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Versorgung mit Spurenelementen
Worin äußert sich der Mangel im Getreide?
Akuter Mangel an Spurenelementen ist vergleichsweise selten. Latenter Mangel, der sich in einer verstärkten Reaktion auf Stresseinflüsse (Frost, Strahlung, Herbizideinwirkung, Trockenheit) zeigt, tritt dagegen häufiger auf:
Bormangel zeigt sich im Getreide meist erst nach der Blüte, wenn die Ährchen an der Ährenspitze nicht befruchtet werden. Das verstärkte Auftreten von Halmbasiskrankheiten (Rhizoctonia!) ist häufig mit latentem Bormangel in Verbindung zu bringen, der zu einer Schwächung des Gewebes führt.
Molybdänmangel geht überwiegend im „Säureschaden“-Komplex unter, der bei niedrigen pH-Werten durch Aluminium-Überschuss in der Gerste verursacht wird. Ein typisches Anzeichen für Molybdänmangel auf sauren Böden ist, wenn das Getreide augenscheinlich Stickstoffmangel hat, während der Nitrattest überhöhte Nitrat-Gehalte ausweist.
Kupfermangel lässt die Pflanzen, ähnlich wie der Mangel an Kalium, infolge der geringen Verholzung lasch wirken. Aufgehellte Pflanzen lassen den Verdacht auf Stickstoffmangel aufkommen. Mit Stickstoffmangel fühlen sich die Pflanzen aber steif an. Der Nitrattest zeigt auch in diesem
Versorgung mit Spurenelementen
Wozu brauchen die Pflanzen Spurenelemente?
Spurenelemente kommen „in Spuren“ von 0,5 bis 100 ppm in der Trockensubstanz der Pflanzen vor. Auf den Hektar bezogen sind es einige wenige bis mehrere hundert Gramm. Im Vergleich dazu werden Makroelemente in einer Menge von 20 bis 300 kg pro Hektar bzw. 0,2 bis 5 Prozent der Trockensubstanz benötigt. Spurenelemente sind essenzielle Bestandteile von Enzymen, Hormonen und Proteinen oder regeln wie das Bor Prozessabläufe in der Pflanze. Der Mangel von wenigen Gramm an Spurenelementen kann deshalb gravierende Auswirkungen haben. Wenn die Pflanze z.B. zu wenig Bor hat, wirkt sich das auf deren Organismus ähnlich aus, wie das Vertauschen des Plus- und Minuspols an der Batterie. Das Auto läuft nicht, auch wenn der Tank (mit Stickstoff und anderen Nährstoffen)bis zum Anschlag gefüllt ist.
Spurenelemente wirken sich
auf den Elektronenhaushalt der Pflanze (z.B. Mangan, Eisen, Bor) aus.
Bilden Zentralatome in Proteinen und Vitaminen.
Sind Bestandteile von
Kalzium (Ca) als Nährelement in der Pflanze
Die Niederschläge im Sommer und in den letzten Wochen führten vielfach zur Verlagerung von freiem Kalk aus der Krume. Verbreitet wurde dadurch die Neigung zum Verschlämmen verstärkt. Von außen ist das zu erkennen an der gegen das Licht gesehen glänzigen, oft auch silbrig glänzenden Bodenoberfläche, die durch das Aneinanderhaften der Bodenpartikel entsteht. Dagegen trägt die Ca-Brücke zwischen den Bodenpartikeln zu einer strukturierten, dadurch glanzlosen Bodenoberfläche bei.
Den Struktureffekt von Kalk können Sie testen, indem Sie (Brannt-) Kalkkörner auf dem verschlämmten Boden verteilen. Diese bewirken, dass sich Krümel bilden.
Zur Absicherung können sie den pH in den oberen 10 cm und in den 20 cm darunter untersuchen lassen. Liegt dieser unter pH 6,7 auf tonigen, unter pH 6,1 auf lehmigen bzw. unter 5,8 auf sandigen Böden, ist es angebracht bis zum Frühjahr eine Kopfkalkung zu allen Früchten vorzunehmen, um
die Bodenoberfläche zu stabilisieren,
den Ca-Bedarf der Pflanzen zu sichern,
die Umsetzung von Stickstoff
Nährstoffversorgung
Tabelle
Zink – nicht nur für die Proteinbildung notwendig
Die zu Schossbeginn gezogenen Pflanzenanalysen wiesen in den letzten Jahren mit zunehmender Tendenz eine Unterversorgung mit Zink aus. Davon betroffen sind nicht nur stark sandige Diluvialstandorte mit von Haus aus geringer Versorgung oder Standorte mit hohen pH-Werten (über 7) bzw. Standorte mit hohen P-Gehalten im Boden, sondern auch Böden mit „normalen“ Eigenschaften und bislang als ausreichend eingestuften Gehalten im Boden. Ein Grund für die Häufung von Zink- und generell von Spurenelementmangel ist sicherlich, dass in den letzten 30 Jahren durch die Ernten Spurenelemente entzogen, aber keine Spurenelemente in größeren Mengen zugeführt werden. Das Getreidekorn enthält ca. 30 mg Zn je kg bzw. 30 g je t Ertrag (LKV Sachsen, 2024). Mit 9 t/ha werden also 270g Zink abgefahren. Das hört sich nach wenig an, aber sind 8 kg/ha in 30 Jahren bzw. das entspricht etwa 2 ppm Zn im Boden. Ein „normaler“ Boden enthielt im Jahr 1990 etwa 3
Schwefel- und zugleich Kalziummangel?
In einigen Pflanzenanalysen wurde eine Unterversorgung mit Kalzium und Schwefel im Getreide ausgewiesen. Beim Nachfragen handelt es sich häufig um hellere Stellen im Schlag, die sich vom restlichen Schlag durch geringere Humusgehalte und höhere (!) pH-Werte abheben.
Ursache dürfte zum einen die Gipsbildung durch die Reaktion von CaO mit dem Sulfat aus dem SSA sein. Bei geringer Verdunstung und damit eingeschränktem Massenfluss kann dadurch auf kalkhaltigen Böden Schwefelmangel trotz ausreichend hoher S-Zufuhr auftreten, da Gips weniger wasserlöslich (2 g/l) ist als SSA (761 g/l) oder Kieserit (71 g/l).
Bei geringem Wurzelwachstum und dadurch eingeschränkten Wurzelausscheidungen, die zu einem Absenken des pH in der Rhizosphäre führen, kann auch CaO bei pH-Werten über 7 vorübergehend als CaCO3 (Ca-Karbonat) festgelegt werden. In diesem Fall heißt es Nerven zu behalten und abzuwarten, dass die Bestände nach einem warmen Regen in Gang kommen.
Um die Nerven zu beruhigen, hilft eine Blattdüngung mit 10 kg/ha SSA
Pflanzenanalysen – ein Muss im Frühjahr 2024!
Die Nässe im Herbst und Winter wirkt sich auf die Nährstoffversorgung der Pflanzen aus.
Durch die hohen Niederschlagsmengen über Winter sind auch auf schweren Standorten wasserlösliche, schwächer sorbierte Nährstoffe wie Nitrat, Schwefel, Kalzium, Magnesium in tiefere Schichten verlagert worden. Niedrige Nmin-Gehalte sind ein Hinweis, dass auch andere Nährstoffe verlagert wurden. Zudem bewirkte die Nässe eine Veränderung des Redoxpotentials und damit der Verfügbarkeit von Nährstoffen.
Pflanzenanalysen geben Auskunft über die aktuelle Versorgung der Pflanzen mit Makro- und Spurennährstoffen. Deshalb bietet es sich an, Getreide und Raps nach Beginn der Vegetation auf die aktuelle Nährstoffversorgung analysieren zu lassen.
Die Untersuchungsergebnisse liegen in gut aufgestellten Laboren nach 7 bis 9 Tagen vor. Dadurch bleibt noch Zeit, um im Bedarfsfall mit (Blatt-) Düngungsmaßnahmen reagieren zu können.
Für die Pflanzenanalysen sind 300 bis 500 g Probenmaterial (Frischmasse) notwendig. Bei der Probenahme ist darauf zu achten, dass die Blätter frei von Erdanhaftung und Staub sind. Die
Komplexe Pflanzenanalysen
Die Pflanzenanalyse gibt Aufschluss über die Verfügbarkeit und Aufnahme von Nährstoffen, insbesondere von Spurenelementen aus dem Boden. Nachdem in den letzten Jahren die Nährstoffverfügbarkeit und Nährstoffaufnahme durch Trockenheit eingeschränkt waren, ist es in diesem Jahr Nässe, die sich auf Wurzelbildung und Nährstoffaufnahme auswirkt.
Um einen guten Überblick über die Nährstoffdynamik Ihrer Böden zu erhalten, ist es hilfreich Boden- und Pflanzenanalysen von sichtbar guten und schlechten Stellen innerhalb eines Schlages zu nehmen und diese im Labor untersuchen zu lassen → Pflanzenanalysen
Wir haben mit dem Labor Rabatte für unsere Kunden ausgehandelt. Wenn Sie an der Untersuchung teilnehmen möchten, schreiben Sie auf Ihren Probenbegleitzettel „Angebot NU Agrar“. Die Untersuchung erfolgt am besten in EC 31, wenn der 1. Knoten zu erkennen ist bzw. in EC 39, wenn das letzte Blatt erschienen ist.
NEU ! Erstellung der Probenbegleitzettel erfolgt online (Eurofins EOL), ansonsten wird ein Aufpreis (19 €) in Rechnung gestellt.
Informationen zu
Wintergerste – Warum wird die Gerste gelb?
Tabelle
