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Wintergerste – Saatstärke
Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst
Addition von Wirkstoffen Werden Wirkstoffe mit unterschiedlicher Wirkungsweise zusammen oder in Spritzfolge ausgebracht, wird die Wirkung des 2. Wirkstoffes nicht zur Wirkung des 1. addiert, sondern bezieht sich auf die Wirkung der verbliebenen Unkräuter: Beispiel:...
Wintergetreide – Übersicht Herbizide zur Herbstanwendung
Wintergerste – Rückblick auf die Ernte 2026
Rückblick auf die Wintergerstenernte im Norden
Die Wintergerstenerträge fielen in den nördlichen Anbauregionen insgesamt durchschnittlich aus. Der Erntebeginn wurde früh durch die große Hitzewelle Mitte Juni eingeleitet. Die Körner reiften innerhalb kurzer Zeit vollständig ab, während das Stroh in vielen Beständen noch deutlich grün blieb. Reife Ähren standen auf noch nicht vollständig abgereiftem und entsprechend zähem Stroh.
Die Wintergerste litt aufgrund der frühen Reife weniger unter der Junihitze. Die Mehrzahl der Sorten hatten die Umlagerung der Assimilate in das Korn zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Die hohen Temperaturen begrenzten deshalb die Kornfüllung weniger stark als in den Weizenbeständen, die sich noch in der Phase der Endospermbildung (Kornbildung) befanden.
Problematischer als die Hitze war in weiten Teilen Brandenburgs und Mecklenburgs die Entwicklung der Bestände nach dem trockenen Frühjahr. Die hohen Niederschlagsmengen im weiteren Saisonverlauf führten dazu, dass Wintergerstenbestände ins Lager gingen.
In der Frühjahrstrockenheit, auch aus Angst vor Frösten, wurden Wachstumsregler vielfach zurückhaltend oder gar nicht eingesetzt.
Wintergerste – Übersicht mehrzeilige Sorten
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Wintergerste – Übersicht zweizeilige Sorten
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Wintergerste – Ramularia
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Wintergerste – Im Fahnenblatt nachkürzen?
Die erste Wintergerste beginnt das Fahnenblatt zu schieben. Kalte Nächte und häufig strahlungsreiche Witterung der letzten Wochen haben das vegetative Wachstum vor allem der Wintergerste und des Roggens gebremst und zu einer Festigung des Gewebes beigetragen. Allerdings hat das kalte Wetter auch dazu beigetragen, dass die Bestände dichter geblieben sind. Zudem ist mit dem Anstieg der Temperaturen und später einsetzenden Regen mit einem starken Stickstoffschub aus dem Boden zu rechnen, der das Lagerrisiko verstärken wird.
Wann kann auf die Einkürzung im Fahnenblatt verzichtet werden?
Geringe Bodenfeuchte in der Krume: Der Boden ist unter der Bodenoberfläche kaum dunkler als die Bodenoberfläche und rieselt trocken aus der Hand bzw. besteht aus trockenen Kumpen.
Der Halm ist bis zum 3. Knoten (hochgeschobener Bestockungsknoten zählt dabei nicht mit!) kürzer als 25 cm.
Das unterste Internodium ist fest. Man muss die Messerspitze mit Kraftaufwand in den Halm stechen.
Der Bestand lässt weniger als 450 (mehrzeilige)
Wintergetreide – Ertrags- und Spätdüngung (Fortsetzung aus Info 06/26)
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Wintergerste – Saatstärke
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Wintergerste – Sortenwahl 2025
Die Wintergerste lag in diesem Jahr im Ertrag deutlich über den Vorjahren, erreichte auf Standorten im Norden sogar Spitzenerträge von über 130 dt/ha. Hohe Erträge resultierten aus der frühzeitigen Bestellung in den trockenen Boden, wenn in den Tagen danach kein stärkerer Regen folgte. Das war um den 20. September der Fall und im Norden und Westen auch noch Anfang Oktober, danach erst wieder Ende Oktober bis Anfang November.
Der Herbst 2024 war im Vergleich zum Vorjahr nicht übermäßig nass. In den Wintermonaten fiel in ganz Deutschland vergleichsweise wenig Regen. Der März war extrem trocken, so dass schon eine Missernte zu befürchten war. Erst in der 2. Aprildekade setzten noch rechtzeitig Niederschläge ein, sodass die Bestände nicht übermäßig reduzierten und aufgrund der späteren guten Kornausbildung mit auffallend hohem HLG noch positiv überraschten. Die Mehrzahl der Gerstenbestände reifte goldgelb ab.
Mindererträge wurden erzielt, wenn die Gerstenbestände auf Böden mit geringer Wasserspeicherung im Osten Deutschlands und nass bestellte Gersten mit schwacher Wurzelausbildung auf tonigen Böden schon im April zeichneten.
Örtlich sanken die Temperaturen im Mai während der Gerstenblüte auf Werte um 0 °C und darunter. Dadurch wurde die Zellteilung der frisch befruchteten Karyopsen unterbrochen, die daraufhin nicht mehr ausgebildet wurden. Davon betroffen waren eher später blühende Gerstensorten wie Esprit oder SU Majella.
Der Befall mit Krankheiten hielt sich in diesem Jahr auf den meisten Standorten in Grenzen. Standortabhängig mussten Rhynchosporium und Netzflecken, in anfälligen Sorten auch Zwergrost, bekämpft werden. Der Befall mit Zwergrost war auch die Ursache für das schlechtere Abschneiden der Esprit und der Neuzulassung KWS Chilis in den Varianten ohne Fungizideinsatz. Auch der Befall mit Ramularia erforderte verbreitet eine zweimalige Behandlung. Die Anfälligkeit für Ramularia ist auch der Grund, warum wir die KWS Delis aus unserer Sortenliste genommen haben. Verbreitet trat in der Gerste auch Lager bzw. Halmknicken auf. Infolge des Befalls mit Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) mussten sogar Bestände umgebrochen werden, die nicht termingerecht mit Insektiziden gegen Blattläuse behandelt wurden. Das BYDV wird uns in den nächstenJahren infolge der milden Witterung im Herbst immer mehr begleiten. Inzwischen stehen aber Sorten mit Resistenzgenen (Ryd2 und Ryd4) zur Verfügung. Diese können, wie in diesem Jahr die KWS Chilis, mit den Spitzensorten Julia oder SU Loona mithalten. Sorten mit BYDV-Resistenz (Ryd2): KWS Chilis, KWS Exquis, Integral, RGT Alessia, und die zweizeilige Sorte Orcade. Die Hybridsorten SY Zoomba und SY Kestrel haben die Resistenzgene Ryd2 + Ryd4 gegen das
Wintergerste – Gelbmosaikvirus und Gelbverzwergungsvirus
Das Gelbmosaikvirus der Gerste (BMV bzw. GMV) wird durch den bodenbürtigen Parasit Polymyxa graminis übertragen. Die Symptome treten verstärkt unter nasskalten Verhältnissen auf, die das Wurzelwachstum behindern: aufgehellte Strichel in den Blattadern, die sich später dunkel verfärben, späteres Vergilben und Absterben der Blätter, verminderter Wuchs. Die meisten der heute angebauten Wintergerstensorten sind resistent gegen das Gelbmosaikvirus Typ 1 (BMV1). Verbreitet im Westen und Norden, inzwischen aber auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen hat sich das Gelbmosaikvirus Typ 2 (BMV2) etabliert, das auch BMV1-resistente Sorten befallen kann. Aktuelle Sorten mit BMV1 + 2-Resistenz sind u.a. Julia, Avantasia, SU Hetti oder die schon ältere SU Midnight und die neu zugelassene KWS Chilis.
Das Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley Yellow Dwarf Virus = BYDV) wird von Blattläusen übertragen. Im Gegensatz zum BMV hat das BYDV mehrere Wirtspflanzen wie Getreidearten, auch Hafer, Mais, Weidelgräser und andere Gräser. Befall und Verbreitung des Virus erfolgen vorwiegend im Herbst. Symptome eines Gerstenverzwergungsvirus (BYDV)-Befalls sind gleichfalls strichelförmige Aufhellungen der Blätter in den Blattadern, auffällige Verzwergung des Haupttriebes und verstärkte Bestockung infolge der eingeschränkten apikalen Dominanz, Vergilbung und spätere Nekrotisierung der Pflanzen bis hin zum Pflanzenausfall. Der Befall tritt meist nesterweise auf (aufgehellte bis gelbe „Elefantentritte“). Das Virus selbst kann nicht bekämpft werden. Wichtigste Gegenmaßnahmen bilden spätere Aussaat und die Spritzung von Insektiziden gegen Blattläuse
Wintergerste – Übersicht mehrzeilige Sorten
Neu zugelassene mehrzeilige Sorten KWS Chilis 2025 über fast alle Standorte hinweg ertragsstärkste Wintergerstensorte resistent gegen Mosaikvirus 1 + 2 und gegen das BYDV (Resistenzgen [yd2]) fiel in den LSV im Ertrag nur in Stufe 1 (ohne PSM) ab, wenn Zwergrost auftrat gute Masseentwicklung, lang, dadurch sehr gute AFU-Unterdrückung kommt früh zum Ährenschieben, reift mittelspät ab weniger anfällig für Ramularia, Rhynchosporium und Netzflecken dafür anfälliger für Mehltau und hochgradig (BSL 8) anfällig für Zwergrost mittlere Lageranfälligkeit weniger anfällig für Ährenknicken EÄ-Typ, kann trotzdem früh gesät werden Ziel: 450 – 550 Ähren/m² mit 150 bis 220 Pflanzen/m² KWS Exquis (KWS) – BYDV-resistent Auf Sandstandorten rel. 98 gegenüber Standardsorten, größerer Abstand auf Lehmböden war in Friedrichsthal 2025 ertragsstärkste Sorte Bestandesdichtetyp mit normaler Reife, etwas lageranfällig, kaum Ährenknicken kurz, geringere AFU-Unterdrückung anfälliger für Mehltau und Rhynchosporium wenig anfällig für Ramularia und wenig anfällig für Zwergrost kann etwas früher gesät werden Zielährenzahl: 500 – 600 Ähren/m² mit 170 – 220 Pflanzen/m² (Frühsaat) SY Zoomba (Hybridsorte, Syngenta, EU-Sorte) BMV1-resistent + BYDV-resistent (Ryd2 + 4) Schnitt im Versuch in Friedrichsthal zusammen mit KWS Exquis am besten ab Einstufung in der BSL aber nur mit 6 / 6 im Ertrag zügige Masseentwicklung, lang, dadurch sehr gute AFU-Unterdrückung mittelspätes Ährenschieben, mittelspät reifer Ährentyp mit hoher Kornzahl/Ähre lageranfällig, stärkere Neigung zum Ährenknicken, aber besser als SY Galileoo insgesamt gesunde Sorte, etwas anfälliger für Netzflecken weniger anfällig für Rhynchosporium, Ramularia und Zwergrost Hybridgerste für den frühen Anbau, aber auch für den späten Anbau nach Körnermais Optimale Ährenzahl: 450 – 550 Ähren/m² mit 140 – 170 Pflanzen/m² (Frühsaat) bzw. 220 bis
Wintergerste – Übersicht zweizeilige Sorten
Der Ertragssprung der neuen zweizeiligen Wintergerstensorten bestätigte sich auch in diesem Jahr. Sorten wie Goldmarie, Almut, Arthene, KWS Tardis oder die Neuzulassung Annemiek konnten im Ertrag mit mehrzeiligen Sorten mithalten. Ältere Sorten wie Sandra, California und KWS Somerset haben aber nach wie vor noch ihren Markt. Ein entscheidender Vorteil der zweizeiligen Sorten ist die sichere Kornausbildung.
Alle angeführten zweizeiligen Sorten sind resistent gegen BMV Typ 1.
Neu zugelassene zweizeilige Sorten
Annemiek (RAGT)
schnitt auf Trockenstandort in Unterfranken überdurchschnittlich ab
profitierte in diesem Jahr vom sehr hohen TKG
mittelspätes Schossen, reift später ab
etwas lageranfällig insgesamt wenig anfällig für Blattkrankheiten (Note 4), Zwergrost BSL-Note 3
gegen Ramularia mit der Note 5 eingestuft (Doppelspritzung notwendig)
650 – 800 Zielähren je m² mit 230 – 270 Pflanzen je m²
Kitty (Breun)
resistent gegen BMV Typ 1 + 2
mit der Note 7 + 7 im Ertrag eingestuft
mittelspätes Schossen, reift später abkurz, standfest, keine Probleme mit Halm- und Ährenknicken
weniger anfällig für Rhynchosporium und Netzflecken aber anfälliger für Mehltau- und Zwergrost
Ramularia erfordert Doppelspritzung
700 – 900 Zielähren je m² mit 250 – 300 Pflanzen je m²
Organa (Breun)
resistent gegen BYDV + BMV Typ 1
mit der Note 8 + 7 im Ertrag eingestuft, Ertragsniveau auf dem Niveau mehrzeiliger Sorten
mittelspätes Schossen, reift später ab
mittellang, weniger standfest, kaum Probleme mit Halm- und Ährenknicken
wenig anfällig für Mehltau, Rhynchosporium und Zwergrost (letzter mit Note 2)
anfälliger für Netzflecken und Ramularia (Doppelbehandlung)
700 – 900 Zielähren je m² mit 250 – 300 Pflanzen je m²
Weitere zweizeilige Sorten
Almut (SZ Bauer)
Wintergerste und Roggen – Nachkürzung und Fungizide
Wintergerste im Fahnenblattstadium nachkürzen? Die erste Wintergerste hat über Ostern das Fahnenblatt geschoben oder zumindest gespitzt. Angesichts der Trockenheit im Osten und Südosten und den geringen angekündigten Niederschlägen sollte dort auf eine Nachkürzung der Gerste verzichtet werden, wenn im Fahnenblattstadium folgende Kriterien zutreffen: Geringe Bodenfeuchte in der Krume: Der Boden ist unter der Bodenoberfläche kaum dunkler als die Bodenoberfläche und rieselt trocken aus der Hand bzw. besteht aus trockenen Klumpen. Der Halm ist bis zum 3. Knoten (hochgeschobener Bestockungsknoten zählt nicht!) nicht länger als 25 cm. Das unterste Internodium ist fest. Der Bestand lässt weniger als 450 (mehrzeilige) bzw. 600 (zweizeilige Gerste) Ähren je m² erwarten. Ist der Boden im unteren Krumenbereich noch feucht bzw. sind mehr als 20 mm Regen angekündigt, sollte eine vorsichtige Stabilisierung vorgenommen werden, vor allem, um das Ährenknicken zu vermeiden. Bei höherer Ährenzahl + längerem Halm sollte auf Standorten mit derzeit noch ausreichend Wasser unter
Wintergerste – Ramularia (Ramularia collo cygni)
Das nass-kalte Wetter mit zwischenzeitlich sonnigen Abschnitten begünstigt vor allem im Süden die Ausbreitung von Ramularia. Eine Fungizidspritzung sollte gegen Ende der Schlechtwetter- bzw. zu Beginn der Schönwetterphase erfolgen. Spiroxamine in höheren Mengen greifen das Gewebe an. Auch Spritzungen mit aggressiv formulierten Wachstumsreglern sollten möglichst nicht am Morgen unmittelbar nach dem Tau erfolgen, sondern besser erst in den Nachmittagsstunden. Spritzflecken werden mit 0,12 l/ha Break thru oder 0,2 l/ha Silwet vermieden, die einen Spritzfilm auf dem Blatt statt Spritztropfen bewirken. Bekämpfung von Ramularia In Deutschland wurden zur Bekämpfung von Ramularia Folpan und Amistar Max mit dem Wirkstoff Folpet zugelassen. Folpan muss immer zusammen mit einem anderen Mittel eingesetzt werden, das entweder Prothioconazol oder Mefentrifluconazol enthält. Die Wirkung der Pyrazol-Carboxamide (Bixafen, Benzovindiflupyr = Solatenol, Fluxapyroxad) wird durch die Resistenz-Entwicklung eingeschränkt. Die Zumischung von Carboxamiden bzw. Strobilurinen ist trotzdem sinnvoll, um die Ethylen-Wirkung hinauszuzögern. Mit 160 g/ha Prothioconazol konnte Ramularia in
Wintergetreide – Mehltau
Früh gesäte Wintergetreidebestände, vor dem 20.10. aufgelaufene Wintergerste und Weizensorten waren schon im Herbst stark mit Mehltau befallen. Auf den abgestorbenen Blättern sind noch braungraue Pusteln zu finden. Haben diese keine schwarzen Punkte, sind die Pusteln abgestorben und verursachen keine Neuinfektionen. Schwarze Punkte auf den abgestorbenen Pusteln, die mit den Symptomen von S. tritici zu verwechseln sind, sind „Kleistothecien“, Dauersporen, die sich durch Kälte oder Trockenheit bilden und zum Überleben des Pilzes beitragen. Temperaturen über 12 °C und Regentropfen lassen diese Kleistothecien sporulieren und bewirken Neuinfektionen auf nassen Blättern. Ist das Blatt unter den grauen Mehltaupusteln dagegen noch grün, dann können frische, weiße Mehltaupusteln aus den befallenen Zellen entstehen und zu einer Verbreitung des Pilzes beitragen. Dazu reichen bei Temperaturen über 12 °C und dauernasse Blätter. Nach dem 20. Oktober aufgelaufene Bestände sind i.d.R. befallsfrei. Die Neuinfektion muss von außen kommen. Die Konidien werden über die Luft verbreitet. Dazu
Gerste und Roggen – Ertrags- und Spätdüngung
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Wintergetreide – Generative Entwicklung
Generative Entwicklung weiter als das vegetative Wachstum Im Vergleich zu den Vorjahren ist die generative Entwicklung der Getreidebestände schneller, als aufgrund des äußeren Wachstums zu erwarten ist. Ursache ist die intensive Vernalisation im Oktober und November. Das Doppelring-Stadium trat in den vor dem 20. September aufgelaufenen Weizenbeständen bereits Ende Dezember ein. Der um den 20. September gesäte Weizen begann ab Ende Januar Ährchen zu differenzieren, wobei Sortenunterschiede zu beobachten sind: Früh gesäter Chevignon oder Complice beginnen bereits Blüten zu differenzieren, während ein zum gleichen Termin (18.09.) bestellter LG Initial derzeit das Doppelringstadium erreicht. Die früh schossenden Sorten mit frühem Ährenschieben können durch Spätfröste noch Schaden nehmen. Der Abschluss der Ährchenanlage mit dem Spitzenährchen ist in den früh gesäten Kurztagstypen ab Ende März zu erwarten, in den übrigen Sorten erst, wenn der 14-Stunden-Tag um den 5. bis 10. April erreicht ist. Für die spät aufgelaufenen Bestände verkürzt sich durch den Tageslängeneinfluss
Wintergerste – Mehltau als Eintrittspforte für Typhula
Seit Anfang November ist verstärkt Mehltau in der Wintergerste zu beobachten. Milde Temperaturen in Kombination mit hohen Luftfeuchten begünstigten die Infektionen. Insbesondere in den früh gedrillten, dichten Wintergerstenbeständen breitete sich der Mehltau explosionsartig aus. Diese Bestände präsentieren sich bereits von weitem durch hellere bzw. gelblicher statt sattgrüner Farbe. Bei näherem Hinsehen erkennt man schnell die weißen Pusteln auf den Blättern. Regenfälle unterbrachen verbreitet in der letzten Septemberdekade die Aussaat der Wintergerste. Die erst Anfang Oktober gedrillten Bestände weisen vereinzelt Mehltau- oder auch Zwergrost-Symptome auf. Sobald die Temperaturen anhaltend unter 15 °C sinken, wird sich der Mehltau nicht weiterentwickeln. Bleibt es dagegen mild und sind noch Tage mit 15 bis 18 °C angesagt, bleibt der Mehltau aktiv. In der Regel können kräftige Wintergersten den Mehltaubefall im Herbst ohne Ertragseinbußen aushalten, da im Frühjahr neue, gesunde Blätter gebildet werden können. Auf Typhula-Standorten bilden die abgestorbenen Mehltau-Läsionen auf den Blattscheiden eine Eintrittspforte für
Wintergerste – Sortenwahl 2024
Die Wintergerstenerträge lagen in diesem Jahr deutlich unter den Vorjahren, brachen aber weniger stark ein als die Erträge von Raps, Weizen oder Roggen. Über alle Regionen zeichnet sich ab, dass die Erträge auf leichten, durchlässigen Böden weniger stark litten als auf weniger durchlässigen Böden. Die Kulturen standen von Oktober bis März in der Nässe im Boden. Sauerstoffmangel bzw. Kohlendioxid-Überschuss bewirkten den Abbau von Feinwurzeln, darunter litt vor allem die Cytokinin-Produktion. Dadurch war in diesem Jahr auch häufiger Schwarzbeinigkeit zu beobachten. Ähnlich wie Verticillium im Raps entwickelt sich die Schwarzbeinigkeit stärker, wenn die Wurzelbildung eingeschränkt ist. Es kommt zum Wettlauf zwischen der Entwicklung bzw. Regeneration der Wurzel und der Ausbreitung der Krankheiten an der Wurzel. Als zweiter Faktor kam der Nachtfrost vom 22. auf den 23.04. hinzu, der verbreitet zur Schartigkeit führte. Davon betroffen waren vor allem Bestände, die zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Ährenschieben waren. Auf den reinen Sandstandorten
Wintergerste – Kurzbeschreibung zweizeiliger Sorten 2024/25
Die neuen zweizeiligen Wintergerstensorten lassen einen deutlichen Ertragssprung gegenüber älteren Sorten erkennen. Trotzdem finden ältere Sorten immer noch ihre Liebhaber. Sandra, California und KWS Somerset sind nach Bordeaux die vermehrungsstärksten zweizeiligen Wintergerstensorten. Bordeaux fiel in den diesjährigen LSV regelmäßig im Ertrag ab, wenn die 1. Fungizidmaßnahme zu spät durchgeführt wurde. Alle angeführten zweizeiligen Sorten sind resistent gegen GMV Typ 1. Unter den in den letzten Jahren zugelassenen Sorten heben sich die folgenden Sorten heraus. Almut (SZ Bauer) für extensive Bestandesführung im Südwesten früh schossende, mittelfrühe Sorte mit hoher Ährenzahl und hohem TKG standfest, geringe Neigung zum Halm- und Ährenknicken wenig anfällig für Mehltau, Netzflecken und Rhynchosporium aber anfälliger für Zwergrost und vor allem Ramularia (eingeschränkte Empfehlung) 700-900 Zielähren mit 250-300 Pflanzen/m² Arthene (SZB Polska, IG) extensive Bestandesführung trockentolerant später schossende, späte Sorte mit hoher Ährenzahl und sehr hohem TKG sehr standfest, ausgesprochen strohstabil, kann ohne Wachstumsregler auskommen sehr anfällig für
Wintergerste – Kurzbeschreibung mehrzeiliger Sorten 2024/25
SY Loona (Hybridsorte, Syngenta, EU-Sorte) 2024 ertragsstärkste Wintergerstensorten mit hoher Konstanz in den LSV kommt auch mit Hitze zurecht fiel aber in Derenburg (Löss-Standort) im Ertrag trotz hoher Ährenzahl im Ertrag ab Vorteile auf sandigen Böden, aber auch auf kittigen, kalten Böden und in Höhenlagen zügige Massenentwicklung, lang, dadurch sehr gute AFU-Unterdrückung spätes Ährenschieben, spätreifer Ährentyp mit hoher Kornzahl/Ähre nicht ganz standfest, Neigung zum Ährenknicken, aber besser als Galileoo insgesamt gesunde Sorte ohne erkennbare Schwächen nicht zu früh säen Gerste für den Anbau nach Körnermais optimale Ährenzahl: 450 – 550 Ähren/m² mit 140 – 170 Pflanzen/m² Esprit DSV Standardsorte auf weniger guten Gerstenstandorten auf leichteren Böden ertragssicher mit hohem HLG geringere Erträge, wenn kühle, feuchte Witterung + hohes N-Niveau, die Nebentriebreduktion und Kornbildung verzögern, Folge geringeres HLG gute Massenentwicklung, lang, dadurch gute AFU-Unterdrückung normal schossender, aber später reifer EÄ-Typ mit hoher KZÄ Lageranfälligkeit erfordert zweimalige Kürzung, geringe Neigung zum Ährenknicken
Wintergerste – Ramularia-Risiko ist in diesem Jahr hoch
Der Primärbefall mit Ramularia erfolgte bereits im Herbst. Der Pilz wächst aus dem Saatgut oder ausgehend von Ernterückständen (Gerste nach Gerste) zunächst als Myzel symptomlos im Leitbahnsystem einzelner Pflanzen. Sobald nach einer kalten Regenphase die Temperaturen über 20 °C steigen, produziert der Pilz Phototoxine (Rubelline). Angeregt durch nachfolgend hohe Strahlung bricht der Pilz aus dem Leitbahnsystem aus und bildet dunkelbraune, gelbumrandete Blattflecken. In diesen erscheinen weiße Konidienträger, die wie ein Schwanenhals gekrümmt sind, daher der Name R. collo-cygni. Durch die Konidien werden die umgebenden Blätter und Pflanzen infiziert.
Phototoxine führen unter Lichteinwirkung zur Zerstörung von Zellen. Die Pflanze versucht sich durch verstärkte Ethylen-Produktion dagegen zu wehren, mit der Folge, dass das Blattgewebe innerhalb kürzester Zeit zerstört wird.
Die Ramularia-Bekämpfung muss erfolgen, wenn das vorletzte Blatt der Wintergerste (F-1) geschoben wurde, bevor sich das massenhaft gebildete Sporenmaterial darauf festsetzen kann (meist zu Beginn der 3. Aprildekade). Eine 2. Behandlung ist u.U.
Gerste und Roggen – Nachkürzen im Fahnenblattstadium
Die Lageranfälligkeit von Wintergerste und Roggen hängt von der Bestandesdichte, der Halmlänge und der Halmfestigkeit ab. Wenn die Gerste im Fahnenblatt mehr als 600 kräftige Triebe je m² hat, der 3. echte Knoten sich mehr als 25 cm vom Bestockungsknoten abgehoben hat und die unteren Internodien sich noch weich anfühlen, muss intensiv nachgekürzt und der Halm gefestigt werden. Bei der Kürzung im Fahnenblattstadium haben wir mit dem Prohexadion (Fabulis, Medax Top, Prodax) bessere Erfahrungen als mit dem reinen Trinexapac, das eine stärkere Verzögerung des Ährenschiebens verursacht, gemacht. Weiches Gewebe an der Halmbasis erfordert die Zumischung von Ethephon-Mitteln.
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