in Deutschland im Boden. Auch die Krautfäule hat mittlerweile alle Regionen erreicht, in den meisten Fällen ausgehend von einer Primärinfektion aus dem Pflanzgut. Mittlerweile hat aber auch der Anteil der Sekundärinfektionen durch sporulierende Bestände zugenommen. In einigen Regionen haben selbst Ausfallkartoffeln im Mais oder in der Zuckerrübe sporulierende Infektionen.
Der Spritzstart in spät gepflanzten Beständen muss in Abhängigkeit der lokalen Infektionsbedingungen gesetzt werden (siehe Info 05/24). Bei hohem Infektionsdruck in der Region im Zweifel auch schon in Beständen, welche sich in der Reihe noch nicht berühren. (10-15 cm Wuchshöhe).
Sitzt der Spritzstart, stellt der Abstand zu den Anschlussbehandlungen die kritische Phase dar. Im wachsenden Bestand wird in 4 Tagen ein neues Fiederblatt gebildet.

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