Grünes Info
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Notfallzulassung Fundatis – Bodenherbizid gegen Ungräser in Weizen und Gerste
Die FMC hat eine Notfallzulassung für Fundatis (200 g/l Bixlozone + 125 g/l Beflubutamid) erhalten. Mit dem Bixlozone wird die Lücke durch den Wegfall des Flufenacet nicht geschlossen, aber wenigstens ein zusätzlicher...
Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst (Fortsetzung aus Info 19/2026)
Bodenherbizide gegen Gräser im Getreide Bis Herbst 2026 dürfen Flufenacet-haltige Herbizide noch aufgebraucht werden. Das Cinmethylin (im Luxinum) hat eine Notfallzulassung im Winterweizen erhalten. Andere Alternativen zur...
Wintergetreide – Herbizidanwendung im Herbst
Addition von Wirkstoffen Werden Wirkstoffe mit unterschiedlicher Wirkungsweise zusammen oder in Spritzfolge ausgebracht, wird die Wirkung des 2. Wirkstoffes nicht zur Wirkung des 1. addiert, sondern bezieht sich auf die Wirkung der verbliebenen Unkräuter: Beispiel:...
Wintergetreide – Übersicht Herbizide zur Herbstanwendung
Notfallzulassung Luximo gegen Ackerfuchsschwanz im Winterweizen
Der Wirkstoff Cinmethylin (enthalten in Luxinum) hat zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in Winterweizen eine Notfallzulassung vom 01.09. bis 29.12.2026 für 400.000 ha erhalten. Im Rahmen der Notfallzulassung ist eine...
Raps – Einsatz von Graminiziden
Ausfallgetreide und Unkrautsamen sind infolge der Trockenheit verbreitet kaum aufgelaufen. Mit dem verstärkten Keimen ist nach den Niederschlägen in den nächsten Tagen zu rechnen.
Um zu vermeiden, dass der frisch gesäte Raps im Ausfallgetreide unterdrückt wird, ist es angeraten, dieses spätestens im 3- bis 4-Blattstadium mit Graminiziden herauszuspritzen. Für die Wirkung der FOP-Mittel sind wenigstens 60 %, besser 70 % relative Luftfeuchte nötig. Bei geringerer Luftfeuchte können sie die Wachsschicht und Kutikula schlecht durchdringen. Die Formulierung der Mittel erleichtern das Eindringen.
Inzwischen ist eine Unzahl von Nachbauprodukten auf dem Markt, deren Formulierung vielfach zu wünschen übrig lässt. Aus diesem Grund beschränken wir unsere Empfehlungen auf Standard-Produkte, über die uns keine nachteiligen Erfahrungen vorliegen.
Raps – Chemische Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz und Weidelgras
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Ackerfuchsschwanz – Ackerbaumaßnahmen und Auswirkungen hoher Temperaturen
Die Bekämpfung von Ungräsern beginnt mit den Ackerbaumaßnahmen direkt nach der Ernte. Deren Bedeutung steigt, wenn keine ausreichend wirksamen Herbizide zur Verfügung stehen. Um diese Maßnahmen effektiv einzusetzen, ist es notwendig, sich mit der Entwicklung des Ackerfuchsschwanzes auseinander zu setzen.
Woher kommt der Ackerfuchsschwanz?
Der Großteil der Ackerfuchsschwanzpflanzen in einem Bestand entstammt den Samen, die in der Vorfrucht gebildet wurden (ca. 80 %) bzw. ist aus der Samenbank im Boden aufgelaufen (10 – 20 %).
Die Haupteintragung von resistenten Ackerfuchsschwanzpopulationen erfolgt durch die Verschleppung mit Erntemaschinen (Mähdrescher, besonders auch überregional eingesetzte Ballenpressen). Deshalb treten Resistenzen gegenüber Wirkstoffgruppen auf, die im eigenen Betrieb nie appliziert wurden. Auch die Verschleppung mit anhaftender Erde an Bodenbearbeitungsgeräten und Drillmaschinen spielt eine Rolle. Die Verbreitung mit dem Wind ist beim Ackerfuchsschwanz dagegen zu vernachlässigen.
Die Bekämpfung des Ackerfuchsschwanzes muss somit schlag- bzw. feldblockspezifisch erfolgen.
Ungrasfreie Bestände beginnen nach dem Mähdrusch
Bekämpfung von Wurzelunkräutern auf der Stoppel
Die Ernte ist in diesem Jahr schneller gekommen, als erwartet. Dadurch bleibt mehr Zeit für dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen auf der Stoppel.
Wurzelunkräuter wie Acker- und Zaunwinde, Ackerkratzdisteln, Ackerschachtelhalm, Landwasserknöterich, aber auch Quecken, haben in den letzten Jahren wieder stark zugenommen. Ursache dafür ist die kurze Zeitspanne zwischen Ernte und Neubestellung, auch durch den Anbau von Zwischenfrüchten, und vor allem die reduzierte Bodenbearbeitung.
Durch die frühe Ernte bleibt in diesem Jahr mehr Zeit für einen mehrmaligen, schrittweise tiefer greifenden Grubbereeinsatz, um die Rhizome aus dem Boden zu reißen, damit sie an der Oberfläche vertrocknen. Oft fehlen dafür aber Zeit und Geräte. Zudem wird häufig die Bekämpfungswirkung durch nachfolgenden Regen eingeschränkt, der die Rhizome wieder austreiben lässt.
Zudem kollidiert die frühe tiefe Bearbeitung mit der Notwendigkeit, den Ackerfuchsschwanz nicht tiefer einzuarbeiten, damit er nicht in die „ewige“ Keimruhe fällt.
Deshalb kommt in vielen Fällen nur die chemische Bekämpfung auf der Stoppel in Betracht. Zur Auswahl stehen für die Stoppelbehandlung das Glyphosat sowie Wuchsstoffe (2,4 D) bzw. synthetische Wuchsstoffe (Fluroxypyr im Starane XL), die
Einsatz von Glyphosat zur Bekämpfung von Problem-Ungräsern und -Unkräutern
Ein wesentlicher Einsatzbereich von Glyphosat liegt in der Bekämpfung von schwer zu bekämpfenden oder gar herbizidresistenten Gräsern und Unkräutern wie Quecke, Disteln, Ampfer, Landwasserknöterich oder auch Kartoffeldurchwuchs auf der Stoppel bzw. vor der Saat bzw. vor dem Auflaufen. Ziel ist die konsequente Reduktion der Verunkrautung außerhalb der Kultur, um den Selektionsdruck durch Herbizide im stehenden Bestand zu reduzieren.
Wirkmechanismus und Möglichkeiten zur Wirkungsverbesserung
Das Glyphosat wird in der grünen Pflanze vollsystemisch wie die Assimilate im Phloem verteilt und in wachsendes Gewebe, Wurzelausläufer und Speichergewebe (Rhizome, Knollen) transportiert.
Durch die rein mechanische Bekämpfung werden Rhizome zerschnitten. Das kann zu einer stärkeren vegetativen Vermehrung führen. Glyphosat hingegen kann bei ausreichender Blattmasse und aktiver Assimilation bis in Rhizome, Wurzelausläufer oder Regenerationsknospen gelangen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichend große assimilierende Blattfläche sowie ein aktiver Stoffwechsel der Unkräuter.
Rhizome der Quecke, Wurzelausläufer von Disteln oder Regenerationsknospen der Ackerwinde werden nur dann sicher erfasst, wenn ausreichend Wirkstoff in diese Pflanzenteile verlagert wird. Zur Bekämpfung von Acker- und Zaunwinde reicht die Solowirkung von Glyphosat nicht aus. Notwendig ist die Ergänzung durch den Wuchsstoff 2,4 D. Schachtelhalm wird durch das Glyphosat nicht vollständig erfasst.
Einsatz von Glyphosat
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Zuckerrüben – Versiegelung und Bekämpfung von Problemunkräutern
Versiegelung (NAV)
Die Versiegelung mit Metamitron ist notwendig, um die Spätverunkrautung mit Gänsefuß, Melden, Franzosenkraut, Nachtschatten oder Amarant zu verhindern.
In Summe aller Spritzungen werden in der Spritzfolge in Abhängigkeit von Bodenart und Bodenfeuchte insgesamt 2.500 bis 3.500 g/ha Metamitron eingesetzt. Je schwerer und je trockener ein Boden, desto höher muss die Metamitron-Menge für die Versiegelung gewählt werden.
Mit dem Metamitron kann bei der Versiegelung auch der zweite Teil der Spectrum-Menge ausgebracht werden, falls mit spät auflaufenden Hirsen zu rechnen ist. Im letzten Jahr fanden die Versiegelungsmaßnahmen meist unter trockenen Bedingungen statt. Das Spectrum unterstützte aufgrund seiner hohen Wasserlöslichkeit unter trockenen Bedingungen auch die Wirkung gegen Melden.
Zusätzlich sind 100 g/ha EFS sinnvoll, wenn Bingelkraut, Amarant oder Klettenlabkraut auftreten und in der NAK3 die EFS-Menge aufgrund des Zusatzes von Spectrum reduziert werden musste.
Bilden Raps und Knöteriche nach wie vor ein Problem, müssen zusätzlich 0,25 l/ha Venzar (Summe: 1,0 l/ha
Clentiga in Erbsen
Trockenheit und Kälte verhinderten den frühen Auflauf von Unkräuter in den Leguminosen, schränkten aber auch die Wirkung der Bodenherbizide gegen die auflaufenden Unkräuter ein.
Mit den Niederschlägen des vorvergangenen Wochenendes ist mit dem verstärkten Auflaufen der bislang noch nicht gekeimten Unkräuter zu rechnen. Die im Vorauflauf gespritzten Herbizide werden das nicht verhindern können. Das gilt vor allem für tiefer keimende Arten wie Klettenlabkraut, Windenknöterich oder später auflaufende Melden. Mit einem verstärkten Auftreten ist deshalb in den Leguminosen zu rechnen.
Wirkstoffe zur Nachauflaufanwendung sind in Leguminosen (Ackerbohnen, Körnererbsen) nicht zugelassen. In begründeten Einzelfällen besteht jedoch die Möglichkeit, über das zuständige Pflanzenschutzamt eine Genehmigung nach § 22 Abs. 2 des Pflanzenschutzgesetzes zu beantragen. Das ermöglicht den Einsatz eines zugelassenen Pflanzenschutzmittels außerhalb der festgelegten Anwendungsgebiete. Genehmigt wird in den meisten Fällen die Anwendung mit Clearfield-Clentiga. Die maximal zulässige Aufwandmenge beträgt 1,0 l/ha, wobei aus Verträglichkeitsgründen die Splitting-Anwendung mit 2 x 0,5 l/ha im Keimen der ersten Unkrautwelle und wenn die am weitesten entwickelten Unkräuter das Laubblattstadium erreicht haben, zu empfehlen ist. Das im Clentiga enthaltene Imazamox ist in anderen Ländern (u.a. in Österreich) unter dem Namen Pulsar zugelassen und wirkt
Zuckerrübenherbizide im Nachauflauf (NAK 2 und NAK 3)
Die NAK 2 sollte in der Regel 240 °C Tage nach der Saat bzw. 90 °C Tage nach der NAK1 erfolgen. In normalen Jahren entspricht das einem Spritzabstand von etwa 7 bis maximal 12 Tagen. Durch die Kälte vor Ostern und Mitte April können es nach früher Rübenaussaat in diesem Jahr in einzelnen Regionen auch 14 Tage werden.
Für die Bekämpfung von Melden ab dem 4-Blattstadium reichen noch 250 bis 300 g/ha PMP. Gegen Windenknöterich über das Spitzblatt hinaus sind bereits 350 g/ha PMP + 0,2 l/ha Venzar nötig.
In der NAK 3 kann dann je nach Bedingungen auf 400 g PMP + 0,25 l/ha Venzar erhöht werden. Bei noch größerem Windenknöterich muss ab der NAK 2 die Zumischung von 30 g Clopyralid eingeplant werden. Dann sollten aus Verträglichkeitsgründen 0,5 – 1,0 l/ha Mn-Chelat und 0,3 l/ha pH-neutrales Bor dazu gemischt werden, um den Wirkstoffabbau in der Rübe zu **beschleunigen.**
Mais – Übersicht Herbizide
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Mais – Herbizide
Im Mais treten neben den klassischen, wärmeliebenden Frühjahrskeimern wie Gänsefuß-, Melden-, Knöterich-, Amarant-Arten, Franzosenkraut sowie Schwarzem Nachtschatten vermehrt auch früher auflaufende Arten wie Klette, Stiefmütterchen, Hirtentäschel und Storchschnabel auf.
Unter den Ungräsern findet man Hühnerhirse, zunehmend auch Borsten- und Fingerhirse. Gleichzeitig ist ein stärkerer Besatz mit Ackerfuchsschwanz (AFU) und Weidelgräsern zu beobachten, was die Anforderungen an das Fruchtfolge- und Herbizidmanagement erhöht.
Für die Planung der Mais-Herbizidstrategie spielt das Unkrautspektrum aber auch die Zulassung zentraler Wirkstoffe wie Terbuthylazin (TBA NG 362), Nicosulfuron (NG 327) und Isoxaflutole (NG 368) eine Rolle.
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Getreide – Gräserbehandlung zu Vegetationsbeginn
Ackerfuchsschwanz sollte auf Problemflächen bekämpft werden, sobald die Temperaturen tagsüber über 8 °C ansteigen. Mesosulfuron-, Iodosulfuron- und Propoxycarbazone-haltige Mittel dürfen aber auf drainierten Schlägen erst ab dem 16. März gespritzt werden. Einzig Altivate darf als reines Mesosulfuron- Produkt vor dem 16. März gespritzt werden.
Sulfonylharnstoffe (ALS-Hemmer) wirken gut, wenn der Ackerfuchsschwanz noch klein, die Luftfeuchtigkeit hoch und die Wachsschicht der Blätter aufgequollen und gut durchlässig ist. Nachtfröste bis – 3 °C beeinträchtigen in dieser Phase die Unkrautwirkung nicht, erschweren den Getreidepflanzen jedoch den Abbau der Wirkstoffe. Gut entwickelte und ausreichend mit Spurenelementen (als Bestandteile der Enzyme für den Herbizidabbau) versorgte Pflanzen erholen sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Vorsicht ist in frostgeschädigten Beständen geboten. Diese müssen vor der Behandlung mindestens ein neu gebildetes Blatt als Indiz für einen intakten Vegetationskegel aufweisen.
Ursachen für das verstärkte Auftreten von Trespen sind nicht wendende, minimale Bodenbearbeitung, langes Tolerieren des Anfangsbefalls, zu spätes Erkennen und Bekämpfung, nachdem keimfähige Samen bereits ausgefallen sind.
Getreide – Übersicht Gräserherbizide zur Frühjahrsanwendung 2026
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Sommerungen – Anbau im Jahr 2026
Die zunehmende Herbizidresistenz von Ackerfuchsschwanz und Weidelgras zwingt uns, uns mit Sommerungen auseinander zu setzen, um den Ackerfuchsschwanzbesatz zu vermindern. In diesem Jahr kommt hinzu, dass die Winterweizen-Bestellung nicht überall möglich war. Ob noch Wintergetreide umgebrochen werden muss, ist aktuell nicht abzusehen.
Mais
Mais bietet sich als eine Alternative an, allerdings kommt der Anbau von Körnermais nur dann in Betracht, wenn ab Anfang Mai bis Ende September (erster Nachtfrost) wenigstens 1.600 °C-Tage (Basis > 6 °C) erreicht werden. Silomais erfordert 1.450 °C-Tage. In diesem Fall muss die Verwertung vor dem Anbau geklärt werden (Fütterung, Biogasanlage). Ackerfuchsschwanz kann im Mais vor der Saat bis zum Auflaufen mechanisch oder mit Glyphosat und im Nachauflauf mit den stärksten ALS-Hemmern (Foramsulfuron, Nicosulfuron) bekämpft werden. Auch das Tembotrione (Laudis) hat eine Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz.
Leguminosen + Sonnenblumen
In Leguminosen wie Ackerbohnen und Körnererbsen, auch in Sonnenblumen kann gegen AFU und Weidelgräser mit Aclonifen
Winterraps – Gräserbekämpfung
Die Temperaturen sollen in den nächsten 2 Wochen zwar zurückgehen, werden sich aber zumindest im Westen noch über der Wachstumsgrenze bewegen. Damit bleibt es dort für die Kerb-Spritzung zu warm. Ackerfuchsschwanz- oder Weidelgraspflanzen im 4-Blattstadium können bis zur Kerb-Spritzung noch voll bestocken. Voll bestockter Ackerfuchsschwanz mit tiefreichenden Wurzeln wird durch das Propyzamid im Kerb flo oder Milestone nicht vollständig erfasst. Für die Spritzung von Kerb ist es derzeit noch zu früh.
Konnte der Ackerfuchsschwanz bis Anfang November 4 oder gar mehr Blätter bilden, kann er mit DIM-Mitteln rausgespritzt werden. Auf Standorten mit FOP-resistentem Ackerfuchsschwanz wirkten 0,5 l/ha Select 240 (+ 0,5 l/ha Radiamix) besser als 2,25 l/ha Focus Ultra (+ Dash).
Die Wirkung der DIM-Mittel gegen Ausfallgetreide und Trespen ist aber schlechter als die Wirkung der FOP-Mittel.
Die im Raps zugelassenen FOP-Mittel (Agil, Fusilade Max oder Paranex, Targa Super u.a.) wirken nicht mehr gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgräser, aber meist noch gut gegen Trespen und
Wintergetreide – Einsatz von Bodenherbiziden bei Frost
Die aktuell feuchten Bodenbedingungen bieten derzeit gute Voraussetzungen für die Spritzung von Bodenherbiziden im Wintergetreide. Allerdings muss im Osten und im Südosten mit Nachtfrösten gerechnet werden, die die Kulturverträglichkeit der Herbizide einschränken.
Flufenacet, Pendimethalin oder Chlortoluron können im frühen Nachauflauf auch bei vorausgegangenem und/oder angekündigtem leichten Frost (bis -4 °C) gespritzt werden.
Auf den Zusatz von Prosulfocarb zur Unterstützung der Gräser-Wirkung sollte man bei Temperaturen um den Gefrierpunkt verzichten. Auch das flumioxazinhaltige Sumimax darf nur bei frostfreier Folgewitterung gespritzt werden.
Carotinoid-Synthese-Hemmer Diflufenican (z.B. Diflanil, Herold, Carmina, Trinity), Beflubutamid (Beflex) oder Picolinafen (Pontos, Quirinus) können auch bei leichtem Nachtfrost bis -2 °C eingesetzt werden.
Ebenfalls wirkungssicher und kulturverträglich ist die Anwendung von ALS-Hemmern ohne Safener wie Tribenuron (Trimmer), Florasulam (Saracen), Metsulfuron (Alliance) bis -4 °C.
ALS-Hemmer mit Mefenpyr als Safener (Atlantis) sollten dagegen nicht gespritzt werden, wenn nach der Spritzung mit Nachtfrösten zu rechnen ist.
ACCase-Hemmer mit Cloquintocet als Safener (Axial, Traxos) können auch vor Nachtfrösten bis -5 °C ausgebracht werden. Dadurch steigt sogar die Wirkungssicherheit gegen Weidelgras und Ackerfuchsschwanz. Die Tagestemperaturen sollten nach Frostnächten wieder die
Winterraps – Ackerfuchsschwanz-Bekämpfung
Ackerfuchsschwanz- und Weidelgraspflanzen, die aktuell bereits 4 Blätter gebildet haben, werden bis zur Kerb-Spritzung noch bestocken können. Bestockter Ackerfuchsschwanz, auch Weidelgras wird durch Kerb flo nicht mehr sicher erfasst. Für die Spritzung von Kerb ist es jetzt aber noch zu früh bzw. zu warm.
Ackerfuchsschwanz mit 4 und mehr Blättern muss mit DIM-Mitteln rausgespritzt werden. Auf Standorten mit FOP-resistentem Ackerfuchsschwanz ist Select 240 (Clethodim) wirkungssicherer als Focus Ultra. Focus Ultra schnitt dagegen auf Versuchsstandorten in Hessen gegen Weidelgräser besser ab. Beide DIM-Mittel sollten aber aus Gründen der Verträglichkeit nicht mehr gespritzt werden, wenn Nachtfrost angesagt ist, vor allem nicht in Kombination mit Azolen (Tebuconazol, Metconazol, Paclobutrazol).
FOP-Mittel (Agil, Fusilade Max, Gallant oder Panarex, Targa Super) wirken nicht mehr ausreichend gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras, sind aber gegen Ausfallgetreide und Trespen die Mittel der Wahl.
DIM-Mittel wirken gegen Ausfallgetreide und Trespen schlechter. Die Kombination von DIM- und FOP-Mittel ist möglich. DIM-Mittel (Clethodim) müssen in voller Aufwandmenge gespritzt werden, FOP-Mittel können auf 50 % (Ausnahme Agil S) reduziert werden.
Winterraps – Bei Frostrisiko Graminizide nicht mit Azolen mischen
Aus Gründen der Verträglichkeit sollen Graminizide mit metconazol-, paclobutrazol- oder tebuconazolhaltigen Wachstumsreglern (Carax, Folicur, Horizon, Orius, Tilmor, Toprex) nicht gemischt werden, wenn die Temperaturen unmittelbar nach der Spritzung auf bzw. unter den Gefrierpunkt absinken können.
FOP-Mittel (z.B. Agil, Gallant, Fusilade, Panarex, Targa Super)
DIM-Mittel (Focus Ultra, Select 240)
Kerb flo (Propyzamid) oder Milestone (Propyzamid + Aminopyralid)
Im Zweifel immer erst Gräsermittel und 4 – 6 Tage später Wachstumsregler spritzen!
Wintergetreide – Herbizide zur Herbstanwendung
Bodenherbizide gegen Gräser im Getreide
Der Wegfall des Flufenacet (FFA) ist beschlossene Sache. Bis Herbst 2026 dürfen Flufenacet-haltige Herbizide noch aufgebraucht werden. Ob danach das Cinmethylin (enthalten im Luximo) zur Verfügung steht, ist unklar. Die Alternativen zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz & Co. bestehen aus Wirkstoffen, die schon vor dem Flufenacet zur Verfügung standen, z.B. CTU, Pendimethalin, Prosulfocarb. Das damals verbreitet eingesetzte IPU darf inzwischen in der EU nicht mehr verwendet werden.
Sollte das Luximo keine rechtzeitige Zulassung erhalten, müssen wir die zur Verfügung stehenden Wirkstoffe effektiv einsetzen. Dazu müssen wir uns mit deren Eigenschaften auseinandersetzen.
Die Wirkung eines Bodenherbizides hängt zum einen ab
von der Wirksamkeit des Wirkstoffes gegen das betroffene Unkraut,
vom Verhalten des Wirkstoffes im Boden,
von der Aufnahme und der Verteilung des Wirkstoffes in der Pflanze,
vom Abbau des Wirkstoffes im Boden und in der Pflanze.
Das Verhalten eines Wirkstoffes im Boden wird gekennzeichnet
durch die Wasserlöslichkeit (g bzw. mg Wirkstoff je l Wasser)
Je höher die Wasserlöslichkeit, umso besser verteilt sich der Wirkstoff im Boden. Im Vergleich zum
Raps – Herbizide zur Herbstanwendung
Tabelle
