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Raps und Getreide – Vektorenbekämpfung
Mit der Mais- und Rübenernte wird den Blattläusen die Nahrungsgrundlage entzogen. Geflügelte Tiere wandern deshalb infolge des erzwungenen Wirtswechsels in benachbarte Raps- und Getreidebestände ein. Raps ist derzeit sehr unterschiedlich entwickelt. Im Norden...
Raps – Insektizide gegen Rapserdfloh
In der Ernte krabbelten massenhaft Erdflöhe auf den Rapshängern herum. Kreuzblütler (wie Gartenkresse) im Garten werden durch den Rapserdfloh zusammengefressen. Mit einem hohen Erdflohdruck ist zu rechnen. Die kühlere Witterung lässt den Zuflug trächtiger Mutter-Erdflöhe ab Ende August bis in die ersten Septembertage erwarten.
Auch auf den verstärkter Zuflug von Kohlmotten oder Rübsenblattwespen ist zu achten. Diese werden mit der Spritzfolge gegen den Erdfloh miterfasst.
Raps – Schädlinge im Herbst
Die Erträge der jüngsten Rapsernte sind vielerorts unterdurchschnittlich ausgefallen. Als mögliche Ursache steht insbesondere in Regionen mit hoher Rapsanbaudichte der Rapserdfloh im Fokus. Seit dem Verbot neonicotinoider Beizen ist die Bekämpfung schwieriger geworden. Gleichzeitig können sich Pyrethroid-resistente Populationen leichter ausbreiten.
Im vergangenen Herbst waren die Zuflüge teilweise langanhaltend. Im Frühjahr wurden beim Aufschneiden einzelner Pflanzen teils mehr als zehn Larven gefunden. Entsprechend ist mit einer hohen Zahl adulter Rapserdflöhe zu rechnen. Mit den ersten Nächten unter 10 °C beginnt der Einflug in neu auflaufende Rapsbestände.
Für eine sichere Bestandesetablierung sollte Raps nicht zu spät gesät werden, damit vitale Pflanzen dem Befall besser davonwachsen können. Wird die Schadschwelle von 10 % Blattverlust durch Lochfraß überschritten, können gegen adulte Käfer Pyrethroide eingesetzt werden. Zur Bekämpfung der Larven beziehungsweise zur Verhinderung der Eiablage stehen systemische Wirkstoffe zur Verfügung. Vor dem 4-Blattstadium sollte darauf verzichtet werden, weil noch nicht genügend Blattmasse für eine optimale Wirkstoffverteilung vorhanden ist.
Kohltriebrüssler im Raps: Was eine Stängelbonitur jetzt verrät
Unbefriedigende Bestände – was steckt dahinter?
Einige Rapsbestände, v.a. Richtung Osten zeigen in diesem Jahr kein zufriedenstellendes Bild. Bei der Betrachtung einzelner Pflanzen fällt auf, dass die Anzahl der Schoten – insbesondere am Haupttrieb – deutlich geringer ausfällt als normal. Häufig sind es < 150 Schoten je Pflanze und weniger als 40 Schoten je Haupttrieb; dazu kommen zahlreiche Fehlstellen und Abschnitte ohne Schoten.
Als erste Erklärung wird häufig der Spätfrost in der Blütezeit genannt – und tatsächlich kann dieser Schäden mit diesem Erscheinungsbild verursachen. Doch eine gründliche Analyse der Pflanzen zeigt: In vielen Fällen ist Frost nicht die alleinige Ursache.
Aufschneiden lohnt sich – was im Stängel steckt
Wer den Rapsstängel der Länge nach von unten nach oben aufschneidet, findet in vielen Beständen braune Fraßgänge sowie – je nach Zeitpunkt der Bonitur – noch aktive Larven im Stängelmark. Die meisten dieser Larven besitzen eine braune Kopfkapsel und sind dem Kohltriebrüssler oder Stängelrüssler zuzuordnen.
Vereinzelt lassen sich auch
Zuflug von Schmetterlingen
Nach dem Abzug der Regengebiete wird überwiegend trockene, sommerlich warme Witterung vorhergesagt: Günstige Voraussetzungen für den Zuflug und die Eiablage von Schmetterlingen, z.B. Wickler (Erbsenwickler), Motten (Rübenmotten), Zünsler (Buchsbaum-und Maiszünsler). Die Kontrolle des Zufluges der Schmetterlinge erfolgt am besten mit Klebetafeln oder Pheromonfallen.
Zuflug:
Rübenmotte: ab April/Mai bei warm-trockener Witterung (mehrere Generationen)
Erbsenwickler: Ende Mai/Anfang Juni ab Blühbeginn der Erbsen (1 Generation)
Maiszünsler: Erreichen der Wärmesumme von 300 °C über 10 ° (1-2 Generationen)
Schadschwelle:
Erbsenwickler: 10 Falter pro Tafel
Rübenmotten: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr mehr als 40 % befalleneRüben auf benachbarten Schlägen
Maiszünsler: 10 Falter pro Tafel bzw. im Vorjahr über 10 % Befall im Körnermais
Für die Bekämpfung dürfen eingesetzt werden:
Lambda-Cyhalothrin (75 ml/ha Karate Zeon) gegen Erbsenwickler und Rübenmotten (beißende Insekten)
Deltamethrin (75 ml/ha Decis forte) gegen Maiszünsler
Chlorantraniliprole (125 g/ha Coragen) gegen Maiszünsler und Rübenmotten (Notfallzulassung)
Die Pyrethroide werden am effektivsten nach dem Schlüpfen der
Glasflügelzikaden als Vektoren von Stolbur und SBR in Zuckerrüben
SBR („Candidatus Arsenoponus phytopathogenicus“ = SBR-Proteobakterium) und Stolbur („Candidatus Phytoplasma solani“ = Stolbur-Phytoplasma) werden durch Zikaden, bei uns in Deutschland vorwiegend durch Schilfglasflügelzikaden, als Vektoren übertragen. Wirtspflanzen sind Zuckerrüben, Kartoffeln aber auch Karotten und Rote Beete. Auch im Wein wurden Stolbur-Erreger nachgewiesen, inzwischen auch im Mais.
Häufig treten beide Erreger, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, gemeinsam auf. Inzwischen sind die Zuckerrüben- und Kartoffelanbaugebiete in Südhessen, Baden-Württemberg, Franken und Südbayern stark davon betroffen. Des Weiteren auch Sachsen und Sachsen-Anhalt, dort vorwiegend in Weinbaulagen bzw. entlang von Saale und Elbe. Beunruhigend ist, dass die Erreger mittlerweile aber fast in ganz Deutschland nachgewiesen werden können.
Aufgrund der Gefährdungslage hat das BVL auf der Grundlage des Artikels 53 der EU-Pflanzenschutzmittelverordnung für 120 Tage eine Notfallzulassung für verschiedene Insektizide in Zuckerrüben und Kartoffeln erteilt.
Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist aber nur in Hotspotgebieten und Übergangsregionen nach Warndienstaufruf gestattet.
Insektizide mit Notfallzulassung gegen Glasflügelzikaden als
Leguminosen – Krankheiten und Schädlinge
Blattläuse rechtzeitig kontrollieren
In Sachsen-Anhalt wurde ein erster Zuflug der Grünen Erbsenblattlaus sowie der Schwarzen Bohnenlaus festgestellt. Vor diesem Hintergrund sollten die Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Blattläuse sitzen häufig versteckt an der Blattunterseite oder zwischen noch nicht voll ausgebildeten Blättern. Deshalb sollten diese Pflanzenbereiche gezielt bonitiert werden.
Schüttelmethode, um den Besatz mit Blattläuse zu ermitteln
Dazu drückt man die Nachbarpflanzen um 4 Pflanzen zur Seite, um auf den blanken Boden blicken zu können, umfasst diese 4 Pflanzen und schüttelt diese zehnmal. Dann zählt man die grünen Blattläuse, die auf den Boden gefallen sind. Sind das mehr als 10, ist eine Bekämpfung angebracht, insbesondere wenn die Übertragung von Virosen zu befürchten ist. Schwarze Bohnenläuse saugen sich so fest, dass sie kaum abgeschüttelt werden. In diesem Fall müssen die meist auf den Stängeln festgesaugten schwarzen Läuse bonitiert werden.
Mit steigenden Temperaturen kann sich die Populationsentwicklung deutlich beschleunigen. Oberhalb von 20 °C ist
Getreide – Schädlinge
Blattläuse
Der Schädlingsdruck hält sich im Getreide bislang in Grenzen. Vereinzelte Blattläuse sind auf dem vorletzten Blatt zu finden. Steigen die Temperaturen in der 2. Maihälfte über 20 °C, begünstigt die Feuchtigkeit in den Beständen die Vermehrung der Blattläuse.
Blattläuse sind im Bestand leichter zu finden, wenn Sie die Bestände gegen das Licht betrachten. Dann zeichnen sie sich als dunkle Punkte auf dem Blatt ab.
Die Gefahr der Übertragung des Gersten-Gelbverzwergungs-Virus (BYDV) ist aktuell gering, auch wenn immer wieder einzelne Viruspflanzen zu finden sind.
Gelegentlich zu beobachtende Symptome auf F-1 sind auf Infektionen im Frühjahr zurückzuführen.Verzwergte Pflanzen (Infektion Anfang November) sind meist nur als Einzelpflanzen zu entdecken. Infektionen, die im Fahnenblattstadium gesetzt wurden, werden ab der Milchreife sichtbar.
Die weitere Verbreitung des BYDV durch die Blattläuse wird durch das Saugverhalten der Blattläuse beeinflusst (Büttner, Humbold Uni- versität Berlin):
Nicht mit Virus belastete Blattläuse saugen bevorzugt an Pflanzen, die bereits mit dem Verzwergungsvirus belastet sind. Diese Pflanzen sind i.d.R. turgeszenter, die Blätter fühlen sich deshalb speckig an. Bereits mit dem Virus belastete Blattläuse bevorzugen dagegen nicht befallene Pflanzen und verbreiten auf diese Weise das Virus.
Zuckerrüben – Schädlingsbekämpfung
Schneckenfraß
Die Schadschwelle ist bei zwei Schnecken pro Quadratmeter erreicht. Für eine schnelle Wirkung ist Metaldehyd-haltiges Schneckenkorn dem Fe-III-Phosphat vorzuziehen.
Rübenschädlinge
In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Zusammenstellung der Bekämpfungsrichtwerte für Schädlinge in Zuckerrüben.
Tabelle
Leguminosen – Gefahr durch Blattrandkäfer
Aktuell ist in den ersten Leguminosenbeständen der Zahnradfraß durch den Blattrandkäfer (Sitona spp.) zu beobachten. Mit steigenden Temperaturen ist eine Zunahme der Fraßschäden zu befürchten, der sich umso stärker auswirkt, je zögerlicher die Entwicklung der Pflanzen ist. Der Hauptschaden wird durch die Larven verursacht, die an den Knöllchenbakterien fressen. Dadurch ist die Stickstofffixierung geringer.
Die Larven im Boden können nicht mehr bekämpft werden, aber die adulten Käfer vor der Eiablage. Die Käfer sind wärmeliebend und vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden aktiv. Sie reagieren empfindlich, ziehen sich bei der geringsten Störung in Bodenrisse oder Hohlräume zurück. Für die Bekämpfung stehen Pyrethroide (z.B. Decis Forte, Cyperkill Max, Mavrik Vita, Karate Zeon) zur Verfügung. Der Wirkstoff lambda-Cyhalothrin (u.a. im Karate Zeon) hat die längste Dauerwirkung. Es ist mit 7,5 g AS/ha zugelassen.
Die CS-Formulierung sorgt für eine bessere Anlagerung auf der Blattoberfläche. Dadurch werden auch Käfer erfasst, die nach der Anwendung
Raps – Knospenspritzung
In den Gelbschalen waren in den letzten Wochen mit Ausnahme von Südhängen nur wenige Stängelschädlinge zu finden. Die Kohltriebrüssler versteckten sich meist in den Knospen bzw. Blattachseln der Rapspflanzen. Deshalb ist eine intensive Kontrolle der Rapspflanzen dringend erforderlich. Sind in mehr als 3 von 10 Rapspflanzen Stängelschädlinge zu finden, ist es angebracht, gegen diese bis EC 51 mit Pyrethroiden vorzugehen. Vor EC 51 haben teilsystemische Wirkstoffe wie das Acetamiprid kaum Vorteile, weil kein Transport in die Knospen erfolgt, solange diese mit Blättern umhüllt sind.
Inzwischen liegen die Knospen frei, somit können Stängelschädlinge und Rapsglanzkäfer mit Acetamiprid bekämpft werden.
Mit dem Anstieg der Temperaturen über 15 °C werden wieder verstärkt Rapsglanzkäfer gefunden. Eine Gefährdung durch den Rapsglanzkäfer ist zu erwarten, wenn die Knospen noch nicht aufgeblüht sind und angefressen werden. Die Bekämpfungsschwelle für den Rapsglanzkäfer liegt bei 3 bis 5 Käfern pro Blütenstand. Diese Schwelle dürfte verbreitet am 06.04. überschritten worden
Winterraps – Schädlinge im Frühjahr bekämpfen
Tabelle
Raps – Zeit, die Gelbschale aufzustellen und zu kontrollieren!
Die aktuellen zweistelligen Temperaturen reichen noch nicht, um die Vegetation voll in Gang kommen zu lassen, können aber Insekten auf den Plan rufen. Gelbschalen gehören deshalb jetzt auf den Acker!
Um den Zuflug der Rapsstängelrüssler zu überwachen, ist es ratsam, die Gelbschalen am Rand von Vorjahresrapsschlägen aufzustellen. Ab Bodentemperaturen über 5 °C beginnen Rapsstängelrüssler zu schlüpfen. Ab 6 °C Bodentemperatur werden geschlüpfte Käfer aktiv. Kohltriebrüssler hingegen kommen aus Hecken und Waldrändern in die Rapsschläge. Daher sind zusätzliche Gelbschalen in der Nähe von Hecken und Waldrändern aufzustellen, um deren Zuflug zu kontrollieren.
Nachdem die Rapsstängelrüssler geschlüpft sind, erfolgt binnen weniger Tage die Eiablage. Die in die Rapsbestände eingeflogenen Käfer legen die Eier unterhalb des Vegetationskegels in den Spross ab. An dieser Stelle wird der Auxinstrom unterbrochen. Dadurch entstehen die für Rapsstängelrüssler charakteristischen S-förmigen Verkrümmungen, die durch Frost aufreißen können. Frostrisse und Einstichlöcher dienen als Eintrittspforten für Krankheiten.
Der Kohltriebrüssler muss dagegen erst einen Reifefraß von
Winterraps – Bekämpfung der Larven des Rapserdflohs
Der Zuflug von Rapserdflöhen scheint weitgehend abgeschlossen zu sein. In diesem Jahr flogen mehr Erdflöhe als im vergangenen Jahr ein, aber deutlich weniger im Vergleich zu 2023.
Hat der Rapsbestand den ersten Zuflug und die Fraßschäden im Keimblatt-Stadium erst einmal überstanden, entsteht der Hauptschaden durch den Minierfraß der Rapserdfloh-Larven im Stängel, in dessen Folge sich dort Krankheiten ansiedeln bzw. Rapspflanzen durch das eindringende Wasser und Frost ausfallen.
Der letzte Zuflug-Peak war verbreitet am 8. Oktober. Mit der Eiablage dieser Käfer ist bis zum 25.Oktober zu rechnen. Das Schlüpfen der Larven kann sich aber noch bis ins Frühjahr hinziehen. Die Eier werden 1 bis 2 cm tief in den gut durchlüfteten Boden neben die Rapspflanzen gelegt. Wo die oberste Bodenschicht aktuell nicht vernässt ist, haben die Eier bessere Überlebenschancen. Nässe und Bodenfrost schaden den abgelegten Eiern.
Mit Gelbschalen, die eine Oberfläche von 1/6 m² haben, wird der Zuflug auf annähernd einem Quadratmeter erfasst. Wenn wir von
Getreide – Verzwergungsvirosen
Verzwergungsvirosen werden durch Vektoren übertragen: das Gersten-Gelbverzwergungs-Virus (BYDV) vorwiegend durch die Haferblattlaus und die Große Getreideblattlaus, das Weizen-Verzwergungs-Virus (WDV) durch die Zwergzikade (Psammotettix alienus).
Obwohl sich das Auftreten von Blattläusen und Zikaden im vergangenen Jahr eher in Grenzen hielt, wurden verbreitet sowohl das Gersten- als auch das Weizenverzwergungsvirus nachgewiesen. Bei der Interpretation der Monitoring-Ergebnisse muss allerdings berücksichtigt werden, dass sich der nachgewiesene Befall i.d.R. auf Verdachtsproben bezieht und nicht auf die mit Getreide angebaute Fläche in einer Region. Aktuell hält sich der Befall im Ausfallgetreide bzw. der Getreidepflanzen im Ausfallgetreide in Grenzen:
Erste Anzeichen für Verzwergungsvirosen sind einzelne Getreidepflanzen, die von der Spitze her zu vergilben beginnen oder sich rot verfärben, später gestaucht wirken und übermäßig stark bestocken. Die Blätter fühlen sich zwischen den Fingern wie ein Gummibaumblatt (=turgeszent) an, weil der Wassertransport und die Wasserabgabe infolge des Virusbefalls gestört sind. Dadurch staut sich das Wasser in den Blättern.
Wie hoch ist das Befallsrisiko?
Daraus lässt sich schließen, dass der Anteil der mit den Virosen belasteten Zikaden bzw. Blattläuse sich im Bereich des Grundrauschens bewegt, also nicht höher als 2 bis 5 % ist.
Maiszünsler – Flughöhepunkt und Eiablage in dieser Woche zu erwarten
Erste Maiszünsler wurden im Rhein-Neckar-Gebiet seit dem 15. Juni beobachtet. Flughöhepunkt und Eiablage ist ab dem 25. Juni zu erwarten, mit dem Schlüpfen der Larven ist ab dem 2. Juli zu rechnen, auf kälteren Standorten nicht vor dem 10. Juli.
Der Flug der gelbbraunen Falter lässt sich mit Hilfe von Licht- oder Pheromon-Fallen überwachen. Am besten werden die Fallen über vorjährigen Maisschlägen aufgestellt, um den Start der Zünsler zu verfolgen, und über diesjährigen Maisschlägen, um das Landen der Zünsler festzustellen.
Tabelle
Zuckerrübe – Bekämpfung der Glasflügel-Zikaden als Vektoren für SBR und Stolbur
Die Krankheit „Syndrome Basses Richesses“ (SBR) wird durch die Bakterien-Arten „Candidatus Arsenoponus phytopathogenicus“ (SBR-Proteobakterium) und „Candidatus Phytoplasma solani“ (Stolbur-Phytoplasma) verursacht. Beide Erreger werden durch Zikaden, bei uns in Deutschland vorwiegend durch Glasflügelzikaden, als Vektoren übertragen. Wirtspflanzen sind Zuckerrüben, Kartoffeln aber auch Mohrrüben und Rote Beete. Auch im Wein wurden Stolbur-Erreger nachgewiesen, inzwischen auch im Mais. Meist treten beide Erreger, wenn auch in unterschiedlichen Anteilen, gemeinsam auf. Die Verbreitung erfolgt rasant mit der Ausbreitung der Glasflügelzikaden. Beschränkte sich der Hotspot des Befalls bis 2019 auf einzelne Gebiete in Südwestdeutschland (Rhein-Neckar-Gebiet, Pfalz), sind inzwischen die Zuckerrüben- und Kartoffelanbaugebiete in Südhessen, Franken und Südbayern davon betroffen. Einzelfälle traten auch in Sachsen und
Leguminosen – Schädlingsbekämpfung und Fungizideinsatz
Der Schädlingszuflug war in den Leguminosen aufgrund der vorwiegend trocken-kalten Witterung bislang gering. Örtlich musste der Blattrandkäfer bekämpft werden. Zur Monatswende Mai/Juni ist mit ansteigenden Temperaturen und damit mit dem Zuflug der ersten Erbsenwickler zu rechnen. Wenige Tage nach dem Zuflug beginnen die Weibchen mit der Eiablage auf der Unterseite der Fiederblätter, auf den Blütenblättern und zum Teil auch auf jungen Hülsen. Nach 1 bis 2 Wochen schlüpfen die Raupen und wandern zu den Hülsen, in die sie sich einbohren. Dort fressen sie dann an der Samenanlage. Mit Vorliebe werden dichte, üppige Erbsenbestände (Wintererbsen) von Erbsenwicklern angeflogen.
Raps – Zuflug von Schädlingen hält sich bislang meist in Grenzen
Der erste Zuflug von Stängelschädlingen erfolgte verbreitet zwischen dem 22. und 24. Februar. Dieser hielt sich aber in Grenzen, da die Bodentemperaturen selbst in den begünstigten Lagen kaum 6 °C erreichten, die für den Schlupf des Rapsstängelrüsslers notwendig sind. Angebracht war es, Insektizide gegen Rapserdflohlarven auszubringen, die sich aufgrund der Tagestemperaturen um 14 °C veranlasst fühlten, sich aus den Blattstielen auszubohren und neueinzubohren. Niedrige Bodentemperaturen regten auch in der Folgezeit Stängelschädlinge nicht zum Schlüpfen an, so dass in den Gelbschalen mit Ausnahme von Südhängen nur wenige Stängelschädlinge zu finden waren. Diese (meist Kohltriebrüssler) versteckten sich meist in den Knospen bzw. Blattachseln. Dadurch ist eine intensive Kontrolle der Rapspflanze dringend erforderlich. Wenn in mehr als 3 von 10 Rapspflanzen Stängelschädlinge zu finden sind, ist es angebracht gegen diese bis EC 51 mit Pyrethroiden vorzugehen. Vor EC 51 haben teil-systemische Wirkstoffe wie das Acetamiprid kaum Vorteile, weil kein Transport in die
Zuckerrüben – Schnecken und Rübenerdflöhe gefährden den Bestand
Schnecken Die feuchte Witterung im vergangenen Jahr begünstigte die Vermehrung von Schnecken. Deshalb ist auch in diesem Frühjahr abgesehen von den Braunen Wegschnecken mit einem verstärkten Auftreten von Ackerschnecken zu rechnen. Vor allem in Süddeutschland sind die Böden aktuell noch feucht genug für ein massenhaftes Auftreten von Schnecken in den Sommerungen. Gefährdet sind Rüben im Keimblattstadium und kurz vor dem Auflaufen. Zur Kontrolle des Befalls legen Sie nach der Saat am besten Schneckenfolien oder mit Bier getränkte Jutesäcke aus. Unter den Säcken wird Metaldehyd-haltiges Schneckenkorn verteilt, damit die Schnecken schleimen und die Spuren zu erkennen sind. Die Schadschwelle liegt bei 2 Schnecken pro Quadratmeter, also reicht bereits eine Schnecke unter einem Jutesack für die Bekämpfung aus. Es ist ratsam, sowohl den Randbefall aber auch das Auftreten von Schnecken auf klutigen und feuchten Stellen im Schlag zu überwachen. Treten nur Braune Wegschnecken auf, reicht eine Randbehandlung. Entdecken Sie Genetzte Ackerschnecken
Raps – Nachtfröste verhindern das Schlüpfen der Stängelrüssler, aber Erdflohlarven
Mit Ausnahme des Oberrheingrabens liegen die Bodentemperaturen in den oberen 5 cm des Bodens unter 3 °C. In den kommenden Tagen ist dort in dunklen, humosen Böden mit einem Anstieg auf über 5 °C zu rechnen, der allerdings für den Schlupf der Stängelrüssler nicht ausreichen wird, wenn die Temperaturen ab der kommenden Woche wieder zurückgehen werden. Mit massenhaftem Zuflug von Stängelrüsslern ist deshalb noch nicht zu rechnen. Etwas anders sieht es mit den Larven des Erdflohs aus, die durch Temperaturen über 12 °C aktiv werden, um sich aus den verkoteten Blattstielen auszubohren und darunter wieder einzubohren. In dieser Zeit ist eine Bekämpfung mit Pyrethroiden möglich, die gegen die Larven noch gut wirken. Kontrollieren Sie deshalb die Blattstiele von Rapspflanzen auf Rapserdfloh-Larven. Wenn Sie mehr als 3 Larven in schwachen Pflanzen (unter 7 mm WHD) bzw. mehr als 5 Larven in kräftigen Pflanzen mit mehr als 10 mm Wurzelhalsdurchmesser finden, ist
Raps – Schädlingsbekämpfung und Insektizideinsatz
Tabelle
Raps – Insektizideinsatz im Herbst
In diesem Herbst ist Raps-Saatgut gebeizt mit Cyantraniliprole (Lumiposa) und Flupyridafurone (Buteo Start) zu beziehen. Pyrethroide (Erdfloh, Blattläuse, Kohlmotten), Carnadine (Acetamiprid) und Teppeki (gegen Blattläuse) sind als Spritzmittel zugelassen. Eine Notfallzulassung gegen Erdfloh haben Exirel (ab EC 10) bzw. Minecto Gold (ab EC 14) mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole. Mittel mit diesem Wirkstoff dürfen nur einmal gespritzt werden. Virusrisiko durch den Anbau von TuYV-toleranten Rapssorten einschränken. Frühsaat: Beizung mit Lumiposa gegen Kohlfliegen. Spätsaat: Beizung mit Buteo Start gegen Erdfloh (Wirkung bis 2-Blattstadium). Brocken vermeiden, eventuell vor der Saat walzen, um den Erdflöhen weniger Rückzugsmöglichkeiten zu geben. Kontrolle des Erdflohbefalles (+ Kohlmotten + Rübsenblattwespen) ab dem 3. Tag nach der Saat nach 21 Uhr (Taschenlampe) vornehmen. Pyrethroide bei mehr als 10 % der Pflanzen mit Lochfraß bzw. massenhaftem Auftreten nach 20 Uhr spritzen, wenn die Erdfloh-Mütter aktiv werden. Zusatz von Haftmittel + 75 g Tebuconazol. Der Insektizidschutz durch die Pyrethroide hält 3
Zikaden als Vektoren für Virosen, SBR und Stolbur
Die Nässe hat auch etwas Gutes. Zikaden mögen kein nass-kaltes Wetter. Solange Zikaden nicht vor den Füßen herspringen, besteht auch kein Handlungsbedarf. Aufgrund der hohen Beweglichkeit, der geringen Kontaktfläche mit der Pflanzenoberfläche können Zikaden mit Pyrethroiden nur schwer bekämpft werden.
Dem Flonicamid (im Teppeki) schreibt das UBA eine Wirkung gegen Zikaden zu. Das Teppeki wird aus den Leitbahnen in der Pflanze aufgenommen. Die Wirkung setzt langsam ein. Damit kann eine Übertragung erfolgt sein, bevor die Zikaden ausgeschaltet sind.
Acetamiprid (Mospilan, Carnadine) oder Cyantraniliprole (Exirel, Minecto Gold) wirken schneller als das Flonicamid, haben aber keine Zulassung in Zuckerrüben.
Eine wirksame, aber keine 100 %ige Bekämpfung von Zikaden mit Insektiziden erfordert die Kombination von Pyrethroiden mit Teppeki. Die Mischung ist allerdings als bienengefährlich eingestuft. In den Beständen dürfen keine blühenden Unkräuter vorhanden sein. Die Anwendung erfolgt am besten, wenn die Zikaden voll aktiv sind, also in den späten Nachmittags- bzw. frühen Abendstunden.
Getreide – Virusvektoren
Autoscheiben voll mit Insekten sollten eine Warnung sein. Blattlaus-Kolonien waren schon Anfang Mai im Weizen zu finden. Durch aktuell mildere Temperaturen wird die Belastung mit Blattläusen in den nächsten Tagen steigen.
Blattläuse bevorzugen vorwiegend trockenes Wetter mit zwischendurch feuchten Abschnitten. Auf den Pflanzenblättern saugen die Läuse mit Hilfe des Saugrüssels Assimilate aus dem Phloem. Mit dem Anstich können die Insekten Viruspartikel aus mit Virus belasteten Pflanzen aufnehmen und damit gesunde Pflanzen infizieren. Das Risiko der Übertragung des Gersten-Gelb-Verzwergungs-Virus (BYDV) ist über die gesamte Vegetationszeit gegeben.
Abgesehen vom Gersten-Gelbverzwergungs-Virus sind in diesem Jahr auch Symptome des Weizen-Verzwergungsvirus (WDV) zu beobachten, das durch Zikaden übertragen wird. Als Wirtspflanzen dienen alle Getreidearten sowie Gräser, wie Weidelgräser, Rispen oder auch der Rauhafer.
Verzwergungsvirosen werden nicht mit dem Saatgut oder durch Maschinen übertragen.
Der Schaden durch Verzwergungsvirosen ist umso höher, je früher die Infektion erfolgt. Aus diesem Grund muss der Befall mit Blattläusen aktuell vor
