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Wintergerste – Rückblick auf die Ernte 2026
Rückblick auf die Wintergerstenernte im Norden
Die Wintergerstenerträge fielen in den nördlichen Anbauregionen insgesamt durchschnittlich aus. Der Erntebeginn wurde früh durch die große Hitzewelle Mitte Juni eingeleitet. Die Körner reiften innerhalb kurzer Zeit vollständig ab, während das Stroh in vielen Beständen noch deutlich grün blieb. Reife Ähren standen auf noch nicht vollständig abgereiftem und entsprechend zähem Stroh.
Die Wintergerste litt aufgrund der frühen Reife weniger unter der Junihitze. Die Mehrzahl der Sorten hatten die Umlagerung der Assimilate in das Korn zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Die hohen Temperaturen begrenzten deshalb die Kornfüllung weniger stark als in den Weizenbeständen, die sich noch in der Phase der Endospermbildung (Kornbildung) befanden.
Problematischer als die Hitze war in weiten Teilen Brandenburgs und Mecklenburgs die Entwicklung der Bestände nach dem trockenen Frühjahr. Die hohen Niederschlagsmengen im weiteren Saisonverlauf führten dazu, dass Wintergerstenbestände ins Lager gingen.
In der Frühjahrstrockenheit, auch aus Angst vor Frösten, wurden Wachstumsregler vielfach zurückhaltend oder gar nicht eingesetzt.
Raps – Welche Sorten für welchen Termin?
Raps – Agronomische Eigenschaften und Anbaueignung
Raps – Neue Sorten 2026
Blackberry
sehr gute Winterhärte (lt. Züchter)
zögerliche Herbstentwicklung, daher auch für frühere Saattermine geeignet
mittelfrühe Blüte mit späterer Strohabreife
Höchsteinstufung für Korn- und Ölertrag unter den Neuzulassungen 2025
gute Phomatoleranz
Genios
neue Sorte mit Fokus auf eine hohe Ertragsleistung und Ertragsstabilität
zügige Herbstentwicklung mit schneller Bestandesentwicklung
geringere Tendenz zum Aufstängeln im Herbst
mittelfrüher Blühbeginn bei mittlerer Korn-abreife
keine explizite Resistenz
Golding
verhaltene Herbstentwicklung mit sehr guter Winterhärte (lt. Züchter)
früher Blühbeginn (Spätfrostrisiko?) mit späterer Strohabreife
Höchsteinstufung für Korn- und Ölertrag unter den Neuzulassungen 2025
gute bis schwere Standorte
Früh- und Normalsaat
Karat
neues Sortenprofil mit doppelter Phoma-Resistenz (RlmS + Rlm12)
Höchsteinstufung für Korn- und Ölertrag unter den Neuzulassungen 2025
rasche Herbstentwicklung
trotzdem hohe Schossfestigkeit, ermöglicht auch frühere Saattermine
LG Akerman
sehr gute Winterhärte (lt. Züchter)
etwas spätere Blüte mit mittlerer Reife mit durchschnittlicher Reifeverzögerung
längerer Wuchstyp mit guter Standfestigkeit
vereint TuYV-Resistenz mit Vorteilen gegen Phoma und Verticillium
Exklusivsorte der BAT
Raps – Übersicht Beizen 2026
Tabelle
Ackerfuchsschwanz – Ackerbaumaßnahmen und Auswirkungen hoher Temperaturen
Die Bekämpfung von Ungräsern beginnt mit den Ackerbaumaßnahmen direkt nach der Ernte. Deren Bedeutung steigt, wenn keine ausreichend wirksamen Herbizide zur Verfügung stehen. Um diese Maßnahmen effektiv einzusetzen, ist es notwendig, sich mit der Entwicklung des Ackerfuchsschwanzes auseinander zu setzen.
Woher kommt der Ackerfuchsschwanz?
Der Großteil der Ackerfuchsschwanzpflanzen in einem Bestand entstammt den Samen, die in der Vorfrucht gebildet wurden (ca. 80 %) bzw. ist aus der Samenbank im Boden aufgelaufen (10 – 20 %).
Die Haupteintragung von resistenten Ackerfuchsschwanzpopulationen erfolgt durch die Verschleppung mit Erntemaschinen (Mähdrescher, besonders auch überregional eingesetzte Ballenpressen). Deshalb treten Resistenzen gegenüber Wirkstoffgruppen auf, die im eigenen Betrieb nie appliziert wurden. Auch die Verschleppung mit anhaftender Erde an Bodenbearbeitungsgeräten und Drillmaschinen spielt eine Rolle. Die Verbreitung mit dem Wind ist beim Ackerfuchsschwanz dagegen zu vernachlässigen.
Die Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes muss somit schlag- bzw. feldblockspezifisch erfolgen.
Ungrasfreie Bestände beginnen nach dem Mähdrusch
Leguminosen – Hülsenschädlinge
Mit Blühbeginn der Körnererbsen setzte der Hauptzuflug des Erbsenwicklers (Cydia nigricana) ein. Etwa zehn Tage nach dem jeweiligen Flughöhepunkt und der damit verbundenen Eiablage schlüpfen die ersten Larven. Nach dem Schlupf bohren sich die L1-Larven innerhalb weniger Stunden in die Hülsen ein und sind anschließend für Insektizide nicht mehr erreichbar. Die Larven ernähren sich zunächst vom Hülsengewebe und fressen sich anschließend in die sich entwickelnden Körner ein.
Da die Falter von Mitte Mai bis Mitte Juli aktiv sind, können mehrere Flughöhepunkte auftreten. Bei anhaltend hoher Flugaktivitätkann deshalb eine mehrmalige Behandlung von Nöten sein. Befallene Hülsen zeigen äußerlich häufig keine Symptome. Erst beim Öffnen werden die Schäden sichtbar. Die Körner werden von gelb-grünen Larven angefressen und durch Gespinste miteinander verbunden.
Charakteristisch sind gelb-braune Kotablagerungen innerhalb der Hülsen. Zusätzlich entstehen Ein- und Ausbohrlöcher, über die Feuchtigkeit eindringen kann.
Neben dem Erbsenwickler tritt regelmäßig die Erbsengallmücke (Contarinia pisi) auf. Die Eiablage erfolgt während der Knospen- und Blühphase. Die Larven entwickeln sich geschützt innerhalb der Blütenanlagen und jungen Hülsen. Befallene Hülsen bleiben häufig verkrümmt, entwickeln weniger Körner oder sterben bereits in frühen Entwicklungsstadien ab.
Die Schadwirkung wird oftmals unterschätzt, da die Larvenentwicklung weitgehend verborgen erfolgt und die Symptome mit Witterungs- oder Befruchtungsschäden verwechselt werden können.
Aktuell erfolgt in vielen Leguminosenbeständen der Larvenschlupf der Samenkäfer. In Erbsen handelt es sich überwiegend um den Erbsenkäfer (Bruchus pisorum), in Ackerbohnen um den Bohnenkäfer (Bruchus rufimanus). Die Weibchen legen ihre Eier ab Mitte Juni bis in den Juli auf die Hülsenoberfläche. Bevorzugt werden untere Hülsen und Pflanzen im Schlagrandbereich. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 8 bis 10 Tagen die Larven. Sie bohren sich unmittelbar durch die Eischale und anschließend durch die Hülsenwand in die Samen ein. Mit der Lupe oder der Vergrößerungsfunktion des Smartphones lassen sich die frisch geschlüpften Larven häufig als kleine schwarze Punkte auf den Hülsen erkennen.
Zuflug von Schmetterlingen
Nach dem Abzug der Regengebiete wird überwiegend trockene, sommerlich warme Witterung vorhergesagt: Günstige Voraussetzungen für den Zuflug und die Eiablage von Schmetterlingen, z.B. Wickler (Erbsenwickler), Motten (Rübenmotten), Zünsler (Buchsbaum-und Maiszünsler). Die Kontrolle des Zufluges der Schmetterlinge erfolgt am besten mit Klebetafeln oder Pheromonfallen.
Zuflug:
Rübenmotte: ab April/Mai bei warm-trockener Witterung (mehrere Generationen)
Erbsenwickler: Ende Mai/Anfang Juni ab Blühbeginn der Erbsen (1 Generation)
Maiszünsler: Erreichen der Wärmesumme von 300 °C über 10 ° (1-2 Generationen)
Schadschwelle:
Erbsenwickler: 10 Falter pro Tafel
Rübenmotten: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr mehr als 40 % befalleneRüben auf benachbarten Schlägen
Maiszünsler: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr über 10 % Befall im Körnermais
Für die Bekämpfung dürfen eingesetzt werden:
Lambda-Cyhalothrin (75 ml/ha Karate Zeon) gegen Erbsenwickler und Rübenmotten (beißende Insekten)
Deltamethrin (75 ml/ha Decis forte) gegen Maiszünsler
Chlorantraniliprole (125 g/ha Coragen) gegen Maiszünsler und Rübenmotten (Notfallzulassung)
Die Pyrethroide werden am effektivsten nach dem Schlüpfen der
Weizen – Kürzung im Fahnenblatt
Vor allem späte Weizenbestände haben nach dem Regen mit den gestiegenen Temperaturen einen Satz gemacht, aber auch Nebentriebe mitgezogen, so dass die Bestände angesichts der anstehenden Niederschläge drohen, zu dicht zu werden. Dagegen ist die Nebentriebreduktion in den frühen Weizenbeständen weitgehend abgeschlossen und auch kein übermäßiges Längenwachstum mehr zu erwarten.
Zu dichte Bestände mit weichen unteren Internodien müssen dringend noch nachgekürzt und gefestigt werden. Dazu eignet sich die Kombination aus Prohexadion + Ethephon am besten. Auch auf Standorten mit derzeit noch angespanntem Wasserhaushalt im Unterboden sollte die Kürzung erfolgen, wenn in den nächsten Tagen mehr als 20 mm Regen fallen.
Abbildung
Zuckerrüben – Versiegelung und Bekämpfung von Problemunkräutern
Versiegelung (NAV)
Die Versiegelung mit Metamitron ist notwendig, um die Spätverunkrautung mit Gänsefuß, Melden, Franzosenkraut, Nachtschatten oder Amarant zu verhindern.
In Summe aller Spritzungen werden in der Spritzfolge in Abhängigkeit von Bodenart und Bodenfeuchte insgesamt 2.500 bis 3.500 g/ha Metamitron eingesetzt. Je schwerer und je trockener ein Boden, desto höher muss die Metamitron-Menge für die Versiegelung gewählt werden.
Mit dem Metamitron kann bei der Versiegelung auch der zweite Teil der Spectrum-Menge ausgebracht werden, falls mit spät auflaufenden Hirsen zu rechnen ist. Im letzten Jahr fanden die Versiegelungsmaßnahmen meist unter trockenen Bedingungen statt. Das Spectrum unterstützte aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit unter trockenen Bedingungen auch die Wirkung gegen Melden.
Zusätzlich sind 100 g/ha EFS sinnvoll, wenn Bingelkraut, Amarant oder Klettenlabkraut auftreten und in der NAK3 die EFS-Menge aufgrund des Zusatzes von Spectrum reduziert werden musste.
Bilden Raps und Knöteriche nach wie vor ein Problem, müssen zusätzlich 0,25 l/ha Venzar (Summe: 1,0 l/ha
Zuckerrübenherbizide im Nachauflauf (NAK 2 und NAK 3)
Die NAK 2 sollte in der Regel 240 °C Tage nach der Saat bzw. 90 °C Tage nach der NAK1 erfolgen. In normalen Jahren entspricht das einem Spritzabstand von etwa 7 bis maximal 12 Tagen. Durch die Kälte vor Ostern und Mitte April können es nach früher Rübenaussaat in diesem Jahr in einzelnen Regionen auch 14 Tage werden.
Für die Bekämpfung von Melden ab dem 4-Blattstadium reichen noch 250 bis 300 g/ha PMP. Gegen Windenknöterich über das Spitzblatt hinaus sind bereits 350 g/ha PMP + 0,2 l/ha Venzar nötig.
In der NAK 3 kann dann je nach Bedingungen auf 400 g PMP + 0,25 l/ha Venzar erhöht werden. Bei noch größerem Windenknöterich muss ab der NAK 2 die Zumischung von 30 g Clopyralid eingeplant werden. Dann sollten aus Verträglichkeitsgründen 0,5 – 1,0 l/ha Mn-Chelat und 0,3 l/ha pH-neutrales Bor dazu gemischt werden, um den Wirkstoffabbau in der Rübe zu **beschleunigen.**
Raps – Blütenspritzung
Der Raps befindet sich im Südwesten bereits in der Blüte. Die Böden sind in der Keimzone der Sklerotien der Weißstängeligkeit noch feucht, die Blätter bis in die Mittagsstunden hinein noch taunass. Erste Apothezien sind im Rheinland bereits aufgelaufen. Bislang liegen die Bodentemperaturen verbreitet unter 10 °C. Erst wenn die Bodentemperaturen die 10 °C-Grenze bis den unteren Krumenbereich hinein überschritten haben, können Apothezien auflaufen. Damit ist erst in der nächsten Woche zu rechnen.
Dann dauert es noch weitere 5 bis 6 Tage bis zu einer möglichen Sporulation. Diese wird durch den Blütenstaub ausgelöst, der auf die Apothecien fällt. Solange auf der Hose kein Blütenstaub zu sehen ist, ist nicht mit der Sporulation von Sklerotinia zu rechnen.
Maiszünsler – Flughöhepunkt und Eiablage in dieser Woche zu erwarten
Erste Maiszünsler wurden im Rhein-Neckar-Gebiet seit dem 15. Juni beobachtet. Flughöhepunkt und Eiablage ist ab dem 25. Juni zu erwarten, mit dem Schlüpfen der Larven ist ab dem 2. Juli zu rechnen, auf kälteren Standorten nicht vor dem 10. Juli.
Der Flug der gelbbraunen Falter lässt sich mit Hilfe von Licht- oder Pheromon-Fallen überwachen. Am besten werden die Fallen über vorjährigen Maisschlägen aufgestellt, um den Start der Zünsler zu verfolgen, und über diesjährigen Maisschlägen, um das Landen der Zünsler festzustellen.
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Weizen und Roggen – Braunrost
Bislang wurden Braunrostpusteln nur vereinzelt gefunden. Mit dem Anstieg der Temperaturen tagsüber auf über 20 bis 28 °C und nachts um 15 °C sowie begünstigt durch mehrere Stunden bis in die Mittagsstunden hinein anhaltenden Blattnässe wurden in der 1. Juniwoche günstige Voraussetzungen für Braunrost-Infektionen geschaffen, speziell dort, wo die Trockenheit im April und Mais den Einsatz von Fungiziden bislang nicht nötig erschienen ließ. Die Bekämpfung mit Fungiziden ist nur bis EC 69 zulässig und muss deshalb umgehend erfolgen. Die Bekämpfungsschwelle liegt in braunrostanfälligen Sorten bei 5 %, in weniger anfälligen Sorten bei 10 % mit Rost befallener Blätter. Spätreife Sorten, deren Kornbildung noch nicht so weit vorangeschritten ist, leiden stärker unter dem Befall mit Braunrost. Ertragsminderung durch späten Braunrostbefall Das Risiko von Ertragsminderungen im Weizen durch den Braunrost können Sie abschätzen: 10 Tage nach der Blüte haben die Karyopsen ca. 20 % ihres Samengewichtes erreicht. In der Folgezeit müssen noch 80 % gebildet werden. Etwa 25 bis 30 % davon werden durch die Spelzen assimiliert, 10 % durch das oberste Halmstück (= Pedunkel), 25 % durch das Fahnenblatt, 15 % durch F-1 und 10 % durch F-2. Wenn 50 % des Blattes mit Pusteln übersät sind, ist noch mit 50 % Assimilationsleistung zu rechnen. In diesem Fall kostet der
Weizen – Ährenbefall mit M. Nivale, F. culmorum und F. graminearum
…Fortsetzung aus Info 12!
Direkt-Infektionen durch F. graminearum (und F. culmorum)
Pyknidien von F. graminearum (und F. culmorum) auf Ernteresten müssen mit steigenden Temperaturen heranreifen, bevor stärkere Regenschauer mit schweren Tropfen deren Sporulation und damit direkte Infektion auslösen. Eine Sporulation von Fusarien war aufgrund der massiven Regenfälle im Süden ab 22. Mai zu erwarten. Befindet sich der Weizen zu diesem Zeitpunkt kurz vor/in der Blüte und trocknen die Ähren nicht innerhalb eines halben (bei 25 °C) bis 2 (bei 18 °C) Tagen ab, ist eine Fungizid-Behandlung in Befallslagen angesagt.
Am stärksten gefährdet sind Weizen, Triticale, aber auch Gerste mit aufrecht stehenden Grannen, wenn sich die Spelzen öffnen und die Staubbeutel gerade herausgeschoben werden. Die Fusarien-Sporen werden dann direkt in die Spelzen gespritzt und setzen sich dort fest.
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Mais – N-Spätdüngung im 6- bis 8-Blatt Stadium
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Blattlausbefall in Zuckerrüben
Die wärmeren Temperaturen begünstigen den Zuflug der Blattläuse in der Zuckerrübe. Das Übertragungsrisiko durch virusübertragende Insekten beginnt schon ab dem Keimblattstadium. Die Vektoren laden sich an alten Rübenköpfen in benachbarten Schlägen auf.
Bei der Kontrolle ist unter den Rübenblättern oder im Herz der Rüben zu suchen, denn dort nisten sich Blattläuse und deren Kolonien an. Von oben sichtbar werden befallene Pflanzen durch sich kräuselnde Blätter. Bei Sonnenschein erkennt man diese auch durch dunkle Punkte auf den Blättern, wenn man gegen das Licht guckt. Im Verlaufe der Vegetation fallen die Viruspflanzen durch gelblich verfärbte Blattspreiten auf.
Eine größere Bedrohung erfolgt durch die Grüne Pfirsichblattlaus als durch die schwarze Bohnenlaus. Vorwiegend die Grüne Pfirsichblattlaus überträgt das Rübenvergilbungsvirus. Wohingegen die Bohnenlaus jüngere Pflanzen in erster Linie durch Saugschäden schwächt. Natürliche Antagonisten können bei der Bekämpfung hilfreich sein, reichen aber bei massenhaftem Zuflug nicht aus. Eine Insektizidbehandlung ist dann von größerem Nutzen. Bei 10
Ährenbehandlung im Weizen
In den letzten 8 Tagen fiel in ganz Deutschland kaum Regen. Da für die kommende Wochen kaum Regen angekündigt ist, dürfte sich das Fusarienrisiko für die meisten Standorte weitgehend erledigt haben, wenn die Staubbeutel auch in den unterständigen Weizenähren abgefallen sind.
In nächster Zeit kann nur noch Spätbefall mit Braunrost im Weizen und Durum merklichen Schaden anrichten. Mit Braunrost ist bei Temperaturen über 18 °C und Regenschauern zu rechnen.
Braunrost lässt sich mit Tebuconazol gut bekämpfen, auch wenn bereits Pusteln zu erkennen sind. Das Problem ist, dass die Tebuconazol-Spritzung gegen Braunrost bis EC 69 (Ende der Blüte) abgeschlossen sein muss, da danach die Spritzung nicht mehr zulässig ist.
Aus diesem Grund ist es angebracht, noch nicht gemähte Grasbestände in der Nachbarschaft auf den Befall mit Braunrost unter die Lupe zu nehmen.
Entdecken Sie dort Braunrost, lässt sich das Risiko in Weizensorten mit höherer Anfälligkeit gegen Braunrost (z.B. Axioma, Benchmark, Euclid, Julius, KWS Donovan, Lemmy, LG Initial, Nordkap, Opal, Patras, Tobak) durch die Spritzung mit 125 g/ha Tebuconazol in EC 69 begrenzen. Die Tebuconazol-Wirkung hält auf der Ähren ca. 12 Tage an.
Bis EC 69 können gegen Braunrost mit längerer Wirkung 0,6 l/ha Elatus Plus (24 Tagen Wirkungsdauer) und verschiedene Azoxystrobin-Produkte (100 g/ha Azoxystrobin mit 20 d Wirkung) gespritzt werden. 42 Tage Wartezeit einhalten.
Mit dem Zusammenbruch der Blattlaus-Population ist ab der letzten Juniwoche zu rechnen. Bis dahin müssen Blattläuse bekämpft werden, solange der Korninhalt noch flüssig ist. Die offizielle Bekämpfungsschwelle liegt nach der Blüte bei 60 % mit Blattläusen besetzten Ähren bzw. bei 5 Blattläusen je Ähre. In Qualitätsweizen sollte die Bekämpfungsschwelle niedriger angesetzt werden, weil Blattläuse beim Saugen Amylasen übertragen, die zum vorzeitigen Auswuchs führen.
Weizen – Ährendüngung
Proteingehalt und Backqualität durch Ährendüngung fördern
Die Begrenzung der N-Düngung durch die DüV macht sich erst im Proteingehalt und im Sedimentationswert bemerkbar, bevor der Ertrag reagiert. Durch die Ährendüngung mit Stickstoff lassen sich Eiweißgehalt und Sedimentationswert positiv beeinflussen. Der Ausnutzungsgrad ist im Vergleich zur Düngung über den Boden deutlich höher.
Eiweißgehalt im Korn und (Back-) Qualität werden in den ersten 20 Tagen nach Beginn der Kornbildung festgelegt und hängen im Wesentlichen von der N-Aufnahme aus dem Boden und der Umlagerung von Stickstoff bzw. löslichen Proteinbestandteilen aus den Blättern in das Korn ab. Dazu müssen auch genug Kohlenhydrat-Gerüste (Keto-Körper) und Enzyme für die Aminosäuren- und Proteinbildung bereitstehen.
Ertrag und Qualität hängen nicht nur von Stickstoff ab, sondern auch von der Versorgung mit Phosphor, Schwefel, Kalium, Magnesium und Spurenelementen.
Die Ursache für geringe Proteingehalte trotz hoher N-Zufuhr sind häufig im Mangel an Schwefel, auch Phosphor oder Kalium zu suchen. Fallen Eiweißgehalt und
Fusarien – Risiko bislang gering, trotzdem Sporenfallen aufstellen
Die Temperaturen waren in den letzten Wochen zu niedrig, um das Heranreifen der Sporen von Fusarium graminearum zu begünstigen. Deshalb ist in den kommenden 10 Tagen nicht mit direkten, das heißt vom Inokulum auf dem Boden ausgehenden Fusarien-Infektionen zu rechnen. Trotzdem bitten wir die Betriebe, die sich mit Sporenfallen ausgerüstet haben, in den nächsten Tagen mit den regelmäßigen Untersuchungen zu beginnen.
Zur Verbesserung der Sporenfängigkeit werden die Sporenfallen über Resten von Mais-Stroh oder Getreidestoppeln aufgestellt. Die uns übermittelten Ergebnisse können Sie kurzfristig als Infobeitrag in der Homepage nachlesen.
Anders sieht es mit der Infektionslage durch M. nivale oder F. culmorum aus. Beide Erreger sind häufiger am Halmgrund bzw. auch auf den Blättern zu finden. Sporen dieser Erreger sind bis auf F-1 in einer allerdings geringen Dichte nachzuweisen. Regen lässt die Sporen auf das Fahnenblatt hochspritzen, wo sie sich im Bereich der Ligula ansammeln. Die Ähren werden beim Durchschieben durch die
Getreide – Schädlingsdruck
Die Temperaturen waren in den letzten Wochen zu niedrig, um das Heranreifen der Sporen von Fusarium graminearum zu begünstigen. Deshalb ist in den kommenden 10 Tagen nicht mit direkten, das heißt vom Inokulum auf dem Boden ausgehenden Fusarien-Infektionen zu rechnen. Trotzdem bitten wir die Betriebe, die sich mit Sporenfallen ausgerüstet haben, in den nächsten Tagen mit den regelmäßigen Untersuchungen zu beginnen.
Zur Verbesserung der Sporenfängigkeit werden die Sporenfallen über Resten von Mais-Stroh oder Getreidestoppeln aufgestellt. Die uns übermittelten Ergebnisse können Sie kurzfristig als Infobeitrag in der Homepage nachlesen.
Anders sieht es mit der Infektionslage durch M. nivale oder F. culmorum aus. Beide Erreger sind häufiger am Halmgrund bzw. auch auf den Blättern zu finden. Sporen dieser Erreger sind bis auf F-1 in einer allerdings geringen Dichte nachzuweisen. Regen lässt die Sporen auf das Fahnenblatt hochspritzen, wo sie sich im Bereich der Ligula ansammeln. Die Ähren werden beim Durchschieben durch die
Zuckerrüben – hohe Nettoassimilationsrate sichert den Zuckerertrag
Zuckerrüben schließen im Idealfall möglichst schnell den Bestand und erreichen einen BFI von 4,5 (bei knapper Wasserversorgung) bis 5,5 (ausreichende Wasserversorgung). Mit den bis zum sekundären Dickenwachstum gebildeten Blättern sollen die Rüben möglichst bis zur Ernte durchkommen. Diese Blätter müssen deshalb „gepäppelt“ werden.
Mit den ersten Blättern produzieren die Zuckerrüben in erster Linie die Assimilate für den Aufbau von Blättern und für die Wurzelbildung. Die ersten Blattpaare sterben infolge der Herbizidbelastung i.d.R. ab, sobald das sekundäre Dickenwachstum des Rübenkörpers einsetzt. Nährstoffe und Assimilate werden aus den absterbenden ersten 8 Blättern in die neu zuwachsenden Blätter verlagert.
Die Hauptlast der Assimilation und Ertragsbildung tragen dann die weiteren 10 bis 12 Blätter, die ab dem 10-Blattstadium gebildet werden. Fallen diese Blätter durch Krankheiten, Trockenheit oder auch Nährstoffmangel vorzeitig aus, werden neue Blätter aus den im Rübenkörper eingelagerten Assimilaten gebildet. Vier neue Blätter bedeuten aber einen Rückgang des Zuckergehaltes von 18 auf 16,8.
Winterweizen – Spätdüngung mit Stickstoff
Die Begrenzung der N-Düngung durch die DüV wirkt sich erst auf den Proteingehalt und den Sedimentationswert, also auf die Backqualität aus, bevor eine Ertragswirkung zu spüren ist. Der Umgang mit dem knappen N-Angebot erfordert, dass wir den Stickstoff dem Bedarf der Pflanzen anpassen. Eine temporäre Überversorgung mit einer erhöhten Zwischenlagerung von Stickstoff in vegetativen Pflanzenteilen (Blätter) ist unproduktiv, weil die Auslagerung von Stickstoff aus den Blättern mit einem höheren Aufwand an Energie betrieben werden muss. Deshalb ist die Aufteilung der N-Düngung nach wie vor sinnvoll.
Durch die Spätdüngung mit Stickstoff nehmen wir Einfluss auf die Ertragsbildung und Qualitätseigenschaften. Die Spätdüngung bewirkt aber auch einen „Priming-Effekt“ im Boden, der die N- Nachlieferung aus dem Boden in Gang hält. Die Spätdüngung zögert zudem den Wurzelabbau im Boden hinaus.
Die Ertragswirkung beruht auf der Förderung der Blütenfertilität (= Bekörnung je Ährchen) und des Kornwachstums (= Bildung von Speicherzellen im Korn).
eine frühzeitige Spätdüngung
