Grünes Info
Beitragsfilter
Kalzium (Ca) als Nährelement in der Pflanze
Die Niederschläge im Sommer und in den letzten Wochen führten vielfach zur Verlagerung von freiem Kalk aus der Krume. Verbreitet wurde dadurch die Neigung zum Verschlämmen verstärkt. Von außen ist das zu erkennen an der gegen das Licht gesehen glänzigen, oft auch silbrig glänzenden Bodenoberfläche, die durch das Aneinanderhaften der Bodenpartikel entsteht. Dagegen trägt die Ca-Brücke zwischen den Bodenpartikeln zu einer strukturierten, dadurch glanzlosen Bodenoberfläche bei.
Den Struktureffekt von Kalk können Sie testen, indem Sie (Brannt-) Kalkkörner auf dem verschlämmten Boden verteilen. Diese bewirken, dass sich Krümel bilden.
Zur Absicherung können sie den pH in den oberen 10 cm und in den 20 cm darunter untersuchen lassen. Liegt dieser unter pH 6,7 auf tonigen, unter pH 6,1 auf lehmigen bzw. unter 5,8 auf sandigen Böden, ist es angebracht bis zum Frühjahr eine Kopfkalkung zu allen Früchten vorzunehmen, um
die Bodenoberfläche zu stabilisieren,
den Ca-Bedarf der Pflanzen zu sichern,
die Umsetzung von Stickstoff
Kalkung auf Ackerland
Kalken – pH-Werte vielfach stark gesunken Die hohen Niederschläge im Sommer der letzten beiden Jahre führten zur Verlagerung von Kalzium und Magnesium aus der Wurzelzone und zu einem eklatanten Absinken der pH-Werte in der Krume. In unseren Testflächen sanken die Werte bis zum Frühjahr um pH 0,5 bis 1,2. Auf tiefgründigen Böden gelangten die verlagerten Kationen zusammen mit Stickstoff und Schwefel durch das Kapillarwasser im trockenen Frühjahr wieder in die Wurzelzone, damit stieg der pH-Wert wieder an. Das war auf Böden mit geringer oder gestörter Kapillarität (z.B. sandige bzw. Schotterböden) bzw. auf Böden mit Unterbodenverdichtungen oder Störschichten, die den Aufstieg des Kapillarwassers behindern, nicht der Fall. Um sicher zu sein, dass der pH im Boden noch stimmt, ist es angebracht, kurzfristig den pH im Boden untersuchen zu lassen und im Falle deutlich zu niedriger pH-Werte eine für die kommenden Jahre vorgesehene Kalkung vorzuziehen. Damit werden die Kalkverluste ausgeglichen, die biologische Aktivität und der Nährstoffumsatz im Boden sichergestellt und Ertragseinbußen vermieden. Bedeutung des pH-Wertes Die im Boden vorkommenden Tonminerale und Humuspartikel sind als Kolloide nach außen negativ (-) geladen und wirken wie viele kleine Magneten, die positiv (+) geladene Kationen an sich ziehen. Tonminerale untereinander und Humuspartikel würden sich gegenseitig abstoßen. Der Boden hätte dann keine feste Konsistenz. Erst wenn die Bindungsstellen durch positiv-geladene Teilchen bzw. Kationen (H+, K+, Na+, NH +, Ca++, Mg++) besetzt sind, lagern die Kolloide aneinander bzw. können durch zweiwertige Kationen (Ca++, Mg++) miteinander verbunden sein („Ca- Brücken“). Durch die Ca-Brücken bekommt der Boden seine stabile Struktur. Auch Magnesium kann Kolloide verbinden, die Bindung ist allerdings aufgrund des geringeren Durchmessers des Mg-Atoms und der größeren Wasserhülle sehr instabil. Der Boden neigt zum Verschmieren, sobald er feucht wird. K+, Na+ und NH4+ sind einwertige, wie Ca++ und Mg++ basisch wirksame, pH steigernde Kationen, die aber keine Brücke bilden können und den Boden leichter verschlämmen lassen. Für eine günstige Bodenstruktur sollten deshalb die Ca++- Ionen zwischen 75 und 80 %, Mg++-Ionen zwischen 10 und 15 %, einwertige Kationen (K+, Na+, NH +) zusammen nicht mehr als 7 % der KAK (Kationen-Austausch-Kapazität) ausmachen
Raps – Aussaat 2024
Bodenbearbeitung Durch die Starkniederschläge sind die Böden z.T. stark eingeschlämmt, d.h. auch Tonteilchen wurden verlagert. Schimmern sandig-schluffige Böden mit weniger als 15 % Ton nach Regen an der Oberfläche hellgrau oder glänzen gar silbrig bzw. hat sich über der Krumensohle eine dünne Schicht mit eingeschwemmter Erde gebildet (Spaten!), ist es angebracht vor Raps zu pflügen, um verlagerte Tonteilchen wieder hochzubringen. Das gilt vor allem für Böden mit zu niedrigen pH-Werten. Die Pflugtiefe muss aber der Bodenfeuchte angepasst werden bzw. die Bearbeitung darf im feuchten Boden nicht auf volle Krumentiefe erfolgen, um im kommenden Jahr die aktuell kaum zu vermeidende Schmiersohle unter den Scharen unterfahren zu können. Um Strohmatten zu vermeiden, sollte vor dem Pflügen das Stroh mit dem Grubber (oder zur Not auch mit der Scheibenegge) am besten in 2 Schritten, um keine Brocken zu produzieren, ca. 15 cm tief eingearbeitet werden. Nach jedem Bearbeitungsgang muss rückverfestigt werden. Hinter dem
Schneckenplage zu erwarten
Vor dem massenhaften Auftreten von Schnecken warnt bereits der Rundfunk. Derzeit sind im Garten und entlang von Gräben wieder massenhaft Wegschnecken unterwegs. Die nasse Witterung begünstigte auch den Schlupf der Genetzten Ackerschnecke aus den Eigelegen in der Tiefe von mehr als 60 cm. Um den Besatz einzudämmen, sollten deshalb die Äcker bis zur Neubestellung von Raps, Getreide, aber auch von Zwischenfrüchten möglichst schwarz gehalten werden, um den Schnecken die Nahrungsgrundlage zu entziehen und Rückzugsmöglichkeiten zu verbauen.
Auf jeden Fall sollten Sie jetzt nach der Rapsernte, vor der Rapsaussaat und später auch vor der Bestellung von Getreide, die Schläge, vor allem Schlagränder entlang von Gräben, aber auch klutige Stellen im Schlag auf Schnecken kontrollieren.
Tabelle
Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)
Ackerschachtelhalm ist eine ausdauernde Sporenpflanze mit tiefgehenden und stark verzweigten Ausläufern. Er zählt zu den schwer zu bekämpfenden Problemunkräutern. Meist ist der Ackerschachtelhalm auf tonig- lehmigen, aber auch auf sandigen Standorten mit wasserführenden, verdichteten Schichten im Untergrund zu finden.
Verstärkt tritt Schachtelhalm in Sommerungen auf, wenn die Bestände im Frühjahr über längere Zeit genügend Licht bis zum Boden durchlassen. Glyphosathaltige Herbizide haben gegen den kieselsäurehaltigen Schachtelhalm („Zinnkraut“) keine Wirkung. Die oberirdischen Pflanzenteile können im Getreide mit MCPA und im Mais mit Mesotrione unterdrückt werden.
Nachhaltig ist der Schachtelhalm nur durch die Brechung der Stauwasserschicht und durch einen standortangepassten pH-Wert zu bekämpfen.
Bevor eine Lockerung durchgeführt wird, sollte erst mit dem Spaten entlang der Wurzel der Pflanze nachgegraben werden, um die Stauwasserschicht zu finden. Liegt der verdichtete Horizont tiefer als 35 cm, wird die Wirkung von Lockerungsmaßnahmen vor allem auf schluffigen-tonigen Böden eingeschränkt, wenn keine Stabilisierung durch den nachfolgenden Anbau von tiefwurzelnden Früchten (Raps, Soja, Ackerbohnen etc.) erfolgt.
Flacher liegende Störschichten treten häufig auf, wenn nach einer früher tiefen Pflugfurche in der Folgezeit nur noch flach gearbeitet wurde. In diesem Fall kann durch Lockerung unterhalb der alten Pflugsohle die Verdichtung aufgebrochen werden. In der Regel ist es notwendig, zweimal hintereinander innerhalb einer Rotation die Lockerung durchzuführen, um eine dauerhafte Wirkung zu erzielen.
Verschlämmte Böden – was tun?
Viele der spät bestellten Weizenschläge sind stark verschlämmt, so dass die Pflanzen oft einbetoniert sind. In diesen Fällen ist die Rollhacke die beste Lösung, mit der Sie den Boden aufbrechen können ohne zu viel Schaden anzurichten. Gute Rollstriegel schaffen auch eine Kruste von 3 bis 4 cm aufzureißen.
Möglich ist auch der Schwerstriegel oder eine Saategge. Damit werden aber auch mehr Pflanzen beschädigt. Mit dem Schwerstriegel kann nur eine dünne Kruste aufgerissen werden. In diesem Fall ist die Kombination von Walze, um die Kruste zu brechen, plus Striegel wirksamer und sogar schonender für den Bestand.
In beiden Fällen muss die Bodenoberfläche abgetrocknet sein. Der Schlepper darf nicht zu schwer sein und muss möglichst breite Reifen haben.
Bleibt es nach dem Aufbrechen der Kruste ein paar Tage trocken, ist es auf tonigen Böden sinnvoll, den Bestand zu walzen.
Durch das Aufbrechen der Kruste kommt Luft in den Boden. Damit wird der
Aktuelle Bodenverhältnisse bei der Düngerplanung für das Frühjahr berücksichtigen!
Die Böden im Nordwesten sind derzeit übernass. Die Landwirte an der Westküste haben vielfach noch kein Pfund Weizen gesät. Wenn nicht tiefgreifender, länger anhaltender Kahlfrost die Bodenstruktur aufbessert, müssen wir die Düngerplanung im Frühjahr 2024 auf die zu erwartenden schwierigen Bodenverhältnisse abstellen.
Nass-kalte Böden: verzögerte Bodenerwärmung im Frühjahr (vor allem im Unterboden, wenn die Böden nass bleiben)
Folge: Verspätete Aussaattermine von Frühjahrskulturen, verzögerte Mineralisation niedrige N- und S- Freisetzung, schlechte Phosphormobilisation.
Betroffen: Vor allem schwach wurzelnde Kulturen (Wintergerste, Sommergerste, Erbsen, u.U. auch Kartoffeln) ebenso wie spät und nass bestellte Wintergetreide- und Rapsbestände, Mais, wenn die Bearbeitung im nassen Boden erfolgt.
Weniger betroffen: Früh, noch unter guten Bedingungen bestellte Herbstaussaaten und Sommerungen, wenn die tiefe Bodenbearbeitung im Herbst noch unter günstigen Bedingungen erfolgte.
Raps – Kohlhernie: Ausbreitung, Vermeidung, Eindämmung
Kohlhernie („Klumpfuß-Krankheit“) wird durch den bodenbürtigen Einzeller Plasmodiophora brassicae ausgelöst. Die Dauersporen im Boden keimen angeregt durch Wurzelausscheidungen im Bodenwasser aus und setzen begeißelte Zoosporen frei, die erst die Wurzelhaare und später die Wurzelrinde befallen.
Nach 180 bis 240 °C-Tagen sind an den Wurzeln erste stecknadelgroße Ausstülpungen zu erkennen. Die später gallenförmigen Wucherungen (Tumore), die einen Durchmesser von einem bis mehreren Zentimeter erreichen können, sind symptomatisch für das Schadbild des Erregers, der deshalb auch als „Klumpfußkrankheit“ bezeichnet wird. In den Gallen werden Millionen von Dauersporen gebildet, die der Überdauerung im Boden dienen.
Durch die Tumorbildung wird die Wasser- und Nährstoffversorgung beeinträchtigt oder ganz unterbunden. Besonders drastisch wirkt sich die Krankheit auf die Rapspflanze aus, wenn die Pfahlwurzeln befallen werden.
Kohlhernie bewirkt erste Welke-Erscheinungen der Rapspflanze schon im Herbst, obwohl die Wasserversorgung sichergestellt ist. Der Befall äußerst sich oft zuerst an nassen Stellen im Schlag (z.B. in Lunken), wo sich der Erreger durch die begeißelten Zoosporen schneller fortbewegen kann.
In verseuchten Böden geht die Anzahl der Dauersporen pro Gramm (!) Boden nicht selten in die Millionen. Die Halbwertszeit dieser Sporen im Boden beträgt 4 Jahre. Dauersporen können ohne Wirtspflanzen länger als 15 Jahre im Boden überdauern. Eine Vermehrung des Erregers ist aber nur an den Wurzeln empfänglicher Wirtspflanzen möglich. Dazu zählen vor allem Kruziferen wie Raps und Kohlgewächse.
Befallsdichte und -intensität werden maßgeblich von den Umweltbedingungen mitbestimmt. Sowohl die Infektion der Wurzelhaare als auch die spätere Symptomausprägung sind temperaturabhängig und erfordern hohe Bodenfeuchte. Temperaturen über 15 °C mit hoher Bodenfeuchte (über 70 % Feldkapazität) bieten optimale Voraussetzungen für den Befall mit diesem Erreger.
Der Ertragsausfall durch Kohlhernie hängt von der Befallshäufigkeit, d.h. wie viele Pflanzen befallen sind, und von der Befallsstärke ab. Im Mittel liegen die Ertragseinbußen zwischen 40 und 70 % bis hin zu Totalausfällen.
Kohlhernie gefährdet den Rapsanbau
Mit Kohlhernie befallene Schläge haben weiter zugenommen. Diese Krankheit tritt vor allem im Norden und Nordwesten, in Schleswig-Holstein, an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, in den Staulagen der Mittelgebirge, aber auch in Südbayern auf, wo vor allem Senf als Zwischenfrucht vor Mais schon öfter angebaut wurde.
Wo bislang noch keine Kohlhernie aufgetreten ist, sollten folgende Grundregeln beim Anbau von Raps in der Fruchtfolge eingehalten werden, um Kohlhernie zu vermeiden:
Einschleppung durch verdreckte Bearbeitungsgeräte vermeiden
Drainagen müssen funktionsfähig bleiben, um Staunässe zu vermeiden
pH-Wert in Ordnung halten
Kohlensaure Kalke am besten schon zur Vorfrucht vor Raps einarbeiten
Raps nur alle 4 bis 5 Jahre anbauen
Ausfallraps zügig beseitigen, darf nicht länger als 10 bis 14 Tage stehen bleiben
Keine Kreuzblütler (Unkräuter) in anderen Kulturen im Herbst aufkommen lassen
Keine Kreuzblütler in Zwischenfrucht-Mischungen in Rapsfruchtfolgen
Nematoden-resistenten Ölrettich erst säen, wenn der Boden kälter als 15 °C ist.
Wie wird Kohlhernie verbreitet?
Der Erreger der Kohlhernie (
