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Früher Blattlauszuflug in Vermehrungsbeständen

Früher Blattlauszuflug in Vermehrungsbeständen

In den letzten Jahren hat sich die Virussituation in vielen Pflanzgutpartien und folglich auch in vielen Konsumbeständen deutlich verschärft. Gründe hierfür sind die wärmeren Winter mit einer Zunahme der Lebendüberwinterung der Blattläuse. Durch die wärmeren Winter stehen häufig auch mehr Ausfallkartoffeln in den Beständen. Diese dienen als Zwischenwirt.
Diese Situation trifft auf weniger zur Verfügung stehende insektizide Wirkstoffe und einen Wegfall der insektiziden Beize. Dies alles führt folglich zu einer Zunahme des Virus-Ausgangsbesatzes im Pflanzgut. Dadurch verschärft sich die Problematik im Vermehrungsaufbau.
Während in den vergangen Jahren überwiegend das Kartoffel Y-Virus (PVY) dominierend war, rückt das persistente Blattrollvirus (PLRV) immer mehr in den Vordergrund.
Das PVY wird von Blattläusen sehr schnell übertragen. Oft reicht bereits ein kurzer Probestich aus. Somit muss zur Virusreduktion die Laus vom Probestich abgehalten werden. Dies gelingt mit repellent (vertreibend) wirkenden Insektiziden, sodass die Laus den Bestand aufgrund des Geruches meidet.

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Zikaden – Bekämpfungsstrategie

Nach den Erkenntnissen der letzten Jahre braucht es zur Bekämpfung der Zikaden im Kartoffelanbau eine integrierte Strategie aus mehreren Bausteinen. Ein Baustein darin ist aktuell der Einsatz von Insektiziden zur direkten Bekämpfung der Zikaden.

Mit der aktuellen Notfall-Zulassung besteht die Möglichkeit, die Insektizide mit der Indikation gegen die Schilfglasflügelzikade einzusetzen.

Dazu müssen jedoch einige Punkte beachtet werden.

Einsatz bei Flugbeginn

Die Nymphen der Schilfglasflügelzikaden schlüpfen aus dem Rüben/Kartoffelweizen auf warmen Standorten im Südwesten ab Ende Mai. Der Hauptzuflug findet dann temperaturabhängig statt. Dies war in den letzten Jahren Anfang bis Mitte Juni der Fall.

Die adulten Zikaden sind mit dem Erreger Arsenophonus schon beim Schlüpfen beladen. Somit muss die Bekämpfung erfolgen, wenn die ersten Tiere fliegen. Dazu muss zwingend der Flug bonitiert werden. Dies wird von vielen öffentlichen Warndiensten durchgeführt. Diese geben dann einen Warnaufruf, erst danach darf die erste Behandlung erfolgen. Um dies zu unterstützen, bzw

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Geringer Krautfäuledruck in Frühkartoffeln, Primärinfektion nicht unterschätzen!

Durch das trockene Frühjahr konnte in vielen Regionen zeitig unter guten Bedingungen gepflanzt werden. Die Niederschläge der vergangenen Woche führen nur vereinzelt zu übernassen Bedingungen. Auch die Luftfeuchtigkeit lag in den letzten Wochen auf niedrigem Niveau. Entsprechend hält sich der Krautfäuledruck in Grenzen.

In den frühen Regionen sind nur vereinzelt Krautfäulesymptome an den prädestinierten Stellen zu finden. DasAuftreten einer Primärinfektion hängt häufig auch mit der Bodenstruktur zusammen, da die Infektion immer zuerstin Bereichen schlechter Struktur und damit in den feuchteren Bereichen auftritt. Interessanterweise sind Bio-Bestände in den Frühregionen immer weniger von Phytophthora befallen als konventionelle Bestände. Dies hängt mit der früheren Abnahme der Abdeckung aufgrund der mechanischen Unkrautbekämpfung, aber auch mit derBearbeitung im Bestand zusammen.

Erste Infektionen entstehen überwiegend durch infiziertes Pflanzgut oder durch zugeflogene Sporen, etwa voninfizierten Knollen aus beispielsweise Abfallhaufen oder von Durchwuchskartoffeln. In den seltensten Fällen erfolgt eine Primärinfektion durch bodenbürtige Dauersporen (Oosporen).

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Bekämpfung von Ausfallkartoffeln

Ausfallkartoffeln in der Fruchtfolge gefährden den Kartoffelanbau. Schon eine Kartoffel pro Quadratmeter entspricht phytosanitär dem Anbau von Kartoffeln. Die Anbaupausen zwischen den Kartoffeln ist nur dann zielführend, wenn in Zwischenkulturen auch keine Kartoffel stehen, die evtl. sogar wieder Tochterknollen ansetzen.
Durch Ausfallkartoffeln in den Kulturen zwischen der Kartoffel entsteht vielerorts eine nahezu geschlossene Kartoffelfruchtfolge. Dadurch erhöht sich der Krankheitsdruck enorm, aber auch der Wurzeltiefgang der Kartoffeln reduziert sich. In der Folge sinkt die Ertragsleistung bedingt durch eine enge Kartoffelfruchtfolge.
Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 120.000 Knollen/ha nach der Ernte auf dem Feld verbleiben. Dies entspricht dem dreifachen der Auspflanzstärke, die auf dem Feld verbleibt. Das Hauptproblem dabei ist, dass 70% des Rodeverlusts unter der Erde vergraben sind (Heintges, 2016).
Auch die kleinsten Knollen sind dabei keimfähig und stellen dabei eine Ausfallkartoffel für das kommende Jahr dar.
Der Frost wäre die einfachste und günstigste Variante, die Ausfallkartoffel

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Herbizidstrategie unter Wetterextremen und Wirkstoffwegfall

In der vergangenen Saison kam es im Frühjahr nach dem Pflanzen, vor dem Feldaufgang, häufig zu einer ausgeprägten Trockenheit. Dies ist ein Trend, der sich durch die Klimaveränderung abzeichnet, mit längeren Phasen konstant trockener Witterung und Phasen mit verstärktem Niederschlag. Dies muss zu einem Umdenken bei der Herbizidstrategie in Kartoffeln führen. Häufig haben die bewährten Herbizidstrategien unter trockenen Bedingungen nicht zufriedenstellend funktioniert. Die Nachauflaufbehandlungen hatten in der vergangenen Saison häufig nur eine mäßige Wirkung und führten aufgrund der kalten Nachttemperaturen zu massiven Herbizidschäden.
Trotz der Probleme der letzten Jahre, wie Nässe, Qualitätsmängel, Fäulnis und Krankheitsdruck, bleibt die Unkrautbekämpfung in Kartoffeln ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sobald die Bedingungen für eine sichere Herbizidwirkung nicht passen und Unkräuter durchgehen, wird schnell klar, wie wichtig eine zuverlässige Herbizidstrategie ist.
Da in vielen Betrieben mit fertig aufgebautem Damm gepflanzt wird, sind mechanische Maßnahmen meist nur begrenzt möglich. Umso wichtiger ist es, die verfügbaren Wirkstoffe im

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Rhizoctonia, Colletotrichum und Verticilium – Herausforderungen der nächsten Jahre

In der vergangenen Saison waren viele Kartoffelbestände mit Fußkrankheiten wie Rhizoctonia, Colletotrichum oder Verticillium-Welke befallen, deren Symptome oft nur schwer von Trocken- oder Hitzestress in den abreifenden Beständen zu unterscheiden sind.
Fußkrankheiten tragen zur vorzeitigen Abreife der Pflanzen bei, die mit starken Ertragseinbußen einhergehen. Des Weiteren führen Infektionen zu einer geringeren Knollenqualität. Colletotrichum kann Qualitätsprobleme im Lager verursachen. Diese fallen aktuell beider Auslagerung besonders negativ auf. In vielen Fällen wird Colletotrichum mit Silberschorf verwechselt, da die Unterscheidung nicht ganz einfach ist. Colletotrichum ist mit Sicherheit zu erkennen, wenn an der Silber glänzenden Schale schwarze Mikrosklerotien zu finden sind.

Colletotrichum
In den letzten Jahren hat der Befall mit Colletotrichum stark zugenommen. Fällt der Befall mit der natürlichen Abreife zusammen, wird er leicht übersehen. Tritt bereits zur Blüte ein erster Befall auf, brechen die Bestände regelrecht zusammen. Ein starker Ertragsrückgang sowie Qualitätsprobleme sind die Folge!
Die Symptome eines Befalls mit Colletotrichum werden oft

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Drahtwurmbekämpfung

Die Ursachen für einen Drahtwurmbefall sind vielfältig. Nicht in jedem Jahr treten Schäden durch die Larve des Schnellkäfers auf. Die Larven werden im Boden von Wurzelausscheidungen in Form von CO2 angezogen. Primär fressen die Larven unter trockenen Bedingungen auf leichteren Standorten zuerst Pflanzenwurzeln und anschließend weitere Feuchtigkeitsquellen wie die Kartoffelknollen. In Jahren mit ausreichend und gleichmäßig verteilten Niederschlägen ist mit reduziertem Drahtwurmbesatz zu rechnen.

Die Befallshäufigkeit und das Ausmaß des Schadens variieren regional sehr stark. Vermehrt sind Drahtwurmschäden in Kartoffelfruchtfolgen mit intensivem Zwischenfruchtanbau zu beobachten. Dabei spielen vor allem Zwischenfrüchte mit einem hohen Anteil an Gräsern bzw. Ausfallgetreide oder Zwischenfrüchte, die lange stehen und stark verholzen, eine herausragende Rolle. Durch den nahezu dauerhaften Bewuchs wird kontinuierlich Lockstoff für die Larven angeboten, welche sich infolgedessen ungehindert vermehren können.

Steht nach einer Getreidevorfrucht anschließend Ausfallgetreide, womöglich noch in der Zwischenfrucht, ist das Überleben der Larven gesichert. Eine effektive Maßnahme die Larven

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Wie viel Stickstoff braucht die Kartoffel?

In der Saison 2025 zeigte sich häufig, dass bestehende Systeme nicht immer funktionierten. Mit derselben Düngestrategie konnten in den Vorjahren gute Qualitäten erzielt werden, doch in der vergangenen Saison gelang dies in vielen Fällen nicht.
Ursache hierfür war die Witterung im Juli 2025. Deutlich geringere Einstrahlung sowie häufige, teils intensive Niederschläge zur Monatswende Juli/August führten zu Qualitätsproblemen.
Durch die günstigen Pflanzbedingungen im trockenen Frühjahr 2025 befand sich die Bodenstruktur meist in einem gutenZustand. Darauf folgte eine zügige Jugendentwicklung im warmen und teilweise trockenen Juni. Infolge der Niederschläge imJuli kam es anschließend zu einer starken Nachlieferung von Nährstoffen aus dem Boden.
Damit Nährstoffe in der Pflanze eingebaut und umgewandelt werden können, muss sie wachsen. Dafür benötigt sie Sonnenlicht, um Photosynthese betreiben zu können.
Aufgrund der geringen Einstrahlung im Juli war dies jedoch häufig nicht möglich.

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Phosphor-Versorgung sicherstellen

Grundsätzlich ist das P-Aneignungsvermögen der Kartoffel im Vergleich zu vielen Winterungen gut. Die Kartoffel wächst überwiegend bei warmen Bodentemperaturen, wodurch die P-Aufnahme begünstigt wird.
In der vergangenen Saison kam es bedingt durch die guten Pflanzbedingungen zu einer guten P-Aufnahme in der Jugendentwicklung. In der weiteren Entwicklung war ab Juli häufig ein zügiger Abfall der P-Versorgung festzustellen. Grund hierfür war neben der Trockenheit auch die gedüngte P-Menge oder in vielen Fällen deren Positionierung. Somit war der ertragsbegrenzende Faktor der Kartoffelproduktion in der Vergangenheit in vielen Fällen das Phosphat.
Wieso kommt es zu geringen P-Aufnahmen?
kühle Witterung in der Jugendentwicklung
schlechte Bodenstruktur
pH-Wert zu hoch
Position des P-Düngers (band, breit oder vor dem Pflug)
Wie kann die Verfügbarkeit gesteigert werden?
Bodenstruktur !!
punktuell saure Düngung (SSA breitflächig)
ein Teil des Phosphats im Band düngen
Ammoniumphosphat (DAP/MAP) bevorzugen
wo möglich, den P-Dünger

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