Kartoffel Info
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Angepasste Produktionstechnik für den natürlichen reifenden Bestand
Wenn die Bestände regelmäßig zum Zeitpunkt der geplanten Sikkation satt grün im Wuchs stehen und noch keine Anzeichen der Reife haben, muss die Produktionstechnik im Kartoffelanbau ohnehin hinterfragt werden.
Was muss sich in der Produktionstechnik ändern?
Engere Pflanzabstände: Die Knollengröße darf zukünftig nicht mehr Grund der Sikkation sein. Dementsprechend muss die Knollendichte erhöht werden. Ein erster Ansatzpunkt dafür ist der Pflanzabstand. Je enger gepflanzt wird, desto mehr Tochterknollen stehen hinterher pro Quadratmeter (leider nicht immer linear).
Angepasste Pflanzgutgröße: Im Vergleich zu kleineren Sortierungen werden mit Fraktionen von 45/55 mm höhere Knollendichten erreicht. Somit sollten schwach ansetzende Sorten eher in einer größer gebrochenen Sortierung gepflanzt werden. Wenn dies betrieblich umsetzbar ist, können durchaus auch Parteien > 55 mm gepflanzt werden. In Bezug auf Knollenansatz und Triebkraft ist dies eine sehr gute Alternative.
Optimales physiologisches Alter/ optimale Nährstoffversorgung: Die
Aktuelle Situation – Niederschläge begünstigen Primärinfektion aus dem Pflanzgut
Durch die flächendeckenden Niederschläge der letzten Woche steigt das Risiko für das Erstauftreten von Phytophthora aus der Mutterknolle. Je bindiger der Boden ist, und je länger der Boden mit Wasser übersättigt war, desto höher ist das Risiko einer Primärinfektion. Durch die dann entlassenen Zoosporen, kann der Bestand flächig infiziert werden. Dies geschieht weitgehend unabhängig von Temperatur und Blattnässe. Daher müssen Flächen, auf denen Wasser stand schon kurz nach Feldaufgang (10 cm Wuchshöhe) behandelt werden. Bei einer Primärinfektion aus dem Pflanzgut wächst der Pilz systemisch im Stängel von der Mutterknolle nach oben. Daher ist es wichtig, die Wirkstoffe an den Stängelgrund zu bringen. Die systemischen Wirkstoffe Propamocarb und Cymoxanil verteilen sich sehr zügig nach oben, daher kann es schnell zu einer Verarmung an Wirkstoff am Stängelgrund kommen.
Pflanzgut 2024: knapp, teuer und doch wichtigstes Produktionsmittel!
Die Pflanzgutqualität wird nicht nur durch die für die Zulassung als Z-Pflanzgut notwendigen Kriterien beschrieben. Es spielen vielmehr der Ernährungszustand der Pflanzknollen, eine Vielzahl von Krankheiten und das physiologische Alter eine entscheidende Rolle.
Das physiologische Alter
Das physiologische Alter einer Pflanzkartoffel wird im Wesentlichen von der Temperatursumme ab der Knollenbildung bestimmt. Je kühler es ab diesem Zeitpunkt war bzw. je kürzer der Zeitraum bis zur Pflanzung ist, desto geringer das physiologische Alter der Pflanzkartoffel. Insofern ist unser Pflanzgut für die Saison 2024 besser als im Vorjahr. Denn die Temperatursumme, die im Laufe der Saison 2023 auf das Pflanzgut für dieses Frühjahr einwirkte, liegt um ca. 100 °C-Tage unter der Summe der Saison 2022.
Beizung muss Standard sein
Über die Wirkung der Beizung wird häufig diskutiert. Versuchsergebnisse zeigen teilweise sehr geringe Wirkungsgrade der Beizanwendungen. Auch in der Praxis kann eine Beizung unter schlechten Ausgangsbedingungen keinen Schutz vor einer Infektion bieten. Natürlich haben die Beizwirkstoffe keinen 100 %igen Wirkungsgrad. Dennoch ist die Beizung ein Baustein, die in Kombination mit den ackerbaulichen Maßnahmen zum Erfolgt führt.
Wahl des Beizverfahren
Die bisherige Hauptzielrichtung der Beizanwendung war die Rhizoctonia. Dabei muss unterschieden werden, ob die Infektion von der Mutterknolle oder vom Boden ausgeht. Entsprechend muss die Wahl des Beizverfahren gewählt werden.
Kommt die Belastung durch infiziertes Pflanzgut, hat gezielte Beizung mit kleinem Beizhof unmittelbar an der Knolle klare Vorteile. Dabei erhöht sich der Bekämpfungserfolg, je mehr fein verteilter Wirkstoff an die Oberfläche der Knolle gelangt.
