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Raps – Insektizide gegen Rapserdfloh
In der Ernte krabbelten massenhaft Erdflöhe auf den Rapshängern herum. Kreuzblütler (wie Gartenkresse) im Garten werden durch den Rapserdfloh zusammengefressen. Mit einem hohen Erdflohdruck ist zu rechnen. Die kühlere Witterung lässt den Zuflug trächtiger Mutter-Erdflöhe ab Ende August bis in die ersten Septembertage erwarten.
Auch auf den verstärkter Zuflug von Kohlmotten oder Rübsenblattwespen ist zu achten. Diese werden mit der Spritzfolge gegen den Erdfloh miterfasst.
Raps – Schädlinge im Herbst
Die Erträge der jüngsten Rapsernte sind vielerorts unterdurchschnittlich ausgefallen. Als mögliche Ursache steht insbesondere in Regionen mit hoher Rapsanbaudichte der Rapserdfloh im Fokus. Seit dem Verbot neonicotinoider Beizen ist die Bekämpfung schwieriger geworden. Gleichzeitig können sich Pyrethroid-resistente Populationen leichter ausbreiten.
Im vergangenen Herbst waren die Zuflüge teilweise langanhaltend. Im Frühjahr wurden beim Aufschneiden einzelner Pflanzen teils mehr als zehn Larven gefunden. Entsprechend ist mit einer hohen Zahl adulter Rapserdflöhe zu rechnen. Mit den ersten Nächten unter 10 °C beginnt der Einflug in neu auflaufende Rapsbestände.
Für eine sichere Bestandesetablierung sollte Raps nicht zu spät gesät werden, damit vitale Pflanzen dem Befall besser davonwachsen können. Wird die Schadschwelle von 10 % Blattverlust durch Lochfraß überschritten, können gegen adulte Käfer Pyrethroide eingesetzt werden. Zur Bekämpfung der Larven beziehungsweise zur Verhinderung der Eiablage stehen systemische Wirkstoffe zur Verfügung. Vor dem 4-Blattstadium sollte darauf verzichtet werden, weil noch nicht genügend Blattmasse für eine optimale Wirkstoffverteilung vorhanden ist.
Raps – Integrierte Bekämpfung des Rapserdflohs
Die Rapsernte ist noch im Gange, die Erträge fallen teils sehr unterschiedlich aus. Teilweise liegt das an der Witterung (Spätfrost, Trockenheit und Hitze), auf vielen Standorten – vor allem im Osten und Nordosten – aber auch am starken Befall mit Schädlingen (Erdfloh, Stängelschädlinge und Schotenschädlinge). Schotenrüssler und Schotenmücke allein haben teilweise bereits zu Ertragsausfällen von bis zu einer halben Tonne geführt.
In den Gebieten, in denen alle diese Schädlinge aufgetreten sind, erreichen die Erträge kaum 3 t/ha. Das macht deutlich, wie groß das Problem im Raps sein kann.
Auffallend ist auch das starke Aufkommen von Erdflöhen sowie Schotenrüsslern im Erntegut in diesen Regionen. Tatsächlich korreliert sogar die Menge der Schädlinge negativ mit dem Ertrag. Damit in diesen Regionen der Rapsanbau noch erfolgreich bleibt, muss an jeder Stellschraube gedreht werden. Wenn ein Schädling wie zum Beispiel der Erdfloh erfolgreich bekämpft wurde, gibt es noch keine Entwarnung, denn man kann mit den Frühjahrsschädlingen immer noch „Schiffbruch“ erleiden.
Kohltriebrüssler im Raps: Was eine Stängelbonitur jetzt verrät
Unbefriedigende Bestände – was steckt dahinter?
Einige Rapsbestände, v.a. Richtung Osten zeigen in diesem Jahr kein zufriedenstellendes Bild. Bei der Betrachtung einzelner Pflanzen fällt auf, dass die Anzahl der Schoten – insbesondere am Haupttrieb – deutlich geringer ausfällt als normal. Häufig sind es < 150 Schoten je Pflanze und weniger als 40 Schoten je Haupttrieb; dazu kommen zahlreiche Fehlstellen und Abschnitte ohne Schoten.
Als erste Erklärung wird häufig der Spätfrost in der Blütezeit genannt – und tatsächlich kann dieser Schäden mit diesem Erscheinungsbild verursachen. Doch eine gründliche Analyse der Pflanzen zeigt: In vielen Fällen ist Frost nicht die alleinige Ursache.
Aufschneiden lohnt sich – was im Stängel steckt
Wer den Rapsstängel der Länge nach von unten nach oben aufschneidet, findet in vielen Beständen braune Fraßgänge sowie – je nach Zeitpunkt der Bonitur – noch aktive Larven im Stängelmark. Die meisten dieser Larven besitzen eine braune Kopfkapsel und sind dem Kohltriebrüssler oder Stängelrüssler zuzuordnen.
Vereinzelt lassen sich auch
Raps – Blütenspritzung
Der Raps befindet sich im Südwesten bereits in der Blüte. Die Böden sind in der Keimzone der Sklerotien der Weißstängeligkeit noch feucht, die Blätter bis in die Mittagsstunden hinein noch taunass. Erste Apothezien sind im Rheinland bereits aufgelaufen. Bislang liegen die Bodentemperaturen verbreitet unter 10 °C. Erst wenn die Bodentemperaturen die 10 °C-Grenze bis den unteren Krumenbereich hinein überschritten haben, können Apothezien auflaufen. Damit ist erst in der nächsten Woche zu rechnen.
Dann dauert es noch weitere 5 bis 6 Tage bis zu einer möglichen Sporulation. Diese wird durch den Blütenstaub ausgelöst, der auf die Apothecien fällt. Solange auf der Hose kein Blütenstaub zu sehen ist, ist nicht mit der Sporulation von Sklerotinia zu rechnen.
Raps – Knospenspritzung
In den Gelbschalen waren in den letzten Wochen mit Ausnahme von Südhängen nur wenige Stängelschädlinge zu finden. Die Kohltriebrüssler versteckten sich meist in den Knospen bzw. Blattachseln der Rapspflanzen. Deshalb ist eine intensive Kontrolle der Rapspflanzen dringend erforderlich. Sind in mehr als 3 von 10 Rapspflanzen Stängelschädlinge zu finden, ist es angebracht, gegen diese bis EC 51 mit Pyrethroiden vorzugehen. Vor EC 51 haben teilsystemische Wirkstoffe wie das Acetamiprid kaum Vorteile, weil kein Transport in die Knospen erfolgt, solange diese mit Blättern umhüllt sind.
Inzwischen liegen die Knospen frei, somit können Stängelschädlinge und Rapsglanzkäfer mit Acetamiprid bekämpft werden.
Mit dem Anstieg der Temperaturen über 15 °C werden wieder verstärkt Rapsglanzkäfer gefunden. Eine Gefährdung durch den Rapsglanzkäfer ist zu erwarten, wenn die Knospen noch nicht aufgeblüht sind und angefressen werden. Die Bekämpfungsschwelle für den Rapsglanzkäfer liegt bei 3 bis 5 Käfern pro Blütenstand. Diese Schwelle dürfte verbreitet am 06.04. überschritten worden
Winterraps – Schädlinge im Frühjahr bekämpfen
Tabelle
Raps – Zeit, die Gelbschale aufzustellen und zu kontrollieren!
Die aktuellen zweistelligen Temperaturen reichen noch nicht, um die Vegetation voll in Gang kommen zu lassen, können aber Insekten auf den Plan rufen. Gelbschalen gehören deshalb jetzt auf den Acker!
Um den Zuflug der Rapsstängelrüssler zu überwachen, ist es ratsam, die Gelbschalen am Rand von Vorjahresrapsschlägen aufzustellen. Ab Bodentemperaturen über 5 °C beginnen Rapsstängelrüssler zu schlüpfen. Ab 6 °C Bodentemperatur werden geschlüpfte Käfer aktiv. Kohltriebrüssler hingegen kommen aus Hecken und Waldrändern in die Rapsschläge. Daher sind zusätzliche Gelbschalen in der Nähe von Hecken und Waldrändern aufzustellen, um deren Zuflug zu kontrollieren.
Nachdem die Rapsstängelrüssler geschlüpft sind, erfolgt binnen weniger Tage die Eiablage. Die in die Rapsbestände eingeflogenen Käfer legen die Eier unterhalb des Vegetationskegels in den Spross ab. An dieser Stelle wird der Auxinstrom unterbrochen. Dadurch entstehen die für Rapsstängelrüssler charakteristischen S-förmigen Verkrümmungen, die durch Frost aufreißen können. Frostrisse und Einstichlöcher dienen als Eintrittspforten für Krankheiten.
Der Kohltriebrüssler muss dagegen erst einen Reifefraß von
Winterraps – Bekämpfung der Larven des Rapserdflohs
Der Zuflug von Rapserdflöhen scheint weitgehend abgeschlossen zu sein. In diesem Jahr flogen mehr Erdflöhe als im vergangenen Jahr ein, aber deutlich weniger im Vergleich zu 2023.
Hat der Rapsbestand den ersten Zuflug und die Fraßschäden im Keimblatt-Stadium erst einmal überstanden, entsteht der Hauptschaden durch den Minierfraß der Rapserdfloh-Larven im Stängel, in dessen Folge sich dort Krankheiten ansiedeln bzw. Rapspflanzen durch das eindringende Wasser und Frost ausfallen.
Der letzte Zuflug-Peak war verbreitet am 8. Oktober. Mit der Eiablage dieser Käfer ist bis zum 25.Oktober zu rechnen. Das Schlüpfen der Larven kann sich aber noch bis ins Frühjahr hinziehen. Die Eier werden 1 bis 2 cm tief in den gut durchlüfteten Boden neben die Rapspflanzen gelegt. Wo die oberste Bodenschicht aktuell nicht vernässt ist, haben die Eier bessere Überlebenschancen. Nässe und Bodenfrost schaden den abgelegten Eiern.
Mit Gelbschalen, die eine Oberfläche von 1/6 m² haben, wird der Zuflug auf annähernd einem Quadratmeter erfasst. Wenn wir von
Winterraps – Befall mit Kohlfliegen-Larven
Larven der Kleinen Kohlfliege sind regional in diesem Jahr trotz Lumiposa-Beizung wieder häufiger zu finden. Deren Bekämpfung ist mit den teilsystemisch wirkenden Insektiziden kaum möglich. Um größeren Schaden durch das Abfaulen der Wurzeln zu verhindern, muss die Bor-Versorgung sichergestellt werden. Bor ist notwendig für die Gewebebildung. Um die Konzentration in der Wurzelzone stärker anzuheben, sind 450 g/ha Bor angebracht. Das auf die Blätter gespritzte Bor läuft von den Blättern ab und dringt im Bereich des Wurzelhalses konzentriert in den Boden ein, um dort über die Wurzel aufgenommen zu werden.
Die Bor-Spritzung sollte baldmöglichst erfolgen, wenn Sie Rapswurzeln mit Kohlfliegenlarven finden.
Rapserdfloh – Entwicklung und Schadrisiko
Ende Juni – Juli: Käferschlupf in letztjährigen Rapsschlägen
Die jungen Rapserdflöhe schlüpfen Ende Juni bis Juli aus den verpuppten Larven und beginnen an Stängeln und Schoten zu fressen. Anschließend suchen sie als Schutz vor der Hitze Büsche, Hecken oder Waldränder zur Sommerruhe auf oder verstecken sich bei kühlem Wetter unter dem Blätterdach der aufgelaufenen Ausfall-Rapspflanzen.
Ein Großteil der Rapserdflöhe wird mitgedroschen und krabbelt auf den Hängern herum. Es bietet sich an, die Käfer beim Landhandel einzusammeln und einem Resistenztest (Röhrchentest) zu unterziehen, um einen Überblick über deren Empfindlichkeit auf Insektizide zu erhalten.
Ende August bis Herbst bei kühlem Wetter: Einflug in frisch aufgelaufene Rapsbestände – Reifefraß (Lochfraß an Keimblättern und ersten Laubblättern) – Stadium (Raps): EC 10 bis 14
In der Mehrzahl der Jahre flogen Erdflöhe ab Anfang bis 25. September nach einer Phase der Abkühlung in die frisch aufgelaufenen Rapsbestände ein. Dort verursachten sie den typischen Lochfraß an den Keimblättern und an jungen Blättern (Reifungsfraß). Die Fraßschäden bis hin zu Totalausfällen waren umso stärker, je später der Raps aufgelaufen war.
Aus diesem Grund sollte der Raps entgegen bisherigen Empfehlungen so früh gesät werden, dass er bis zum massenhaften Einflug der Käfer in der 1. Septemberwoche wenigstens 2 Laubblätter gebildet hat.
In diesem Fall stehen wir vor einem Dilemma: Um der Kleinen Kohlfliege aus dem Weg zu gehen, sollte der Raps erst nach Anfang September auflaufen. Als Ausweg erweist sich die Lumiposa-Beizung (Wirkstoff: Cyantraniliprole) der Frühsaaten, mit der das Schadrisiko durch die Kohlfliege eingedämmt werden kann, während die Beizung mit Buteo-Start eine erkennbare, aber nicht immer ausreichende Wirkung gegen Erdfloh als Fraßschädling im Keimblattstadium hat und für die Spätsaat von Raps zu empfehlen ist.
Raps – Zuflug von Schädlingen hält sich bislang meist in Grenzen
Der erste Zuflug von Stängelschädlingen erfolgte verbreitet zwischen dem 22. und 24. Februar. Dieser hielt sich aber in Grenzen, da die Bodentemperaturen selbst in den begünstigten Lagen kaum 6 °C erreichten, die für den Schlupf des Rapsstängelrüsslers notwendig sind. Angebracht war es, Insektizide gegen Rapserdflohlarven auszubringen, die sich aufgrund der Tagestemperaturen um 14 °C veranlasst fühlten, sich aus den Blattstielen auszubohren und neueinzubohren. Niedrige Bodentemperaturen regten auch in der Folgezeit Stängelschädlinge nicht zum Schlüpfen an, so dass in den Gelbschalen mit Ausnahme von Südhängen nur wenige Stängelschädlinge zu finden waren. Diese (meist Kohltriebrüssler) versteckten sich meist in den Knospen bzw. Blattachseln. Dadurch ist eine intensive Kontrolle der Rapspflanze dringend erforderlich. Wenn in mehr als 3 von 10 Rapspflanzen Stängelschädlinge zu finden sind, ist es angebracht gegen diese bis EC 51 mit Pyrethroiden vorzugehen. Vor EC 51 haben teil-systemische Wirkstoffe wie das Acetamiprid kaum Vorteile, weil kein Transport in die
Raps – Nachtfröste verhindern das Schlüpfen der Stängelrüssler, aber Erdflohlarven
Mit Ausnahme des Oberrheingrabens liegen die Bodentemperaturen in den oberen 5 cm des Bodens unter 3 °C. In den kommenden Tagen ist dort in dunklen, humosen Böden mit einem Anstieg auf über 5 °C zu rechnen, der allerdings für den Schlupf der Stängelrüssler nicht ausreichen wird, wenn die Temperaturen ab der kommenden Woche wieder zurückgehen werden. Mit massenhaftem Zuflug von Stängelrüsslern ist deshalb noch nicht zu rechnen. Etwas anders sieht es mit den Larven des Erdflohs aus, die durch Temperaturen über 12 °C aktiv werden, um sich aus den verkoteten Blattstielen auszubohren und darunter wieder einzubohren. In dieser Zeit ist eine Bekämpfung mit Pyrethroiden möglich, die gegen die Larven noch gut wirken. Kontrollieren Sie deshalb die Blattstiele von Rapspflanzen auf Rapserdfloh-Larven. Wenn Sie mehr als 3 Larven in schwachen Pflanzen (unter 7 mm WHD) bzw. mehr als 5 Larven in kräftigen Pflanzen mit mehr als 10 mm Wurzelhalsdurchmesser finden, ist
Raps – Schädlingsbekämpfung und Insektizideinsatz
Tabelle
Raps – Insektizideinsatz im Herbst
In diesem Herbst ist Raps-Saatgut gebeizt mit Cyantraniliprole (Lumiposa) und Flupyridafurone (Buteo Start) zu beziehen. Pyrethroide (Erdfloh, Blattläuse, Kohlmotten), Carnadine (Acetamiprid) und Teppeki (gegen Blattläuse) sind als Spritzmittel zugelassen. Eine Notfallzulassung gegen Erdfloh haben Exirel (ab EC 10) bzw. Minecto Gold (ab EC 14) mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole. Mittel mit diesem Wirkstoff dürfen nur einmal gespritzt werden. Virusrisiko durch den Anbau von TuYV-toleranten Rapssorten einschränken. Frühsaat: Beizung mit Lumiposa gegen Kohlfliegen. Spätsaat: Beizung mit Buteo Start gegen Erdfloh (Wirkung bis 2-Blattstadium). Brocken vermeiden, eventuell vor der Saat walzen, um den Erdflöhen weniger Rückzugsmöglichkeiten zu geben. Kontrolle des Erdflohbefalles (+ Kohlmotten + Rübsenblattwespen) ab dem 3. Tag nach der Saat nach 21 Uhr (Taschenlampe) vornehmen. Pyrethroide bei mehr als 10 % der Pflanzen mit Lochfraß bzw. massenhaftem Auftreten nach 20 Uhr spritzen, wenn die Erdfloh-Mütter aktiv werden. Zusatz von Haftmittel + 75 g Tebuconazol. Der Insektizidschutz durch die Pyrethroide hält 3
Raps – Auch Krankheiten und Schädlinge begrenzten den Ertrag
Nässe, Frost in der Blüte und geringe Strahlung beeinträchtigten die Ertragsleistung des Rapses: Die anhaltende Nässe verhinderte schon im Herbst und Winter die Wurzelentwicklung und bewirkte später den vorzeitigen Abbau von Feinwurzeln (+ Verringerung der Cytokinin-Produktion). Je mehr Niederschläge ab Ende Mai gefallen sind, umso schlechter sind die Erträge auf mittleren bis schweren Böden. Infolge des Frostes zu Blühbeginn bzw. während der Blüte begonnen viele Rapsbestände nur langsam zu stäuben. Der Raps roch, nachdem die ersten Blüten offen waren, kaum nach Raps, ein Hinweis dafür, dass die Pollen noch nicht befruchtungsfähig waren. Davon waren vor allem die Schoten am Haupt- und an den oberen Verzweigungen betroffen. Die Schoten bildeten oft nur wenige Körner und blieben kurz. Ab Ende April bis Mitte Juni war die Einstrahlung vielerorts sehr niedrig. Eine zu schwache Einstrahlung ergibt sich durch bedecktes, strahlungsarmes Wetter. Dadurch war die Assimilat-Bildung eingeschränkt. Die Assimilation wurde für den Aufbau von
Raps – Bestandssicherung bei hohem Erdflohdruck
Abbildung
Raps – Bekämpfung von Blütenkrankheiten 2024
Der Raps befindet sich im Südwesten bereits voll in der Blüte, 10 Tage früher als in den Vorjahren. Die Böden sind in der Keimzone der Sklerotien der Weißstängeligkeit noch gut feucht, die Blätter bis in die Mittagsstunden hinein noch taunass. Nachdem die Bodentemperaturen selbst in Bayrisch Sibirien (Hof) die 10 °C-Grenze bis unter die Krume überschritten, sind die Voraussetzungen für das Keimen der Apothecien erfüllt. Mit deren Auflaufen ist spätestens in den nächsten 4 bis 6 Tagen zu rechnen, dann dauert es noch einmal 5 bis 6 Tage zur Sporulation. Diese wird durch den auf die Apothecien fallenden Blütenstaub ausgelöst. Solange auf der Hose kein Blütenstaub zu sehen ist, ist nicht mit der Sporulation von Sklerotinia zu rechnen.
Sklerotinia-Infektionen können bis Ende Blüte erfolgen, solange der Raps Blütenstaub produziert. Mit einer langen Blüte, also auch mit späten Infektionen ist in diesem Jahr aufgrund der aktuellen Bodenfeuchte zu rechnen.
Durch eine zu frühe Spritzung wird der Spätbefall nicht mehr erfasst. Deshalb ist ein Splitting der Blütenspritzung mit einer Vorlage zu Beginn der Blüten und einer Blütenspritzung in die Hauptblüte oder die klassische Blütenspritzung allein angeraten, sobald die ersten Blütenblätter fallen.
Winterraps – Schädlinge und Schädlingsbekämpfung
Bor und Molybdän im Winterraps
Erdflohlarven: Kontrollieren Sie die Blattstiele auf Ein- bzw. Ausbohrstellen. Sind diese vorhanden, Stiel aufschneiden: Sie finden dann auch die Larven mit der schwarzen Kopfkapsel. Wenn nahezu an jeder Pflanze Bohrlöcher zu finden sind, ist eine Bekämpfung mit Pyrethroiden sinnvoll, um die Larven am Einwandern in den Rapsstängel zu hindern. Da dies unmittelbar bevorsteht, sollten Sie schnell handeln.
Mit den Pyrethroiden erfassen Sie die Larven beim Ein- bzw. Ausbohren. Während adulte Käfer regional kaum noch auf Pyrethroide reagieren, sind Larven noch empfindlich.
Rapsstängelschädlinge: Örtlich war in der letzten Woche Zuflug zu beobachten. Sobald die Temperaturen an 3 Tagen nacheinander auf 15 °C ansteigen, ist bei massivem Auftreten eine Bekämpfung erforderlich. Das aktuelle mild-nasse Wetter dezimiert den Käferbesatz.
Der Rapsglanzkäfer wurde bereits beobachtet, machte aber kaum Schaden, solange die Knospen noch durch Blätter eingehüllt sind.
Die hohen Niederschläge haben auch zu einer Verlagerung von Bor und Molybdän
Raps – Schädlingsbekämpfung: Gelbschalen aufstellen, aber richtig
Aufstellen der Gelbschalen
Mit dem Anstieg der Bodentemperaturen über 5 °C (DWD vom 01.02.2024). Ist mit dem Schlupf der Rapsstängelrüssler zu rechnen. Ab 6 °C werden bereits geschlüpfte Käfer aktiv. Deshalb sollten schon in den kommenden Tagen Gelbschalen aufgestellt werden und zwar am Rand zu Vorjahresrapsschlägen, um den Zuflug vom Rapsstängelrüssler zu kontrollieren. Der Kohltriebrüssler hingegen wandert von Hecken und Waldrändern in die aktuellen Rapsschläge ein. Deshalb sollten weitere Gelbschalen windgeschützt in der Nähe der Gehölze aufgestellt werden.
Rapsstängelrüssler
Nach dem Schlupf der Stängelrüssler erfolgt die Eiablage innerhalb weniger Tage unterhalb des Vegetationskegels in den Spross. Dort wird der Auxinfluss unterbrochen. Später zeichnen sich die typischen S-förmigen Verkrümmungen ab, die durch Frost aufplatzen. Frostrisse und Einstichlöcher bilden Eintrittspforten für Krankheiten.
…oder Kohltriebrüssler?
Dagegen muss der Kohltriebrüssler noch einen Reifefraß von 8 bis 12 Tage durchführen, bevor die Eier abgelegt werden. Damit ist dessen Bekämpfung nicht so vordringlich wie die
Raps – Bestände auf Erdflohbefall kontrollieren
Regional sehr unterschiedlich kann man in diesem Jahr wieder einen massiven Zuflug des Rapserdflohs beobachten. Erste Rapsbestände sind bereits so stark geschädigt, dass sie umgebrochen werden müssen.
Anders als der Rapsglanzkäfer, der aus den Alt-Rapsschlägen Ende Juni aus den im Boden befindlichen Puppen schlüpft, wandert der Erdfloh nach einer kurzen Fraßzeit (an Altrapspflanzen) ins Sommerlager. Dabei bevorzugt der Rapserdfloh kühle, feuchte und schattige Plätze. Die Regenphase ab Ende Juli bis Mitte August war dafür nahezu ideal.
Nach der Sommerruhe, ab Ende August, wandert der Käfer aus dem Sommerquartier in die neu gesäten Rapsbestände. Nach einem Reifefraß von 10 bis 15 Tagen beginnen die Weibchen mit der Eiablage in der Nähe bzw. unter den jungen Rapspflanzen. Je nach Herbst- und Winterwitterung legen die weiblichen Erdflöhe bis ins Frühjahr Eier ab. Ein Erdflohweibchen kann bis zu 1000 Eier legen. Unter günstigen Bedingungen schlüpfen die ersten Larven bereits im Herbst und bohren sich in die Blattstiele der Pfanze ein.
Raps – Beisaat zu Winterraps
Der Mischanbau (oder das Gemenge) verschiedener Kulturen wurde früher häufiger praktiziert, um z.B. das Lagerrisiko der Erbsen durch die Standfestigkeit der Sommergerste zu verringern und gleichzeitig die N-Bindung durch die Leguminosen durch die Gerste zusätzlich zu verwerten. Im Ökolandbau hat der Gemengeanbau, z.B. Ackerbohnen mit Hafer, Wicken mit Roggen oder Stangenbohnen mit Körnermais eine Bedeutung. Infolge des züchterischen Fortschritts, durch den gezielt möglichen Einsatz von Stickstoffdüngern und von Pflanzenschutzmitteln und letztlich des Ertragsvorteils hat sich die Reinsaat der in der Landwirtschaft genutzten Kulturen durchgesetzt.
Nach dem Wegfall der Neonicotinoid-Beizen im Raps wurde in Frankreich mit Beisaaten zum Raps experimentiert, um dem Schädlingsdruck (Erdfloh) zu begegnen, Unkräuter zu unterdrücken oder durch die Beimischung von Leguminosen zusätzlich Stickstoff zur Verfügung zu stellen. Die Beisaat wird in Direktsaat-Betrieben vereinzelt immer noch praktiziert, hat sich aber insgesamt in Frankreich nicht durchsetzen können.
Raps – Erdflohbekämpfung als integrierte Maßnahme
Vor gut 3 Wochen wurden massenhafter Erdfloh-Zuflug und Fraßlöcher im Durchwuchsraps in Leguminosen beobachtet. Mit einem verstärkten Auftreten des Erdfloh ist nach der Sommerruhe ab Anfang September zu rechnen. Die zugelassenen Pyrethroide haben verbreitet keine ausreichende Wirkung. Am 23. Juli hat der Wirkstoff Cyantraniliprole im Exirel bzw. Minecto Gold eine Notfallzulassung für die Anwendung im Raps gegen Erdfloh erhalten. Integrierte Maßnahmen gegen Rapserdfloh • Großen Abstand zwischen letztjährigen und diesjährigen Rapsschlägen einhalten. • Ausfallraps auf benachbarten Schlägen spätestens im 4-Blattstadium bekämpfen mit dem Ziel, dass noch nicht gekeimter Altraps aufläuft und von Erdflöhen angeflogen wird, bevor der frisch gesäte Raps auf dem Nachbarschlag keimt. • Gute Rückverfestigung (eventuell walzen vor oder auch nach der Saat), damit der Raps zügig und gleichmäßig aufläuft. • Testflächen mit KWS Alessandro, der weniger Probleme mit Erdflohlarven haben soll. • Saatzeit der Witterung anpassen: › Kühler Juli/August später Erdflohzuflug = früher säen Beizung mit Lumiposa (gegen Kohlfliegen, wegen höherem Risiko) › Milder Juli/August früher Erdflohzuflug = später säen Beizung mit Buteo Start (gegen Erdfloh, geringeres Kohlfliegenrisiko) • Keine höhere Aussaatstärke, weil dann die Einzelpflanze schwächer ist. Das Schadrisiko durch den Larvenfraß ist höher.
Raps – Stoppeln bonitieren
Die Bonitur von Rapsstängeln und Stoppeln ergibt Aufschluss über mögliche Ursachen geringer Rapserträge. Dadurch lassen sich nach der Rapsernte Fehler im Rapsanbau erkennen.
Folgende Unterscheidungskriterien können dafür herangezogen werden:
Grüne Stoppeln weisen auf eine gesunde Abreife hin. Aber Achtung! Grüne Stoppeln bei totreifen Körnern sind ein Hinweis, dass der Raps zu gut mit Stickstoff versorgt war und die Assimilate nicht vollständig in die Schoten umgelagert wurden.
Grüne Stängel mit schwarzgrauem Fraßkot sind entweder auf Befall mit Stängelrüssler (S-förmiger Stängel) oder Kohltriebrüssler (gerader Stängel) zurückzuführen.
Braune Stängel mit weißem Mark sind kein Hinweis auf eine krankhafte Abreife, vielmehr verliefen Samen- und Stängelreife synchron. Hinweis auf eine ausgeglichene N-Versorgung.
Braune Stängel mit bräunlichem oder schwarzem Mark entstanden in Folge eines späten Phomabefalls. Phoma drang durch Bohrlöcher von Schädlingen (Erdfloh) oder durch Frostrisse in die Stängel ein.
Weiße Stängel geben Hinweise auf eine krankhafte Abreife:
Raps – Kohlhernie: Ausbreitung, Vermeidung, Eindämmung
Kohlhernie („Klumpfuß-Krankheit“) wird durch den bodenbürtigen Einzeller Plasmodiophora brassicae ausgelöst. Die Dauersporen im Boden keimen angeregt durch Wurzelausscheidungen im Bodenwasser aus und setzen begeißelte Zoosporen frei, die erst die Wurzelhaare und später die Wurzelrinde befallen.
Nach 180 bis 240 °C-Tagen sind an den Wurzeln erste stecknadelgroße Ausstülpungen zu erkennen. Die später gallenförmigen Wucherungen (Tumore), die einen Durchmesser von einem bis mehreren Zentimeter erreichen können, sind symptomatisch für das Schadbild des Erregers, der deshalb auch als „Klumpfußkrankheit“ bezeichnet wird. In den Gallen werden Millionen von Dauersporen gebildet, die der Überdauerung im Boden dienen.
Durch die Tumorbildung wird die Wasser- und Nährstoffversorgung beeinträchtigt oder ganz unterbunden. Besonders drastisch wirkt sich die Krankheit auf die Rapspflanze aus, wenn die Pfahlwurzeln befallen werden.
Kohlhernie bewirkt erste Welke-Erscheinungen der Rapspflanze schon im Herbst, obwohl die Wasserversorgung sichergestellt ist. Der Befall äußerst sich oft zuerst an nassen Stellen im Schlag (z.B. in Lunken), wo sich der Erreger durch die begeißelten Zoosporen schneller fortbewegen kann.
In verseuchten Böden geht die Anzahl der Dauersporen pro Gramm (!) Boden nicht selten in die Millionen. Die Halbwertszeit dieser Sporen im Boden beträgt 4 Jahre. Dauersporen können ohne Wirtspflanzen länger als 15 Jahre im Boden überdauern. Eine Vermehrung des Erregers ist aber nur an den Wurzeln empfänglicher Wirtspflanzen möglich. Dazu zählen vor allem Kruziferen wie Raps und Kohlgewächse.
Befallsdichte und -intensität werden maßgeblich von den Umweltbedingungen mitbestimmt. Sowohl die Infektion der Wurzelhaare als auch die spätere Symptomausprägung sind temperaturabhängig und erfordern hohe Bodenfeuchte. Temperaturen über 15 °C mit hoher Bodenfeuchte (über 70 % Feldkapazität) bieten optimale Voraussetzungen für den Befall mit diesem Erreger.
Der Ertragsausfall durch Kohlhernie hängt von der Befallshäufigkeit, d.h. wie viele Pflanzen befallen sind, und von der Befallsstärke ab. Im Mittel liegen die Ertragseinbußen zwischen 40 und 70 % bis hin zu Totalausfällen.
