Grünes Info
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Raps – Herbizide zur Herbstanwendung
Bodenherbizide werden aus der Bodenlösung über Keimling, Wurzeln, Hypokotyl oder aus dem Spritzbelag auf der Bodenoberfläche über das Keimblatt aufgenommen. In jedem Fall ist dazu ausreichend Wasser notwendig, umso mehr, je weniger wasserlöslich der Wirkstoff ist. Durch trockenen Boden ist die Wirkung eingeschränkt.
Um die Wirkung sicherzustellen, muss der Boden ausreichend feucht sein oder nach der Anwendung wenigstens so viel Regen fallen, dass die oberen 3–5 cm des Bodens gut durchfeuchtet werden. Dazu sind auf ausgetrockneter Krume wenigstens 10 mm auf sandigen und bis zu 25 mm auf lehmigen und tonigen Böden notwendig.
Etwa 5–10 mm werden je nach Bodenart und Bodenfeuchte benötigt, damit die Wirkstoffe aktiviert werden. Weitere 5–15 mm sind für eine ausreichende Wirkstoffaufnahme durch die Unkräuter notwendig. Letztere hängt auch von der Kontaktfläche im Boden ab: Je feinkrümeliger und kompakter die Bodenoberfläche ist, desto intensiver ist der Kontakt zwischen Wirkstoff und Unkraut.
Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf der Stoppel
Die Ernte ist in diesem Jahr schneller gekommen, als erwartet. Dadurch bleibt mehr Zeit für dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auf der Stoppel.
Wurzelunkräuter wie Acker- und Zaunwinde, Ackerkratzdisteln, Ackerschachtelhalm, Landwasserknöterich, aber auch Quecken, haben in den letzten Jahren wieder stark zugenommen. Ursache dafür ist die kurze Zeitspanne zwischen Ernte und Neubestellung, auch durch den Anbau von Zwischenfrüchten, und vor allem die reduzierte Bodenbearbeitung.
Durch die frühe Ernte bleibt in diesem Jahr mehr Zeit für einen mehrmaligen, schrittweise tiefer greifenden Grubbereeinsatz, um die Rhizome aus dem Boden zu reißen, damit sie an der Oberfläche vertrocknen. Oft fehlen dafür aber Zeit und Geräte. Zudem wird häufig die Bekämpfungswirkung durch nachfolgenden Regen eingeschränkt, der die Rhizome wieder austreiben lässt.
Zudem kollidiert die frühe tiefe Bearbeitung mit der Notwendigkeit, den Ackerfuchsschwanz nicht tiefer einzuarbeiten, damit er nicht in die „ewige“ Keimruhe fällt.
Deshalb kommt in vielen Fällen nur die chemische Bekämpfung auf der Stoppel in Betracht. Zur Auswahl stehen für die Stoppelbehandlung das Glyphosat sowie Wuchsstoffe (2,4 D) bzw. synthetische Wuchsstoffe (Fluroxypyr im Starane XL), die
Einsatz von Glyphosat zur Bekämpfung von Problem-Ungräsern und -Unkräutern
Ein wesentlicher Einsatzbereich von Glyphosat liegt in der Bekämpfung von schwer zu bekämpfenden oder gar herbizidresistenten Gräsern und Unkräutern wie Quecke, Disteln, Ampfer, Landwasserknöterich oder auch Kartoffeldurchwuchs auf der Stoppel bzw. vor der Saat bzw. vor dem Auflaufen. Ziel ist die konsequente Reduktion der Verunkrautung außerhalb der Kultur, um den Selektionsdruck durch Herbizide im stehenden Bestand zu reduzieren.
Wirkmechanismus und Möglichkeiten zur Wirkungsverbesserung
Das Glyphosat wird in der grünen Pflanze vollsystemisch wie die Assimilate im Phloem verteilt und in wachsendes Gewebe, Wurzelausläufer und Speichergewebe (Rhizome, Knollen) transportiert.
Durch die rein mechanische Bekämpfung werden Rhizome zerschnitten. Das kann zu einer stärkeren vegetativen Vermehrung führen. Glyphosat hingegen kann bei ausreichender Blattmasse und aktiver Assimilation bis in Rhizome, Wurzelausläufer oder Regenerationsknospen gelangen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichend große assimilierende Blattfläche sowie ein aktiver Stoffwechsel der Unkräuter.
Rhizome der Quecke, Wurzelausläufer von Disteln oder Regenerationsknospen der Ackerwinde werden nur dann sicher erfasst, wenn ausreichend Wirkstoff in diese Pflanzenteile verlagert wird. Zur Bekämpfung von Acker- und Zaunwinde reicht die Solowirkung von Glyphosat nicht aus. Notwendig ist die Ergänzung durch den Wuchsstoff 2,4 D. Schachtelhalm wird durch das Glyphosat nicht vollständig erfasst.
Einsatz von Glyphosat
Abbildung
Getreide – Herbizide im Schossen
Die Wirkung der Herbizidspritzungen im März war witterungsbedingt vielfach unzureichend. Zudem wurden spät aus tieferen Schichten (Bodenrisse!) auflaufende Unkräuter wie Klettenlabkraut, Disteln und Windenknöterich durch frühe Blattspritzungen nicht erfasst. Bestandeslücken begünstigen die Spätverunkrautung mit flach keimenden Unkräuter nach Trockenperioden, Starkniederschlägen oder Lager.
Um die Konkurrenz und Ernteerschwernis durch hochwachsende Unkrautarten und den Anstieg der Samenbank im Boden zu verhindern, ist eine Bekämpfung dieser Unkräuter im Schossen sinnvoll.
In der Schossphase des Getreides ist die Wirkstoffwahl durch die Zulassung und Kulturverträglichkeit stark eingeschränkt. Eingesetzt werden können überwiegend blattaktive, gegen Dikotyle wirksame Wuchsstoffe (MCPA, Fluroxypyr, Clopyralid, Halauxifen) und ALS-Hemmer wie Tribenuron oder Florasulam. Die Wuchsstoffe zeichnen sich durch eine ausgeprägte Selektivität gegenüber Getreidearten und eine vollsystemische Wirkung in zweikeimblättrigen Pflanzen aus. Dadurch werden die Wuchsstoffe auch in unterirdische Organe (Wurzel, Rhizome) transportiert.
Die den Phenoxycarbonsäuren zugeordneten synthetische Auxine werden in dikotylen Pflanzen unzureichend metabolisiert,
Getreide – Gräserbekämpfung zu Vegetationsbeginn im Frühjahr 2025
Nach Auswertungen von Agris42 wiesen 2024 immerhin 69 % der eingesandten AFU-Proben (Verdachtsproben) Resistenzen gegenüber den Wirkstoffklassen A (ACCase-Hemmer) und B (ALS-Hemmer) auf, beim Weidelgras waren es 20 %, Windhalm 6 %, Trespen 4 %, sonstige (Dikotyle) 1 %. Für die Frühjahrsbehandlung gegen Gräser stehen allerdings ausschließlich Herbizide dieser Wirkstoffklassen zur Verfügung. Die Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz hat auf Problemflächen Priorität, sobald die Temperaturen tagsüber über 8 °C ansteigen. Zu Beginn einer Schönwetterphase (häufig in der 2. Märzwoche*) wirken die Sulfonylharnstoffe gut, wenn der Ackerfuchsschwanz noch klein ist, die Luftfeuchtigkeit i.d.R. noch hoch ist und die Blätter weich sind. Nachtfröste bis – 3 °C in dieser Phase beeinträchtigen die Unkrautwirkung nicht, erschweren dem Getreide jedoch den Abbau der Wirkstoffe. Gut entwickelte und mit Spurenelementen versorgte Pflanzen erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Vorsicht in frostgeschädigten Beständen. Diese müssen vor der Behandlung mindestens ein neugebildetes Blatt als Indiz für einen
Getreide – Gräserherbizide zur Frühjahrsanwendung 2025
Tabelle
Aufbringung von glyphosathaltigen Mitteln
Der Besatz mit Quecken, Disteln und Ackerwinden hat in den letzten Jahren wieder stark zugenommen. Während Disteln und Winden, auch Ampfer mit (synthetischen) Wuchsstoffen (MCPA, Clopyralid) im stehenden Getreide bzw. auch auf der Stoppel mit Fluroxypyr bekämpft werden können, ist eine nachhaltige Bekämpfung von Quecken nur mit Glyphosat möglich, dessen Anwendung mit Einschränkungen weiter zulässig ist. Die Ausbringung von Glyphosat unterliegt seit 01.01.2024 einem generellen Anwendungsverbot in Naturschutzgebieten, Nationalparken und Biotopen nach § 30 BNatSchG. Außerhalb dieser Gebiete ist die Anwendung zulässig nach „den Umständen des Einzelfalls“ auf Direkt- bzw. Mulchsaat-Flächen und allgemein auf Ackerflächen (Teilflächen) gegen schwerbekämpfbare, z.B. „perennierende Unkräuter“, bzw. auf erosionsgefährdeten Flächen zur Stoppel- bzw. Vorsaatbehandlung. Perennierende Unkräuter sind z.B. Quecken, Ackerwinden, Ampfer, Landwasserknöterich, Disteln. Als perennierend einzustufen ist auch der Ackerschachtelhalm, dieser wird aber durch das Glyphosat nicht erfasst. Der Einsatz von Glyphosat zur Vorerntebehandlung ist verboten. Der Wirkstoff „Glyphosat“ hat aktuell eine Zulassung bis 2033.
Raps – Gräserherbizide in Winterraps 2023
Tabelle
Wurzelunkräuter auf der Stoppel bekämpfen
Wurzelunkräuter, wie Acker- und Zaunwinde, Ackerkratzdistel, Ackerschachtelhalm, Landwasserknöterich und vor allem Quecken haben infolge des Anbaus von Zwischenfrüchten und der reduzierten Bodenbearbeitung (Verzicht auf den Pflug) stark zugenommen. Wo möglich, sollte die Zeit für einen mehrmaligen, schrittweise tiefer greifenden Grubber-Einsatz genutzt werden, um Queckenrhizome abzuschneiden oder abzureißen und an die Oberflächen zu holen, damit sie dort vertrocknen. Die Erfolgsaussichten bei ausschließlich mechanischer Bekämpfung wird aber durch nachfolgenden Regen eingeschränkt, der die Rhizome wieder austreiben lässt.
Eine effektive Bekämpfung von Wurzelunkräutern ist nur mit chemischen Mittel zu erwarten. Zur Auswahl stehen für die Stoppelbehandlung das Totalherbizid Glyphosat sowie Wuchsstoffe (2,4 D) bzw. wuchsstoffartige (Fluroxypyr) Herbizide, die in der Pflanze basipetal (im Phloem nach unten) in die Wurzel transportiert werden können.
Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf der Stoppel
Möglichst kurze Getreidestoppel, Stroh abfahren oder kurz häckseln.
