Grünes Info
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Zuckerrüben – Sortenempfehlung für 2024
Die regional sehr unterschiedlichen Bedingungen für den Rübenanbau erfordern auch eine angepasste Sortenwahl. Vor allem auf Standorten mit Besonderheiten wie Nematoden- Rhizoctonia- oder SBR/Stolbur-Befall muss der Sortenwahl vermehrt Bedeutung geschenkt werden. In der Tabelle werden aktuelle Sorten für die besonderen Gegebenheiten eingestuft. Neue Sorten wurden in den Wertprüfungen wenigstens drei Jahre getestet. Diese müssen ihr Potential in der Praxis aber erst noch beweisen.
Die nematodentoleranten Sorten BTS 5715, Lunella KWS und Caprianna KWS erwiesen sich in den letzten drei Jahren auch auf nematodenfreien Standorten als sehr gut. Bei starkem Cercosporabefall erfordern diese Sorten aber eine intensive Fungizidstrategie. Die Sorte Blandina KWS schnitt in der Cercospora-Toleranz unter den Nematoden-Sorten am besten ab.
Sind Nematoden auf Ihrem Standort kein Problem, ist aber eine hohe Blattgesundheit gegen Cercospora erforderlich, sind Sie mit Sorten wie BTS 2030 und Ludovica KWS gut aufgestellt.
Mais – Rückblick 2023 – Ein Jahr der Extreme
…Fortsetzung aus Info 23…
Risikomanagement Sorte
Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, wie wichtig die Anpassungsfähigkeit einer Maissorte an unterschiedlichste Umweltbedingungen ist.
Trockenheit, Hitze oder extreme Nässe konnte den Silomaissorten DKC 3218, DKC 3414, DKC 3418, DKC 4279, LG 31.245, LG 31.272, Greatful, Smartboxx, SY Liberty, SY Amfora, P 8317, P 8329, P 8888 und P 9610 auf den unterschiedlichsten Standorten weniger anhaben als anderen Sorten. Sie setzten sich nicht nur dieses Jahr in der Praxis durch, sondern überzeugten auch in den Jahren davor in Wertprüfungs- und LSV-Versuchen.
Um das Risiko im Silomaisanbau zu minimieren, bewiesen auch im Jahr 2023 kolbenbetonte Typen ihre Vorzüglichkeit. Gerade in Regionen mit angespanntem Wasserhaushalt während der Hauptwachstumsphase ist das Hauptaugenmerk auf eine sichere Einkörnung bei meist kürzerer Restpflanze zu legen.
Mais – Sortenbeschreibung
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Körnermais – Sortenempfehlungen 2024
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Zuckerrüben – Rückblick 2023 – Der Anfang vom Ende?
Ein aufregendes Zuckerrübenjahr geht zu Ende, das trotz der erfreulichen Marktsituation und vielfach auch Ernte zu sehr unterschiedlichen Reaktionen bei den Landwirten geführt haben dürfte. Während in vielen Regionen über die Erweiterung der Zuckerrübenflächen nachgedacht wird, denkt in den SBR- und Stolbur-Hotspot Gebieten ein großer Teil über den Ausstieg aus dem Rübenanbau nach.
Verspätete Aussaat
Die Zuckerrübenaussaat startete in vielen Regionen aufgrund der Nässe deutlich später als erwartet. Nur vereinzelt konnte in den begünstigten Gebieten, z.B. im Rheintal, bereits Ende Februar bzw. in den ersten Märztagen mit der Aussaat begonnen werden. Die trockenen Bedingungen ermöglichten dort eine Aussaat unter nahezu optimalen Bedingungen, was sich in den Trockenphasen im Mai und Juni als Vorteil erwies. Eine so frühe Aussaat ist in kühleren Ecken in Deutschland mit einem hohen Frostrisiko verbunden.
Mais – Rückblick 2023 – Ein Jahr der Extreme
Das zurückliegende Mais-Jahr 2023 war an Überraschungen kaum zu überbieten.
Nässe und Dauerregen machten die Aussaat zum Geduldsspiel. In vielen Regionen Deutschlands wurde der Mais sehr spät gesät. Aus Sorge, den Mais gar nicht mehr in die Erde zu bekommen bzw. aufgrund von begrenzten Gülle-Lagerkapazitäten wurde auch oft zu früh bestellt.
Starke Ertragseinbrüche verzeichneten deshalb Betriebe, die mit schwerem Gerät Gülle vor der Saat einarbeiteten.
Gerade das nasse Frühjahr zeigt uns die Bedeutung einer intakten Bodenstruktur. Die Bodenansprache mit Spaten ist dabei ein notwendiges Instrument, nicht nur im Frühjahr, um Verdichtungen und Klutenbildung zu vermeiden, aber auch um die Arbeitsschritte zu koordinieren. Aus technischer Sicht muss alles für eine möglichst bodenschonende Frühjahrsbestellung unternommen werden:
Silomais – Sortenempfehlungen 2024
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Zwischenfrüchte – Wenn es geht, Zwischenfrüchte walzen!
Vor diesem Zeitraum sind lediglich Maßnahmen ohne Eingriff in den Boden wie das Walzen zulässig. Nachdem der Schnee weggetaut ist, kann auf gefrorenem Boden gewalzt werden, ohne die Bodenstruktur zu gefährden. Durch das Walzen werden die Stängel geknickt, dadurch der Wasserstrom und die Nährstoffaufnahme unterbunden.
Walzen setzt den Abbau der Zwischenfrüchte in Gang
Der Walzgang hilft somit den Abbau der Zwischenfrüchte in Gang zu bringen und gleichzeitig gasförmige Stickstoffverluste zu reduzieren. Die in der Zwischenfrucht stehenden kleinkörnigen Leguminosen wie der Alexandriner Klee profitieren durch den besseren Lichteinfall und können über Winter weiterwachsen.
Ein gutes Arbeitsergebnis wird mit Prismenwalzen erreicht. Ziel ist die Pflanzenstängel zu brechen und die Blätter anzureißen, um durch die größere Oberfläche bzw. die kleinen Pflanzenteile die Verrottung zu fördern.
Aktuelle Bodenverhältnisse bei der Düngerplanung für das Frühjahr berücksichtigen!
Die Böden im Nordwesten sind derzeit übernass. Die Landwirte an der Westküste haben vielfach noch kein Pfund Weizen gesät. Wenn nicht tiefgreifender, länger anhaltender Kahlfrost die Bodenstruktur aufbessert, müssen wir die Düngerplanung im Frühjahr 2024 auf die zu erwartenden schwierigen Bodenverhältnisse abstellen.
Nass-kalte Böden: verzögerte Bodenerwärmung im Frühjahr (vor allem im Unterboden, wenn die Böden nass bleiben)
Folge: Verspätete Aussaattermine von Frühjahrskulturen, verzögerte Mineralisation niedrige N- und S- Freisetzung, schlechte Phosphormobilisation.
Betroffen: Vor allem schwach wurzelnde Kulturen (Wintergerste, Sommergerste, Erbsen, u.U. auch Kartoffeln) ebenso wie spät und nass bestellte Wintergetreide- und Rapsbestände, Mais, wenn die Bearbeitung im nassen Boden erfolgt.
Weniger betroffen: Früh, noch unter guten Bedingungen bestellte Herbstaussaaten und Sommerungen, wenn die tiefe Bodenbearbeitung im Herbst noch unter günstigen Bedingungen erfolgte.
Weizen – Nässe verhindert späte Bestellung
Die Nässe der letzten Wochen hat vor allem im Nordwesten die Weizenbestellung verhindert. Auch im Süden bestehen kaum noch Chancen, dass Weizen nach spät geerntetem Mais oder späten Zuckerrüben noch gut in die Erde kommt.
Die Bestellung von Winterweizensorten erfordert, dass nach dem Anquellen des Saatgutes wenigstens 50 kühle Tage (tagsüber < 8 °C, aber > 0 °C) zusammenkommen, damit der Kältereiz (Vernalisation) gesichert ist, der für den Übergang in die generative Phase notwendig ist. Bei frühem Vegetationsbeginn, der z.B. im Rheinland schon Mitte Februar zu erwarten ist, müssen deshalb die meisten Winterweizen-Sorten bis Ende des Jahres gesät werden. Sorten mit geringem Vernalisationsanspruch (unter 30 Tagen, z.B. Ambello, Chevignon, Complice, Obiwan) können dort noch bis Mitte Januar bestellt werden, müssen aber aufgrund des schnellen Überganges dieser Sorten ins Schossen auf Endbestand (mit 450 – 650 Körner/m²) gesät werden, um die notwendige Korndichte sicherzustellen.
Alternativen zu Winterweizen, Raps und Wintergerste
Zwangsweise müssen sich aktuell ganze Landstriche mit Alternativen zu den Winterungen auseinandersetzen, nachdem die Bestellung buchstäblich ins Wasser gefallen ist und vielleicht sogar stärkere Auswinterungen zu erwarten sind. Kulturen, die die Fruchtfolge nicht ganz durcheinander bringen, aber auch Optionen, die die bisherige Fruchtfolge bereichern, bieten Alternativen.
Mais – Sortenempfehlungen für den Frühbezug
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Mais – Neue Sorten für 2024
KWS Nevo (S210/K180)
Hartmaisähnliche Einfachhybride
Doppelnutzer Silomais und Körnermais
Sehr frühe Blüte bei mittlerem TKG
Durchschnittliche Standfestigkeit
Für Körnermaisgrenzlagen bzw. Betrieben mit Erntestaffelung und nachfolgender Herbstaussaat
Chelsey (S230/K210)
Dreinutzungssorte
Sehr gute Jugendentwicklung
Gute Blatt und Stängelgesundheit
Hohes TKG bei mittlerer Blüte
DKC 3323 (leider Exklusivsorte)
Dent x Flint Kreuzung
Sehr hohes Ertragspotenzial in allen Nutzungsrichtungen
Breite Standorteignung
Sehr gute Standfestigkeit und Top – Jugendentwicklung
Gute Blatt- und Stängelgesundheit
P 8317 (S 250/K 250)
spätblühender Zahnmais mit sehr hohem Ertragspotenzial
deutschlandweit sehr hohe Standortvariabilität
sehr gute Resistenzen bzgl. Stängel- und Blattkrankheiten
Raps – Ursachen für zeichnende Bestände
Die warme Witterung im September und Oktober führte vor allem in den im August gesäten Rapsbeständen zu einer sehr guten Entwicklung. Diese Bestände befinden sich bereits im 12 Blattstadium. Je nach Bestandesdichte (20 bis 40 Pflanzen) hat der Raps bis zu diesem Stadium etwa 60 bis 120 kg N aufgenommen. Oftmals ist dann der gesamte verfügbare Stickstoff aus dem Boden (Düngung, Humus, Vorfrucht) von der Pflanze aufgebraucht worden.
In Beständen, in denen Stickstoff knapp ist, fangen die Rapspflanzen an, sich von den alten Blättern beginnend gelb bis lila zu verfärben und diese Blätter abzuschmeißen. Dieses Symptom tritt als erstes auf Sandlinsen, Tonkuppen oder Stellen mit Verdichtungen oder Nässe auf, wo im Allgemeinen die N-Verfügbarkeit schlechter ist.
Des Weiteren haben befallene Pflanzen zu der oberirdischen Biomasse verglichen einen verhältnismäßig dünnen Wurzelhalsdurchmesser von 1 bis 1,5 cm.
Roggen – Hybrid-Sommerroggen – auch für den Anbau im Spätherbst
Mit KWS Allocator wurde ein Hybrid-Sommerroggen zugelassen, der im Ertrag wenigstens 15 bis
20 % über den Populations-Sommerroggensorten liegt. Aufgrund des geringen Vernalisationsbedarfes beginnt KWS Allocator beim Anbau im Spätherbst früher zu schossen und bildet mehr Masse als spät bestellte Winterhybriden. Damit bietet sich diese Sorte als Alternative für die Spätsaat nach Körnermais oder Zuckerrüben bzw. auf Standorten mit Ackerfuchsschwanz- bzw. Weidelgras-Resistenzen an.
In diesem Jahr steht nach Auskunft des Züchters ausreichend Saatgut zur Verfügung.
Raps – Hinweise zur Kerbspritzung
Der Wirkstoff Propyzamid im Kerb bzw. Milestone beeinflusst wie das Pendimethalin als Mikrotubuli-Hemmer die Zellentwicklung empfindlicher Pflanzen. Das Propyzamid ist in der HRAC-Gruppe 3, früher K1, eingestuft. Dadurch unterscheidet sich Propyzamid grundlegend von den vorwiegend im Getreide verwendeten ACCase-Hemmern (FOP-, DEN-, DIM-Mittel), ALS-Hemmern (Mesosulfuron, Pyroxsulam, Propoxycarbazone) oder Harnstoffderivaten (CTU, Metribuzin). Dadurch kann das Resistenzrisiko von Ungräsern umgangen werden.
Verhalten von Propyzamid im Boden
Das Propyzamid dringt maximal 2 cm tief in den Boden ein und wird hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen. Feuchtkalte Witterung ermöglicht die Aufnahme des Wirkstoffs, gleichzeitig ist der Abbau in den Gräsern verlangsamt. Daher ist eine Anwendung erst bei anhaltenden Bodentemperaturen unter 7 Grad Celsius ratsam (auch unter der Krume). Die Wirkung tritt nach einer Anwendung während der Vegetationsruhe erst ein, wenn die Gräser im Frühjahr wieder zu wachsen beginnen.
Körnermais – Strohmanagement und Bodenbearbeitung nach der Ernte
Soll nach der in diesem Jahr späten Körnermaisernte noch Weizen bestellt werden, bleibt nur ein enges Zeitfenster für die Zerkleinerung und Einarbeitung des Maisstrohs. Das unterschiedliche Strohaufkommen erfordert eine angepasste Intensität. Bei hohem Körnermaisertrag mit entsprechend hoher Biomasse der Restpflanze müssen bis zu 15 t Stroh pro Hektar eingearbeitet werden. Diese Zahl ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass man bei 100 dt/ha Winterweizen mit 8 t/ha Stroh kalkuliert.
Unabhängig von der Strohmenge sind gut gewartete Maispflücker notwendig, um Stroh und Stoppeln bereits bei der Ernte zu zerkleinern und aufzuspalten. Das hat den großen Vorteil, dass die Maisstängel zerkleinert werden, bevor sie überfahren werden. Platt gefahrene Maisstängel werden in anschließenden Bearbeitungsgängen mit Mulcher oder Messerwalze nicht sauber erfasst und sind aus phytosanitärer Sicht problematisch.
Weizen – Verzögerte Weizenbestellung, was jetzt berücksichtigen?
Die aktuellen Bodentemperaturen liegen zwischen 6 und 9 °C, im Rhein-Main-Gebiet noch um 11 °C und damit gegenüber dem Vorjahr um 2 °C niedriger. Unterhalb von 20 cm sind die Böden noch um 5 °C wärmer. Nordwestlich der Linie Trier – Wismar sind die Böden mit Ausnahme der Ostküste Schleswig-Holsteins und der Küste Mecklenburgs zum Großteil wassergesättigt. Auch südöstlich der Linie Ulm – Passau haben die Böden überwiegend genug Wasser. Im Bereich dazwischen ist es vom Rhein bis zur Oder bis auf Staulagen der Mittelgebirge immer noch zu trocken. Das könnte sich mit den angekündigten Niederschlägen ändern.
Deshalb ist auch mit einem stärkeren Anstieg der Bodentemperaturen nicht mehr zu rechnen, vielmehr steuern die Bodentemperaturen auf ein frühes Vegetationsende zu. Wird jetzt noch Getreide gesät, wird es voraussichtlich im 1-3-Blattstadium überwintern müssen.
Weizen – Hohe Saatmengen mit Drillmaschine + Düngerstreuer ausbringen
An die 10 % der in unserem Saatgutlabor in Liebenburg aus dem gesamten Bundesgebiet eingegangenen Saatgutproben haben eine geringe Keimfähigkeit (unter 90 %), teilweise sogar unter 70 %. Wenn die geringe Keimfähigkeit krankheitsbedingt ist, ist das Saatgut nicht zu verwenden. Steht anderes Saatgut nicht zur Verfügung, ist es nicht sinnvoll, die Saatstärke einfach zu erhöhen, weil dann die Samenkörner zu eng in der Drillreihe liegen. Eine Weizenpflanze benötigt wenigstens 2 cm Abstand zur nächsten Pflanze, um bestocken und Kronenwurzeln bilden zu können. Bei engerem Abstand ist mit verringerter Leistung der Einzelpflanzen bzw. auch mit deren Ausfall zu rechnen.
Deshalb ist es im Notfall, wenn kein anderes Saatgut zur Verfügung steht bzw. bei Spätsaaten auf eine Sommerkultur nicht ausgewichen kann, sinnvoll die Aussaatmenge zu splitten und einen Teil der vorgesehenen höheren Saatmenge mit dem Düngerstreuer in Breitsaat auszubringen und mit der Drillkombination einzuarbeiten.
Gerste – Sommergerste im Herbst anbauen
Sommergerste kann im Frühjahrsanbau Temperaturen bis – 8 °C und auch darunter aushalten. Seit einigen Jahren laufen auch in Deutschland Versuche mit dem Anbau von Sommergerste im Herbst. Im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass Temperaturen unter – 8 °C der Sommergerste im Herbstanbau stark zusetzen. Die Sorte Lexy war am wenigsten stark von Auswinterung betroffen.
Das Ziel des Herbstanbaus von Sommergerste ist:
eine bessere Ausnutzung der Winterfeuchte für die Ertragsbildung. Daraus resultiert ein stabilerer Ertragsaufbau und höhere (Vollgersten-) Erträge als beim Frühjahrsanbau, besonders bei mehrwöchiger Frühjahrstrockenheit. Im direkten Vergleich waren die Erträge des Herbstanbaus in den letzten Jahren um 8 bis 15 dt/ha höher als im Frühjahrsanbau. Auch die Proteingehalte waren in Frühjahrssaaten teilweise geringer.
Rüben – Geschädigte Zuckerrüben zuerst roden
Der Regen im Juli und im August führte nach der verhaltenen Jugendentwicklung in vielen Beständen zu ordentlichen Zuwächsen, sodass mit einer guten Rübenernte gerechnet werden darf.
Nicht so in Regionen in denen Rübenmotten, SBR und Stolbur in größerem Umfang auftraten, wodurch das Wachstum der Rüben erheblich beeinträchtigt wurde. Hier führte der Regen nicht zu den erhofften Zuwächsen, stattdessen hatte der Regen in den lichten Beständen eine massive Spätverunkrautung mit Gänsefuß, Melden und Hirsen zur Folge. Trotz ausreichender Regenmengen legten die Rüben ihre Blätter schnell flach auf den Boden und erholten sich nicht mehr. Mittlerweile sterben viele Rüben komplett ab. Besonders davon betroffen ist der Südwesten in den Landkreisen Heilbronn und Ludwigsburg.
In anderen Regionen mit gut entwickelten Rüben, tritt mittlerweile verstärkt Cercospora auf, sofern keine intensive und gezielte Fungizidstrategie gefahren wurde. Auch Hagel hat lokal den Blattapparat massiv zerstört.
Weizen – Stoppelweizensorten für unterschiedliche Standorte
Weizen nach Weizen darf in diesem Jahr noch auf einem Drittel der Ackerfläche des Betriebes stehen. Damit ist z.B. die Fruchtfolge Raps – Weizen – Weizen – Sommerung – Weizen möglich. Aufgrund des Preisabstandes zwischen Wintergerste und Winterweizen, der durch den Rückgang des Bedarfes an Futtergerste größer werden dürfte, ist der Anbau von Weizen nach Weizen immer noch in Betracht zu ziehen.
In einer Rotation mit z.B. Raps – Weizen – Sommerung (Mais, Hafer) – Weizen – Weizen steht der Stoppelweizen am besten nach dem späten Weizen nach der (später räumenden) Sommerung, weil dann mit weniger Stroh und geringerem Krankheitsdruck zu rechnen ist.
Werden als Sommerung dagegen Zuckerrüben oder Leguminosen angebaut, ist die Abfolge Raps – Weizen – Weizen – Sommerung (Rübe, Leguminosen) günstiger, weil damit der Abstand zwischen Raps und Zuckerrüben (Nematoden) bzw. Leguminosen (Sklerotinia) größer wird, und im 2. Weizen die Ackerfuchsschwanzbekämpfung mit Mesosulfuron vor der Sommerung erfolgen kann.
Getreide – Verzwergungsvirosen – Risiko nicht außer Acht lassen
Im Ausfallgetreide und in Zwischenfrüchten mit Rauhafereinsaat bzw. Getreidedurchwuchs sind die ersten Anzeichen für Verzwergungsvirosen zu finden: Einzelpflanzen, die von der Spitze her zu vergilben beginnen oder sich rot verfärben, später gestaucht wirken und übermäßig stark bestocken. Die Blätter fühlen sich zwischen den Fingern wie ein Gummibaumblatt (= turgeszent) an. Infolge des Virusbefalls sind der Wassertransport und die Wasserabgabe gestört. Dadurch staut sich das Wasser in den Blättern.
Verzwergungsvirosen werden durch Insekten als Vektoren übertragen: das Gersten-Gelbverzwergungs-Virus (BYDV) vorwiegend durch die Haferblattlaus und die Große Getreideblattlaus, das Weizen-Verzwergungs-Virus (WDV) durch die Zwergzikade (Psammotettix alienus). An Art und Weise des Auftretens der Symptome im Feld lässt sich unterscheiden, welcher Überträger in Betracht kommt:
Das Blattlaus-Virus (Gerstenverzwergungsvirus) beginnt an Einzelpflanzen, die sich später zu Befallsnestern wie (kreis-) runde Elefantentritte ausweiten.
Getreide – Bekämpfung von Blattläusen, Zikaden, Laufkäfern und Fritfliegen
Blattläuse werden in frühen Entwicklungsstadien des Getreides durch Pyrethroide (z.B. Decis forte, Karate Zeon, Mavrik Vita (Nützling schonend), Nexide, Sumicidin) noch erfasst. Pyrethroide wirken nicht mehr gegen die Grüne Pfirsichblattlaus.
Pyrethroide sind reine Kontaktmittel und können deshalb durch direkte Kontamination der Schaderreger mit dem Wirkstoff auf den getroffenen Organen eine Wirkung entfalten. Auf der Blattunterseite versteckt sitzende Blattläuse werden durch Pyrethroide nicht erfasst.
Die Wirkungsdauer der Pyrethroide (4-6 Tage) wird vor allem bei hoher UV-Strahlung um 3 bis 4 Tage durch die Zugabe von Additiven mit Haftwirkung (z. B. Adhäsit, Bond, Designer) und bessere Einbettung der Wirkstoffe in die Wachsschicht verlängert.
Pirimor Granulat (Pirimicarb), das durch die Dampfphase auch versteckt sitzende Blattläuse ausräumte, ist nicht mehr zugelassen, Pirimor G mit verschärften Auflagen erst ab EC 39.
Weizen – Kurzinformation über neue Sorten 2023 (Auswahl)
Exsal
2023 ertragsstärkste E-Sorte, auch in Trockengebieten
Protein für sicheres A-Niveau, hohe, sehr stabile Fallzahl,
normal schossender, mittelspät reifer KOMP-KZÄ-Typ
begrannt, ausreichend winterhart, standfest
resistent gegen Weizengallmücke
ausgesprochen gesund mit Ausnahme von DTR
weniger anfällig für Halmbruch, S. tritici, Mehltau, Netzflecken, Ramularia
wenig anfällig für Mehltau, Roste und F. ssp.
für mittlere bis späte Saattermine
für extensiven Pflanzenschutzeinsatz
geeignet als (Körner-) Mais- und Stoppelweizen
Absolut (lG Pflanzenzucht)
mittelertragreiche, frühe A-Sorte
hoher Proteingehalt (hoher Proteinertrag), mittelhohe, stabile Fallzahl
früh schossender EÄE-Typ,
ausreichend standfest
anfälliger für Halmbasiskrankheiten, DTR und Fusarien
weniger anfällig für S. tritici
wenig anfällig für Roste und vor allem für Mehltau
für mittlere Saattermin nach Blattfrüchten
