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Kalium auf schweren Böden vor der (Raps-) Aussaat ausbringen

Juli 27, 2023 | Aussaat, Grunddüngung, Grünes Info 2023, Makronährstoffe, Raps

Die Einschränkungen der N-Düngung, insbesondere in „Roten Gebieten“, erfordert, dass wir die Wirkung des Stickstoffs aus dem Boden und aus der N-Düngung, auch der Gülle, optimieren. NH4 aus der organischen Substanz des Bodens, in der Gülle oder in Mineraldüngern (auch KAS enthält 50 % NH4) wird, wenn es nicht zügig nitrifiziert wird, in trockenen, bindigen Böden an die Austauscher fixiert und steht erst wieder nach der Durchfeuchtung des Bodens zur Verfügung. Diese Trockenfixierung lässt sich durch Kalkung und/oder K-Zufuhr verringern. Je besser die Austauscher mit basisch wirkenden Kationen (Ca++, Mg++, K, Na+) gesättigt sind, umso sicherer ist die NH4–Wirkung.

Auffallend rötlich gefärbte Blätter der Getreidestoppeln sind ein Hinweis auf eine im Verhältnis zum N-Gehalt zu geringe Kalium -Versorgung als Folge der Trocken-Fixierung von Kalium durch die Austauscher in sorptionsstarken, bindigen Böden. In diesem Fall ist auch die Aufnahme von Ammonium herabgesetzt, während Nitrat-Stickstoff noch zur Verfügung steht.

Die eingeschränkte K-Verfügbarkeit kann sich auch auf die nachfolgende Kultur auswirken, weil erst die groben Poren durchnässt sein müssen, bevor das Wasser in die Mittelporen hineingedrückt wird, aus denen die Nährstoffaufnahme erfolgt. Deshalb wird das Kali im Boden erst wieder voll verfügbar, wenn der Boden nahezu wassergesättigt ist.

Eine Unterversorgung mit Kalium ist im Raps am gelben Blattsaum der unteren und mittleren Blätter zu erkennen, der später braun wird und nekrotisiert. Auch wenn später mit dem Einsetzen von Niederschlägen Kalium wieder besser verfügbar wird, hat der bereits eingetretene frühe K-Mangel nachteilige Folgen auf den Raps, die im Frühjahr nicht mehr ausgeglichen werden können.

Kalium festigt das Rindengewebe

Kalium-Mangel verhindert – wie auch Kalzium-, Bor- und Kupfermangel – die Festigung des Rindengewebes. Damit reagiert der Raps empfindlicher auf Schädlinge und Krankheiten, vor allem im Bereich des Wurzelhalses und ist frostanfälliger. Zudem werden bei K-Mangel weniger Assimilate in die Wurzel abgeleitet. Darunter leidet die Wurzelausbildung. Die Folge: Der Raps kommt im Frühjahr nicht in Gang.

Die Versorgung mit Kalium erfolgt

  • aus dem verfügbaren Bodenvorrat, d.h. aus dem im Bodenwasser enthaltenen gelösten Kalium und durch das austauschbare Kalium an den Bodenkolloiden,
  • durch die Freisetzung von Kalium aus den Ernterückständen: Anders als Stickstoff ist Kalium in der Pflanze in mineralischer löslicher Form enthalten und muss nicht mineralisiert werden. Sobald die Strohrotte einsetzt, wird das in den Zellen enthaltene Kalium aus den Ernterückständen freigesetzt.
  • Durch die K-Düngung: In der K-Wirkung gibt es zwischen mineralischen und flüssigen organischen Düngern kaum Unterschiede. Das Kalium im Festmist oder Komposten muss erst aus der Festsubstanz herausgespült werden, um dann wie ein K-Mineraldünger zu wirken.

Wieviel Kalium sollte der Boden enthalten

  • Bei Trockenheit ist in sorptionsstarken Böden die K-Verfügbarkeit eingeschränkt, wenn die Bodengehalte an Kalium auf Böden mit mehr als 10 % Ton unter 1,0 % K bzw. 1,2 mg K2O je Prozent Ton abgesunken sind. Solange die Böden nicht ausreichend durchfeuchtet sind, ist bei geringeren Gehalten mit dem Auftreten von K-Mangel auf schweren Böden zu rechnen.
  • Die K-Düngung muss auf Böden mit mehr als 12 % Ton vor der Saat erfolgen, damit der Raps im Herbst ausreichend Kali aufnimmt. Auf Böden mit geringerer Sorptionsfähigkeit kann das Kalium im Herbst auch nach der Saat und im zeitigen Frühjahr gestreut werden.
  • Böden bis 8 % Ton sollten wenigstens 8 mg K bzw. 10 mg K2O je 100 g Boden. Liegen die K-Gehalte höher, kann die K-Düngung pro mg K je 100 g Boden um 40 kg/ha K bzw. 45 kg/ha K2O eingeschränkt werden (1 mg/100 g = 10 mg/1000 g = 10 ppm = 40 – 45 kg/ha).
  • Wenn die K-Gehalte zwischen 1,0 und 1,5 mg K2O (0,8 – 1,2 mg K) je Prozent Ton liegen, empfiehlt es sich, zu Raps den Nettoentzug des Rapses + der Folgefrucht und zum Stoppelgetreide wenigstens den Nettoentzug zu düngen, der mit dem Korn abgefahren wird.
  • Liegen die K-Gehalte deutlich niedriger, zwischen 0,7 und 1,0 mg K2O (0,5 – 0,8 mg K) je Prozent Ton, müssen zu Raps wenigstens 2/3 des Gesamtentzuges gedüngt werden, ebenso zum Stoppelgetreide. Der K-Bedarf des Getreides nach Raps wird aus den Ernterückständen des Rapses gedeckt.
  • Bei K-Gehalten unter 0,7 mg K2O (0,5 mg K) je % Ton sollte der Gesamtentzug an Kalium zum Raps gedüngt werden. Zum Getreide nach Raps sollte wenigstens der Netto-Entzug und zur abtragenden Frucht wieder der Gesamtentzug gedüngt werden, um den K-Bedarf auch bei Trockenheit sicherzustellen.
  • Auf Standorten mit geringem Tongehalt oder bei regelmäßigen Niederschlägen im Herbst und hoher K-Versorgung im Unterboden ist das Risiko der Festlegung durch die Tonminerale geringer. Auf diesen Standorten kann das Kali auch nach der Saat im Herbst gestreut werden bzw. auf stark sandigen Böden im Frühjahr, insbesondere auf Standorten mit hohen Niederschlägen im Winter.

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Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Die Ausbreitung von Glasflügelzikaden und der von ihnen übertragenen Krankheitserreger stellt eine zunehmende Bedrohung für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau in Deutschland dar. Nachdem zunächst der Südwesten Deutschlands stark betroffen war, treten inzwischen auch in Bayern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erste Nachweise auf.
Zentrale Erreger sind das Stolbur-Phytoplasma (Candidatus Phytoplasma solani) sowie erstmals auch das Proteobakterium Candidatus Arsenophonus phytopathogenicus in Kartoffeln. Diese verursachen die neu definierte Krankheit „Bakterielle Kartoffel-Knollenwelke“, die durch verstopfte Leitbahnen, verminderte Assimilatverlagerung, reduzierte Stärkeeinlagerung und erhöhte Zuckergehalte in den Knollen gekennzeichnet ist.

Stolbur in Kartoffeln ein zunehmend wachsendes Problem

Insektizidversuch in Kartoffeln – Regensburg

Im Landkreis Regensburg wurde im Jahr 2025 ein Streifen – Demonstrationsversuch zur Bekämpfung von Insekten – insbesondere zur Bekämpfung der Schilfglasflügelzikade – in Kartoffeln durchgeführt.
Beim Versuchsstandort handelte es sich um einen Lösslehm mit 72 Bodenpunkten. Die Vorfrucht war Zuckerrübe. Die Zuckerrüben wurden unter guten, trockenen Bedingungen geerntet. Die Grundbodenbearbeitung erfolge durch 2 Grubberstriche auf maximal 30 cm Tiefe. Die sekundäre Bodenbearbeitung erfolge im April mit einem Feingrubber und einer Vollfeldfräse.
Der Versuchsschlag wurde am 9. April mit der Chipskartoffelsorte SHc1010 gepflanzt. Das Saatgut wurde bereits mit Diabolo behandelt. Bei der Pflanzung erfolge die Beizung mit Moncut.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben 2025

Abgesehen von den pflanzenbaulichen Herausforderungen im Rübenanbau wie SBR, Cercospora oder dem Wegfall von Wirkstoffen stimmt die aktuelle Zuckermarktlage wenig optimistisch. Die Zuckerfabriken versuchen deshalb die Anbaufläche für 2026 zu reduzieren. Für viele stellt sich deshalb die Frage, wie der Zuckerrübenanbau unter diesen Voraussetzungen noch wirtschaftlich funktionieren kann. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist es dabei, neben dem Ertrag auch die Qualität intensiver zu berücksichtigen und pflanzenbauliche Stellschrauben gezielt zu nutzen. Aus dem vergangenen Rübenjahr 2025 können dazu wieder interessante Erkenntnisse gewonnen werden. Im letzten Jahr berichteten wir von den gravierenden Ertragsunterschieden von Standort zu Standort in Abhängigkeit des SBR- und Stolbur-Befalls, aber auch kleinräumig von Landwirt zu Landwirt. Die Spanne reichte 2024 von 20 t/ha bis 130 t/ha. Die Ausreißer nach unten blieben dieses Jahr erfreulicherweise aus und in den letztjährigen SBR-/Stolbur-Hotspot-Regionen konnten zumindest wieder höhere Erträge erzielt werden. Aussaat und Auflaufbedingungen Die meist trockenen Bedingungen im zeitigen Frühjahr ermöglichten verbreitet eine frühe Rübenaussaat ab der zweiten Märzdekade, auch wenn die Bodentemperaturen zu diesem Zeitpunkt nur knapp die 6 °C erreicht hatten, was einen verhaltenen Auflauf der Zuckerrüben erwarten ließ. Während im Süden noch ausreichend Bodenfeuchte für einen homogenen Feldaufgang vorhanden war, war es im Osten und Nordosten schon sehr trocken.

Zuckerrüben 2025

Zuckerrüben – Sortenwahl 2026

Die Sortenwahl ist im Rübenanbau eine besonders wichtige Stellschraube, da je nach Standort z.B. bei Nematoden- oder Rhizoctoniabefall zur Absicherung des Ertrags Spezialsorten angebaut werden müssen. Auch SBR und Cercospora müssen bei der Wahl der möglichen Sorte besonders priorisiert werden. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass besonders im Rübenanbau ein Risikosplitting durch den Anbau verschiedener Sorten wichtig ist.
Konventionelle Sorten

Standardsorten

Standorte ohne Nematoden-, Rhizoctonia- oder SBR-Befall erlauben bei der Sortenwahl maximale Flexibilität (Tab.175). Unter diesen Idealvoraussetzungen kann der Fokus auf das maximale genetisch vorgegebene Zuckerertragspotential gelegt werden. Der starke Cercospora-Druck der letzten Jahre hat aber dazu geführt, dass die Sorten mit der höchsten Ertragsstabilität über die verschiedenen Standorte in Deutschland auch in punkto Cercospora- Leistung ein gutes Niveau mitbringen. Zu nennen sind Sorten wie Ludovica, BTS 2030, Annedora und Habicht. Ebenso erreicht die St Rotterdam ein hohes Ertragsniveau.

Wird das Ertragspotential z.B. durch späte Trockenheit, Spätsaat oder Frührodung begrenzt,

Zuckerrüben 2025

Mais – Neue Sorten

Silomais:
DKC 2956 (S 190 / K 220)
frühe hartmais-ähnliche Doppelnutzungssorte
ausgeglichenes Verhältnis von Restpflanze zu Kolben
gute Kolbenleistung bei tiefem Kolbensitz, eher Fixkolben-Typ
Selektion für frühe, nördliche Lagen bzw. Höhenlagen, Grenzstandorte
top Jugend-Entwicklung und Kältetoleranz
KWS Aveso (S 200)
Dreinutzungssorte (Biogas, Fütterung, Körner- bzw. CCM-Mais)
gute Stärke- und Energieerträge bei guter Verdaulichkeit
ansprechende Körnermaisleistungen in Nordwestdeutschland
LG 32.216 (S 200 / K 220)
Doppelnutzungssorte
langer Typ mit sogenannter „open look“-Optik
standfest
sehr gute Jugendentwicklung
gute Blattgesundheit
geringe Bestockungsneigung bei gutem TKG
P78020 (S 210)
massebetonter früher Doppelnutzer
sehr gute Anpassung an Nordwest- und Nordostdeutschland in den Silomaisversuchen

Zuckerrüben 2025

Körnermais 2025 – Erträge zwischen Spitzenleistungen und totaler Enttäuschung

Das Maisjahr 2025 zeigte sich in Deutschland von zwei Seiten: Während in Süddeutschland, Nordwest und Nordost vielerorts befriedigende bis unerwartet hohe Erträge erzielt wurden, präsentierte sich die Lage in Teilen Mitteldeutschlands ganz anders: kalte Temperaturen während der Jugendentwicklung, Frühjahrstrockenheit und Trockenheit zur Blüte führten dort zu katastrophalen Ergebnissen.
Kaltes Frühjahr
Der Saisonstart verlief vielversprechend. Unter trockenen, günstigen Bedingungen konnten die Bestände ab Mitte April zügig und gleichmäßig auflaufen. Doch danach folgte eine ungewöhnlich kalte Witterungsphase mit sehr kalten Nächten. Diese Phase setzte den Maisbeständen massiv zu und warf die Entwicklung stark zurück. Die Kältebelastung beeinflusste auch das phytohormonelle Gleichgewicht der Pflanzen, insbesondere die Bildung und Steuerung der generativen Organe. Vielfach präsentierten sich Bestände mit Mehrkolbigkeit und kleinen, rudimentären Kolben an den Fahnenästen.
Einkörnung und Kornfüllung
Ab Mitte Juni verbesserten sich die Bedingungen für den Körnermais in den meisten Regionen. Während der Blüte fiel verbreitet ausreichend Regen, sodass eine sichere Befruchtung und Einkörnung gewährleistet war. Eine Ausnahme bildeten das südliche Sachsen-Anhalt, Thüringen u.a. Gebiete im Regenschatten der Mittelgebirge, wo nur zwei Drittel der normalen Niederschläge fielen.