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Getreide – Beizung
Latitude und Latitude XL
Das Silthiofam im Latitude beziehungsweise Latitude XL ist ein Spezialwirkstoff gegen Schwarzbeinigkeit. Es kommt nicht als Ersatz für eine Brand-, Fusarium- oder Schneeschimmelbeize in Betracht. Der Wirkstoff Silthiofam vermindert den Befall mit Schwarzbeinigkeit an der Wurzel und begünstigt die Wurzelneubildung beziehungsweise Wurzellebensdauer.
Der Einsatz von Silthofam ist vor allem im Weizen beziehungsweise Triticale in engen Getreidefolgen, vor allem im Weizen nach Weizen, bei früher Saat, warmer Herbstwitterung, hohem Anteil an Ausfallgetreide, Queckenbesatz sowie auf Böden mit schlechter Durchwurzelbarkeit interessant. Auch sandige Standorte, schwere tonige Böden und zeitweise staunasse Flächen können das Risiko des Befalls mit Schwarzbeinigkeit erhöhen.
Die Spezialbeize ändert nichts an den pflanzenbaulichen Grundsätzen: Späte Saat, Unterbrechung enger Getreidefolgen, Beseitigung der grünen Brücke (Bekämpfung von Quecken) und eine gute Bodenstruktur bleiben die wichtigsten Maßnahmen gegen Schwarzbeinigkeit. Ohne erkennbares Befallsrisiko ist der Einsatz von Silthiofam pflanzenbaulich schwer zu begründen.
Unterscheidung von Septoria tritici und M. nivale (Schneeschimmel)
Der Regen der letzten Wochen begünstigte einerseits Septoria, aber auch den Schneeschimmel, die nicht unterschätzt werden dürfen. Erste Blattsymptome, die an Septoria erinnern, jedoch keine schwarzen Dauerkörper enthalten, zeigen sich bereits in einigen Regionen Westdeutschlands und sind auch in Mitteldeutschland zu erwarten. Wichtig ist es jetzt, die Krankheit richtig zu identifizieren (siehe Tabelle und Bilder). Häufig treten Mischinfektionen mit Septoria auf. Bei bereits vorhandenen Symptomen ist derzeit die Kombination Prothioconazol + Fenpicoxamid (Univoq) am stärksten.
Weizen – Krankheitsdruck und Ährenbehandlung
Die ersten zweieinhalb Maiwochen waren verbreitet durch kühles, regnerisches Wetter gekennzeichnet. Dadurch profitierten Erreger wie Gelbrost, M. nivale und S. tritici. In milderen Lagen sind auch frische Mehltaupusteln zu finden. Durch Wind und Regen wurde die Ausbringung von Fungiziden (und Wachstumsreglern) im Fahnenblatt-Stadium erschwert. Dadurch sind Befallssymptome in vielen Beständen auf F-2, gelegentlich auch auf F-1 zu finden.
Infektionen auf dem Fahnenblatt konnten durch Fungizidmaßnahmen unterbunden werden.
Die Niederschläge ließen mit Beginn dieser Woche nach. Für die 3. Maidekade wird überwiegend trockenes Wetter mit Temperaturen zwischen 23 und 28 °C vorhergesagt. Damit dürfte das Infektionsrisiko mit S. tritici, M. nivale und Gelbrost nachlassen.
Mehltaubefall ab Pfingsten zu erwarten
Wenn allerdings 2 Tage lang starker Tau bis in die Mittagsstunden in den Beständen auftritt, ist bei den angekündigten Temperaturen über 20 °C ab dem Freitag vor Pfingsten in anfälligen Sorten mit Mehltau und auch mit Braunrost zu rechnen, wenn keine Fungizidspritzung im Fahnenblatt erfolgt ist. Besonders hoch ist das Risiko in Beständen mit Altmehltau bzw. Herbstbefall mit Braunrost.
Braunrost und Mehltau können auch von außen, sogar über weite Strecken mit dem Wind verbreitet werden und zu Neuinfektionen führen.
Bekämpfung von Fusarien
Geringe Inokulumdichte von F. graminearum
Die Maisstoppeln waren im Herbst des vergangenen Jahres wenig mit F. graminearum belastet. Die anhaltende Trockenheit über Winter und vor allem im März/April verhinderten zudem die Bildung von Perithecien bzw. Ascosporen. Daran änderte sich auch in den letzten 14 Tagen infolge der nass-kalten Witterung wenig. In den nächsten 14 Tagen wird überwiegend trockenes Wetter angekündigt, so dass das Fusarienrisiko für die früh blühenden Weizenbestände gering ist.
Das kann sich für den später (ab 30.05.) blühenden Weizen ändern, wenn Regen, hohe Luftfeuchte undTemperaturen über 17 °C zusammentreffen, da auch eine geringe Sporendichte ausreicht, damit die kritischen DON-Gehalte überschritten werden.
Die Sporulation erfordert Feuchte und Temperaturen über 17 °C. Mit sehr hohen Temperaturen (über 30 °C) nimmt die Sporulation wieder stark ab. Sie können mit der Nase feststellen, wann und wo Fusarien sporulieren: Wenn nach einem Regenschauer der Geruch eines alten Kartoffelkellers in der Luft liegt, ist
Getreide – Fahnenblatt- und Grannenspritzung 2026
Mit verstärktem Aufkommen von Pilzkrankheiten ist zu rechnen
Durch die Niederschläge um den 1. Mai wurden die Voraussetzungen für eine epidemische Ausbreitung von Krankheiten wie S. tritici, Gelbrost und Mehltau, aber auch von Netzflecken und Rhynchosporium geschaffen.
Aufgrund der derzeitigen Wetterkonstellation ist mit einem massiven Auftreten dieser Krankheiten, vor allem von Mehltau, Gelbrost, S. tritici im Weizen gegen Ende der ersten Maiwoche zu rechnen, bevor in den meisten Beständen das Fahnenblatt erschienen ist. Damit ist eine Fungizidspritzung vor dem Fahnenblattschieben sinnvoll. Unter Umständen muss innerhalb von 14 bis 18 Tagen zweimal behandelt werden.
In der Gerste wurden meist zwischen dem 24. und 28.04. Fungizidbehandlungen durchgeführt, deren Wirkung bis zum 06. bis 10. Mai anhalten dürfte. Ab dem 08.05. bis zum 12.05. ist die Grannenspritzung sinnvoll.
Wie wirken die Fungizide in der Pflanze?
Die Hauptlast der Pilzbekämpfung tragen Azole. Diese haben nur eine Wirkung auf den direkt getroffenen Blättern. Neuzuwachsende Blätter
Wintergerste – Ramularia
Tabelle
Wintergetreide – Krankheitssituation im Frühjahr 2026
Die Getreidebestände sind in diesem Frühjahr mit wenigen Ausnahmen – z.B. früh aufgelaufene Bestände nach Winterraps mit Getreidedurchwuchs – wenig krank. Gelbrost-Nester sind bislang nur vereinzelt (im Nord-Westen) zu finden. Auch Halmbasis-Verbräunungen sind (fast) nur an zu tief abgelegten Pflanzen zu finden, die bis Ende Oktober aufgelaufen waren. Gelegentlicher Befall mit Schneeschimmel ist vorwiegend im Roggen nach Roggen zu finden. Häufig zu beobachten ist dagegen (Alt-) Mehltau auf Blättern, die bis Mitte Oktober gebildet waren, immer wieder auch Septoria tritici-Infektionen auf unteren Blättern im frühen Weizen und Triticale.
Für die kommenden 14 Tage ist in ganz Deutschland mildes, trockenes Wetter mit örtlichen Schauern vorhergesagt. Allerdings kann Tau eine bis in den späten Vormittag hinein anhaltende Blattnässe verursachen, die den Befall mit Mehltau in Beständen mit vorhandenem Altmehltau begünstigt. Das gilt auch für Braunrost, vornehmlich in Roggen.
Wann Blattkrankheiten bekämpfen?
Zusatzbeitrag Fungizide im Wintergetreide
Tabelle
Getreide – Übersicht Fungizide 2026
Tabelle
Raps und Getreide – Das müssen Sie zu Entwicklung und Krankheiten wissen
Der bis Anfang Oktober aufgelaufene Weizen konnte bis Ende November am Hauptrieb noch 5 bis 6 Blätter bzw. 3 bis 5 Triebe je Pflanze bilden (600 bis 1.000 Triebe je m²). Doppelringstadium ab dem 05.03. Stärker entwickelte Bestände sind nur selten anzutreffen. Der nach dem 10. Oktober aufgelaufene Weizen begann nur entlang der Rhein-Main-Schiene und im Weser-Ems-Gebiet noch im Herbst zu bestocken.
Ein Großteil der Weizenbestände hat nur 3 bis 4 Blätter je Pflanze bzw. beginnt gerade zu bestocken. Mit dem Doppelringstadium ist in diesen Beständen nicht vor dem 15.03. zu rechnen. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Startgabe mit harnstoffhaltigem Dünger bzw. die Startgabe mit KAS angesagt, um die Cytokinin-Konzentration in den Pflanzen anzuheben und die Bestockung und Ährenanlage zu fördern.
Die Andüngung mit nitrathaltigen N-Düngern ist zu empfehlen, wenn in der Krume (30 cm) weniger als 15 kg/ha Nmin in sandigen bis 30 kg/ha Nmin in schweren Böden
Wintergerste – Gelbmosaikvirus und Gelbverzwergungsvirus
Das Gelbmosaikvirus der Gerste (BMV bzw. GMV) wird durch den bodenbürtigen Parasit Polymyxa graminis übertragen. Die Symptome treten verstärkt unter nasskalten Verhältnissen auf, die das Wurzelwachstum behindern: aufgehellte Strichel in den Blattadern, die sich später dunkel verfärben, späteres Vergilben und Absterben der Blätter, verminderter Wuchs. Die meisten der heute angebauten Wintergerstensorten sind resistent gegen das Gelbmosaikvirus Typ 1 (BMV1). Verbreitet im Westen und Norden, inzwischen aber auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen hat sich das Gelbmosaikvirus Typ 2 (BMV2) etabliert, das auch BMV1-resistente Sorten befallen kann. Aktuelle Sorten mit BMV1 + 2-Resistenz sind u.a. Julia, Avantasia, SU Hetti oder die schon ältere SU Midnight und die neu zugelassene KWS Chilis.
Das Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley Yellow Dwarf Virus = BYDV) wird von Blattläusen übertragen. Im Gegensatz zum BMV hat das BYDV mehrere Wirtspflanzen wie Getreidearten, auch Hafer, Mais, Weidelgräser und andere Gräser. Befall und Verbreitung des Virus erfolgen vorwiegend im Herbst. Symptome eines Gerstenverzwergungsvirus (BYDV)-Befalls sind gleichfalls strichelförmige Aufhellungen der Blätter in den Blattadern, auffällige Verzwergung des Haupttriebes und verstärkte Bestockung infolge der eingeschränkten apikalen Dominanz, Vergilbung und spätere Nekrotisierung der Pflanzen bis hin zum Pflanzenausfall. Der Befall tritt meist nesterweise auf (aufgehellte bis gelbe „Elefantentritte“). Das Virus selbst kann nicht bekämpft werden. Wichtigste Gegenmaßnahmen bilden spätere Aussaat und die Spritzung von Insektiziden gegen Blattläuse
Weizen und Roggen – Braunrost
Bislang wurden Braunrostpusteln nur vereinzelt gefunden. Mit dem Anstieg der Temperaturen tagsüber auf über 20 bis 28 °C und nachts um 15 °C sowie begünstigt durch mehrere Stunden bis in die Mittagsstunden hinein anhaltenden Blattnässe wurden in der 1. Juniwoche günstige Voraussetzungen für Braunrost-Infektionen geschaffen, speziell dort, wo die Trockenheit im April und Mais den Einsatz von Fungiziden bislang nicht nötig erschienen ließ. Die Bekämpfung mit Fungiziden ist nur bis EC 69 zulässig und muss deshalb umgehend erfolgen. Die Bekämpfungsschwelle liegt in braunrostanfälligen Sorten bei 5 %, in weniger anfälligen Sorten bei 10 % mit Rost befallener Blätter. Spätreife Sorten, deren Kornbildung noch nicht so weit vorangeschritten ist, leiden stärker unter dem Befall mit Braunrost. Ertragsminderung durch späten Braunrostbefall Das Risiko von Ertragsminderungen im Weizen durch den Braunrost können Sie abschätzen: 10 Tage nach der Blüte haben die Karyopsen ca. 20 % ihres Samengewichtes erreicht. In der Folgezeit müssen noch 80 % gebildet werden. Etwa 25 bis 30 % davon werden durch die Spelzen assimiliert, 10 % durch das oberste Halmstück (= Pedunkel), 25 % durch das Fahnenblatt, 15 % durch F-1 und 10 % durch F-2. Wenn 50 % des Blattes mit Pusteln übersät sind, ist noch mit 50 % Assimilationsleistung zu rechnen. In diesem Fall kostet der
Getreide – Ährenkrankheiten
Der Befall der Ähren mit Krankheiten erfolgt auf unterschiedliche Weise: durch Zuflug über weite Strecken: Mehltau, Roste, hauptsächlich stammen die Neuinfektionen mit Mehltau oder Rosten aus dem Altbefall im Bestand, dessen Konidien bzw. Sporen durch Wind oder Regen- bzw. Tautropfen aufgewirbelt werden, durch direkte Infektionen, ausgehend vom Inokulum auf dem Boden (F. graminearum, auch F. culmorum, F. Poae), durch Hochspringen über die Blätter als Treppe (S. nodorum, M. nivale, F. culmorum), durch die Kontamination der Ähre mit Erreger-Sporen, die sich im Bereich des Fahnenblattöhrchens angesammelt haben, durch systemische Verteilung von Sporen oder Myzel (z.B. F. culmorum, Cephalosporium gramineum) im Xylem der Pflanzen, die dann am Ende des Leitbahnsystems in den Blattspitzen bzw. im Spitzenbereich der Ähren angereichert werden. Mit dem Saftstrom im Xylem können auch Toxine verteilt werden, die dann lokale (Punkt-) Nekrosen bzw. Blattspitzen-Nekrosen bewirken, ohne dass ein Erreger nachgewiesen werden kann. Bekämpfung von
Fusarien – Risiko bisher gering
Fusarienrisiko bisher gering Die kühlen Temperaturen in den letzten Wochen verhinderten das Heranreifen der Sporen von Fusarium graminearum. In den kommenden 10 Tagen ist deshalb nicht mit direkten, vom Inokulum auf dem Boden ausgehenden Fusarien-Infektionen zu rechnen. Trotzdem bitten wir die Betriebe, die sich mit Sporenfallen ausgerüstet haben, in den nächsten Tagen mit den regelmäßigen Untersuchungen zu beginnen. Zur besseren Sporenfängigkeit werden die Sporenfallen über Resten von Maisstroh oder Getreidestoppeln aufgestellt. Die uns übermittelten Ergebnisse können Sie kurzfristig als Infobeitrag auf der Homepage nachlesen. Symptome von M. nivale oder F. culmorum sind dagegen häufiger am Halmgrund bzw. auch auf unteren Blättern zu finden. Sporen beider Erreger sind F-2 in einer noch geringen Dichte nachzuweisen. Regen lässt die Sporen auf das Fahnenblatt hochspritzen, wo sie sich im Bereich der
Dinkel – Ährenbehandlung
Die Saalemühle/Dresdner Mühle gehört zu den größten Abnehmern von Dinkel. In den Dinkelspelzen wurde in der Vergangenheit immer wieder Tebuconazol nachgewiesen, das als bedenklich für die Verfütterung an Tiere eingestuft ist. Deshalb bittet die Saalemühle auf die Ährenbehandlung (mit Tebuconazol) zu verzichten.
Dinkel ist aufgrund der lockerständigen Ähren und der geringen Blütenzahl der Ährchen wenig anfällig für Fusarien. Dagegen können die Ähren von Septoria nodorum und Rost befallen werden. Das Risiko für den Ährenbefall ist gering, wenn eine Fungizidvorlage auf das Fahnenblatt mit Carboxamiden oder Strobilurinen erfolgt. Der Ährenbefall mit Spelzenbräune wird weitgehend unterbunden, wenn im Blattbereich wirksame Fungizide gespritzt werden.
Hochanfällig für Braunrost sind die Dinkelsorten Albertino und Badensonne. Beide Sorten sind zusammen mit Franckentop auch hochanfällig
Getreide – Einsatz von Fungiziden
Tabelle
Wintergerste – Ramularia (Ramularia collo cygni)
Das nass-kalte Wetter mit zwischenzeitlich sonnigen Abschnitten begünstigt vor allem im Süden die Ausbreitung von Ramularia. Eine Fungizidspritzung sollte gegen Ende der Schlechtwetter- bzw. zu Beginn der Schönwetterphase erfolgen. Spiroxamine in höheren Mengen greifen das Gewebe an. Auch Spritzungen mit aggressiv formulierten Wachstumsreglern sollten möglichst nicht am Morgen unmittelbar nach dem Tau erfolgen, sondern besser erst in den Nachmittagsstunden. Spritzflecken werden mit 0,12 l/ha Break thru oder 0,2 l/ha Silwet vermieden, die einen Spritzfilm auf dem Blatt statt Spritztropfen bewirken. Bekämpfung von Ramularia In Deutschland wurden zur Bekämpfung von Ramularia Folpan und Amistar Max mit dem Wirkstoff Folpet zugelassen. Folpan muss immer zusammen mit einem anderen Mittel eingesetzt werden, das entweder Prothioconazol oder Mefentrifluconazol enthält. Die Wirkung der Pyrazol-Carboxamide (Bixafen, Benzovindiflupyr = Solatenol, Fluxapyroxad) wird durch die Resistenz-Entwicklung eingeschränkt. Die Zumischung von Carboxamiden bzw. Strobilurinen ist trotzdem sinnvoll, um die Ethylen-Wirkung hinauszuzögern. Mit 160 g/ha Prothioconazol konnte Ramularia in
Wintergerste – Mehltau als Eintrittspforte für Typhula
Seit Anfang November ist verstärkt Mehltau in der Wintergerste zu beobachten. Milde Temperaturen in Kombination mit hohen Luftfeuchten begünstigten die Infektionen. Insbesondere in den früh gedrillten, dichten Wintergerstenbeständen breitete sich der Mehltau explosionsartig aus. Diese Bestände präsentieren sich bereits von weitem durch hellere bzw. gelblicher statt sattgrüner Farbe. Bei näherem Hinsehen erkennt man schnell die weißen Pusteln auf den Blättern. Regenfälle unterbrachen verbreitet in der letzten Septemberdekade die Aussaat der Wintergerste. Die erst Anfang Oktober gedrillten Bestände weisen vereinzelt Mehltau- oder auch Zwergrost-Symptome auf. Sobald die Temperaturen anhaltend unter 15 °C sinken, wird sich der Mehltau nicht weiterentwickeln. Bleibt es dagegen mild und sind noch Tage mit 15 bis 18 °C angesagt, bleibt der Mehltau aktiv. In der Regel können kräftige Wintergersten den Mehltaubefall im Herbst ohne Ertragseinbußen aushalten, da im Frühjahr neue, gesunde Blätter gebildet werden können. Auf Typhula-Standorten bilden die abgestorbenen Mehltau-Läsionen auf den Blattscheiden eine Eintrittspforte für
Verzwergungsvirosen – Ausfallgetreide auch in Zwischenfrüchten kontrollieren
Durch die Ernte von Silomais und den ersten Zuckerrüben wurden Blattläuse aufgescheucht und sind jetzt verstärkt auch in den frisch aufgelaufenen Pflanzenbeständen bzw. im Ausfallgetreide zu finden. Trotz der Nässe springen auch Zikaden herum. Latenter bis deutlich erkennbarer Befall mit Verzwergungsvirosen trat im Frühjahr verbreitet auf. Kontrollieren Sie deshalb Ausfallgetreide und Zwischenfrüchte mit Rauhafereinsaat bzw. Getreidedurchwuchs auf Blattläuse und Stoppelfelder sowie neu bestellte Felder auf umherspringende Zikaden. Anzeichen für Verzwergungsvirosen: Einzelpflanzen, die von der Spitze her vergilben oder sich rot verfärben, später gestaucht wirken und oft übermäßig stark bestocken. Das Herzblatt kommt kaum heraus. Die Blätter fühlen sich zwischen den Fingern prall wie ein Gummibaumblatt (= turgeszent) an. Infolge des Virusbefalls sind der Wassertransport und die Wasserabgabe gestört. Dadurch staut sich das Wasser in den Blättern. Das Virus-Risiko mit dem Weizenverzwergungsvirus ist höher östlich der Linie Schwerin – Erfurt – Würzburg und zieht sich über Hohenlohe rüber in das Rhein-Main-Gebiet.
Wintergetreide – Beizung
Der Anteil von Saatgutproben mit Flugbrand in Gerste und Weizen, auch von Steinbrand im Weizen, nahm in den letzten Jahren beständig zu. Damit wurde der Eindruck auf den Feldern bestätigt. Betroffen sind nicht nur Bio-Betriebe. Die Beizung insbesondere gegen Brande ist eine effektive, vor allem punktgenaue Pflanzenschutzmaßnahme. Unterbleibt die Beizung, ist eine spätere Bekämpfung von Branden mit Fungiziden nicht mehr möglich. Zudem werden durch die Beizung auch eine Reihe von anderen saatgut- oder bodenbürtigen Krankheiten eingedämmt, wenn nicht sogar unterbunden, wie Schneeschimmel, Fusarien-Arten, Septoria-Arten, Drechslera-Arten oder Rhynchosporium. Beizwirkstoffe kontaminieren nur das Saatgut und werden bestenfalls in den daraus erwachsenden Pflanzenteilen bzw. im Beizhof um das Samenkorn verbreitet, während sich der Spritznebel in der Umgebung der Zielobjekte verteilt.
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Wintergerste – Sortenwahl 2024
Die Wintergerstenerträge lagen in diesem Jahr deutlich unter den Vorjahren, brachen aber weniger stark ein als die Erträge von Raps, Weizen oder Roggen. Über alle Regionen zeichnet sich ab, dass die Erträge auf leichten, durchlässigen Böden weniger stark litten als auf weniger durchlässigen Böden. Die Kulturen standen von Oktober bis März in der Nässe im Boden. Sauerstoffmangel bzw. Kohlendioxid-Überschuss bewirkten den Abbau von Feinwurzeln, darunter litt vor allem die Cytokinin-Produktion. Dadurch war in diesem Jahr auch häufiger Schwarzbeinigkeit zu beobachten. Ähnlich wie Verticillium im Raps entwickelt sich die Schwarzbeinigkeit stärker, wenn die Wurzelbildung eingeschränkt ist. Es kommt zum Wettlauf zwischen der Entwicklung bzw. Regeneration der Wurzel und der Ausbreitung der Krankheiten an der Wurzel. Als zweiter Faktor kam der Nachtfrost vom 22. auf den 23.04. hinzu, der verbreitet zur Schartigkeit führte. Davon betroffen waren vor allem Bestände, die zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Ährenschieben waren. Auf den reinen Sandstandorten
Weizen – Ährenbefall mit M. Nivale, F. culmorum und F. graminearum
…Fortsetzung aus Info 12!
Direkt-Infektionen durch F. graminearum (und F. culmorum)
Pyknidien von F. graminearum (und F. culmorum) auf Ernteresten müssen mit steigenden Temperaturen heranreifen, bevor stärkere Regenschauer mit schweren Tropfen deren Sporulation und damit direkte Infektion auslösen. Eine Sporulation von Fusarien war aufgrund der massiven Regenfälle im Süden ab 22. Mai zu erwarten. Befindet sich der Weizen zu diesem Zeitpunkt kurz vor/in der Blüte und trocknen die Ähren nicht innerhalb eines halben (bei 25 °C) bis 2 (bei 18 °C) Tagen ab, ist eine Fungizid-Behandlung in Befallslagen angesagt.
Am stärksten gefährdet sind Weizen, Triticale, aber auch Gerste mit aufrecht stehenden Grannen, wenn sich die Spelzen öffnen und die Staubbeutel gerade herausgeschoben werden. Die Fusarien-Sporen werden dann direkt in die Spelzen gespritzt und setzen sich dort fest.
Abbildung
Getreide – Virusvektoren
Autoscheiben voll mit Insekten sollten eine Warnung sein. Blattlaus-Kolonien waren schon Anfang Mai im Weizen zu finden. Durch aktuell mildere Temperaturen wird die Belastung mit Blattläusen in den nächsten Tagen steigen.
Blattläuse bevorzugen vorwiegend trockenes Wetter mit zwischendurch feuchten Abschnitten. Auf den Pflanzenblättern saugen die Läuse mit Hilfe des Saugrüssels Assimilate aus dem Phloem. Mit dem Anstich können die Insekten Viruspartikel aus mit Virus belasteten Pflanzen aufnehmen und damit gesunde Pflanzen infizieren. Das Risiko der Übertragung des Gersten-Gelb-Verzwergungs-Virus (BYDV) ist über die gesamte Vegetationszeit gegeben.
Abgesehen vom Gersten-Gelbverzwergungs-Virus sind in diesem Jahr auch Symptome des Weizen-Verzwergungsvirus (WDV) zu beobachten, das durch Zikaden übertragen wird. Als Wirtspflanzen dienen alle Getreidearten sowie Gräser, wie Weidelgräser, Rispen oder auch der Rauhafer.
Verzwergungsvirosen werden nicht mit dem Saatgut oder durch Maschinen übertragen.
Der Schaden durch Verzwergungsvirosen ist umso höher, je früher die Infektion erfolgt. Aus diesem Grund muss der Befall mit Blattläusen aktuell vor
Weizen – Ährenbefall mit M. Rivale, F. culmorum und F. graminearum
Krankheitsinfektionen auf der Ähre werden durch den Zuflug von außen (z.B. Mehltau und Roste), durch direkte Infektion ausgehend vom Inokulum auf dem Boden (vorwiegend F. graminearum, auch andere Fusarien wie F. culmorum, F. poae), durch Hochspringen über die Blätter (z.B. S. nodorum, M. nivale oder F.culmorum) oder durch systemische Verteilung im Xylem der Pflanzen hervorgerufen.
Durch die Vorlage von Fungiziden im Blattbereich, insbesondere auf dem Fahnenblatt, wird die direkte Kontamination der Ähre mit Erregern, die sich in der Ligula des Fahnenblattes ansammeln, unterbunden. Von außen angehende Infektionen erfordern anhaltende Blattnässe. Ohne Regen keine Infektion. Systemisch bedingte Infektionen können nur durch sehr frühe Maßnahmen unterbunden werden. Ansonsten kann nur die horizontale Verbreitung von Pflanze zu Pflanze verhindert werden. Aus diesen Gründen ist es notwendig, die Fungizidspritzung bei einem vorhandenen Ausgangsbefall frühzeitig vorzunehmen. Das gilt vor allem für fakultative Parasiten (z.B. Fusarien, Helminthosporium- oder Septoria-Arten), die bekämpft werden müssen, bevor eine Epidemie
Winterweizen – Fahnenblattspritzung
Die Fahnenblattspritzung ist über die Jahre gesehen die ertragswirksamste Fungizidmaßnahme im Weizen. Mit dieser Maßnahme wird nicht nur die Assimilationsleistung der oberen beiden Blätter abgesichert, sondern auch verhindert, dass sich die Ähre beim Durchschieben durch die Ligula mit dem dort akkumulierten Erregermaterial „ansteckt“. Auf diese Weise erfolgt ein Großteil der Ähreninfektionen. Die Spritzung sollte erfolgen, wenn das Fahnenblatt in EC 39/49 voll geschoben ist, um ausreichend Wirkstoff im Bereich der Ligula anzulagern.
Das gilt auch für die Ährenbehandlung: Erfolgt diese, bevor die Ähren voll geschoben sind, wird der untere Ährenbereich nicht benetzt.
Die Hauptlast der Wirkung tragen Azole, die auf den getroffenen Blättern aber nur akropetal, in Richtung Blattspitzen, transportiert werden. Etwas anders verhalten sich die Carboxamide, die auf der Blattoberfläche auch nach unten diffundieren können, bevor sie ins Blatt eindringen und dann im Xylem akropetal verteilt werden.
Wirkung der Azole
Azole: Tebuconazol, Metconazol, Bromuconazol, Prothioconazol, Tetraconazol und Mefentrifluconazol. Das
