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Bekämpfung von Ausfallkartoffeln
Ausfallkartoffeln in der Fruchtfolge gefährden den Kartoffelanbau. Schon eine Kartoffel pro Quadratmeter entspricht phytosanitär dem Anbau von Kartoffeln. Die Anbaupausen zwischen den Kartoffeln ist nur dann zielführend, wenn in Zwischenkulturen auch keine Kartoffel stehen, die evtl. sogar wieder Tochterknollen ansetzen.
Durch Ausfallkartoffeln in den Kulturen zwischen der Kartoffel entsteht vielerorts eine nahezu geschlossene Kartoffelfruchtfolge. Dadurch erhöht sich der Krankheitsdruck enorm, aber auch der Wurzeltiefgang der Kartoffeln reduziert sich. In der Folge sinkt die Ertragsleistung bedingt durch eine enge Kartoffelfruchtfolge.
Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 120.000 Knollen/ha nach der Ernte auf dem Feld verbleiben. Dies entspricht dem dreifachen der Auspflanzstärke, die auf dem Feld verbleibt. Das Hauptproblem dabei ist, dass 70% des Rodeverlusts unter der Erde vergraben sind (Heintges, 2016).
Auch die kleinsten Knollen sind dabei keimfähig und stellen dabei eine Ausfallkartoffel für das kommende Jahr dar.
Der Frost wäre die einfachste und günstigste Variante, die Ausfallkartoffel
Herbizidstrategie unter Wetterextremen und Wirkstoffwegfall
In der vergangenen Saison kam es im Frühjahr nach dem Pflanzen, vor dem Feldaufgang, häufig zu einer ausgeprägten Trockenheit. Dies ist ein Trend, der sich durch die Klimaveränderung abzeichnet, mit längeren Phasen konstant trockener Witterung und Phasen mit verstärktem Niederschlag. Dies muss zu einem Umdenken bei der Herbizidstrategie in Kartoffeln führen. Häufig haben die bewährten Herbizidstrategien unter trockenen Bedingungen nicht zufriedenstellend funktioniert. Die Nachauflaufbehandlungen hatten in der vergangenen Saison häufig nur eine mäßige Wirkung und führten aufgrund der kalten Nachttemperaturen zu massiven Herbizidschäden.
Trotz der Probleme der letzten Jahre, wie Nässe, Qualitätsmängel, Fäulnis und Krankheitsdruck, bleibt die Unkrautbekämpfung in Kartoffeln ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sobald die Bedingungen für eine sichere Herbizidwirkung nicht passen und Unkräuter durchgehen, wird schnell klar, wie wichtig eine zuverlässige Herbizidstrategie ist.
Da in vielen Betrieben mit fertig aufgebautem Damm gepflanzt wird, sind mechanische Maßnahmen meist nur begrenzt möglich. Umso wichtiger ist es, die verfügbaren Wirkstoffe im
Entgiftung von Herbizidschäden
In dieser Saison sieht man häufig Herbizidschäden durch die bekannten Wirkstoffe Clomazone oder Aclonifen, bedingt durch die kühlen Nachttemperaturen und den oftmals verspäteten Anwendungstermin.
Der Wirkungsschwerpunkt der Kartoffelherbizide liegt im Vorauflauf und im Keimblattstadium der Unkräuter. So zeigten spätere Anwendungen oft geringere Wirkungsgrade oder den Schaden an der Kartoffel, bspw. durch ein zu dicht am Auflaufen eingesetztes Bandur.
Die zur Kartoffel ausgebrachten Herbizide müssen auch von der Kartoffel selbst abgebaut und in Ihrem Stoffwechsel entgiftet werden. Neben den dazu erforderlichen Enzymen, die zum Großteil aus Kupfer und Eisen bestehen, ist zur Entgiftung auch Wärme notwendig. Daher zeichnen Nachauflaufanwendungen, aber auch Nachwirkungen von Vorauflaufanwendung unter kühlen Bedingungen deutlich.
Zusätzlich sollte Phosphor für den zügigen Blattaufbau eingesetzt werden.
Unkrautbekämpfung unter trockenen Bedingungen
Die vergangenen beiden Jahre waren im Frühjahr häufig zu nass, sodass sich die Pflanzung sogar bis in den Juni hineinzog. Vorteil der Niederschläge im Frühjahr war die dadurch gute Herbizidwirkung. In dieser Saison finden wir jedoch deutschlandweit eine komplett andere Ausgangssituation. Die ausgeprägte Trockenheit der letzten Wochen und die geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit der nächsten Tage machen die Herbizidanwendung in diesem Jahr zur Herausforderung.
Nach den diversen Problemen der letzten Jahre mit Nässe, Qualitätsproblemen, schlechten Backfarben, Fäulnis und diversen Krankheiten sollte man meinen, dass die Unkrautbekämpfung in Kartoffeln nicht unser größtes Problem ist. Wenn dann jedoch die Bedingungen zur Herbizidanwendung nicht passen, Unkräuter durchgehen und im Nachauflauf nachbehandelt werden müssen, wird schnell wieder die Bedeutung der Herbizid-Vorauflaufbehandlung deutlich.
Beispiele für Herbizidanwendungen im Vorauflauf der Kartoffeln
Tabelle
Sikkation
Sikkation abhängig vom Stärkegehalt
Aufgrund der bedeckten Witterung ist der Stärkegehalt aktuell häufig gering. Allerdings variiert er abhängig von der Bestandsentwicklung und dem Nachlieferungsvermögen stark. Deshalb sollte eine Stärkemessung unbedingt vor der geplanten Sikkation durchgeführt werden.
Wurde mit der Stickstoffversorgung über das Ziel hinausgeschossen, sind die Bestände deshalb noch zu stark im Wuchs oder sind die Ansätze deshalb zu knapp, kann die Umverlagerung und somit die Stärkeeinlagerung beschleunigt werden. Damit die Assimilate aus dem Blattapparat in die Knollen verlagert werden, müssen in der Pflanze Auxine gefördert werden. Die Bildung von Auxinen im Blattapparat wird durch die Nährstoffe Bor und Zink gefördert.
Maßnahme zur Förderung der Stärkeeinlagerung
5 l/ha Bor + 0,5 l/ha Zinkchelat
Eine weitere Möglichkeit, die Umverlagerung der Stauden zu fördern, ist der Einsatz
Bekämpfung der drei wichtigsten Unkräuter in Kartoffel
1. Windenknöterich
Im NA reagiert der Windenknöterich auf Metribuzin dann empfindlich, wenn Additive zugemischt werden, beispielsweise die Kombination im Arcade. Hier unterstützt das Prosulfocarb die Aufnahme des Metribuzin. Nur ist in vielen Fällen die Menge an Prosulfocarb hoch, dadurch leidet die Verträglichkeit. Im Idealfall wird die Metribuzinmenge im Arcade durch Sencor ergänzt. 0,5 – 1 l/ha Arcade + 0,2 kg/ha Sencor
Eine NA-Behandlung mit Proman wäre auch sehr effektiv und verträglich, dafür besteht aber keine Zulassung.
Schwarzer Nachtschatten
Bei Restbesatz im NA zeigt nur die Kombination hoher Sencor-Mengen (z.B. 0,5 kg/ha) + Additiv ausreichende Wirkung.
Herbizid – Nachauflaufbehandlung
Auf Böden mit eingeschränkter Bodenherbizidwirkung (humose oder tonige Standorte) und bei einer unzureichenden VA-Wirkung durch zu trockene Bedingungen müssen NA-Behandlungen in Betracht gezogen werden. Genereller Nachteil der NA-Anwendung ist der Wirkungsschwerpunkt der zur Verfügung stehenden Produkte. Rimsulfuron eignet sich für Unkräuter, die im 2. Laubblattstadium sind. Metribuzin erfasst vor allem Unkräuter im Keimblattstadium. Bei größeren Unkräutern müssen die Aufwandmengen erhöht werden, dies geht allerdings unweigerlich zu Lasten der Verträglichkeit.
Bei der reinen NA-Splitting-Strategie gilt Folgendes:
Die 1. Spritzung muss Cato enthalten, wenn Windenknöterich und Klettenlabkraut vorhanden sind.
Die Spritzungen mit Cato erfolgen am besten bei sonnigem und warmen (nachts > 10 °C) Wetter.
Ausfallkartoffelbekämpfung
Ausfallkartoffeln in der Fruchtfolge gefährden den Kartoffelanbau. Schon eine Kartoffel pro Quadratmeter entspricht phytosanitär dem Anbau von Kartoffeln. Die Anbaupausen zwischen den Kartoffeln ist nur dann zielführend, wenn in Zwischenkulturen auch keine Kartoffeln stehen, die evtl. sogar wieder Tochterknollen ansetzen.
Durch Ausfallkartoffeln in den Kulturen zwischen der Kartoffel entsteht vielerorts eine nahezu geschlossene Kartoffelfruchtfolge. Dadurch erhöht sich der Krankheitsdruck enorm, aber auch der Wurzeltiefgang der Kartoffeln reduziert sich. In der Folge sinkt die Ertragsleistung bedingt durch eine enge Kartoffelfruchtfolge.
Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 120.000 Knollen/ha nach der Ernte auf dem Feld verbleiben. Dies entspricht dem dreifachen der Auspflanzstärke, die auf dem Feld verbleibt.
Die wichtigsten Leitunkräuter im Kartoffelanbau
Windenknöterich
keimt aus tieferen Bodenschichten von mindestens 3 – 4 cm,
verstärkter Auflauf nach tiefgehenden Frösten im Winter,
reagiert eher empfindlich auf verschlämmte Bodenoberflächen,
bevorzugt gare, gut durchlüftete und dann an der Oberfläche gut und schnell abtrocknende Böden,
meist homogener, dann aber massenhafter Auflauf in engem Zeitfenster,
Keimung bei Bodentemperaturen über 18 °C deutlich verringert, also typisches Unkraut der ersten Unkrautwellen, kein spät auflaufendes Unkraut.
Bekämpfung
Wegen größerer Keimtiefen haben Bodenherbizide, die v.a. über die Wurzel aufgenommen werden (z.B. Metribuzin), wenig Wirkung.
Windenknöterich reagiert auch wenig empfindlich auf Photosynthese-, Chlorophyllsynthese- und Carotinoidsynthesehemmer, wenn nur einer dieser Mechanismen eingesetzt wird.
