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Was beim Lagern in diesem Jahr besonders zu beachten ist!
Häufig findet man derzeit Braunfäule im Lager. Braunfäule wird durch P. Infestans, dem Erreger der Krautfäule, hervorgerufen. Wie der Name schon sagt, äußert sich die Braunfäule durch braune Flecken zwischen der Schale und dem Gefäßbündelring. Zunächst wird das Knolleninnere nicht befallen. Erst bei weiterem Fortschreiten der Fäulnis wird die gesamte Knolle befallen. Anders als bei der Fäulnis von unreifen Knollen, verbreitet sich die Braunfäule sehr rasant im Lager. Die Braunfäule verbreitet einen beißenden Geruch, ähnlich dem Ammoniak.
Die Fäulnis kann durch kühle Temperaturen und Trockenheit gestoppt werden, die Verbreitung des Erregers jedoch nicht. Das bedeutet, dass die Partie durch ein rasches Abkühlen zunächst gerettet werden kann.
Stolbur breitet sich überregional aus!
Stolbur ist seit dem Herbst 2022 ein bekanntes Problem im Südwesten Deutschlands. Seit der vergangenen Saison war es auch in vielen Regionen Bayerns zu finden. Mittlerweile gibt es auch Nachweise im Rheinland und in Niedersachsen. Das Problem ist somit in allen Regionen relevant und ernst zu nehmen.
Wir haben uns diesem Thema bereits in Versuchen im letzten Jahr gewidmet und gute Bekämpfungserfolge mit Insektizid-Mischungen festgestellt. In diesem Jahr laufen dazu weiterführende Versuche mit Spritzfolgen und verschiedenen Terminierungen.
Darüber hinaus haben wir die Pflanzenvitalität als Versuchsansatz mit integriert. Hintergrund hierzu sind Beobachtungen aus der Praxis. In den letzten Jahren sind sehr starke Unterschiede in Symptomausprägung und Krankheitsverlauf aufgefallen. Das Stolbur-Phytoplasma greift sehr komplex in den Stoffwechsel der Pflanze ein und beeinflusst diesen.
Lagerung – Was in diesem Jahr besonders zu beachten ist!
Die Bedingungen der vergangenen Wachstumsmonate waren nicht gerade positiv für den Lagerhalter. Durch die Feuchtigkeit kam es in allen Regionen zu einem Krautfäule-Befall. Dies kann zu einer Ausbreitung der Braunfäule führen.
Alle Lagerkrankheiten werden durch Beschädigungen während der Ernte und Einlagerung verbreitet. Aus diesem Grund muss besonders auf eine schonende Ernte geachtet werden. Die erste Maßnahme zur Reduktion von Beschädigungen ist eine ausreichend ausgereifte Schale.
Reifen Bestände ungleichmäßig ab, findet man vereinzelt grüne Pflanzen. Genau diese sind die potentiellen Fäulnisherde. Wird mit der Ernte nicht gewartet bis die letzten Knollen schalenfest sind, hat man ein großes Problem. Vor allem dann, wenn bereits Erwinia oder Braunfäuleknollen vorhanden sind.
Die Ausprägung der Schale dauert zwischen 2 und 4 Wochen, unter feuchten Bedingungen mit weniger Temperatur dauert die Ausbildung der Schale länger. Die langsame Ausbildung der
Bestände bis zum Schluss gesund erhalten
Hauptthema des Jahres war und ist nach wie vor die Krautfäule. Auf gestoppten Phytophthora-Infektionen setzt sich als Folgeinfektion häufig Alternaria. Daher kommt der Alternaria-Prävention nach einer gestoppten Phytophthora-Infektion höchste Bedeutung zu. Daneben begrenzen diverse andere Krankheiten die Entwicklungszeit in späten Beständen. Bedingt durch die andauernde hohe Feuchtigkeit in den Beständen ist in diesem Jahr häufig Botrytis zu finden.
Botrytis
In dichten Beständen sind in den unteren Blattetagen häufiger Botrytis-Infektionen zu entdecken. Alternde, verletzte oder bereits abgestorbene Blätter werden dabei bevorzugt befallen. Durch den Lichtmangel im unteren Bereich reduziert sich der Chlorophyllgehalt der Blätter und dadurch werden diese anfälliger für eine Infektion. Auch nach einem Hagelschlag oder nach einem Sturm kommt es regelmäßig zu einem Befall.
Sporen der Botrytis überwintern auf Ernterückständen, oder bilden Sklerotien, welche unter feuchten Bedingungen auskeimen
