Grünes Info
Beitragsfilter
Winterweizen – Saatstärke
Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst
Addition von Wirkstoffen Werden Wirkstoffe mit unterschiedlicher Wirkungsweise zusammen oder in Spritzfolge ausgebracht, wird die Wirkung des 2. Wirkstoffes nicht zur Wirkung des 1. addiert, sondern bezieht sich auf die Wirkung der verbliebenen Unkräuter: Beispiel:...
Wintergetreide – Übersicht Herbizide zur Herbstanwendung
Winterweizen – Ertragsaufbau
Einteilung der Weizensorten aufgrund der Ertragsbildung Frühschossende (Kurztags-) Typen beginnen ab dem 13-Stunden-Tag zu schossen, dadurch wird die Bestockung im...
Notfallzulassung Luximo gegen Ackerfuchsschwanz im Winterweizen
Der Wirkstoff Cinmethylin (enthalten in Luxinum) hat zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in Winterweizen eine Notfallzulassung vom 01.09. bis 29.12.2026 für 400.000 ha erhalten. Im Rahmen der Notfallzulassung ist eine...
Winterweizen – Sortenübersicht 2026
Tabelle
Winterweizen – Kurzbeschreibung neuer Sorten
A-Sorten
KWS Lonnie (KWS)
A-Weizen mit durchschnittlichen Ertragsleistungen
gutes Hektolitergewicht mit moderaten Rohproteingehalten
mittlere Fallzahl mit begrenzter Fallzahlstabilität
Kompensationstyp
mittleres Schoss- & Reifeverhalten
durchschnittliche Winterhärte
mittlere Pflanzenlänge & Lageranfälligkeit
geringe Anfälligkeit für Halmbasisverbräunungen
gute bis sehr gute Blattgesundheit (Mehltau, Blattseptoria, Gelb- & Braunrost)
weniger anfällig für Ährenfusarium
gute Eignung als Stoppelweizen oder nach Maisvorfrucht
SU Horizon (Saaten-Union)
in den LSV eine der ertragsstärksten Sorten, als A-Sorte eingetragen
gute Backeigenschaften, aber mit sehr geringem Proteingehalt (BSL-Note 1), deshalb schlecht als A-Weizen zu vermarkten
hohe Fallzahl mit geringer Auswuchsneigung
früh schossender, frühreifer Kompensationstyp
durchschnittliche Winterhärte
gute Standfestigkeit
blattgesund, geringe Anfälligkeit für Mehltau, Blattseptoria, Gelb- & Braunrost
für Spätsaat geeignet
Unterscheidung von Septoria tritici und M. nivale (Schneeschimmel)
Der Regen der letzten Wochen begünstigte einerseits Septoria, aber auch den Schneeschimmel, die nicht unterschätzt werden dürfen. Erste Blattsymptome, die an Septoria erinnern, jedoch keine schwarzen Dauerkörper enthalten, zeigen sich bereits in einigen Regionen Westdeutschlands und sind auch in Mitteldeutschland zu erwarten. Wichtig ist es jetzt, die Krankheit richtig zu identifizieren (siehe Tabelle und Bilder). Häufig treten Mischinfektionen mit Septoria auf. Bei bereits vorhandenen Symptomen ist derzeit die Kombination Prothioconazol + Fenpicoxamid (Univoq) am stärksten.
Weizen – Krankheitsdruck und Ährenbehandlung
Die ersten zweieinhalb Maiwochen waren verbreitet durch kühles, regnerisches Wetter gekennzeichnet. Dadurch profitierten Erreger wie Gelbrost, M. nivale und S. tritici. In milderen Lagen sind auch frische Mehltaupusteln zu finden. Durch Wind und Regen wurde die Ausbringung von Fungiziden (und Wachstumsreglern) im Fahnenblatt-Stadium erschwert. Dadurch sind Befallssymptome in vielen Beständen auf F-2, gelegentlich auch auf F-1 zu finden.
Infektionen auf dem Fahnenblatt konnten durch Fungizidmaßnahmen unterbunden werden.
Die Niederschläge ließen mit Beginn dieser Woche nach. Für die 3. Maidekade wird überwiegend trockenes Wetter mit Temperaturen zwischen 23 und 28 °C vorhergesagt. Damit dürfte das Infektionsrisiko mit S. tritici, M. nivale und Gelbrost nachlassen.
Mehltaubefall ab Pfingsten zu erwarten
Wenn allerdings 2 Tage lang starker Tau bis in die Mittagsstunden in den Beständen auftritt, ist bei den angekündigten Temperaturen über 20 °C ab dem Freitag vor Pfingsten in anfälligen Sorten mit Mehltau und auch mit Braunrost zu rechnen, wenn keine Fungizidspritzung im Fahnenblatt erfolgt ist. Besonders hoch ist das Risiko in Beständen mit Altmehltau bzw. Herbstbefall mit Braunrost.
Braunrost und Mehltau können auch von außen, sogar über weite Strecken mit dem Wind verbreitet werden und zu Neuinfektionen führen.
Bekämpfung von Fusarien
Geringe Inokulumdichte von F. graminearum
Die Maisstoppeln waren im Herbst des vergangenen Jahres wenig mit F. graminearum belastet. Die anhaltende Trockenheit über Winter und vor allem im März/April verhinderten zudem die Bildung von Perithecien bzw. Ascosporen. Daran änderte sich auch in den letzten 14 Tagen infolge der nass-kalten Witterung wenig. In den nächsten 14 Tagen wird überwiegend trockenes Wetter angekündigt, so dass das Fusarienrisiko für die früh blühenden Weizenbestände gering ist.
Das kann sich für den später (ab 30.05.) blühenden Weizen ändern, wenn Regen, hohe Luftfeuchte undTemperaturen über 17 °C zusammentreffen, da auch eine geringe Sporendichte ausreicht, damit die kritischen DON-Gehalte überschritten werden.
Die Sporulation erfordert Feuchte und Temperaturen über 17 °C. Mit sehr hohen Temperaturen (über 30 °C) nimmt die Sporulation wieder stark ab. Sie können mit der Nase feststellen, wann und wo Fusarien sporulieren: Wenn nach einem Regenschauer der Geruch eines alten Kartoffelkellers in der Luft liegt, ist
Weizen – Ährendüngung 2026
Starkes Melieren der Bestände, die auf geringe Bodenunterschiede oder Überlappungen beim Düngerstreuen und selbst von weitem sichtbar auf vorjährige Mäuselöcher zeichnen, wenn sich die N-Düngung im Rahmen des Zulässigen bewegte, sind Anzeichen für ein Nachlassen der N-Freisetzung aus dem Boden. Hinzu kommt, dass die P-Versorgung der Böden gerade auf den ertragsstarken Teilflächen abfällt, wenn auf Dauer mehr Phosphor entzogen als gedüngt wurde.
Die Restriktion der N-Düngung durch die DüV wirkte sich zuerst auf den Proteingehalt und den Sedimentationswert, mittlerweile aber auch auf den Ertrag aus.
Inzwischen müssen wir alle Register ziehen, um noch respektable Qualitäten zu erzielen.
Dazu zählt auch die Ährendüngung. Durch die Spritzung mit Stickstoff in die Ähre nach der Blüte lassen sich Eiweißgehalt und Sedimentationswert positiv beeinflussen. Der Ausnutzungsgrad der Spritzung ist im Vergleich zur Düngung über den Boden deutlich höher. Durch 10 kg/ha N ließen sich die Proteingehalte im Korn um 0,4 bis 0,7 % steigern.
Winterweizen – Spätdüngung
N-Spätdüngung an die Nachlieferung anpassen
Trockenheit und kühle Nachttemperaturen ließen im April die N-Freisetzung aus dem Boden, aber auch den gedüngten Stickstoff nur langsam in Gang kommen. Nach den Niederschlägen Ende April/Anfang Mai und bei Bodentemperaturen über 12 °C ist mit einem deutlichen Anstieg der N-Mobilisierung und N-Aufnahme aus dem Boden zu rechnen.
Bei der noch ausstehenden N-Düngung ist zum einen
der aktuelle Versorgungszustand der Bestände zu beachten,
der N-Vorrat in den unteren Bodenschichten,
sowie die noch zu erwartende N-Nachlieferung zu berücksichtigen.
Aktuelle N-Versorgung ermitteln
Mit dem Yara-N-Tester können Sie die aktuelle N-Versorgung indirekt über die Chlorophylldichte bestimmen. Die ausgewiesenen Werte (zwischen 500 und 750) sind als Relativwerte zu betrachten. Diese müssen für die Sorten kalibriert werden und können je nach Tageszeit, Blattnässe, N-Form oder abhängig von der Versorgung mit anderen Nährstoffen schwanken.
Mit dem Nitra-Check ermitteln Sie die Nitrat-Konzentration im Zellsaft. N-Tester und Nitra-Check geben Auskunft über die aktuelle
Weizen – Kürzung im Fahnenblatt
Vor allem späte Weizenbestände haben nach dem Regen mit den gestiegenen Temperaturen einen Satz gemacht, aber auch Nebentriebe mitgezogen, so dass die Bestände angesichts der anstehenden Niederschläge drohen, zu dicht zu werden. Dagegen ist die Nebentriebreduktion in den frühen Weizenbeständen weitgehend abgeschlossen und auch kein übermäßiges Längenwachstum mehr zu erwarten.
Zu dichte Bestände mit weichen unteren Internodien müssen dringend noch nachgekürzt und gefestigt werden. Dazu eignet sich die Kombination aus Prohexadion + Ethephon am besten. Auch auf Standorten mit derzeit noch angespanntem Wasserhaushalt im Unterboden sollte die Kürzung erfolgen, wenn in den nächsten Tagen mehr als 20 mm Regen fallen.
Abbildung
Weizen – Nutribio N und Utrisha N als N-Fixierer
Die exorbitant gestiegenen Stickstoffpreise bringen Stickstoff-Fixierer wie Utrisha N oder Nutribio N wieder ins Gespräch. In unseren Versuchen in Winterweizen wurden mit der einmaligen Anwendung dieser Biostimulanzien zwischen 15 und 20 kg/ha N fixiert, die sich vor allem im höheren Proteingehalt niederschlugen.
Bei Kosten von derzeit knapp 2 € pro kg Stickstoff kann sich der Aufwand von ca. 40 € pro ha und Anwendung rechnen. Allerdings müssen die Anwendungsbedingungen strikt eingehalten werden, um die notwendige Wirkung zu erreichen.
Nutriobio N (Syngenta) beinhaltet den Bakterienstamm Azotobacter salinestris. Dieses Bakterium besiedelt Blätter und Wurzeln der mit der Spritzbrühe getroffenen Kulturpflanze und breitet sich dort aus. Danach bildet es einen Biofilm auf der Wurzeloberfläche. Mit Hilfe der Nitrogenase kann Azotobacter salinestris Stickstoff aus der Luft zu Ammonium reduzieren, das der Pflanze zur Verfügung steht.
Utrisha N (Corteva) besteht aus dem endophytischen „Methylobacterium symbioticum“. Dieses gelangt über die Stomata in das Pflanzeninnere, um sich
Winterweizen – Spätsaat
Weizen, der jetzt noch gesät wird, wird erst im Frühjahr bestocken. Die erst im Frühjahr gebildeten Triebe fallen i.d.R. gegenüber den Haupttrieben im Ertrag stark ab. Deshalb sollte man den Weizen auf Endbestand säen. Das scheitert aber daran, wenn die Saatkörner in der Drillreihe zu eng abgelegt werden und die Pflanzen dann enger als alle 2 cm stehen.
Es ist vor allem die Wurzelkonkurrenz, die (zu) hohen Saatstärken den Riegel vorschiebt: Mehr als 50 Keimpflanzen je laufenden Meter Drillreihe sollen auf keinen Fall stehen, weil die Einzelpflanzenleistung durch den engen Abstand überproportional abfällt. Das wirkt sich umso gravierender aus, wenn dann im Laufe der Vegetation Pflanzen durch Krankheiten an der Halmbasis oder durch Schädlinge ausfallen.
Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, für die späte Aussaat Sorten zu wählen, die den Ertrag auch mit niedrigen Ährenzahlen über den Einzelährenertrag bilden können.
Um die Bestandesdichte vor allem auf tonigen Böden oder Lehmkuppen abzusichern, bietet es sich an, etwa die Hälfte bis 2/3 der Sollährenzahl an Samenkörnern mit dem Düngerstreuer als Breitsaat auf den rückverfestigten Boden auszubringen und danach den Rest der vorgesehenen Saatmenge mit der Drillmaschine zu säen.
Winterweizen – Aktualisierte Sortenbewertung
Die nachfolgenden Sorten wurden im Vorjahr bzw. 2023 zugelassen. Inzwischen liegen für diese Sorten mehr Informationen vor. Risikofaktoren wurden rot, besondere positive Eigenschaften fett hervorgehoben:
Absolut (A)
Protein Note 6, mittelhohe, stabile Fallzahl, Ertrag Note 6/6, EÄE, weniger winterhart, sehr früh, lang (AFU- Unterdrückung), trotzdem standfest, gesund, mittelanfällig für Fusarien (Note 5)
SU Magnetron (A)
Sorte, Protein Note 6, hohe, aber weniger stabile Fallzahl, Ertrag Note 7/6, KD-KZÄ-Typ, weniger winterfest, kleinkörnig, früh, sehr standfest, gesund, Fusarien (Note 5)
Ambientus (A)
Protein Note 6, stabile & sehr hohe Fallzahl, Ertrag Note 6/6, BD-Typ, winterhart, mittelspät, etwas lageranfällig, insgesamt gesunde Sorte, wenig anfällig für Braunrost (Note 1), Fusarien-Anfälligkeit geringer (Note 4)
Polarkap (A)
Protein Note 5, stabile & mittelhohe Fallzahl, Ertrag Note 6/6, BD-TKG-Typ, winterhart, mittelspät, etwas lageranfällig, blattgesund, Fusarien Note 4
LG Kermit (A)
Proteingehalt Note 4, stabile & hohe Fallzahl, Ertrag
Winterweizen – Sortenübersicht 2025
Tabelle
Winterweizen – Ernterückblick und Sortenwahl 2025
Die Berichterstattung über die Weizenernte 2025 ist durchweg positiv. Die Erträge lagen demnach über dem 5-jährigen Mittel, um 10 % über dem Vorjahr. Betrachten wir die Erträge etwas länger zurück, dann relativiert sich das Ergebnis: Seit 2014 sind die Weizenerträge zurückgegangen von damals 86 dt/ha auf in diesem Jahr (vorläufig) 75,9 dt/ha. Die Proteingehalte sind mit abnehmenden Erträgen nicht gestiegen, wie man erwartet hätte, sondern ebenfalls zurückgegangen. In diesem Jahr ist wieder ein Anstieg der Proteingehalte zu verzeichnen auf voraussichtlich 12,2 % (Hochrechnung auf der Basis der Ergebnisse der Landessortenversuche). 12,2 % Protein wurden auch 2014 erreicht, allerdings mit 86 dt/ha Ertrag.
Der Grundstein für die Anbauperiode 2024/25 wurde im Frühjahr und Sommer 2024 gelegt: Überdurchschnittliche Niederschläge füllten die Böden auf, sodass der Unterboden nahezu wassergesättigt war. Selbst im September war es verbreitet noch nass, sodass sich die Bestellung zum Glücksspiel entwickelte. Um den 20.09. war die Bodenoberfläche so weit abgetrocknet, dass eine Bestellung möglich war, allerdings nur für wenige Tage. Dann ergab sich erst wieder um den 6. Oktober die Möglichkeit, Getreide ohne gravierenden Schaden zu bestellen, dann ab Mitte Oktober bis in den November hinein. Erfolgte die Grundbodenbearbeitung im nassen Boden, wurde danach nass gesät und regnete es auf das frisch bestellte Land, waren Ertragseinbußen unvermeidlich, sodass anhand des Bestelldatums festgemacht werden kann, wie der Weizenertrag
Winterweizen – Ertragsaufbau
Tabelle
Winterweizen – Kurzbeschreibung neuer Sorten 2025
Emmerto (E)
Protein Note 7, sehr hohe & stabile Fallzahl,
KOMP-Typ, mittelspät, winterfest, solide Standfestigkeit,
wenig anfällig für Mehltau und Gelbrost (Note 2),
geringer bis mittel anfällig für S. tritici und Braunrost (Note 4),
anfälliger für Fusarien (Note 5)
Pontiform (E)
für E-Weizen schwächerer Proteingehalt (nur Note 6), sehr hohe & stabile Fallzahl,
BD-TKG-Typ, spät schossend (LT), spät reif,
winterfest, kurz & standfest,
wenig anfällig für Mehltau (Note 3),Gelbrost (2), Braunrost (4),
anfälliger für S. tritici + Ährenfusarium (Note 5)
Filius (A)
Protein Note 4, hohe & stabile Fallzahl,
Ertrag Note 7/6, EÄ-Typ, mittelfrüh,
etwas lageranfällig,
sehr gute Blattgesundheit insb. Braun- und Gelbrost (Note 2), Fusarien Note 2
Intensity (A)
Protein Note 4, hohe & stabile Fallzahl,
Ertrag Note 7/7, BD-Typ, sehr früh (!),
geringe Winterfestigkeit, kurz & standfest,
gute Blattgesundheit (außer. S. tritici Note 5), geringe Fusarienanfälligkeit (Note 3)
Kumpel (A)
Protein 3, sehr hohe & stabile Fallzahl,
Ertrag Note 7/7, KD-KZÄ, mittelspät, etwas kürzer,
standfest, sehr gute Blattgesundheit, Fusarien Note 4
KWS Friese (A)
Protein Note 1 (!), mittelhohe & wenig stabile Fallzahl,
Ertrag Note 8/8, EÄ-TKG, sehr spät, sehr gute Standfestigkeit,
sehr gute Blattgesundheit, Fusarienanfällig (Note 5)
Winterweizen – Saatstärke
Tabelle
Weizen – Fallzahlen stürzen ab
Seit 4 Wochen regnet es südlich der Donau, seit 3 Wochen im Nordosten und in den Staulagen der Mittelgebirge fast jeden Tag. In den seit 20. Juli totreifen Beständen stürzen sortenabhängig aktuell die Fallzahlen ab. Die Fallzahl ist ein Maß zur Bestimmung der Viskosität bzw. Verkleisterungsfähigkeit des Weizenmehls. Wird das totreife Getreidekorn längere Zeit abgeregnet, nimmt es Wasser auf, dadurch steigt die Aktivität der α-Amylase. Diese bewirkt eine Verzuckerung von Stärke. Gibberelline werden ausgeschüttet, die Keimruhe nimmt ab, damit steigt die Auswuchsneigung. Die verzuckerte Stärke ist weniger viskos und verbindet sich schlechter, der Teig ist weniger stabil. Im Brot bewirken Mehle mit geringer Fallzahl große Löcher statt feine Poren. Der Handel verlangt Fallzahlen von wenigstens 220 sec, in Jahren mit Fallzahlproblemen werden Partien mit 180 sec noch akzeptiert. Es ist nicht möglich, Mehle mit geringer Fallzahl durch Mehle mit hoher Fallzahl aufzumischen, da die Fallzahl nicht Gehalte widerspiegelt, sondern die Aktivität der α-Amylase. Weizensorten unterscheiden sich absolut in der Fallzahl. Sorten mit sehr hohen Fallzahlen (> 350 sec) haben eine ausgeprägte Keimruhe. Andere Sorten haben von Haus aus eine niedrige Fallzahl bzw. eine hohe α-Amylase-Aktivität. Entscheidend ist die Fallzahlstabilität: Wie lange eine Sorte abgeregnet werden kann, bevor die Fallzahl
Weizen und Roggen – Braunrost
Bislang wurden Braunrostpusteln nur vereinzelt gefunden. Mit dem Anstieg der Temperaturen tagsüber auf über 20 bis 28 °C und nachts um 15 °C sowie begünstigt durch mehrere Stunden bis in die Mittagsstunden hinein anhaltenden Blattnässe wurden in der 1. Juniwoche günstige Voraussetzungen für Braunrost-Infektionen geschaffen, speziell dort, wo die Trockenheit im April und Mais den Einsatz von Fungiziden bislang nicht nötig erschienen ließ. Die Bekämpfung mit Fungiziden ist nur bis EC 69 zulässig und muss deshalb umgehend erfolgen. Die Bekämpfungsschwelle liegt in braunrostanfälligen Sorten bei 5 %, in weniger anfälligen Sorten bei 10 % mit Rost befallener Blätter. Spätreife Sorten, deren Kornbildung noch nicht so weit vorangeschritten ist, leiden stärker unter dem Befall mit Braunrost. Ertragsminderung durch späten Braunrostbefall Das Risiko von Ertragsminderungen im Weizen durch den Braunrost können Sie abschätzen: 10 Tage nach der Blüte haben die Karyopsen ca. 20 % ihres Samengewichtes erreicht. In der Folgezeit müssen noch 80 % gebildet werden. Etwa 25 bis 30 % davon werden durch die Spelzen assimiliert, 10 % durch das oberste Halmstück (= Pedunkel), 25 % durch das Fahnenblatt, 15 % durch F-1 und 10 % durch F-2. Wenn 50 % des Blattes mit Pusteln übersät sind, ist noch mit 50 % Assimilationsleistung zu rechnen. In diesem Fall kostet der
Weizen – Ährendüngung
Die Weizenernte war 2024 mit durchschnittlich 67,9 dt/ha im Ertrag niedriger als 2003. Anders als 2003 lagen die Proteingehalte nur noch bei 11,4 %. Die Begrenzung der N-Düngung durch die DüV machte sich drastisch bemerkbar. 2024 wirkten sich das niedrige N-Angebot und die geringe Strahlung negativ aus. Letzteres war auch 2016 der Fall. Trotzdem wurden 2016 noch 76 dt/ha mit 12,6 % Protein geerntet. In diesem Jahr (2025) waren die Nmin-Vorräte im Böden höher. Kühle Temperaturen und Trockenheit schränkten aber die N-Freisetzung ein. Hinzu kommt, dass das potentielle Nmob aus dem Boden in den letzten Jahren stark nachgelassen hat. Die geringe Freisetzung erkennt man am starken Melieren der Böden, die auf geringe
Winterweizen – Qualitätsdüngung
Trockenheit und Kälte schränkten bis Ende April die N-Freisetzung aus dem Boden ein. Mit den Niederschlägen vor und nach Ostern kam zunächst der im Boden vorliegende mineralische Stickstoff zum Wirken. Die N-Mobilisierung kam bislang noch nicht richtig in Gang und wird auch in den nächsten 14 Tagen auf sich warten lassen, wo die Böden kaum durchfeuchtet wurden. Bleiben die Böden feucht und steigen die Bodentemperaturen über 15 °C, setzt die N-Nachlieferung verstärkt ein. Damit ist ab dem 20. Mai zu rechnen. Eine Zwischendüngung, die von der Spätdüngung abgezogen werden muss, kann bei bisher knapper Kalkulation angebracht sein. Ob die Zwischendüngung notwendig ist, zeigen der N-Tester oder der Blattvergleich: Beim letzteren werden die Blätter nebeneinandergehalten: Hellt das 4. Blatt von oben gegenüber dem 3. Blatt deutlich auf, lagert die Pflanzen Stickstoff aus, um damit den Neuzuwachs zu versorgen. In diesem Fall können 25 kg/ha N gedüngt werden. Ist das 3. Blatt
