Grünes Info
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Kalzium (Ca) als Nährelement in der Pflanze
Die Niederschläge im Sommer und in den letzten Wochen führten vielfach zur Verlagerung von freiem Kalk aus der Krume. Verbreitet wurde dadurch die Neigung zum Verschlämmen verstärkt. Von außen ist das zu erkennen an der gegen das Licht gesehen glänzigen, oft auch silbrig glänzenden Bodenoberfläche, die durch das Aneinanderhaften der Bodenpartikel entsteht. Dagegen trägt die Ca-Brücke zwischen den Bodenpartikeln zu einer strukturierten, dadurch glanzlosen Bodenoberfläche bei.
Den Struktureffekt von Kalk können Sie testen, indem Sie (Brannt-) Kalkkörner auf dem verschlämmten Boden verteilen. Diese bewirken, dass sich Krümel bilden.
Zur Absicherung können sie den pH in den oberen 10 cm und in den 20 cm darunter untersuchen lassen. Liegt dieser unter pH 6,7 auf tonigen, unter pH 6,1 auf lehmigen bzw. unter 5,8 auf sandigen Böden, ist es angebracht bis zum Frühjahr eine Kopfkalkung zu allen Früchten vorzunehmen, um
die Bodenoberfläche zu stabilisieren,
den Ca-Bedarf der Pflanzen zu sichern,
die Umsetzung von Stickstoff
Weizen – Fallzahlen stürzen ab
Seit 4 Wochen regnet es südlich der Donau, seit 3 Wochen im Nordosten und in den Staulagen der Mittelgebirge fast jeden Tag. In den seit 20. Juli totreifen Beständen stürzen sortenabhängig aktuell die Fallzahlen ab. Die Fallzahl ist ein Maß zur Bestimmung der Viskosität bzw. Verkleisterungsfähigkeit des Weizenmehls. Wird das totreife Getreidekorn längere Zeit abgeregnet, nimmt es Wasser auf, dadurch steigt die Aktivität der α-Amylase. Diese bewirkt eine Verzuckerung von Stärke. Gibberelline werden ausgeschüttet, die Keimruhe nimmt ab, damit steigt die Auswuchsneigung. Die verzuckerte Stärke ist weniger viskos und verbindet sich schlechter, der Teig ist weniger stabil. Im Brot bewirken Mehle mit geringer Fallzahl große Löcher statt feine Poren. Der Handel verlangt Fallzahlen von wenigstens 220 sec, in Jahren mit Fallzahlproblemen werden Partien mit 180 sec noch akzeptiert. Es ist nicht möglich, Mehle mit geringer Fallzahl durch Mehle mit hoher Fallzahl aufzumischen, da die Fallzahl nicht Gehalte widerspiegelt, sondern die Aktivität der α-Amylase. Weizensorten unterscheiden sich absolut in der Fallzahl. Sorten mit sehr hohen Fallzahlen (> 350 sec) haben eine ausgeprägte Keimruhe. Andere Sorten haben von Haus aus eine niedrige Fallzahl bzw. eine hohe α-Amylase-Aktivität. Entscheidend ist die Fallzahlstabilität: Wie lange eine Sorte abgeregnet werden kann, bevor die Fallzahl
Mais – Nässe begünstigt Erdmandelgras
Erdmandelgras ist ein Sauergras, ist anfangs mit Hirsen zu verwechseln tritt vor allem auf Standorten mit regelmäßiger Überschwemmung auf weltweit gesehen eines der am schwersten zu bekämpfenden Unkräuter Graminizide (FOP-/DIM-Mittel) haben keine Wirkung gegen das Erdmandelgras konkurrenzstark, verbreitet sich vor allem in Reihenkulturen (Mais, Zuckerrüben) hohe Vermehrungsraten, in Mitteleuropa vegetative Vermehrung durch Knollen; Samen des Erdmandelgrases bilden bei uns bislang keine Keime eine Mutterknolle legt bis zu 120 Tochterknollen an Weiterverbreitung durch Bodenabtrag (Erosion) oder Überschwemmung Knöllchen haben die Größe eines Maiskorns und werden auch durch Fahrzeuge und Maschinen auf dem Feld und von Feld zu Feld verbreitet; sie haften an Erntegut und Ernterückständen; auch Feldmäuseverschleppen die Knöllchen Verbreitung mit (Kartoffel-) Saatgut möglich Biologie Erdmandelgras ist ein problematisches Unkraut, das sich besonders unter warmen und feuchten Bedingungen stark ausbreitet. Es bildet dichte Bestände und kann Kulturpflanzen stark verdrängen. Die Bekämpfung ist schwierig, da mechanische Maßnahmen oft nicht ausreichen und
Zuckerrüben – Schnecken und Rübenerdflöhe gefährden den Bestand
Schnecken Die feuchte Witterung im vergangenen Jahr begünstigte die Vermehrung von Schnecken. Deshalb ist auch in diesem Frühjahr abgesehen von den Braunen Wegschnecken mit einem verstärkten Auftreten von Ackerschnecken zu rechnen. Vor allem in Süddeutschland sind die Böden aktuell noch feucht genug für ein massenhaftes Auftreten von Schnecken in den Sommerungen. Gefährdet sind Rüben im Keimblattstadium und kurz vor dem Auflaufen. Zur Kontrolle des Befalls legen Sie nach der Saat am besten Schneckenfolien oder mit Bier getränkte Jutesäcke aus. Unter den Säcken wird Metaldehyd-haltiges Schneckenkorn verteilt, damit die Schnecken schleimen und die Spuren zu erkennen sind. Die Schadschwelle liegt bei 2 Schnecken pro Quadratmeter, also reicht bereits eine Schnecke unter einem Jutesack für die Bekämpfung aus. Es ist ratsam, sowohl den Randbefall aber auch das Auftreten von Schnecken auf klutigen und feuchten Stellen im Schlag zu überwachen. Treten nur Braune Wegschnecken auf, reicht eine Randbehandlung. Entdecken Sie Genetzte Ackerschnecken
Wintergerste – Mehltau als Eintrittspforte für Typhula
Seit Anfang November ist verstärkt Mehltau in der Wintergerste zu beobachten. Milde Temperaturen in Kombination mit hohen Luftfeuchten begünstigten die Infektionen. Insbesondere in den früh gedrillten, dichten Wintergerstenbeständen breitete sich der Mehltau explosionsartig aus. Diese Bestände präsentieren sich bereits von weitem durch hellere bzw. gelblicher statt sattgrüner Farbe. Bei näherem Hinsehen erkennt man schnell die weißen Pusteln auf den Blättern. Regenfälle unterbrachen verbreitet in der letzten Septemberdekade die Aussaat der Wintergerste. Die erst Anfang Oktober gedrillten Bestände weisen vereinzelt Mehltau- oder auch Zwergrost-Symptome auf. Sobald die Temperaturen anhaltend unter 15 °C sinken, wird sich der Mehltau nicht weiterentwickeln. Bleibt es dagegen mild und sind noch Tage mit 15 bis 18 °C angesagt, bleibt der Mehltau aktiv. In der Regel können kräftige Wintergersten den Mehltaubefall im Herbst ohne Ertragseinbußen aushalten, da im Frühjahr neue, gesunde Blätter gebildet werden können. Auf Typhula-Standorten bilden die abgestorbenen Mehltau-Läsionen auf den Blattscheiden eine Eintrittspforte für
Nässe im Herbst bei der Düngerplanung für das Frühjahr berücksichtigen
Im Nordwesten (westlich der A7, nördlich der A4) sind die Böden verbreitet übersättigt mit Wasser. Jeder Millimeter mehr wird zu einer Verschlechterung der Ausgangslage im Frühjahr beitragen. Dort ist mit niedrigen Nmin-Werten im Frühjahr zu rechnen. Im Nordosten mit Ausnahme der Küstenstandorte und Vorgebirgslagen warten die Böden noch auf Regen. Die Bördestandorte können auch noch 60 bis 100 mm Regen bis zur Sättigung aufnehmen. Die Nmin-Werte werden sich auf den besseren Böden im normalen Bereich bewegen, auf den sandigen Böden niedriger sein, wenn es in der Folgezeit mehr als 60 mm regnen sollte. Im Süden sind die Böden mit Wasser nahezu gesättigt, in einigen Gebieten auch schon übernass. Dies zeigt sich an den Aufhellungen der Gerste in den doppelt bearbeiteten Teilbereichen. Weiterer Regen wird auch dort zu einer verstärkten Nitrat-Verlagerung führen. Niedrige Nmin-Werte in der Krume, das bedeutet auf Sandböden weniger als 10 kg/ha Nmin, auf Lehmbödenunter 20 kg/ha in
Auswirkungen der Nässe auf das Frühjahr 2025
Wassergesättigte Böden im Westen, Norden und Süden Westlich der früheren innerdeutschen Grenze, in Schleswig-Holstein und im westlichen Mecklenburg sowie südlich des Mains sind die Böden derzeit verbreitet das zweite Jahr nacheinander mit Wasser gesättigt. Durch eine ähnliche Situation im Jahre 1981/82 wurden die Böden durch die Rübenroder stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Nachwirkungen waren noch bis 1996/97 zu spüren. Ab Ende Dezember 1996 drang der Frost selbst in Westdeutschland über 1 m tief in den nassen Boden ein und beseitigte die Strukturschäden. Die Körnermais- und Zuckerrübenernte wird in diesen Gebieten noch zu einer Herausforderung. Ob danach überall Getreide gesät werden kann, ist mit einem Fragezeichen versehen. Wie wirkt sich Nässe auf den Boden aus? Wasser allein ist nichts Schlimmes. Ausreichend Bodenfeuchte ist notwendig, damit die Biologie im Boden funktioniert und Pflanzen wachsen können. Feuchtigkeit verhindert Staubbildung und Winderosion. Feuchte ist auch notwendig, damit sich die feinsten Bodenpartikel ausrichten und zu
Raps – Auch Krankheiten und Schädlinge begrenzten den Ertrag
Nässe, Frost in der Blüte und geringe Strahlung beeinträchtigten die Ertragsleistung des Rapses: Die anhaltende Nässe verhinderte schon im Herbst und Winter die Wurzelentwicklung und bewirkte später den vorzeitigen Abbau von Feinwurzeln (+ Verringerung der Cytokinin-Produktion). Je mehr Niederschläge ab Ende Mai gefallen sind, umso schlechter sind die Erträge auf mittleren bis schweren Böden. Infolge des Frostes zu Blühbeginn bzw. während der Blüte begonnen viele Rapsbestände nur langsam zu stäuben. Der Raps roch, nachdem die ersten Blüten offen waren, kaum nach Raps, ein Hinweis dafür, dass die Pollen noch nicht befruchtungsfähig waren. Davon waren vor allem die Schoten am Haupt- und an den oberen Verzweigungen betroffen. Die Schoten bildeten oft nur wenige Körner und blieben kurz. Ab Ende April bis Mitte Juni war die Einstrahlung vielerorts sehr niedrig. Eine zu schwache Einstrahlung ergibt sich durch bedecktes, strahlungsarmes Wetter. Dadurch war die Assimilat-Bildung eingeschränkt. Die Assimilation wurde für den Aufbau von
Schneckenplage zu erwarten
Vor dem massenhaften Auftreten von Schnecken warnt bereits der Rundfunk. Derzeit sind im Garten und entlang von Gräben wieder massenhaft Wegschnecken unterwegs. Die nasse Witterung begünstigte auch den Schlupf der Genetzten Ackerschnecke aus den Eigelegen in der Tiefe von mehr als 60 cm. Um den Besatz einzudämmen, sollten deshalb die Äcker bis zur Neubestellung von Raps, Getreide, aber auch von Zwischenfrüchten möglichst schwarz gehalten werden, um den Schnecken die Nahrungsgrundlage zu entziehen und Rückzugsmöglichkeiten zu verbauen.
Auf jeden Fall sollten Sie jetzt nach der Rapsernte, vor der Rapsaussaat und später auch vor der Bestellung von Getreide, die Schläge, vor allem Schlagränder entlang von Gräben, aber auch klutige Stellen im Schlag auf Schnecken kontrollieren.
Tabelle
Nässe kostete Ertrag
testsetDie Gerstenernte ist in den Frühdruschgebieten weitgehend abgeschlossen. Die Erträge liegen verbreitet weit unter den Erwartungen.
Ursache für schwache Erträge ist meist das geringe Hektolitergewicht und häufig auch zu kurze Ähren. Dass die Gerstenerträge nicht in den Himmel schießen würden, wurde schon während der Abreife deutlich:
Gute Gerste soll von grünen über gelbe Grannen abreifen. In diesem Jahr fielen oft schon im Mai die silbrigen „Flimmerähren“ auf, die darauf hindeuteten, dass Ähren aufrechtblieben und in diesen Ähren nichts „drin“ war. Das war in einigen Sorten mit frühem Ährenschieben auf die Schartigkeit infolge des Frostes zurückzuführen, meist lag die Ursache an der kranken Halmbasis (schwarze Stoppel) und an den fehlenden Feinwurzeln. Andere Bestände hatten bereits Anfang Juni braune Grannen infolge des Befalles mit Ramularia aufgrund der unterbliebenen Grannenspritzung.
Auch die ersten Rapserträge liegen unter 30 bis bestenfalls Anfang 40 dt/ha, ohne dass gravierende Fehler in der Produktionstechnik zu erkennen sind. Beim Raps wiegen die Körner weniger als im vergangenen Jahr, auch die Ölgehalte sind deutlich niedriger. Vielfach waren in den (oft langen = älteren) Schoten große und kleine Körner nebeneinander zu finden. Ursache dafür dürfte die Frostnacht vom 22. auf den 23. April gewesen sein. Dadurch wurde die Zellteilung in den gerade befruchteten Karyopsen gestört und weniger Zellen in diesen Körnern gebildet bzw. die Körner nicht weiter ausgebildet.
Auch beim Weizen zeichnet sich ab, dass hohe Ertragserwartungen vielfach nicht erfüllt werden, weil das Hektolitergewicht zu wünschen lässt.
Einige Sorten reagierten auf die Witterung in der 2./ 3. Aprildekade mit Blattaufhellungen, die durch Spritzmaßnahme sogar verstärkt wurden. Kam dann noch z.B. im KWS Donovan der Befall mit Braunrost auf den noch grünen Bereichen der Blätter hinzu, vergilbte der gesamte Blattapparat vorzeitig, so dass zur Milchreife nicht einmal mehr das Fahnenblatt intakt blieb.
Kaliumdüngung nach einem nassen Jahr
Seit letztem Sommer hat es in ganz Deutschland soviel geregnet, wie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen noch nicht.
Das Wetter der letzten Wochen war überwiegend durch eine Vb-Wetterlage gekennzeichnet, d.h. ein Mittelmeertief saugt sich wie ein Schwamm voll Wasser und regnet nördlich der Alpen ab. Nachdem sich zudem der erste Hurrikan (Beryl) in der Karibik bereits in der letzten Woche auf den Weg gemacht hat, ist in nächster Zeit eher mit durchsetztem Wetter zu rechnen. Danach könnte sich hochsommerliches, trockenes Wetter durchsetzen, dem ein ausgeprägter Altweibersommer folgen kann. Letzteres bedeutet eine längere Trockenheit im September, vielleicht noch im Oktober. Diese dürfte sich auf die Verfügbarkeit und Aufnahme von Kalium und Phosphor im Herbst auswirken.
Kaliwirkung auf sorptionsschwachen Böden
Auf sorptionsschwachen Böden wurde Kali infolge der Regenmassen zumindest aus der Krume ausgewaschen, vielfach auch aus der darunterliegenden Bodenschicht. Deshalb ist eine Ausgleichsdüngung dringend erforderlich. Auf diesen Böden kommen die Kali-Düngung nach der Saat und die K-Rücklieferung aus den Ernterückständen im Herbst noch zum Wirken. Im Herbst sollte deshalb auf stark sandigen Standorten mit hohen Winterniederschlägen nicht mehr gedüngt werden, als der Raps im Herbst an Kali aufnehmen kann. Zum Stoppelgetreide sollte wenigstens der K-Nettoentzug gedüngt werden.
K-Wirkung auf stark tonhaltigen Böden
Auf tonigen Böden ist vor allem in den Regenschattengebieten damit zu rechnen, dass für den Raps und für das Stoppelgetreide in einem trockenen Herbst nicht genug Kalium verfügbar ist, wenn die Bodengehalte an Kalium auf Böden mit mehr als 10 % Ton unter 1,0 mg K bzw. 1,2 mg K2O je Prozent Ton abgesunken sind. Deshalb sollte die K-Düngung auf diesen Standorten zu Raps und Stoppelgetreide unbedingt vor der Aussaat ausgebracht und in den Boden eingearbeitet werden. Dabei ist eine etwas tiefere Einarbeitung auf 8 bis 10 cm effektiver als den Dünger nur flach einzumischen, weil die oberen 2 bis 3 cm des Bodens auch im Herbst trockenfallen können.
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
Ackerschachtelhalm ist eine ausdauernde Sporenpflanze mit tiefgehenden und stark verzweigten Ausläufern. Er zählt zu den schwer zu bekämpfenden Problemunkräutern. Meist ist der Ackerschachtelhalm auf tonig- lehmigen, aber auch auf sandigen Standorten mit wasserführenden, verdichteten Schichten im Untergrund zu finden.
Verstärkt tritt Schachtelhalm in Sommerungen auf, wenn die Bestände im Frühjahr über längere Zeit genügend Licht bis zum Boden durchlassen. Glyphosathaltige Herbizide haben gegen den kieselsäurehaltigen Schachtelhalm („Zinnkraut“) keine Wirkung. Die oberirdischen Pflanzenteile können im Getreide mit MCPA und im Mais mit Mesotrione unterdrückt werden.
Nachhaltig ist der Schachtelhalm nur durch die Brechung der Stauwasserschicht und durch einen standortangepassten pH-Wert zu bekämpfen.
Bevor eine Lockerung durchgeführt wird, sollte erst mit dem Spaten entlang der Wurzel der Pflanze nachgegraben werden, um die Stauwasserschicht zu finden. Liegt der verdichtete Horizont tiefer als 35 cm, wird die Wirkung von Lockerungsmaßnahmen vor allem auf schluffigen-tonigen Böden eingeschränkt, wenn keine Stabilisierung durch den nachfolgenden Anbau von tiefwurzelnden Früchten (Raps, Soja, Ackerbohnen etc.) erfolgt.
Flacher liegende Störschichten treten häufig auf, wenn nach einer früher tiefen Pflugfurche in der Folgezeit nur noch flach gearbeitet wurde. In diesem Fall kann durch Lockerung unterhalb der alten Pflugsohle die Verdichtung aufgebrochen werden. In der Regel ist es notwendig, zweimal hintereinander innerhalb einer Rotation die Lockerung durchzuführen, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.
Weizen – Ährenbefall mit M. Nivale, F. culmorum und F. graminearum
…Fortsetzung aus Info 12!
Direkt-Infektionen durch F. graminearum (und F. culmorum)
Pyknidien von F. graminearum (und F. culmorum) auf Ernteresten müssen mit steigenden Temperaturen heranreifen, bevor stärkere Regenschauer mit schweren Tropfen deren Sporulation und damit direkte Infektion auslösen. Eine Sporulation von Fusarien war aufgrund der massiven Regenfälle im Süden ab 22. Mai zu erwarten. Befindet sich der Weizen zu diesem Zeitpunkt kurz vor/in der Blüte und trocknen die Ähren nicht innerhalb eines halben (bei 25 °C) bis 2 (bei 18 °C) Tagen ab, ist eine Fungizid-Behandlung in Befallslagen angesagt.
Am stärksten gefährdet sind Weizen, Triticale, aber auch Gerste mit aufrecht stehenden Grannen, wenn sich die Spelzen öffnen und die Staubbeutel gerade herausgeschoben werden. Die Fusarien-Sporen werden dann direkt in die Spelzen gespritzt und setzen sich dort fest.
Abbildung
Zikaden als Vektoren für Virosen, SBR und Stolbur
Die Nässe hat auch etwas Gutes. Zikaden mögen kein nass-kaltes Wetter. Solange Zikaden nicht vor den Füßen herspringen, besteht auch kein Handlungsbedarf. Aufgrund der hohen Beweglichkeit, der geringen Kontaktfläche mit der Pflanzenoberfläche können Zikaden mit Pyrethroiden nur schwer bekämpft werden.
Dem Flonicamid (im Teppeki) schreibt das UBA eine Wirkung gegen Zikaden zu. Das Teppeki wird aus den Leitbahnen in der Pflanze aufgenommen. Die Wirkung setzt langsam ein. Damit kann eine Übertragung erfolgt sein, bevor die Zikaden ausgeschaltet sind.
Acetamiprid (Mospilan, Carnadine) oder Cyantraniliprole (Exirel, Minecto Gold) wirken schneller als das Flonicamid, haben aber keine Zulassung in Zuckerrüben.
Eine wirksame, aber keine 100 %ige Bekämpfung von Zikaden mit Insektiziden erfordert die Kombination von Pyrethroiden mit Teppeki. Die Mischung ist allerdings als bienengefährlich eingestuft. In den Beständen dürfen keine blühenden Unkräuter vorhanden sein. Die Anwendung erfolgt am besten, wenn die Zikaden voll aktiv sind, also in den späten Nachmittags- bzw. frühen Abendstunden.
Weizen – Ährenbefall mit M. Rivale, F. culmorum und F. graminearum
Krankheitsinfektionen auf der Ähre werden durch den Zuflug von außen (z.B. Mehltau und Roste), durch direkte Infektion ausgehend vom Inokulum auf dem Boden (vorwiegend F. graminearum, auch andere Fusarien wie F. culmorum, F. poae), durch Hochspringen über die Blätter (z.B. S. nodorum, M. nivale oder F.culmorum) oder durch systemische Verteilung im Xylem der Pflanzen hervorgerufen.
Durch die Vorlage von Fungiziden im Blattbereich, insbesondere auf dem Fahnenblatt, wird die direkte Kontamination der Ähre mit Erregern, die sich in der Ligula des Fahnenblattes ansammeln, unterbunden. Von außen angehende Infektionen erfordern anhaltende Blattnässe. Ohne Regen keine Infektion. Systemisch bedingte Infektionen können nur durch sehr frühe Maßnahmen unterbunden werden. Ansonsten kann nur die horizontale Verbreitung von Pflanze zu Pflanze verhindert werden. Aus diesen Gründen ist es notwendig, die Fungizidspritzung bei einem vorhandenen Ausgangsbefall frühzeitig vorzunehmen. Das gilt vor allem für fakultative Parasiten (z.B. Fusarien, Helminthosporium- oder Septoria-Arten), die bekämpft werden müssen, bevor eine Epidemie
Getreide – Fußkrankheiten
Die seit vergangenem Herbst anhaltende Nässe begünstigte den Befall mit Halmbasiskrankheiten. Dieser behindert den Wasser-, Nährstoff- und Assimilat-Transport. Starker Befall an der Halmbasis verstärkt die Auswirkungen von Trockenheit und Hitze.
Rundum weiße Stängel nach dem Abziehen der Blattscheiden sind gesund und haben intakte Leitbahnen. Verbräunungen, die bis auf die 3. Blattscheide durchgehen, müssen genauer unter die Lupe genommen werden:
Wie weit sind die Verbräunungen bereits vorgedrungen?
Welcher Erreger (-komplex) kommt in Betracht?
Kann der Halm noch geschützt werden?
Vielfach ist an den Verbräunungen der Halmbasis nicht allein ein Erreger beteiligt, sondern oft ein ganzer Komplex. Das spielt für die Bekämpfung eine Rolle, da sich die Erreger gegenseitig in Schachhalten können. Wird beispielsweise bei einem Mischbefall aus Pseudocercosporella, Rhizoctonia und Fusarien allein Pseudocercosporella (Halmbrucherreger) als konkurrenzstarker Pilz ausgeschaltet, können sich Rhizoctonia und vor allem eher konkurrenzschwache Fusarien besser entwickeln. Deshalbist bei einem Mischbefall eine Kombination eines Wirkstoffes mit guter Wirkung
Mais – Einsatz von Herbiziden
Für die kommenden 14 Tage wird überwiegend nass-kalte Witterung vorhergesagt. Dadurch verzögert sich das Auflaufen der bereits bestellten Maisbestände. Das hat zur Folge, dass Unkräuter mit geringen Temperaturansprüchen wie Ausfallraps, Kamille, Stiefmütterchen, Ehrenpreis oder Vogelknöterich und aus tieferen Schichten keimende Unkräuter wie Windenknöterich oder Klettenlabkraut vor dem Mais auflaufen und sich bei Temperaturen unter 15 °C schneller entwickeln als der Mais. Die Unkräuter konkurrieren später mit den jungen Maispflanzen um Wasser und Nährstoffe. Die Maiswurzel versucht zudem den Unkrautwurzeln und deren Ausscheidungen auszuweichen. Dadurch wird der Wurzelraum der Einzelpflanze eingeschränkt. Die Wurzelkonkurrenz beeinträchtigt die Ertragsfähigkeit der Maispflanzen stärker als die oberirdische Konkurrenz.
Früh keimende Unkräuter mit geringem Temperaturanspruch und allelopathisch wirkenden Wurzelausscheidungen, z.B. Kreuzblütler (Senf, Hederich, Raps) oder Korbblütler (Kamille), müssen deshalb frühzeitig, spätestens bis zum beginnendem 2-Blattstadium des Maises (EC 12) bekämpft werden. Um der Spätverunkrautung zu begegnen, ist ein Herbizid-Splitting angebracht.
Herbizid-Splitting
Anwendungstermine bis zum 3-Blatt-Stadium sind für
Pflanzenanalysen – ein Muss im Frühjahr 2024!
Die Nässe im Herbst und Winter wirkt sich auf die Nährstoffversorgung der Pflanzen aus.
Durch die hohen Niederschlagsmengen über Winter sind auch auf schweren Standorten wasserlösliche, schwächer sorbierte Nährstoffe wie Nitrat, Schwefel, Kalzium, Magnesium in tiefere Schichten verlagert worden. Niedrige Nmin-Gehalte sind ein Hinweis, dass auch andere Nährstoffe verlagert wurden. Zudem bewirkte die Nässe eine Veränderung des Redoxpotentials und damit der Verfügbarkeit von Nährstoffen.
Pflanzenanalysen geben Auskunft über die aktuelle Versorgung der Pflanzen mit Makro- und Spurennährstoffen. Deshalb bietet es sich an, Getreide und Raps nach Beginn der Vegetation auf die aktuelle Nährstoffversorgung analysieren zu lassen.
Die Untersuchungsergebnisse liegen in gut aufgestellten Laboren nach 7 bis 9 Tagen vor. Dadurch bleibt noch Zeit, um im Bedarfsfall mit (Blatt-) Düngungsmaßnahmen reagieren zu können.
Für die Pflanzenanalysen sind 300 bis 500 g Probenmaterial (Frischmasse) notwendig. Bei der Probenahme ist darauf zu achten, dass die Blätter frei von Erdanhaftung und Staub sind. Die
Verschlämmte Böden – was tun?
Viele der spät bestellten Weizenschläge sind stark verschlämmt, so dass die Pflanzen oft einbetoniert sind. In diesen Fällen ist die Rollhacke die beste Lösung, mit der Sie den Boden aufbrechen können ohne zu viel Schaden anzurichten. Gute Rollstriegel schaffen auch eine Kruste von 3 bis 4 cm aufzureißen.
Möglich ist auch der Schwerstriegel oder eine Saategge. Damit werden aber auch mehr Pflanzen beschädigt. Mit dem Schwerstriegel kann nur eine dünne Kruste aufgerissen werden. In diesem Fall ist die Kombination von Walze, um die Kruste zu brechen, plus Striegel wirksamer und sogar schonender für den Bestand.
In beiden Fällen muss die Bodenoberfläche abgetrocknet sein. Der Schlepper darf nicht zu schwer sein und muss möglichst breite Reifen haben.
Bleibt es nach dem Aufbrechen der Kruste ein paar Tage trocken, ist es auf tonigen Böden sinnvoll, den Bestand zu walzen.
Durch das Aufbrechen der Kruste kommt Luft in den Boden. Damit wird der
Phosphor – Bedarf nach einem nassen Frühjahr und Winter
Phosphor ist das Nährelement, dessen Verfügbarkeit und Aufnahme am stärksten auf die Bodenstruktur und die Erwärmbarkeit des Bodens reagiert und von der Durchwurzelungsleistung der Kulturpflanze abhängt. Je schlechter diese ist, was in diesem Frühjahr häufig der Fall ist, umso geringer ist auch die potentiell aufnehmbare Phosphatmenge.
Die im Bodenwasser gelöste Phosphatmenge beträgt nur 2 kg/ha P2O5 (1.000 g P), das entspricht auch der täglichen Aufnahme eines gut bestockten Getreidebestandes unter wüchsigen Bedingungen. Um diese Aufnahme sicherzustellen, muss deshalb aus dem sogenannten labilen Pool des Bodens (zwischen 500 – 900 kg/ha P2O5 bzw. 250 – 450 kg/ha P) kontinuierlich Phosphat nachgeliefert werden. Diese Phosphate sind an den Außenbereichen von Eisen- und Aluminiumoxiden adsorbiert, an Humusteilchen und auch an Tonmineralen. Allerdings ist die Anlagerung an Tonminerale viel geringer, als dies bei Kationen (K+, Ca2+, Mg2+ usw.) der Fall ist.
Die Nachlieferung von Phosphaten aus dem labilen Pool in die Bodenlösung ist stark
Raps – Frost und Hochwasser – Wann sollte man den Raps umbrechen?
Kahlfröste bis – 15 °C und Hochwasser machen es wahrscheinlich, dass einige zigtausend Hektar Raps umgebrochen werden müssen.
Frostschaden
> Kahlfröste bis – 15 °C und Hochwasser machen es wahrscheinlich, dass einige zigtausend Hektar Raps umgebrochen werden müssen.
>
> Frostschaden
>
> Im Moment sehen die meisten Rapsbestände noch grün aus. Das wird sich nach ein paar Tagen mit höheren Temperaturen noch ändern. Nach dem Auftauen werden sich in den meisten Rapsbeständen die unteren 4 bis 6 Blätter braun verfärben. Abgestorbene Blätter bedeuten noch keine Frostschäden.
>
> Ob der Raps den Winter überstanden hat, lässt sich überprüfen, wenn die Rapswurzel der Länge nach durchgeschnitten wird: Ein grün-weißes Herz (siehe Abbildung 1) kennzeichnet eine intakte Pflanze, selbst wenn der Blattapparat gänzlich abgefroren ist. Rapspflanzen mit graubraun verfärbtem Vegetationskegel und gummiartigen Wurzeln sind erfroren und können sich nicht mehr regenerieren. Davon sind bei Temperaturen von – 15 °C meist nicht alle Rapspflanzen betroffen.
>
> Stand der Raps länger als 4 bis 5 Tage unter Wasser, wird er verfaulen, nachdem das Wasser abgelaufen ist. Sauerstoffmangel bzw. CO2-Überschuss bewirken ein
Weizen – Nässe verhindert späte Bestellung
Die Nässe der letzten Wochen hat vor allem im Nordwesten die Weizenbestellung verhindert. Auch im Süden bestehen kaum noch Chancen, dass Weizen nach spät geerntetem Mais oder späten Zuckerrüben noch gut in die Erde kommt.
Die Bestellung von Winterweizensorten erfordert, dass nach dem Anquellen des Saatgutes wenigstens 50 kühle Tage (tagsüber < 8 °C, aber > 0 °C) zusammenkommen, damit der Kältereiz (Vernalisation) gesichert ist, der für den Übergang in die generative Phase notwendig ist. Bei frühem Vegetationsbeginn, der z.B. im Rheinland schon Mitte Februar zu erwarten ist, müssen deshalb die meisten Winterweizen-Sorten bis Ende des Jahres gesät werden. Sorten mit geringem Vernalisationsanspruch (unter 30 Tagen, z.B. Ambello, Chevignon, Complice, Obiwan) können dort noch bis Mitte Januar bestellt werden, müssen aber aufgrund des schnellen Überganges dieser Sorten ins Schossen auf Endbestand (mit 450 – 650 Körner/m²) gesät werden, um die notwendige Korndichte sicherzustellen.
Alternativen zu Winterweizen, Raps und Wintergerste
Zwangsweise müssen sich aktuell ganze Landstriche mit Alternativen zu den Winterungen auseinandersetzen, nachdem die Bestellung buchstäblich ins Wasser gefallen ist und vielleicht sogar stärkere Auswinterungen zu erwarten sind. Kulturen, die die Fruchtfolge nicht ganz durcheinander bringen, aber auch Optionen, die die bisherige Fruchtfolge bereichern, bieten Alternativen.
Dinkel-Anbau 2023
Der Dinkelmarkt ist seit vorigem Jahr im Keller. Auch wenn ein Teil der diesjährigen Dinkelernte infolge von Lager und Auswuchs nicht mehr als Brotgetreide zu vermarkten ist, gibt der Ernteüberhang aus dem Vorjahr keinen Anlass zur Hoffnung, dass sich die Preise für Spelzweizen schnell wieder erholen. Wer Dinkel anbauen will, sollte vorher einen Anbauvertrag abschließen.
Die Ertragsangaben für Spelzweizen beziehen sich auf den Vesen-Ertrag. Hohe Dinkel-Erträge liegen über 90 dt/ha, um 10 bis 15 dt/ha unter Winterweizen. Die Ertragsunterschiede zum Weizen sind geringer bei später Aussaat und auf schwächeren Böden. Allerdings ist Dinkel keine Kultur für trocken-heiße Standorte. Dafür kommt er mit Nässe im Boden und schweren, nassen Böden besser zurecht als der Roggen. Auch als Stoppelgetreide kommt Dinkel in Betracht, wird aber durch Halmbasiskrankheiten (Pseudocercosporella, Rhizoctonia) stärker befallen als Winterweizen. Deshalb ist eine konsequente Bekämpfung von Halmbasiskrankheiten auf nassen Standorten im Winter und im zeitigen Frühjahr angebracht.
Nasse Ernte: Saatgut auf Triebkraft und Krankheitsbesatz untersuchen lassen!
Die schwierigen Erntebedingungen belasten die Backqualität im Hinblick auf Fallzahl und Hektolitergewicht, wie auch die Saatgutqualität (insbesondere die Triebkraft). Bestände mit beginnendem Auswuchs und starkem Befall mit Schwärzepilzen haben oft eine schwache Triebkraft. Triebkraftschwäche und geringe Keimfähigkeit korrelieren aber nicht automatisch miteinander. Saatgut mit schwacher Triebkraft kann sehr wohl gut keimfähig sein, während Saatgut mit guter Triebkraft durchaus Probleme mit der Keimfähigkeit haben kann.
Auswuchs am Getreidekorn erkennt man an den 1 bis 5 mm langen gelb-grünen Keimen, die am Ende des Korns die Fruchtschale durchbrechen und mit bloßem Auge zu erkennen sind. Von latentem Auswuchs spricht man, wenn der Keimling noch nicht sichtbar ist, jedoch die Fruchtschale des Keimlings bereits Risse hat, um aufzugehen. Ein weiteres Indiz ist eine niedrige Fallzahl im Weizen unter 150 sec.
Wenn Saatgut mit schwacher Triebkraft gesät werden muss, dann nicht unbedingt unter ungünstigen Bedingungen. Das Saatgut darf auf keinen Fall zu tief abgelegt
