Grünes Info
Beitragsfilter
Zuckerrüben – Blattdüngung und Anregung der Nettoassimilation
Das warme Wetter der letzten beiden Wochen forcierte die Entwicklung der Zuckerrüben, sodass die Bestände verbreitet die Reihen geschlossen und das 10-Blattstadium erreicht haben oder dieses bald erreichen werden. In diesem Stadium ist die Blattdüngung zum Blatterhalt sinnvoll, vor allem, wenn die Nährstoffverfügbarkeit aufgrund von Trockenheit eingeschränkt war.
Ziel ist es, die ab dem 10-Blattstadium bis zum sekundären Dickenwachstum gebildeten Blätter bis zur Ernte zu erhalten, um möglichst hohe Zuckererträge zu realisieren. Mit den ersten 8 Blättern produzieren die Zuckerrüben in erster Linie die Assimilate für den Aufbau des Blattapparates und für die Wurzelbildung. Die ersten Blattpaare sterben infolge der Herbizidbelastung i.d.R. bald ab, nachdem das sekundäre Dickenwachstum des Rübenkörpers ab dem 10- Blattstadium einsetzt. Nährstoffe und Assimilate werden aus den absterbenden ersten 8 Blättern in die neu zuwachsenden Blätter verlagert.
Die Hauptlast der Assimilation und der Ertragsbildung tragen die folgenden 10 bis 12 Blätter, die ab dem 10- Blattstadium
Weizen – Krankheitsdruck und Ährenbehandlung
Die ersten zweieinhalb Maiwochen waren verbreitet durch kühles, regnerisches Wetter gekennzeichnet. Dadurch profitierten Erreger wie Gelbrost, M. nivale und S. tritici. In milderen Lagen sind auch frische Mehltaupusteln zu finden. Durch Wind und Regen wurde die Ausbringung von Fungiziden (und Wachstumsreglern) im Fahnenblatt-Stadium erschwert. Dadurch sind Befallssymptome in vielen Beständen auf F-2, gelegentlich auch auf F-1 zu finden.
Infektionen auf dem Fahnenblatt konnten durch Fungizidmaßnahmen unterbunden werden.
Die Niederschläge ließen mit Beginn dieser Woche nach. Für die 3. Maidekade wird überwiegend trockenes Wetter mit Temperaturen zwischen 23 und 28 °C vorhergesagt. Damit dürfte das Infektionsrisiko mit S. tritici, M. nivale und Gelbrost nachlassen.
Mehltaubefall ab Pfingsten zu erwarten
Wenn allerdings 2 Tage lang starker Tau bis in die Mittagsstunden in den Beständen auftritt, ist bei den angekündigten Temperaturen über 20 °C ab dem Freitag vor Pfingsten in anfälligen Sorten mit Mehltau und auch mit Braunrost zu rechnen, wenn keine Fungizidspritzung im Fahnenblatt erfolgt ist. Besonders hoch ist das Risiko in Beständen mit Altmehltau bzw. Herbstbefall mit Braunrost.
Braunrost und Mehltau können auch von außen, sogar über weite Strecken mit dem Wind verbreitet werden und zu Neuinfektionen führen.
Weizen – Ährendüngung 2026
Starkes Melieren der Bestände, die auf geringe Bodenunterschiede oder Überlappungen beim Düngerstreuen und selbst von weitem sichtbar auf vorjährige Mäuselöcher zeichnen, wenn sich die N-Düngung im Rahmen des Zulässigen bewegte, sind Anzeichen für ein Nachlassen der N-Freisetzung aus dem Boden. Hinzu kommt, dass die P-Versorgung der Böden gerade auf den ertragsstarken Teilflächen abfällt, wenn auf Dauer mehr Phosphor entzogen als gedüngt wurde.
Die Restriktion der N-Düngung durch die DüV wirkte sich zuerst auf den Proteingehalt und den Sedimentationswert, mittlerweile aber auch auf den Ertrag aus.
Inzwischen müssen wir alle Register ziehen, um noch respektable Qualitäten zu erzielen.
Dazu zählt auch die Ährendüngung. Durch die Spritzung mit Stickstoff in die Ähre nach der Blüte lassen sich Eiweißgehalt und Sedimentationswert positiv beeinflussen. Der Ausnutzungsgrad der Spritzung ist im Vergleich zur Düngung über den Boden deutlich höher. Durch 10 kg/ha N ließen sich die Proteingehalte im Korn um 0,4 bis 0,7 % steigern.
Biostimulanzien
Laut dem Marktforschungsunternehmen „DunhamTrimmer / AgriBusiness Global“ wurden 2025 weltweit Biostimulanzien im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Der Markt der Biostimulanzien ist ein Wachstumsmarkt mit einer jährlichen Wachstumsrate von gut 10 %. Grund genug sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen, zumal Schlagworte wie Nährstoffeffizienz, bessere Wurzel- und Pflanzenentwicklung,Pflanzenstärkung, höhere Pflanzengesundheit oder bessere Pflanzenqualität regelmäßig als Kaufargumente genannt werden. Zum Teil wird auch damit geworben, dass der Düngereinsatz und/oder die Aufwandmengen von Fungiziden durch den Einsatz bestimmter Biostimulanzien deutlich reduziert werden kann, was angesichts hoher Rohstoffpreise verlockend klingt. Auch stärkere Stresseinflüsse auf unsere Kulturpflanzen durch den Klimawandel lassen den Einsatz von Biostimulanzien attraktiv erscheinen. Doch was bringen Biostimulanzien in der Praxis tatsächlich? Das ist eine Frage, mit der wir uns seit einigen Jahren auch in unseren Versuchen beschäftigen.
Für das Verständnis hilft es die auf dem Markt verfügbaren Präparate in Gruppen einzuteilen:
Präparate auf mikrobieller Basis (Bakterien, Pilze bzw. deren
Getreide – Fahnenblatt- und Grannenspritzung 2026
Mit verstärktem Aufkommen von Pilzkrankheiten ist zu rechnen
Durch die Niederschläge um den 1. Mai wurden die Voraussetzungen für eine epidemische Ausbreitung von Krankheiten wie S. tritici, Gelbrost und Mehltau, aber auch von Netzflecken und Rhynchosporium geschaffen.
Aufgrund der derzeitigen Wetterkonstellation ist mit einem massiven Auftreten dieser Krankheiten, vor allem von Mehltau, Gelbrost, S. tritici im Weizen gegen Ende der ersten Maiwoche zu rechnen, bevor in den meisten Beständen das Fahnenblatt erschienen ist. Damit ist eine Fungizidspritzung vor dem Fahnenblattschieben sinnvoll. Unter Umständen muss innerhalb von 14 bis 18 Tagen zweimal behandelt werden.
In der Gerste wurden meist zwischen dem 24. und 28.04. Fungizidbehandlungen durchgeführt, deren Wirkung bis zum 06. bis 10. Mai anhalten dürfte. Ab dem 08.05. bis zum 12.05. ist die Grannenspritzung sinnvoll.
Wie wirken die Fungizide in der Pflanze?
Die Hauptlast der Pilzbekämpfung tragen Azole. Diese haben nur eine Wirkung auf den direkt getroffenen Blättern. Neuzuwachsende Blätter
Winterweizen – Spätdüngung
N-Spätdüngung an die Nachlieferung anpassen
Trockenheit und kühle Nachttemperaturen ließen im April die N-Freisetzung aus dem Boden, aber auch den gedüngten Stickstoff nur langsam in Gang kommen. Nach den Niederschlägen Ende April/Anfang Mai und bei Bodentemperaturen über 12 °C ist mit einem deutlichen Anstieg der N-Mobilisierung und N-Aufnahme aus dem Boden zu rechnen.
Bei der noch ausstehenden N-Düngung ist zum einen
der aktuelle Versorgungszustand der Bestände zu beachten,
der N-Vorrat in den unteren Bodenschichten,
sowie die noch zu erwartende N-Nachlieferung zu berücksichtigen.
Aktuelle N-Versorgung ermitteln
Mit dem Yara-N-Tester können Sie die aktuelle N-Versorgung indirekt über die Chlorophylldichte bestimmen. Die ausgewiesenen Werte (zwischen 500 und 750) sind als Relativwerte zu betrachten. Diese müssen für die Sorten kalibriert werden und können je nach Tageszeit, Blattnässe, N-Form oder abhängig von der Versorgung mit anderen Nährstoffen schwanken.
Mit dem Nitra-Check ermitteln Sie die Nitrat-Konzentration im Zellsaft. N-Tester und Nitra-Check geben Auskunft über die aktuelle
Raps – Blütenspritzung
Der Raps befindet sich im Südwesten bereits in der Blüte. Die Böden sind in der Keimzone der Sklerotien der Weißstängeligkeit noch feucht, die Blätter bis in die Mittagsstunden hinein noch taunass. Erste Apothezien sind im Rheinland bereits aufgelaufen. Bislang liegen die Bodentemperaturen verbreitet unter 10 °C. Erst wenn die Bodentemperaturen die 10 °C-Grenze bis den unteren Krumenbereich hinein überschritten haben, können Apothezien auflaufen. Damit ist erst in der nächsten Woche zu rechnen.
Dann dauert es noch weitere 5 bis 6 Tage bis zu einer möglichen Sporulation. Diese wird durch den Blütenstaub ausgelöst, der auf die Apothecien fällt. Solange auf der Hose kein Blütenstaub zu sehen ist, ist nicht mit der Sporulation von Sklerotinia zu rechnen.
Wintergetreide – Ertrags- und Spätdüngung (Fortsetzung aus Info 06/26)
Tabelle
Wintergetreide – Ertrags- und Spätdüngung
Tabelle
Winterweizen – Ertragsaufbau
Tabelle
Weizen – Fallzahlen stürzen ab
Seit 4 Wochen regnet es südlich der Donau, seit 3 Wochen im Nordosten und in den Staulagen der Mittelgebirge fast jeden Tag. In den seit 20. Juli totreifen Beständen stürzen sortenabhängig aktuell die Fallzahlen ab. Die Fallzahl ist ein Maß zur Bestimmung der Viskosität bzw. Verkleisterungsfähigkeit des Weizenmehls. Wird das totreife Getreidekorn längere Zeit abgeregnet, nimmt es Wasser auf, dadurch steigt die Aktivität der α-Amylase. Diese bewirkt eine Verzuckerung von Stärke. Gibberelline werden ausgeschüttet, die Keimruhe nimmt ab, damit steigt die Auswuchsneigung. Die verzuckerte Stärke ist weniger viskos und verbindet sich schlechter, der Teig ist weniger stabil. Im Brot bewirken Mehle mit geringer Fallzahl große Löcher statt feine Poren. Der Handel verlangt Fallzahlen von wenigstens 220 sec, in Jahren mit Fallzahlproblemen werden Partien mit 180 sec noch akzeptiert. Es ist nicht möglich, Mehle mit geringer Fallzahl durch Mehle mit hoher Fallzahl aufzumischen, da die Fallzahl nicht Gehalte widerspiegelt, sondern die Aktivität der α-Amylase. Weizensorten unterscheiden sich absolut in der Fallzahl. Sorten mit sehr hohen Fallzahlen (> 350 sec) haben eine ausgeprägte Keimruhe. Andere Sorten haben von Haus aus eine niedrige Fallzahl bzw. eine hohe α-Amylase-Aktivität. Entscheidend ist die Fallzahlstabilität: Wie lange eine Sorte abgeregnet werden kann, bevor die Fallzahl
Zuckerrübe – Absicherung der Nettoassimilation
Mit den ersten 8 Blättern produzieren die Zuckerrüben in erster Linie die Assimilate für den Aufbau des Blattapparates und für die Wurzelbildung. Diese alten, zusätzlich mit Herbiziden belasteten Blätter sterben ab, nachdem das sekundäre Dickenwachstum des Rübenkörpers ab dem 10-Blattstadium eingesetzt hat. Nährstoffe und Assimilate werden aus den absterbenden ersten 8 Blättern in die neu zuwachsenden Blätter verlagert. Mit dem 10-bis 12-Blattstadium beginnen die Rüben die Reihen bzw. den Bestand zu schließen. Gleichzeitig setzt das sekundäre Dickenwachstum ein, dessen Abschluss mit dem Tageslängenwechsel (21. Juni) eingeleitet wird. Je mehr Zeit zwischen dem Reihenschluss und den längsten Tagen im Jahr zur Verfügung steht, umso mehr Kambiumringe werden gebildet. Die Kambiumringe dienen dem Transport und der Verteilung des Zuckers in die Speicherzellen um die Kambiumringe. Je mehr Kambiumringe gebildet werden, umso mehr Speicherzellen, umso mehr Zucker kann eingelagert werden. An jedem Kambiumring setzen bis zu 4 Blätter an. Die Assimilate aus diesen Blättern versorgen die zugehörigen Bereiche mit Zucker. Die ab dem 10-Blattstadium erscheinenden nächsten 8 bis 12 Blätter tragen die Hauptlast der Assimilation und der
Getreide – Ährenkrankheiten
Der Befall der Ähren mit Krankheiten erfolgt auf unterschiedliche Weise: durch Zuflug über weite Strecken: Mehltau, Roste, hauptsächlich stammen die Neuinfektionen mit Mehltau oder Rosten aus dem Altbefall im Bestand, dessen Konidien bzw. Sporen durch Wind oder Regen- bzw. Tautropfen aufgewirbelt werden, durch direkte Infektionen, ausgehend vom Inokulum auf dem Boden (F. graminearum, auch F. culmorum, F. Poae), durch Hochspringen über die Blätter als Treppe (S. nodorum, M. nivale, F. culmorum), durch die Kontamination der Ähre mit Erreger-Sporen, die sich im Bereich des Fahnenblattöhrchens angesammelt haben, durch systemische Verteilung von Sporen oder Myzel (z.B. F. culmorum, Cephalosporium gramineum) im Xylem der Pflanzen, die dann am Ende des Leitbahnsystems in den Blattspitzen bzw. im Spitzenbereich der Ähren angereichert werden. Mit dem Saftstrom im Xylem können auch Toxine verteilt werden, die dann lokale (Punkt-) Nekrosen bzw. Blattspitzen-Nekrosen bewirken, ohne dass ein Erreger nachgewiesen werden kann. Bekämpfung von
Weizen – Ährendüngung
Die Weizenernte war 2024 mit durchschnittlich 67,9 dt/ha im Ertrag niedriger als 2003. Anders als 2003 lagen die Proteingehalte nur noch bei 11,4 %. Die Begrenzung der N-Düngung durch die DüV machte sich drastisch bemerkbar. 2024 wirkten sich das niedrige N-Angebot und die geringe Strahlung negativ aus. Letzteres war auch 2016 der Fall. Trotzdem wurden 2016 noch 76 dt/ha mit 12,6 % Protein geerntet. In diesem Jahr (2025) waren die Nmin-Vorräte im Böden höher. Kühle Temperaturen und Trockenheit schränkten aber die N-Freisetzung ein. Hinzu kommt, dass das potentielle Nmob aus dem Boden in den letzten Jahren stark nachgelassen hat. Die geringe Freisetzung erkennt man am starken Melieren der Böden, die auf geringe
Winterweizen – Qualitätsdüngung
Trockenheit und Kälte schränkten bis Ende April die N-Freisetzung aus dem Boden ein. Mit den Niederschlägen vor und nach Ostern kam zunächst der im Boden vorliegende mineralische Stickstoff zum Wirken. Die N-Mobilisierung kam bislang noch nicht richtig in Gang und wird auch in den nächsten 14 Tagen auf sich warten lassen, wo die Böden kaum durchfeuchtet wurden. Bleiben die Böden feucht und steigen die Bodentemperaturen über 15 °C, setzt die N-Nachlieferung verstärkt ein. Damit ist ab dem 20. Mai zu rechnen. Eine Zwischendüngung, die von der Spätdüngung abgezogen werden muss, kann bei bisher knapper Kalkulation angebracht sein. Ob die Zwischendüngung notwendig ist, zeigen der N-Tester oder der Blattvergleich: Beim letzteren werden die Blätter nebeneinandergehalten: Hellt das 4. Blatt von oben gegenüber dem 3. Blatt deutlich auf, lagert die Pflanzen Stickstoff aus, um damit den Neuzuwachs zu versorgen. In diesem Fall können 25 kg/ha N gedüngt werden. Ist das 3. Blatt
Getreide – Einsatz von Fungiziden
Tabelle
Winterweizen – Ertragsdüngung 2025
Tabelle
Raps – Herbizideinsatz im Frühjahr
Ungrasbekämpfung mit Propyzamid im Frühjahr Eine Reihe von Rapsbeständen wurden im Herbst nicht mehr mit Propyzamid (im Kerb, Groove, Credence,Milestone) gegen Ackerfuchsschwanz, Trespen und Weidelgräser behandelt. Das Propyzamid hat eine hohe Persistenz im Boden und sollte auf Standorten mit längeren Trockenphasen bis spätestens Ende Februar gespritzt werden, wenn der nachfolgende Weizen noch im September gesät werden soll. Kerb flo (Credence, Groove): Mit 1,25 l/ha werden Ausfallgetreide und flach keimende, auch noch nicht aufgelaufene Gräser wie Windhalm, Hirsen, Flughafer, Jährige Rispe, mit 1,5 l/ha Trespe sowie mit 1,8 l/ha auch Ackerfuchsschwanz, Weidelgras, Vogelmiere und Ehrenpreis erfasst, wenn die Ungräser nicht zu tief wurzeln. Gegen bestockten, schon tiefer wurzelnden Ackerfuchsschwanz können 1,5 l/ha Focus Ultra + 1,5 l/ha Dash zugemischt werden. Auf Problemstandorten mit Ackerfuchsschwanz muss Focus Ultra auf 2,5 l/ha + 2,5 l/ha Dash erhöht werden. Die Zumischung von Focus Ultra erfordert, dass tagsüber wenigstens 8 °C herrschen und danach kein
Wintergetreide – Düngerplanung
Startgabe Die Form der Startgabe (N1) zu Getreide sollte sich an der Bestandesentwicklung orientieren. Phosphor wird am effektivsten im Herbst in den Boden eingearbeitet. Die Ausnutzung des im Herbst gedüngten Phosphors ist um mehr als das 3-fache besser, als wenn Phosphor im Frühjahr obenauf gestreut wird. Nachdem die DAP-Düngung im Herbst zu Weizen (Roggen, Triticale) nicht mehr zulässig ist, ist die P-Frühjahrsdüngung auf Standorten mit pH-Werten über 6,3 sinnvoll. Ein Teil des im Frühjahr gedüngten Phosphors geht durch die SSA-Düngung besser in Lösung, der Rest des als Ca-Phosphat festgelegten Phosphors wird durch SSA im Herbst oder im kommenden Frühjahr wieder in Lösung gebracht. Kalium wurde auf Böden mit weniger als 6 % Ton aus der Krume gewaschen. Auf stark sandigen Böden (unter 3 % Ton) ist deshalb eine K-Düngung im Frühjahr zu empfehlen. Mit 200 kg/ha Kornkali werden 12 kg Mg und 10 kg Schwefel gedüngt. Illit-reiche Standorte enthalten Ammonium
Winterweizen – Qualitäts- und Backweizen
Zwei Drittel des in Deutschland produzierten Weizens werden als Backweizen vermarktet bzw. gehen in den Export. Für die Vermarktung müssen Mindestanforderungen eingehalten werden. Auch wenn neue Weizensorten (Asory, Foxx, LG Initial, RGT Kreation, u.a.) mit geringen Rohproteingehalten ein gutes Eigenbackverhalten aufweisen, bleibt dennoch der Rohproteingehalt das entscheidende Kriterium für die Einstufung und Bezahlung des Weizens. Standen für den Landwirt bislang vorwiegend die Ertragsleistung und agronomische Faktoren im Vordergrund, werden wir in Zukunft bei der Sortenwahl stärker auch den erreichbaren Proteingehalt unter restriktiven Bedingungen bei der Düngung berücksichtigen müssen. Dies gilt umso mehr, als sich bereits nach wenigen Jahren abzeichnet, dass immer weniger Stickstoff aus dem Boden nachgeliefert wird. Als Maßstab für die Beurteilung der Leistung einer Sorte bietet sich deshalb der Proteinertrag an, der sich aus Kornertrag und Proteingehalt errechnen lässt: Kornertrag (dt/ha) x Proteingehalt (%) x 0,85 (% TM im Korn) = Proteinertrag (kg/ha); z.B. 100 dt/ha x 12,2
Raps – Bestandssicherung bei hohem Erdflohdruck
Abbildung
Zuckerrüben – Blatterhalt
Die noch im März bestellten Zuckerrüben haben aktuell einen BFI von 5,0 bis 5,5 erreicht und schließen den Bestand. Später gesäte Rüben schließen die Reihen, der Bestandesschluss ist bis Anfang Juni zu erwarten. Mit den ab dem 8-Blattstadium bis zum sekundären Dickenwachstum gebildeten Blättern sollen die Rüben möglichst bis zur Ernte durchkommen. Mit den ersten 8 Blättern produzieren die Zuckerrüben in erster Linie die Assimilate für den Aufbau des Blattapparates und für die Wurzelbildung. Die ersten Blattpaare sterben infolge der Herbizidbelastung i.d.R. bald ab, nachdem das sekundäre Dickenwachstum des Rübenkörpers ab dem 10-Blattstadium einsetzt. Nährstoffe und Assimilate werden aus den absterbenden ersten 8 Blättern in die neu zuwachsenden Blätter verlagert. Die Hauptlast der Assimilation und der Ertragsbildung tragen die weiteren 10 bis 12 Blätter, die ab dem 10-Blattstadium gebildet werden. Fallen diese Blätter durch Krankheiten, Trockenheit oder auch Nährstoffmangel vorzeitig aus, werden neue Blätter aus den im Rübenkörper eingelagerten Assimilaten
Sommergetreide – Ertragssicherung
Kürzung und Fungizideinsatz im Sommergetreide Infolge der verspäteten Aussaat bleibt das Sommergetreide kurz. In den erst nach Ostern gesäten Beständen ist eine Kürzung nur dann nötig, wenn mit mehr als 450 Rispen/m² (Hafer) bzw. mit mehr als 600 Ähren/m² (Sommergerste) zu rechnen ist. Allerdings ist das Halmgewebe nicht sehr fest, so dass eine Festigung durch Ethephon doch angebracht sein kann. Test: Stechen Sie mit der kleinen Klingen eines Taschenmessers in die unteren Halmabschnitte. Müssen Sie Kraft aufwenden, ist der Halm fest (= keine Festigung notwendig), geht die Messerspitze leicht durch, ist er weich (120 – 200 g/ha Ethephon).
Aktuell haben die meisten Sommergersten- und Haferbestände EC 32 erreicht und befinden sich in der „Großen Periode“, die bis zum 20.05. abgeschlossen sein dürfte. Danach ist eine moderate Festigung bzw. Kürzung ohne Risiko möglich.
In der Sommergerste sind immer wieder erste Infektionen mit Ramularia zu finden (s. Abb. 4), die sich nach
Winterweizen – Spätdüngung mit Stickstoff
Durch die Spätdüngung mit Stickstoff nehmen wir Einfluß auf die Ertragsbildung und Qualitätseigenschaften. Die Spätdüngung bewirkt aber auch einen „Priming-Effekt“ im Boden, der die N-Nachlieferung aus dem Boden in Gang hält. Die Spätdüngung zögert zudem den Wurzelabbau im Boden hinaus.
Ertragswirkung der Spätdüngung
Die Ertragswirkung beruht auf der Förderung der Blütenfertilität (= Bekörnung je Ährchen) und des Kornwachstums (= Bildung von Speicherzellen im Korn).
Eine frühzeitige Spätdüngung zögert den Wurzelabbau hinaus, der mit dem Ährenschieben einsetzt.
Dazu muss die Versorgung mit Stickstoff ab dem Fahnenblatt-Stadium bis zur Blüte in der Pflanze angehoben werden. Durch die frühe Spätdüngung steigt vor allem die Masse der zuerst gebildeten (Außen-) Körner. Da auch zusätzliche (Mittel-) Körner ausgebildet werden, kann trotz der N-Spätgabe das TKG geringer werden.
Die Wirkung der N-Spätdüngung auf die Qualität kommt zum Tragen, wenn die Bildung der Speicherzellen abgeschlossen ist und die Eiweißeinlagerung einsetzt. Hohe Proteingehalte erfordern einen ausreichend hohen N-Vorrat
Winterweizen – Absicherung des Proteingehaltes
Über Fahnenblatt und Ähre kann der Weizen bis zu 10 kg/ha Stickstoff (= 30 l AHL) aufnehmen, damit können maximal 60 kg/ha Rohprotein produziert werden, das sind 5 % mehr Eiweißmenge im Korn bzw. ein um 0,7 % höherer Eiweißgehalt. Mehr als 10 kg N je ha auf die Ähre auf einmal zu düngen, bringt keinen Vorteil. Dagegen wirkt sich eine Mehrfach-Ährendüngung im Abstand von 4 bis 5 Tagen positiv aus.
Im Schnitt stieg der Proteingehalt im Weizen in unseren Versuchen durch die einmalige Ähren-Düngung um 0,3 bis 0,7 %. Der Anstieg des Proteingehaltes war höher, wenn die Ährendüngung erst 10 bis 14 Tage nach der Blüte erfolgte. Eine frühere Düngung wirkte sich dagegen positiv auf den Ertrag aus. Durch den Verdünnungseffekt fiel der Anstieg des Eiweißgehaltes dadurch geringer aus.
Der Zusatz von 2 kg/ha Spritz-SSA (Pulver) sichert die Proteinbildung ab, ebenso die Zumischung von 2 l/ha Wuxal P oder
