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Leguminosen – Hülsenschädlinge
Mit Blühbeginn der Körnererbsen setzte der Hauptzuflug des Erbsenwicklers (Cydia nigricana) ein. Etwa zehn Tage nach dem jeweiligen Flughöhepunkt und der damit verbundenen Eiablage schlüpfen die ersten Larven. Nach dem Schlupf bohren sich die L1-Larven innerhalb weniger Stunden in die Hülsen ein und sind anschließend für Insektizide nicht mehr erreichbar. Die Larven ernähren sich zunächst vom Hülsengewebe und fressen sich anschließend in die sich entwickelnden Körner ein.
Da die Falter von Mitte Mai bis Mitte Juli aktiv sind, können mehrere Flughöhepunkte auftreten. Bei anhaltend hoher Flugaktivitätkann deshalb eine mehrmalige Behandlung von Nöten sein. Befallene Hülsen zeigen äußerlich häufig keine Symptome. Erst beim Öffnen werden die Schäden sichtbar. Die Körner werden von gelb-grünen Larven angefressen und durch Gespinste miteinander verbunden.
Charakteristisch sind gelb-braune Kotablagerungen innerhalb der Hülsen. Zusätzlich entstehen Ein- und Ausbohrlöcher, über die Feuchtigkeit eindringen kann.
Neben dem Erbsenwickler tritt regelmäßig die Erbsengallmücke (Contarinia pisi) auf. Die Eiablage erfolgt während der Knospen- und Blühphase. Die Larven entwickeln sich geschützt innerhalb der Blütenanlagen und jungen Hülsen. Befallene Hülsen bleiben häufig verkrümmt, entwickeln weniger Körner oder sterben bereits in frühen Entwicklungsstadien ab.
Die Schadwirkung wird oftmals unterschätzt, da die Larvenentwicklung weitgehend verborgen erfolgt und die Symptome mit Witterungs- oder Befruchtungsschäden verwechselt werden können.
Aktuell erfolgt in vielen Leguminosenbeständen der Larvenschlupf der Samenkäfer. In Erbsen handelt es sich überwiegend um den Erbsenkäfer (Bruchus pisorum), in Ackerbohnen um den Bohnenkäfer (Bruchus rufimanus). Die Weibchen legen ihre Eier ab Mitte Juni bis in den Juli auf die Hülsenoberfläche. Bevorzugt werden untere Hülsen und Pflanzen im Schlagrandbereich. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 8 bis 10 Tagen die Larven. Sie bohren sich unmittelbar durch die Eischale und anschließend durch die Hülsenwand in die Samen ein. Mit der Lupe oder der Vergrößerungsfunktion des Smartphones lassen sich die frisch geschlüpften Larven häufig als kleine schwarze Punkte auf den Hülsen erkennen.
Zuflug von Schmetterlingen
Nach dem Abzug der Regengebiete wird überwiegend trockene, sommerlich warme Witterung vorhergesagt: Günstige Voraussetzungen für den Zuflug und die Eiablage von Schmetterlingen, z.B. Wickler (Erbsenwickler), Motten (Rübenmotten), Zünsler (Buchsbaum-und Maiszünsler). Die Kontrolle des Zufluges der Schmetterlinge erfolgt am besten mit Klebetafeln oder Pheromonfallen.
Zuflug:
Rübenmotte: ab April/Mai bei warm-trockener Witterung (mehrere Generationen)
Erbsenwickler: Ende Mai/Anfang Juni ab Blühbeginn der Erbsen (1 Generation)
Maiszünsler: Erreichen der Wärmesumme von 300 °C über 10 ° (1-2 Generationen)
Schadschwelle:
Erbsenwickler: 10 Falter pro Tafel
Rübenmotten: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr mehr als 40 % befalleneRüben auf benachbarten Schlägen
Maiszünsler: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr über 10 % Befall im Körnermais
Für die Bekämpfung dürfen eingesetzt werden:
Lambda-Cyhalothrin (75 ml/ha Karate Zeon) gegen Erbsenwickler und Rübenmotten (beißende Insekten)
Deltamethrin (75 ml/ha Decis forte) gegen Maiszünsler
Chlorantraniliprole (125 g/ha Coragen) gegen Maiszünsler und Rübenmotten (Notfallzulassung)
Die Pyrethroide werden am effektivsten nach dem Schlüpfen der
Leguminosen – Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse rechtzeitig kontrollieren
In Sachsen-Anhalt wurde ein erster Zuflug der Grünen Erbsenblattlaus sowie der Schwarzen Bohnenlaus festgestellt. Vor diesem Hintergrund sollten die Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Blattläuse sitzen häufig versteckt an der Blattunterseite oder zwischen noch nicht voll ausgebildeten Blättern. Deshalb sollten diese Pflanzenbereiche gezielt bonitiert werden.
Schüttelmethode, um den Besatz mit Blattläuse zu ermitteln
Dazu drückt man die Nachbarpflanzen um 4 Pflanzen zur Seite, um auf den blanken Boden blicken zu können, umfasst diese 4 Pflanzen und schüttelt diese zehnmal. Dann zählt man die grünen Blattläuse, die auf den Boden gefallen sind. Sind das mehr als 10, ist eine Bekämpfung angebracht, insbesondere wenn die Übertragung von Virosen zu befürchten ist. Schwarze Bohnenläuse saugen sich so fest, dass sie kaum abgeschüttelt werden. In diesem Fall müssen die meist auf den Stängeln festgesaugten schwarzen Läuse bonitiert werden.
Mit steigenden Temperaturen kann sich die Populationsentwicklung deutlich beschleunigen. Oberhalb von 20 °C ist
Leguminosen – Gefahr durch Blattrandkäfer
Aktuell ist in den ersten Leguminosenbeständen der Zahnradfraß durch den Blattrandkäfer (Sitona spp.) zu beobachten. Mit steigenden Temperaturen ist eine Zunahme der Fraßschäden zu befürchten, der sich umso stärker auswirkt, je zögerlicher die Entwicklung der Pflanzen ist. Der Hauptschaden wird durch die Larven verursacht, die an den Knöllchenbakterien fressen. Dadurch ist die Stickstofffixierung geringer.
Die Larven im Boden können nicht mehr bekämpft werden, aber die adulten Käfer vor der Eiablage. Die Käfer sind wärmeliebend und vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden aktiv. Sie reagieren empfindlich, ziehen sich bei der geringsten Störung in Bodenrisse oder Hohlräume zurück. Für die Bekämpfung stehen Pyrethroide (z.B. Decis Forte, Cyperkill Max, Mavrik Vita, Karate Zeon) zur Verfügung. Der Wirkstoff lambda-Cyhalothrin (u.a. im Karate Zeon) hat die längste Dauerwirkung. Es ist mit 7,5 g AS/ha zugelassen.
Die CS-Formulierung sorgt für eine bessere Anlagerung auf der Blattoberfläche. Dadurch werden auch Käfer erfasst, die nach der Anwendung
Leguminosen – Schädlingsbekämpfung und Fungizideinsatz
Der Schädlingszuflug war in den Leguminosen aufgrund der vorwiegend trocken-kalten Witterung bislang gering. Örtlich musste der Blattrandkäfer bekämpft werden. Zur Monatswende Mai/Juni ist mit ansteigenden Temperaturen und damit mit dem Zuflug der ersten Erbsenwickler zu rechnen. Wenige Tage nach dem Zuflug beginnen die Weibchen mit der Eiablage auf der Unterseite der Fiederblätter, auf den Blütenblättern und zum Teil auch auf jungen Hülsen. Nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die Raupen und wandern zu den Hülsen, in die sie sich einbohren. Dort fressen sie dann an der Samenanlage. Mit Vorliebe werden dichte, üppige Erbsenbestände (Wintererbsen) von Erbsenwicklern angeflogen.
