Die Einschränkungen der N-Düngung, insbesondere in „Roten Gebieten“, erfordert, dass wir die Wirkung des Stickstoffs aus dem Boden und aus der N-Düngung, auch der Gülle, optimieren. NH4 aus der organischen Substanz des Bodens, in der Gülle oder in Mineraldüngern (auch KAS enthält 50 % NH4) wird, wenn es nicht zügig nitrifiziert wird, in trockenen, bindigen Böden an die Austauscher fixiert und steht erst wieder nach der Durchfeuchtung des Bodens zur Verfügung. Diese Trockenfixierung lässt sich durch Kalkung und/oder K-Zufuhr verringern. Je besser die Austauscher mit basisch wirkenden Kationen (Ca++, Mg++, K, Na+) gesättigt sind, umso sicherer ist die NH4–Wirkung.
Auffallend rötlich gefärbte Blätter der Getreidestoppeln sind ein Hinweis auf eine im Verhältnis zum N-Gehalt zu geringe Kalium -Versorgung als Folge der Trocken-Fixierung von Kalium durch die Austauscher in sorptionsstarken, bindigen Böden. In diesem Fall ist auch die Aufnahme von Ammonium herabgesetzt, während Nitrat-Stickstoff noch zur Verfügung steht.
Die eingeschränkte K-Verfügbarkeit kann sich auch auf die nachfolgende Kultur auswirken, weil erst die groben Poren durchnässt sein müssen, bevor das Wasser in die Mittelporen hineingedrückt wird, aus denen die Nährstoffaufnahme erfolgt. Deshalb wird das Kali im Boden erst wieder voll verfügbar, wenn der Boden nahezu wassergesättigt ist.
Eine Unterversorgung mit Kalium ist im Raps am gelben Blattsaum der unteren und mittleren Blätter zu erkennen, der später braun wird und nekrotisiert. Auch wenn später mit dem Einsetzen von Niederschlägen Kalium wieder besser verfügbar wird, hat der bereits eingetretene frühe K-Mangel nachteilige Folgen auf den Raps, die im Frühjahr nicht mehr ausgeglichen werden können.
Kalium festigt das Rindengewebe
Kalium-Mangel verhindert – wie auch Kalzium-, Bor- und Kupfermangel – die Festigung des Rindengewebes. Damit reagiert der Raps empfindlicher auf Schädlinge und Krankheiten, vor allem im Bereich des Wurzelhalses und ist frostanfälliger. Zudem werden bei K-Mangel weniger Assimilate in die Wurzel abgeleitet. Darunter leidet die Wurzelausbildung. Die Folge: Der Raps kommt im Frühjahr nicht in Gang.
Die Versorgung mit Kalium erfolgt
- aus dem verfügbaren Bodenvorrat, d.h. aus dem im Bodenwasser enthaltenen gelösten Kalium und durch das austauschbare Kalium an den Bodenkolloiden,
- durch die Freisetzung von Kalium aus den Ernterückständen: Anders als Stickstoff ist Kalium in der Pflanze in mineralischer löslicher Form enthalten und muss nicht mineralisiert werden. Sobald die Strohrotte einsetzt, wird das in den Zellen enthaltene Kalium aus den Ernterückständen freigesetzt.
- Durch die K-Düngung: In der K-Wirkung gibt es zwischen mineralischen und flüssigen organischen Düngern kaum Unterschiede. Das Kalium im Festmist oder Komposten muss erst aus der Festsubstanz herausgespült werden, um dann wie ein K-Mineraldünger zu wirken.

Wieviel Kalium sollte der Boden enthalten
- Bei Trockenheit ist in sorptionsstarken Böden die K-Verfügbarkeit eingeschränkt, wenn die Bodengehalte an Kalium auf Böden mit mehr als 10 % Ton unter 1,0 % K bzw. 1,2 mg K2O je Prozent Ton abgesunken sind. Solange die Böden nicht ausreichend durchfeuchtet sind, ist bei geringeren Gehalten mit dem Auftreten von K-Mangel auf schweren Böden zu rechnen.
- Die K-Düngung muss auf Böden mit mehr als 12 % Ton vor der Saat erfolgen, damit der Raps im Herbst ausreichend Kali aufnimmt. Auf Böden mit geringerer Sorptionsfähigkeit kann das Kalium im Herbst auch nach der Saat und im zeitigen Frühjahr gestreut werden.
- Böden bis 8 % Ton sollten wenigstens 8 mg K bzw. 10 mg K2O je 100 g Boden. Liegen die K-Gehalte höher, kann die K-Düngung pro mg K je 100 g Boden um 40 kg/ha K bzw. 45 kg/ha K2O eingeschränkt werden (1 mg/100 g = 10 mg/1000 g = 10 ppm = 40 – 45 kg/ha).
- Wenn die K-Gehalte zwischen 1,0 und 1,5 mg K2O (0,8 – 1,2 mg K) je Prozent Ton liegen, empfiehlt es sich, zu Raps den Nettoentzug des Rapses + der Folgefrucht und zum Stoppelgetreide wenigstens den Nettoentzug zu düngen, der mit dem Korn abgefahren wird.
- Liegen die K-Gehalte deutlich niedriger, zwischen 0,7 und 1,0 mg K2O (0,5 – 0,8 mg K) je Prozent Ton, müssen zu Raps wenigstens 2/3 des Gesamtentzuges gedüngt werden, ebenso zum Stoppelgetreide. Der K-Bedarf des Getreides nach Raps wird aus den Ernterückständen des Rapses gedeckt.
- Bei K-Gehalten unter 0,7 mg K2O (0,5 mg K) je % Ton sollte der Gesamtentzug an Kalium zum Raps gedüngt werden. Zum Getreide nach Raps sollte wenigstens der Netto-Entzug und zur abtragenden Frucht wieder der Gesamtentzug gedüngt werden, um den K-Bedarf auch bei Trockenheit sicherzustellen.
- Auf Standorten mit geringem Tongehalt oder bei regelmäßigen Niederschlägen im Herbst und hoher K-Versorgung im Unterboden ist das Risiko der Festlegung durch die Tonminerale geringer. Auf diesen Standorten kann das Kali auch nach der Saat im Herbst gestreut werden bzw. auf stark sandigen Böden im Frühjahr, insbesondere auf Standorten mit hohen Niederschlägen im Winter.







