Kartoffel Info

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Hohe Beschädigungsempfindlichkeit trotz guter Nährstoffversorgung

Aktuelle Situation – Phosphat- und Kaliummangel bereiten 2026 große Probleme

Hohe Temperaturen lassen Bestände und Wurzeln schnell altern

Die deutschlandweit hohen Temperaturen Ende Juni haben zu einer enormen Alterung der Kartoffelbestände geführt. Vor allem Bestände, die in ihrer Entwicklung Mitte bis Ende der Blüte waren, haben stark unter der Hitze gelitten. Jüngere Bestände, die gerade im Reihenschluss waren, konnten die Hitze besser vertragen. Durch die hohen Bodentemperaturen haben auch die Wurzeln stark abgebaut. In den Beständen kann dies aktuell an einem reduzierten Anteil an Feinwurzeln beobachtet werden. In der Folge ist die Phosphataufnahme stark eingeschränkt. Dies fällt bei der Betrachtung aktueller Nährstoffanalysen auf.

Phosphor – Nachlieferungsprobleme unter trockenen Bedingungen

Die P-Versorgung in den Pflanzenanalysen war zu Beginn der Saison in den meisten Fällen in Ordnung. Die P-Versorgung korreliert stark mit der Jugendentwicklung und der Vitalität der Bestände. Mit einsetzender Trockenheit und steigenden Temperaturen fiel die P-Versorgung vieler Bestände schnell ab.

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Hohe Beschädigungsempfindlichkeit trotz guter Nährstoffversorgung

Phosphor-Versorgung sicherstellen

Grundsätzlich ist das P-Aneignungsvermögen der Kartoffel im Vergleich zu vielen Winterungen gut. Die Kartoffel wächst überwiegend bei warmen Bodentemperaturen, wodurch die P-Aufnahme begünstigt wird.
In der vergangenen Saison kam es bedingt durch die guten Pflanzbedingungen zu einer guten P-Aufnahme in der Jugendentwicklung. In der weiteren Entwicklung war ab Juli häufig ein zügiger Abfall der P-Versorgung festzustellen. Grund hierfür war neben der Trockenheit auch die gedüngte P-Menge oder in vielen Fällen deren Positionierung. Somit war der ertragsbegrenzende Faktor der Kartoffelproduktion in der Vergangenheit in vielen Fällen das Phosphat.
Wieso kommt es zu geringen P-Aufnahmen?
kühle Witterung in der Jugendentwicklung
schlechte Bodenstruktur
pH-Wert zu hoch
Position des P-Düngers (band, breit oder vor dem Pflug)
Wie kann die Verfügbarkeit gesteigert werden?
Bodenstruktur !!
punktuell saure Düngung (SSA breitflächig)
ein Teil des Phosphats im Band düngen
Ammoniumphosphat (DAP/MAP) bevorzugen
wo möglich, den P-Dünger

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Qualitätsprobleme erschweren zunehmend die Kartoffelvermarktung. Im Speisekartoffelbereich leidet zunehmend die Optik. Drahtwürmer, Rhizoctonia, Schorf, Fusarium etc. waren in allen Anbauregionen verstärkt vorhanden. Dies führt nun zu hohen zweistelligen Abzügen und endet nicht selten darin, dass die Partien nicht als Speisekartoffeln vermarktet werden können.
In der Verarbeitung häufen sich schwache Unterwassergewichte und/oder schlechte Backfarben. Gründe sind die vorzeitige Abreife früh gepflanzter Bestände, oder eine zu hohe N-Konzentration in den Knollen aufgrund starker Nachlieferung durch die Niederschläge Anfang August. Trifft diese hohe N-Versorgung dann auf eine schwache K-Konzentration, wie in diesem Jahr häufig festgestellt wurde, kommt es zu nicht vermarktungsfähigen Qualitäten.
Ein entscheidender Nährstoff, der in der Praxis immer mit Bestandesvitalität und somit Ertrags- und Qualitätseffekten korreliert, ist das Phosphat.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Knappe Kaliumversorgung bewahrheitet sich in den Knollenproben

Die in den Blattanalysen gemessenen knappen Kaliumgehalte sind aktuell häufig auch in den Knollen zu finden. Die Kalium-Knollenkonzentration sollte bei mindestens 1,8 % TS liegen. Für eine gute Lagerqualität sollte der Wert bei 2 % oder darüber liegen. Werden diese Werte in der Knolle nicht erreicht, ist mit verstärkten Qualitätsproblemen zu rechnen. Die Beschädigungsempfindlichkeit der Knollen sowie die Neigung zu Schwarz-/Blaufleckigkeit sind erhöht. Die Backfarben im Verarbeitungsbereich sind schlechter, die Lagerverluste höher und die Fäulnisgefahr steigt. Diese Probleme werden verstärkt, wenn zu einer schwachen Kaliumversorgung eine hohe Stickstoffversorgung kommt. Die N-Konzentration in den Knollen sollte bei 1,2 %/TS oder darunter liegen. Häufig sind vor allem in kritischen Partien Konzentrationen von 1,4 %/TS oder höher zu messen.
Knollenanalysen von eingelagerten Kartoffeln geben einen Rückschluss darauf, wie die einzelnen Partien gelagert und im Anschluss vermarktet werden sollten.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Knappe K-Blattversorgung äußert sich in schwacher K-Knollenkonzentration

Während der Saison waren überregional schwache Kaliumkonzentrationen in den Blattproben festzustellen. Die empfohlenen Nachdüngungen haben gut angeschlagen und konnten die Konzentrationen im Blatt und in der Folge auch in der Knolle steigern. In vielen Partien ohne Nachdüngung sind aktuell oft schwache K-Konzentrationen < 1,8 % TS zu messen. Diese sind besonders kritisch zu sehen, wenn im Verhältnis die N-Konzentration zu hoch (> 1,4n% TS) ist.

Durch eine Knollenanalyse ab einer Woche nach der Sikkation kann dies analysiert werden und entsprechend mit der Rodung, Lagerung und Vermarktung darauf reagiert werden.

Neben Stickstoff und Kalium sind auch andere Nährstoffe, wie das Kupfer, Bor und Calcium, für die Gewebestabilität von Bedeutung. Eine Unterversorgung mit diesen Nährstoffen gilt es zu vermeiden.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Kalium-Mangel – 2025 ein großes Problem

Der bereits im letzten Info beschriebene Kalium-Mangel ist dieses Jahr flächendeckend zu finden. Schwache Kaliumaufnahmen lassen sich dabei auch trotz (rechnerisch) ausreichend gedüngten Mengen feststellen. Dies hat mehrere Ursachen. Der häufig trockene Unterboden, die oft schwach ausgebildete Wurzel und – je nach Standort – hohe Calciumwerte blockieren die Kaliumaufnahmen. Nachdüngungen mit Kalium schlagen in diesem Jahr auch auf bereits vorher gut gedüngten Flächen gut an. Die Kaliumnachdüngung über den Boden kann noch durchgeführt werden, solange der Bestand aktiv wächst und weiße/junge Wurzeln hat. Dies kann bei spät gepflanzten Beständen auch noch bis in den August hinein sein.
Nach einer bereits erfolgten Kaliumdüngung kann mit einer Mindestmenge von 150 kg/ha Kornkali nachgedüngt werden.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Phosphor – Nachlieferungsprobleme unter trockenen Bedingungen

Die P-Versorgung in den Pflanzenanalysen zu Beginn der Saison war ausgesprochen hoch.
Dies zeigte sich auch an der schnellen Jugendentwicklung der gut versorgten Bestände. Mit einsetzender Trockenheit und steigenden Temperaturen fiel die P-Versorgung vieler Bestände schnell ab. Grund hierfür ist zum einen die geringe Beweglichkeit des Phosphats. Sobald die Wurzel unter trocken-heißen Bedingungen nicht mehr wächst, reduziert sie zuerst die Phosphor- und Zinkaufnahme. Zum anderen kommt unter konstant trockenen Bedingungen die mikrobielle Aktivität zum Erliegen. Ein großer Teil der P-Fraktion im Boden ist im Körperaufbau von Mikroorganismen gespeichert. Diese stellen die schnelle verfügbare P-Fraktion dar.
Die häufig schwache P-Versorgung kann mit einer P-Blattdüngung in Kombination mit der Fungizidmaßnahme ausgeglichen werden.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Aktuelle Situation – trockener Unterboden reduziert die Nährstoffverfügbarkeit

In den Analysen sind auch häufig Mikronähr-
stoffe knapp. Die Pflanzen sind schwach ver-
sorgt mit Bor, Kupfer, Zink und vereinzelt Man-
gan. Die fehlenden Nährstoffe können teilweise
durch eine gezielte Blattdüngung ergänzt wer-
den. Dazu muss jedoch bekannt sein, welcher
der Nährstoffe im Mangel ist. Daher ist eine ei-
gene Blattnährstoffanalyse unabdingbar. Damit
wird die Nährstoffeffizienz und in der Folge der
Ertrag aber vor allem die Knollenqualität abge-
sichert.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Stickstoff als Ursache vieler Qualitätsprobleme

Nach der vergangenen Saison sind viel Partien negativ aufgefallen. Speisekartoffeln haben vermehrt Probleme mit Druckstellen, Beschädigungen oder Fäulnis. In der Verarbeitungsware sind schlechte Backfarben aktuell überregional ein großes Problem.
Häufig liegt die Ursache an einer überhöhten N-Konzentration in den Knollen. Ausreichende Feuchtigkeit in der gesamten Saison führten zu idealen Mineralisationsbedingungen. Durch die häufig bedeckte Witterung wurde zudem der N-Abbau in der Pflanze reduziert. Die daraus resultierende hohe N-Konzentration fällt aktuell in sehr vielen Knollennährstoffanalysen auf.
Daher gilt es, die N-Kalkulation zu Kartoffel genauer zu betrachten und die Nachlieferungen des Bodens besser mit einzubeziehen.
Wie viel Stickstoff braucht die Kartoffel?
Der Stickstoffbedarf der Kartoffel richtet sich nach dem Entzug durch die Knollen und dem Bedarf für die Ausbildung des Blattapparates. Dabei liegt der N-Entzug eines durchschnittlichen Kartoffelkrauts einer Speisekartoffel bei etwa 100 kg/N ha, für Verarbeitungskartoffeln bei 120 kg/N ha.

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Phosphor – Steigerung der Effizienz

Grundsätzlich ist das P-Aneignungsvermögen der Kartoffel im Vergleich zu vielen Winterungen gut. Die Kartoffel wächst überwiegend bei warmen Bodentemperaturen, wodurch die P-Aufnahme begünstigt wird.
Allerdings war das vergangene Frühjahr zu Beginn deutschlandweit kühl, sodass die Vegetation auch im Mai oft nur zögerlich in Gang kam und auch viele Kartoffelbestände eine verzögerte Jugendentwicklung hatten. In Kombination mit den teilweise intensiven Niederschlägen kam es regelmäßig zu Versorgungsengpässen bei der P-Aufnahme. Somit war der ertragsbegrenzende Faktor der Kartoffelproduktion in der Vergangenheit in vielen Fällen das Phosphat.

Wieso kommt es zu geringer P-Aufnahme?

• Kühle Witterung in der Jugendentwicklung

• Schlechte Bodenstruktur

• pH-Wert zu hoch

• Position des P-Düngers (band, breit oder vor dem Pflug)

Wie kann die Verfügbarkeit gesteigert werden?

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Grundnährstoffversorgung als Schlüssel für die Knollenqualität

Grundnährstoffversorgung

Bei kaum einer Kultur sind die Auswirkungen einer unzureichenden Grundnährstoffversorgung so gravierend, wie dies bei der Kartoffel der Fall ist. Neben dem Ertragseinfluss spielt bei der Kartoffel insbesondere der qualitative Einfluss der Grundnährstoffversorgung eine entscheidende Rolle. Aufgrund ohnehin zunehmender Herausforderungen bei der Erzeugung qualitativ hochwertiger Kartoffeln, darf kein zusätzliches Problem in der Produktion durch ein Nährstoffdefizit entstehen.
Viele Nährelemente, wie das Kalium und das Magnesium, werden linear zum Trockensubstanzertrag aufgenommen. Hingegen kann der Phosphor- und Stickstoffgehalt in den Knollen ohne Ertragsverluste mit zunehmendem TS-Gehalt abnehmen. Somit flacht die Phosphor- und Stickstoffentzugskurve mit steigendem Trockensubstanzertrag ab. Rein aus dieser Tatsache wirkt sich vor allem die Stickstoffversorgung in den wenigsten Fällen ertragsbegrenzend aus. Die Kalium- und Magnesiumversorgung dagegen häufig. Bei Phosphor kommt es weniger auf die absolut gedüngte Menge an, vielmehr auf die Effizienz der eingesetzten Nährstoffmenge.

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Mit einer Nachdüngung auch späte Bestände schneller machen

Mit einer Nachdüngung auch späte Bestände schneller machen

Durch die Nachdüngung der Nährstoffe über den Boden wird die Wurzel dazu angeregt, neue Verzweigungen zu bilden. In den frisch gebildeten Wurzelspitzen entstehen Cytokinine, die von der Wurzel aus ins Blatt transportiert werden. Dort bewirken sie neuen Blattzuwachs....

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Mit einer Nachdüngung auch späte Bestände schneller machen

2024 – Ideales Kartoffelwetter?

Das Wetter der letzten Wochen mit häufigen Niederschlägen führte zu einer oftmals rasanten Entwicklung der Bestände, sodass wie beschrieben die Krautfäule-Bekämpfung in diesem Jahr oberste Priorität hat. Die strahlungsarme Witterung führt zudem zu einem hohen Ansatz in allen Partien. Allerdings führt die geringe Einstrahlung auch zu einer reduzierten Zellteilung, sowohl im Blattapparat als auch in den angelegten Knollen. In der Blattmasse führt diese reduzierte Zellteilung zu weniger, dafür sehr lang gestreckten Zellen, diese wiederum sind durch ihre dünne Zellwand anfälliger für beispielsweise Phytophthora-Sporen.
Zellen können sich nur bis zu einem gewissen Maß strecken. Somit führt eine geringe Anzahl an Zellen in den Knollen häufig zu Wachstumsrissen. Dies fällt aktuell bei einigen Partien Frühkartoffeln auf.
Um in der Pflanze die Zellteilung anzuregen, müssen Cytokinine gefördert werden.

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